Es ist spät und dunkel, die Eintracht hatte Leverkusen mit 2:1 besiegt, Alex Meier wurde Torschützenkönig und sowohl im Stadion als auch am Gleisdreieck gefeiert, Musik, Apfelwein, Tanz und Gespräch.
Autor: Beve (Seite 28 von 71)
Gäste: Dieter Hochgesand, Anton Hübler, Erwin Stein, Manfred Binz
Wie oft bin ich Donnerstags nach dem Ende des Marktes an der Konstablerwache Richtung Feinstaub gelaufen oder mit dem Rad gefahren, es waren meist lustigeTreffen, bei Apfelwein und wilden Diskussionen rund um die Eintracht. Manchmal holte ich mir am Kiosk an der Petersstraße noch ein Schöppchen oder Zigarettenpapier. Die Zeiten ändern sich.
Letztmals habe ich die Eintracht gegen Paderborn vor Ort gesehen, ein lässiges 4:0 ließ mich wenige Tage später beruhigt in den Flieger steigen. Seither sind sechs Spiele vergangen, die ernüchternde Bilanz: Zwei Unentschieden, vier Niederlagen.
Zuhause. Pia hat mich, obgleich sie krank ist in aller Frühe in Frankfurt abgeholt, der Flug hat sich gezogen. Immerhin liefen auf dem kleinen Monitor noch zwei Martial Arts Filme, die mir die Zeit einigermaßen vertrieben, an Schlaf war nicht wirklich zu denken.
Früher Morgen in Bangkok, ich sitze am Fluss und schreibe. Später, beim Verlassen des Guesthouses in Richtung Frühstück bin ich zunächst vorsichtig, ob das Wasserfestival jetzt tatsächlich zu Ende ist- und in der Tat: Es bleibt trocken, das ist doch mal ein gutes Zeichen.
Da es sich etwas zieht, bis ich mein Zimmer beziehen kann, trinke ich zunächst einen Tütencafé am Fluss, stelle mein Gepäck unter und laufe los. Mein Plan sieht vor, bis zum Golden Mount zu marschieren, dort an dem Klong in ein Klongboot zu steigen, und nahe des Bahnhof Phaya Thai einen Textilmarkt aufzusuchen, ich brauche einige Dinge, die ich von Ko Payam nicht mitschleppen wollte.
Ranong, 14. April 2015, 19:00
Ich sitze in Pons Place, eine Agentur für Dienstleistungen aller Art, auch für die Nachtreise nach Bangkok und trinke einen lausigen Tee. Es ist dunkel, der Sonnenuntergang fand ohne mich statt, hallo Welt, hallo Wirklichkeit, ihr habt mich wieder.
So wie es einst in der Nacht begonnen hat, so endete es auch: Mit einem Bad unter dem Sternenhimmel, dazu die sich im Wasser spiegelnden Lichter der Bars, der Blick auf die Bucht und die Insel und dazu die leuchtenden Meeresbläschen, geschaffen von Gottes Hand oder doch eher dem Nachtlicht des Resorts nebenan geschuldet, was machts für einen Unterschied?
Flüchtig ist alles, vergänglich wie eine Fußspur im Sand, von Wellen dahin gespült, nichts bleibt, außer Erinnerung, die auch vergeht. Oder wechselt alles nur die Form, so wie der Sand vor der Fußspur einfach Sand war, zuvor vielleicht ein Fels. Alles wird zu Etwas, zu allem, nichts vergeht, es wechselt, eingewoben in die große Geschichte, erzählt vom Wind, von den Bäumen, vom Meer. So wie unsre Geschichte einst erzählt wird, verstanden von dem, der zuhören gelernt hat.
So ist dann doch alles ganz anders gekommen. Aus zwei verlorenen Tagen wurde ein gewonnener, und das im Handumdrehen. Während sich Jens aus Aschaffenburg langsam auf den bevorstehenden Abschied vorbereitete, sein Boot sollte Ko Payam um drei Uhr verlassen, saß ich mit Aeow und Cha am Tisch und wir überlegten, wie meine Weiterfahrt am besten zu organisieren ist.


