Die Sonne lacht, es ist ein schöner Tag, Zeit für einen Ausflug – über den Main hinweg nach Sachsenhausen. Im Museumspark flammender Protest der Freunde des Museumsparks gegen die geplante Abholzung von vierzig Bäumen zu Gunsten eines überdimensionalen Museumsneubaus; dahinter verläuft die Schweizer Straße – und liegt im Schatten. Kurz hinter dem Schweizer Platz – oder vor, je nachdem woher man kommt, überquert die Schwanthaler Straße die Schweizer. Altbauten reihen sich dicht an dicht, früher gab es hier an der Ecke Stegstraße das Cafe Gaggia – eine Oase der Langhaarigen, heute bietet dort eine Versicherung ihre Dienste an. Kurz vor Ecke zur Schweizer, der hochmütigen aber in die Jahre gekommenen Diva der Stadt, hat sich die Worscht Company etabliert.  Auch hier dreht sich alles um die Currywurst, oder besser Worscht. Sichtbar das Bemühen, originell zu sein – und deutlich sichtbar auch die Anlehnung an das große Vorbild von Best Worscht in Town. Sowohl in den Begrifflichkeiten, als auch im Angebot und der Inszenierung kopiert die Worscht Company deutlich das Konzept des Imbisses am Grüneburgpark, der mittlerweile als Franchiseunternehmen fungiert. Auf der Speisekarte ist von Scoville die Rede – und wenn ein Bude mit wahnwitzigen Schärfegraden und entsprechenden Events punkten will, geht dies meist auf Kosten der Wurst. Der erste Eindruck: sagt mir: Das ist alles nur geklaut.

Der junge Mann, der uns aus dem Fenster heraus bedient ist freundlich und hat ne Menge zu tun; eine Order folgt der nächsten. Ich bestelle eine Rindscurry mit Pommes. Brat oder Rind kommt die Nachfrage gewohnheitsmäßig und ich präzisiere Rind. Wir warten eine zeitlang bis wir unsere Bestellung erneut konkretisieren können: Die Pommes, ich nehme sie mit Ketchup und Zwiebeln, Pia mit Mayo, die Currwurst ein bisschen scharf antworten wir auf Nachfrage. Das Gesamtangebot lautet Worscht-Pack, beinhaltet eine Currywurst mit Pommes rotweiß (Pommes Schranke heißt das hier, was ich ungefähr so originell finde, wie das Wort Äppler, nämlich gar nicht) sowie ein Kaltgetränk und kostet 6,20 Euro. Beim Original Snack Point heißt das Snackers-Combo und kostet 50 Cent weniger.

Das Gericht kommt ökologisch fragwürdig auf einem Pappteller dazu gibt es ein Plastikgäbelchen, wer möchte kann auch Bauernbrot dazu haben. Wie beim Original gibt es auch hier keine Brötchen, die für mich zu einer Currywurst ohne Pommes zwingend dazu gehören, obgleich so eine Scheibe Bauernbrot sicher etwas feines ist.

Die Portion ist nicht gigantisch aber ausreichend; die Wurst ist sauber geschnitten und frisch ohne Liegeverhärtung. Die Pommes sind ebenso wie die Wurst perfekt in der Hitze, handwerklich kann man nicht meckern. Die Soße für die Currywurst scheint mir aus erhitzem Ketchup zu bestehen, darauf wird ein Curry gestreut und ein Pulver zwecks Schärfung. Das Curry ist lecker, insgesamt ist mir die Wurst aber für ein bisschen zu scharf – und der Ketchup schmeckt mir zu säuerlich, der Geschmack der Wurst ist nur zu erahnen, vor allem in Verbindung mit Gewürz, und Ketchup. Die Pommes sind lecker, die Zwiebelchen sind das I-Tüpfelchen, sollte es mich wieder hierher verschlagen, würde ich sie ohne Ketchup nehmen. Die Fritten.

Fazit: Das Konzept und die Inszenierung von Best Worscht ist bis ins Detail (Pommes ohne Soße heißen Pommes naggisch, Bauernbrot, Schärfeorgien) kopiert. Dafür ist das Menü 50 Cent teurer als beim Original, immerhin gibt es aber einen Schüler-Pack, der den Nachwuchs günstiger kommt; 5,30 werden dann fällig. Die Bedienung ist freundlich und beherrscht ihr Handwerk, lässt sich auch durch Sonderwünsche wie bei der Kundin vor mir nicht aus dem Konzept bringen. Die Pommes sind vielleicht nicht die Nummer 1 in Frankfurt, wie ein Zettel am Fenster verkündet, aber sicherlich prima. Die Wurst aber war geschmacklich nicht zu verifizieren, zu stark dominierte der Ketchup, der mir nicht wirklich schmeckte, da konnte auch das hervorragende Curry nichts mehr rausreißen. Da die handwerklichen Voraussetzungen stimmten, gibt es für die Worscht Company

3 von 5 Cupos

und der Hinweis, dass ich eine originelle Idee mehr schätze als eine Kopie, die hier immerhin besser abschneidet als das Original – was jedoch auch auf die Tagesform zurückzuführen ist.

Wenn ihr über dem Artikel auf die Kategorie Currytest klickt, dann folgen alle Test hintereinander und ihr könnt in Ruhe vergleichen.

Mahlzeit.