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Manchmal sind es nur kleine Fehlentscheidungen, die zum Zeitpunkt der Entscheidung als solche nicht ersichtlich sind, die unvermittelt in eine Situation führen, die der Dramatiker zu einer Katastrophe ausmalt – und die in Wirklichkeit dann in surrealen Momenten enden, in Albträumchen aus denen es zunächst kein Entrinnen gibt. Neulich war so ein Tag.
Feierabend. Endlich Feierabend. Bin ich glücklich? Nein. Erleichtert. Grenzenlos erleichtert. Auch wenn ich immer an den Klassenerhalt der Eintracht geglaubt und stets behauptet habe, die Saison geht bis zum 34.Spieltag, bis zum Schlusspfiff. Okay, es waren dann doch 36 Spieltage. Feierabend.
Als wir losfuhren, hatten wir noch keine Karten für das vielleicht letzte Spiel Saison der Eintracht in Bremen. Natürlich hegten wir die leise Hoffnung, dass es doch noch klappt, aber sollte es auf einen Kneipenbesuch hinauslaufen, war dies bei der Tour eingepreist. Also, auf nach Bremen. Die Pia, der Dacia und ich.
Jetzt haben es die wackeren Underdogs geschafft. Trotz aller Mühen und Widerstände ist der sympathische Club aus dem Osten in Liga eins aufgestiegen, bereit dem FC Bayern Paroli zu bieten. Da müssen wir doch alle froh sein. Das ist doch eine Bereicherung für die ganze Liga. Ein frischer Wind weht nun und eine ganze Region freut sich mit. Toll. Und Gazprom oder Alfa Romeo stecken ja auch Geld in den Fußball…
Aigner. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, Hradecky. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Russ. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Hradecky. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, Abraham. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Regäsel. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Hradecky. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, Hradecky. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Russ. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Hasebe. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, Huszti. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Russ. Bumm. Tic, tic, tic, tic, tic, tic, tic, Hradecky. Bumm. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa.
Nach der Aufarbeitung der Historie anlässlich des Pokalfinales vor zehn Jahren, stand ein Fußballwochenende an, das es in sich hatte. Sowohl für den FSV als auch für die U19 der Eintracht und natürlich für die Eintracht selbst standen wegweisende Spiele an. Leider hieß es ja für die Partie der Eintracht in Darmstadt: Wir müssen leider draußen bleiben – und so hatten wir uns auch nicht darum gekümmert, ein Ticket zu organisieren. Das war dann in Bornheim und am Riederwald schon anders.
Da war ja wieder was los. Erst besuchten Ioannis Amanatidis, Gerre und Christoph Preuss das Museum und erzählten von den schönen aber sportlich unglücklichen Tagen in Berlin 2006, dann vergeigte der FSV sein Heimspiel gegen Kaiserslautern.




