Da unsere Bemühungen, im Vorfeld kurzfristig an eine Stehplatzkarte zu kommen, nicht wirklich von Erfolg gekrönt waren, hieß es am 8. März 2015: Alle nach Köln, ob mit oder ohne Karte. Alle hieß in diesem Fall: Die Pia, der Beve und der rote Dacia. Eintracht Frankfurt hatte Geburtstag, 116 Jahre wurde die Diva alt und mit Geschenken ist das ja so eine Sache …
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Sinngemäß geht eine alte Geschichte in etwa so. Ein Jude aus Amerika zieht es nach Israel, er macht sich auf den Weg. Dort angekommen bleibt er eine ganze Zeit lang, doch es fehlt ihm die alte Heimat. Also macht er sich wieder auf den Weg zurück. Doch die Dinge haben sich mittlerweile geändert. So packt er nach einiger Zeit erneut seine sieben Sachen und kehrt zurück nach Israel.
Der Nachwuchs ist die Zukunft der Eintracht und wird immer professioneller gefördert. Längst gehört das Unterhalten eines Fußball-Leistungszentrums zu den Lizenzauflagen der DFL. Mit dem Umbau des Riederwalds hat auch Eintracht Frankfurt ihr Leistungszentrum verbessert und um ein Internat erweitert. Bei der bundesweiten Zertifizierung Anfang 2015 wurde zum dritten mal hintereinander die Höchstwertung von drei Sternen an die Eintracht vergeben.
Gestern saß ich vor dem Fernseher, obgleich die Eintracht in Mainz spielte. Keine 30 Kilometer von der Haustüre entfernt. Weshalb ist das eigentlich so? Weshalb fliege ich nach Tel Aviv, gondel nach Wilhelmshaven oder Bochum, bleibe aber beim nächstgelegenen Spiel in heimischen Gefilden?
Zum nunmehr dritten Mal hatte ich an einem Montagabend keine andere Wahl. Ich musste raus in die Kälte und dieser seltsamen Mischung des Frankfurter Pegida-Ablegers einen Besuch abstatten. Fundamentale Christen meets Hobbynazis. Nicht, dass die noch auf die Idee kommen, mit Fahnen und Gebrüll durch die Stadt zu ziehen.
Es folgt der letzte Teil der Geschichte der Eintracht-Amateure.
Seit ich denken kann, ist der Platz auf einem Friseurstuhl für mich ein Ort des Grauens. Egal wo. Bis auf eine einzige Ausnahme. Ich meine, Friseure sind nette Menschen, müssen sich womöglich ganz viel unsinniges Zeug anhören und machen eine Arbeit, die nötig ist. Geschenkt.
Es folgt der dritte Teil der Geschichte der Eintracht Amateure.
Als der Wecker klingelte, war es zu früh für meine Verfassung aber es half nichts. Ich musste raus in die Welt, die in diesem Fall etwas zu kühl war. Gegen halb zehn sollte ein Bus Richtung Freiburg fahren, das erste Auswärtsspiel der Rückrunde, das erste Spiel nach der Winterpause überhaupt. Tschüss Pia, bis heute Abend.



