Adlerträger – so heißt das neue Buch über die Geschichte der Eintracht. Es erzählt von Höhepunkten aus 116 Jahren anhand der Erlebnisse der achtjährigen Lilli Pfaff, die gemeinsam mit Opa Bonifaz und Papagei „Adler“ die Eintracht begleitet. Die Texte von Henni Nachtsheim wurden kongenial von Michael Apitz illustriert, vorgestellt wurde das Buch im Eintracht-Museum, das sogar eine Rolle im Buch spielt.

Natürlich war es proppevoll im Eintracht-Museum, als Museumsleiter Matze Thoma die Gäste begrüßte, welche beide nicht zum ersten und ganz sicher nicht zum letzten Mal ihre Zelte im Museum aufgeschlagen hatten. Ich hatte die Ehre, einige einleitende Worte zu finden, bevor es an die multimediale Präsentation der „Adlerträger“ ging. Von der ersten Idee bis zur finalen Vorstellung waren zweieinhalb Jahre ins Land gezogen, in denen Henni und Michael die Geschichte und Bilder entwickelten. Natürlich musste das Eintracht Museum immer mal wieder ein inhaltliches Veto einlegen. „Das stimmt aber nicht ganz“ – mit diesen Worten konnte Matze kleine inhaltliche Korrekturen während der Arbeiten vornehmen, immerhin sollte das Buch neben den fabelhaften Bildern und schönen Wortideen auch inhaltlich den heutigen Kenntnisstand über die Eintracht korrekt abbilden.

Holz Sitzkopfballtor, Jay Jays Ballett im Strafraum gegen den KSC, die Gründung der Frankfurter Kickers und viele weitere Highlights der Eintrachtgeschichte erklärt Opa Bonifaz seiner Enkelin Lilli Pfaff, während der Papagei „Adler“, der unweit des Riederwaldes geboren wurde und sich für einen Adler hält, knotternd wesentliche Fakten und Zahlen beisteuert.

Die einzelnen Episoden führen meist von Alltagssituationen, die Lilli beschäftigen, hin zu Fragen über die Eintracht. Warum heißt die Eintracht eigentlich Eintracht? Wie wird man eigentlich Fan? Wer und warum sind Helden? Obgleich die Bilder und Texte durchaus kindgerecht sind, so handelt es sich bei den „Adlerträgern“ keineswegs um ein Kinderbuch. Auch Erwachsene erfahren so manch Detail aus der Historie und geraten in nostalgisches Schwärmen, wenn von Fußballengeln oder Fanperlen in Vereinsfarben die Rede ist, wenn Bonifaz schluchzend vor dem Endspielball von 1960 steht und dem verlorenen Finale gegen Real Madrid nachtrauernd.

Eine heitere und kurzweilige Vorstellung endete mit der Präsentation des Dreamteams, wo Jürgen Grabowski, Alex Meier oder Tony Yeboah erstmals gemeinsam auf einem Mannschaftsbild zu sehen sind. Neben Holz und Nickel, Bindewald und Bein, Gaudino und Uli Stein gemeinsam mit 18 anderen Heroen in schwarz-rot.

Autogramme wie Bücher gingen anschließend wie warme Semmeln über den Tresen und ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass alle Beteiligten, Macher wie Gäste, einen vergnüglichen Abend erlebten. Und ich habe mich ein bisschen verliebt. In Lilli Pfaff, die so stolz ist, dass einer der ganz großen Eintrachthelden genau so heißt, wie sie selbst …

Fotos: Pia und Beve