Die Zeil, Frankfurts bekannteste Fußgängerzone und umsatzstärkste Straße -womöglich in ganz Deutschland- beherbergt vor allem Filialen bekannter Ketten und unterliegt einem steten Wandel. Die Älteren werden sich erinnern, dass einst sogar die Straßenbahn hier entlang gefahren ist und sie nicht immer Fußgängerzone war, die Zeil – von Neufrankfurtern zunächst gerne als Zeile bezeichnet, bis sie merken dass Zeil kein Slang sondern der Eigenname ist. Weiterlesen
Kategorie: Wortwelt (Seite 27 von 28)
Beves Wortwelt
Only time and life will tell
But it’s a long way home when you’re in hell
Where constant demons fracture souls
Once a nightmare, now just lifeless ghosts
Flogging Molly – Speed of darkness
So langsam wird es Zeit, mal wieder hier vorbei zu schauen und ein Lebenszeichen zu hinterlassen. Die letzten Wochen waren geprägt vom Abstieg der Eintracht und vom Verlust unserer Fotoausrüstung – beides musste ich erst einmal verarbeiten und verdauen. Zwar gibt es in Sachen Foto keine Entwarnung so doch immerhin Ersatz. Weiterlesen
Der Frankfurter Stadtteil Gallus, volkstümlich auch Kamerun genannt, ist ein ganz spezieller Stadtteil. Er kommt nicht snobistisch daher wie Sachsenhausen, obgleich Anzug und Krawatte im Straßenbild ebenso präsent sind, wie der Blaumann oder das Kopftuch. Er kommt auch nicht so adrett daher, wie das frisch gekämmte Nordend – dieses Bullerbü für Erwachsene; nein unfrisiert scheint es, das Gallus, obgleich an der Nahtstelle zur Messe hin die Großbaustelle darauf hinweist, dass demnächst hier ein anderer Wind wehen könnte. Noch mischen sich hier die Nationen und die Welten; der Gemüsehändler grüßt ebenso freundlich wie die Graffitis von den Wänden, in den Cafés und Kneipen hocken Angestellte, Müßiggänger und Arbeiter Seit an Seit, während die Sonne ein Viertel bescheint, in welchem der Flaneur Nischen entdecken kann, in denen das ganz normale Leben lebt. Weiterlesen
1972. Es war das letzte Frühjahr, in dem ich die Rückbank unseres weißen Opel Kadett L alleine für mich hatte. Meine Eltern bekamen ein Kind und ich am 1. Juni eine Schwester. Bei der Eintracht gehts bergauf. Ich wünschte, ich könnte dies von heute behaupten. Jürgen Grabowski wird fester Bestandteil der Fußball-Nationalmannschaft, diese bezwingt England erstmals in deren Wohnzimmer, in Wembley, mit 3:1 und wird wenig später tatsächlich Europameister. Mit Günther Netzer produziert die Bundesliga zudem den ersten Popstar. Alles freut sich auf die Olympischen Sommerspiele in München, die trotz aller Freude in einem Desaster münden. Palästinensische Terroristen töten 12 israelische Delegationsteilnehmer, im Feuergefecht sterben fünf der Attentäter und ein Polizist. Legendär wurden die Worte des IOC-Präsidenten Avery Brundage: The games must go on. Weiterlesen
Während das Eintracht Museum in der Nacht der Museen trotz der Niederlage gegen Köln und dem Frust allenthalben tapfer die Stellung hielt, wurde andernorts die Veranstaltung mit dem Beginn einer Abrissparty verknüpft. Das Historische Museum am Römerberg wird dieser Tage abgerissen und einem Neubau weichen müssen; nach dem Technischen Rathaus verschwindet also ein weiterer markanter Bau der späten Nachkriegsjahre, in denen Waschbeton den Ton angegeben hatte. Karl der Große, der seit 1973 vor dem Eingang Wache hielt, hat sich schon verkrümelt.
Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich hier die tolle Ausstellung der Fotos der großartigen Fotografin Absiag Tüllmann gesehen. Das erste Mal allerdings bin ich Anfang der Siebziger mit meiner Grundschulklasse hier gewesen. Da war der Bau nahezu neu. Und die Eintracht selbstverständlich erstklassig. Weiterlesen
Neulich wies mich der User BHF1/4 auf die Currybude Taunus 25 hin, die ich bis dato gar nicht kannte. Gelegen dort, wo Frankfurt am widersprüchlichsten scheint, im Bahnhofsviertel. War noch vor einigen Jahren die Kaiserstraße der Inbegriff des Verruchten, so haben sich mit den Tagen die Banken ins Viertel gefräßt und dazu ein Wochenmarkt etabliert, dass hier der Mercedes der Nitribitt nur bedingt auffallen würde. Parallel verläuft die ausgestoßene Schwester, die Taunusstraße. Bevölkert von Buden und Bordellen, von Junks und leichten Mädchen verbreitet die Taunusstraße noch immer das Flair, das bis in die Neunziger hinein ein Raunen verursachte, wenn man das Frankfurter Bahnhofsviertel auch nur erwähnte. Verewigt im Fußball-Schlachtruf Nutten, Crack und Spielautomaten. Weiterlesen
Nein, damit meine ich nicht die Commerzbank-Arena, die von Traditionalisten noch immer Waldstadion genannt wird – obwohl sie außer dem Ort nichts mehr damit zu schaffen hat. Nicht die Optik und auch nicht den Geist. Im Waldstadion hat die Eintracht 1999 mit 5:1 gegen den 1.FC Kaiserslautern gewonnen, in der Commerzbank-Arena gegen den 1.FC Köln mit 0:2 verloren. Ich bin übrigens selbst einer derer, die bis dato aus Trotz Waldstadion gesagt haben, aber darum geht es gar nicht. Es geht tatsächlich um den Tatort. Sonntag. 20:15 Uhr. ARD. Weiterlesen
Wir begeben uns in das Jahr 1971. Die Eintracht steht kurz vor dem ersten Bundesligaabstieg, erst ein tolles Tor von Bernd Nickel stößt die Tür zum Klassenerhalt weit auf. Später wird bekannt, dass Spiele der ersten Liga verschoben waren. Der Offenbacher Gemüsehändler Horst Canellas, seines Zeichens Präsident von Kickers Offenbach präsentierte an seinem 50. Geburtstag den versammelten Gästen Tonbandmitschnitte von Gesprächen, die dies belegen. Die Liga ward eine andere.
Eiskarten vergangener Jahrzehnte verströmen so eine Art sentimentales Glück, das gerade in diesen Tagen die Welt vergessen lässt. Lasst uns eintauchen in die Zeit, in der es nur drei entscheidende Fragen gab: Adidas oder Puma? Geha oder Pelikan? Langnese oder Schöller? Fortan präsentiere ich euch googelige Netzfundstücke der Goldenen Jahre. Damals, als die Eintracht stets ungeschlagen Meister wurde. Und die Mark noch was wert war. Nämlich genau einmal Konfekt. Weiterlesen
Am 16. Oktober 1911 erblickte die Metzgerstochter Lotte Specht im Frankfurter Stadtteil Eckenheim das Licht der Welt, aufgewachsen ist sie jedoch ein paar Kilometer entfernt im Gallus. Die Frankfurter Welt aber blickte erstmals auf sie, als Lotte am 29. Januar 1930 im Gasthaus Steinernes Haus den 1. Deutschen Damen Fußballclub gründete. Weiterlesen
Ich weiß, ihr wartet noch auf den zweiten Teil der Geschichte von Anton Hübler. Über den Abend von Uli Stein mit Lady Luck im Museum gab’s auch noch nichts zu lesen, geschweige denn über das Spiel der Eintracht gegen die Bayern. Bislang fehlt auch eine Vorschau auf das Spiel in Mainz, sowie ein Bericht über eine Buchvorstellung zum Frauenfußball – als Monika Staab mit Dieter Hochgesand im Museum zu Gast waren und während eines kurzweiligen Abends das im Röschen-Verlag erschienene Werk Früchte des Traums präsentierten. Seid gnädig, habt Geduld. Vielleicht kommt ja noch was.
Statt dessen erzähle ich euch von etwas ganz anderem. Weiterlesen
Es ist noch gar nicht so lange her, da hieß die Ecke Güterplatz und die Straße führte zur Rückseite der Festhalle und dann ins Nirgendwo. Weiter hinten dämmerten Rebstock und die Kuhwaldsiedlung, darunter dockte das Gallus an. Alles dominierend flutete die Messe das Gelände, doch seit Jahren wird gebaut. Zuerst gab es eine Allee, die Europa-Allee, darunter macht es ein Frankfurter ja nicht und dann kamen die Hotels. Zur Zeit wachsen an der Osloer Straße neben dem Messeturm die Hochhäuser gen Himmel, Bauarbeiter und Banker teilen sich die Baustellen und in der Aprilsonne liegt die Frankfurter Worschtbörse, ein zum Imbiss ausgebauter Bus mit hölzernem Wintergarten an der Seite. Ein paar Meter daneben die Freifläche zum Draußensitzen – mit Blick auf Baustellen und Banken. Frankfurterischer kann ein Blick nicht sein. Weiterlesen


