Wenn man zynisch wäre, könnte man angesichts der Nominierung von Xavier Naidoo als teutschen Beitrag zum ESC sagen: Scheiße, der Terror geht weiter. Aber wir sind ja nicht zynisch. Im Gegenteil. Weiter im Text.
Kategorie: Wortwelt (Seite 16 von 28)
Beves Wortwelt
Neulich waren wir in der Batschkapp, Calexico trat auf, im Vorprogramm Gaby Moreno. Ein paar Tage später ging es nach Offenbach zu den Editors, der Abend wurde von Twillight Sad eröffnet. Wie das so ist bei einem Rockkonzert. Hinfahren, Bierchen trinken, Musik hören, treiben lassen, heimfahren. Heute sollten beide Bands in Lyon spielen, die Auftritte wurden abgesagt. Weil nicht alle Besucher des Konzertes der Eagles of Death Metal in Paris heimgekommen sind. Weil sie nie mehr heimkommen werden.
Als ich 18 wurde, schenkte mir ein Freund ein Büchlein, randvoll mit Karikaturen und Bildern, Geschichtchen und Figürchen. „Wo soll das alles enden“ hieß es, gezeichnet wurde das Ganze von Gerhard Seyfried.
Das Internet ist ja manchmal fantastisch. Ohne große Hoffnung klickte ich bei YouTube auf der Suche nach alten Tatortfolgen herum – und siehe da: Es gibt jede Menge davon, sogar die allerersten. In voller Länge. Schöne Autos, flotte Damen, großartige Regisseure und psychedelische Dekorationen. Langeweile war gestern. Das bisschen Homophobie und Sexismus nehmen wir in Kauf.
… hat der muskel zugemacht
ein swingerclub an meiner ecke
indisch essen nebenan
frauen, die patent aussehen
suchen trotzdem einen mann
… laufen die Dinge seltsam zusammen. Und dann öffnen sich Parallelwelten, von denen du nicht den Schimmer einer Ahnung hattest, dass diese überhaupt existieren.
Manchmal frage ich mich ja, wie Leute so aussehen, die einfach nur scheiße sind und im Netz trollen, bis das Christkind heult. Im Alltag bekommt man die gröbsten Vollspacken ja meist nur mit, wenn sie im Auto sitzen; die meisten Menschen, die dir begegnen, sind ja unauffällig bis freundlich. Gestern war das mal anders.
Es muss ja keine schlechte Sache sein, wenn statt des herkömmlichen Logos am Ärmel eines Bundesligatrikots ein Hinweis auf die Flüchtlingssituation angebracht ist. Nahezu befremdlich mutete es an, wenn der neue Slogan mit einem Hinweis auf die Tageszeitung das Blatt versehen ist, welches seit Tagen damit Hausieren geht – und sich im Laufe der Jahrzehnte durchaus mit gegenteiligem Output in die Herzen der Deutschen geschrieben hat.
Spektakulärer Wechsel beim HSV spült 30 Millionen in die Kasse: Uwe Seeler sorgt sich mit sofortiger Wirkung um Borussia Mönchengladbach.
Mitte August, gelangweilt im Aldi-Prospekt geblättert und Angebote zum Stichwort „Oktoberfest“ entdeckt. Wiesenhendl, Lederbermudas, Brezn, Dirndl. Und schon schwillt mir der Kamm – spontan fallen mir dazu gleich drei Gründe ein. Ach was sag ich: Vier. Mindestens
- … dann wäre der HSV Donald Duck. Was schief gehen kann, geht schief – aber am Ende ist alles halbwegs ok.
Adlerträger – so heißt das neue Buch über die Geschichte der Eintracht. Es erzählt von Höhepunkten aus 116 Jahren anhand der Erlebnisse der achtjährigen Lilli Pfaff, die gemeinsam mit Opa Bonifaz und Papagei „Adler“ die Eintracht begleitet. Die Texte von Henni Nachtsheim wurden kongenial von Michael Apitz illustriert, vorgestellt wurde das Buch im Eintracht-Museum, das sogar eine Rolle im Buch spielt.


