Zuweilen höre ich ganz gerne Musik aus den Regionen, in denen ich mich gerade befinde. Und da ich vor gar nicht so langer Zeit in Portugal weilte, ist es wenig verwunderlich, dass während des Aufenthalts an der Algarve häufiger ein Fado aus den Kopfhörern perlte. Jene oftmals eher traurigen Klänge, von denen man gerne behauptet, dass sie Ausdruck der portugiesischen Seele seien, geprägt durch den Begriff der Saudade – irgendwo zwischen Sehnsucht und Weltschmerz. Weiterlesen
Kategorie: Unterwegs (Seite 1 von 3)
Kaum waren die Koffer ausgepackt und der portugiesische Sand der Algarve ausgeschüttelt, wandern wir in aller Herrgottsfrühe die dunkle Wiesenstraße hinunter und rollen mit der U4 Richtung Bahnhof. Pünktlich auf die Minute setzt sich der ICE 778 um 4:41 Uhr in Bewegung. Unser Ziel liegt diesmal etwas weiter nördlich: Hamburg. Wieder einmal. Weiterlesen
Wieder einmal zog es uns an die Algarve – und wieder einmal verging die Zeit viel zu schnell. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hatte sich auf den ersten Blick nicht allzu viel verändert. Das ist gut, da die Langsamkeit der Zeit in manchen Momenten herrlich entschleunigt. Der zweite Blick zeigt ein anderes Bild. Das ist schlecht, da die allgegenwärtige Wandlung weiterhin in großen Schritten voranschreitet – und nur wenige Einheimische davon profitieren.
Als ich erfuhr, dass die schwedische Musikerin Amanda Bergman am 4. März im Berliner Privatclub auftreten würde, besorgte ich mir ein Ticket, fragte meine Freundin Susi, ob ich – wie so oft – bei ihr übernachten könne (was sie bejahte), und buchte Bahntickets für die Reise. Mittwochs hin, donnerstags zurück. Weiterlesen
München hat mich ja nie wirklich gepackt. Mitte der Achtziger war ich zum ersten Mal dort, damals noch mit meinem Golf 1 – in dem ich auch übernachtete, wir hatten ja nichts. An diese Reise erinnere ich mich nur bruchstückhaft: Mein alter Freund Ley war dabei, wir tranken eine Maß in der Klosterbrauerei Andechs, und ich verbrachte Stunden im Deutschen Museum. Später kam ich ein paar Mal zum Fußball nach München; zuletzt im Rahmen einer Spurensuche, als wir das KZ in Dachau besuchten. Pia wiederum kennt die Landeshauptstadt Bayerns bislang ausschließlich von Fußballspielen. Es wurde also Zeit, München noch einmal aus der Nähe zu betrachten Weiterlesen
So langsam entwickelt sich Hamburg zu meiner Lieblingsstadt in Deutschland– und das liegt nicht zuletzt an der Elbe. Und stets, wenn ich an den Landungsbrücken bin, höre ich Kettcar: An den Landungsbrücken raus. So auch diesmal. Doch zuvor waren wir in Korfu. Aber der Reihe nach. Weiterlesen
Dieses Jahr, am 1. Dezember kurz nach 11:30 Uhr, hörte das Herz meines Vaters für immer auf zu schlagen. Für ihn war es nach dem fürchterlichen letzten Jahr eine Erlösung, für uns bleibt ein Verlust und die Erinnerung und die Traurigkeit. So ist das Leben, von dem meine Mutter zuweilen sagte: „Denkst du, es geht ewig so weiter?“. Und insgeheim hoffte ich: Ja. Immerhin hatte er unsere Hochzeit im September auf Korfu noch mitbekommen.
Es ist lange her, dass ich einmal in der Hansestadt Lübeck zu Gast war – ich schätze, Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrtausends. Die Mauer wackelte gerade, Willy Brandt lebte noch, und ich begleitete meinen Freund Frank in seine Heimat. Wir zuckelten mit meinem altersschwachen 77er C-Kadett-Kombi in den Norden, und ich tötete auf einem Angelausflug meinen ersten Hering, den Franks Mutter briet und wir verspeisten. Seither hat sich viel verändert. Willy Brandt ist tot, aber mit Frank habe ich immer noch Kontakt.
Manchmal ist es gut, neue Gefilde zu erkunden – so wie neulich in Schweden. Und manchmal ist es gut, wieder dorthin zurückzukehren, wo man sich auskennt, wo das Gefühl einer wie auch immer gearteten Heimat sich regt. So wie auf Korfu. Wobei der größte Teil der Insel nicht wirklich dazu zählt – wir waren beispielsweise noch nie oberhalb von Paleokastritsa im Norden. Aber unser kleiner Bereich im Südwesten, dort, wo Vassilis und Georgia ihr Haus mit einigen Apartments und zwei Studios führen, gehört unbedingt dazu.
Es gibt einige Orte in meinem Leben, die ich aus den verschiedensten Gründen immer mal besuchen wollte – und Schweden stand ganz weit oben auf der Liste. Schon als Kind wollte ich unbedingt einmal in den Norden. Klar: Pippi Langstrumpf, Bullerbü, Michel, ABBA und die ikea-eske Freundlichkeit sowie Silvia Sommerlath 1972 prägten meine Generation. Später kamen Maj Sjöwall und Per Wahlöö, Henning Mankells Wallander, Lisa Miskovsky, Anna Ternheim, Sophie Zelmani und Saga Norén noch dazu. Einmal mit dem Camper oder mit einem Volvo Kombi durch Schweden zu reisen, davon träumte ich viele Tage – doch ein Blick in meinen Geldbeutel ließ mich bislang andere Orte anvisieren.
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Kaum waren wir im vergangenen Jahr von unserer Pragreise zurück, buchten wir erneut die Unterkunft und die Zugfahrt für dieses Jahr – fast zur gleichen Zeit. Warum? Eigentlich war die ursprüngliche Idee damals, das Konzert von Bruce Springsteen in Prag zu besuchen, das schließlich wegen Krankheit abgesagt wurde. Da uns ein Pragbesuch jedoch weiterhin reizvoll erschien, machten wir die Reise trotzdem und erlebten ein Konzert der Interrupters. Kurz darauf wurde der Ersatztermin für das ausgefallene Springsteen-Konzert in Prag bekannt gegeben.
Wieder einmal hat es uns der Wind nach Portugal geweht, wieder einmal sind wir an der östlichen Algarve gelandet. An allen Ecken und Enden wird gebaut, verändert sich das Bild – auch hier bleibt die Zeit nicht stehen, werden die Dinge teurer – und für viele Einheimische unbezahlbar. „Luxus“-Wohnanlagen entstehen wie Sand am Meer, welches sich hinter der vorgelagerten Ria Formosa versteckt.


