Machen wir uns nichts vor, die Welt ist irre. Durchgeknallt. Wahnsinnig. Im Grunde hast du nur zwei Möglichkeiten: Entweder Buddha werden oder aber William Foster – gespielt von Michael Douglas in Falling Down. Aber vielleicht gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Du wirst Spielerfrau. Oder noch Besser: Cathy Hummels.

Wenn man sich mal die Meldungen der letzten Tage anschaut, kommt man mit der Hand an die Stirn patschen nicht mehr raus und zu der Erkenntnis, dass alle Bildungssysteme versagt haben.  Kläglichst. Aber gut, was will man von einem Land erwarten, dessen Wohlstand nicht zuletzt auf Produkten wie diesen beruht. Oder auf einem Honduras EM Shirt. Eigentlich könnten sie alle in der Sonne sitzen, einen Apfelwein in der rechten Hand, eine Bratwurst oder Chia Samen in der Linken und sich darüber freuen, dass klares Wasser aus dem Wasserhahn kommt und Eintracht Frankfurt weiterhin erstklassig ist. Und was machen sie? Durchdrehen.

Ist dein Nudelauflauf nicht kross genug? Klare Sache, ab ins Auto und erst einmal den eigenen Vater überfahren – das ist das Mindeste. Immerhin muss der Übeltäter hinter schwedische Gardinen. Selbstverständlich könnte man meinen. Ist es aber nicht immer. Derzeit verhandeln die Gerichte über eine auf Video aufgenommene Vergewaltigung eines It-Girls. Sie verhandeln aber nicht die Vergewaltigung, die Täter sind schon lange frei gesprochen: Der in den Videoclips deutlich zu hörende, drei Mal gesprochene Satz „Hör auf!“ reicht dem Gericht nicht als Beweis für eine Vergewaltigung. Sie könnte ja damit auch die akute Handlung gemeint haben, die der betreffende Mann in diesem Moment setzte – etwa der Versuch, seinen Penis in ihren Mund zu stecken – nicht den Geschlechtsverkehr an sich, diese Möglichkeit sieht zumindest die Staatsanwältin.

Da wünscht man doch … Nein, wünscht man nicht. Vollends pervers wird es aber, wenn das Opfer anschließend wegen Falschaussage zu einer Geldstrafe verdonnert wird, obgleich bei der Beweissischerung mehr als geschlampt wurde.

Auch Flüchtlingsheime anzünden scheint hierzulande eine Bagatelle – zumindest in Hoyerswerda. Überraschend milde Urteile fielen am Dienstag am Amtsgericht Hoyerswerda. Dort fand ein Prozess gegen vier Neonazis statt, die ein Jahr zuvor versucht hatten, eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft mit einem Molotowcocktail anzuzünden. Sie wurden für die Vorwürfe der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und Verstoß gegen das Waffengesetz schuldig gesprochen. Kai P. und Enrico N. erhielten Freiheitsstrafen von neun Monaten sowie einem Jahr und vier Monaten. Trotz zahlreicher Vorstrafen, unter anderem aus rechtsmotivierten Straftaten, für welche beide bereits in Haft saßen, wurden die Freiheitsstrafen für einen Zeitraum von drei bzw. fünf Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Die beiden Brüder, Julian K. und Jonas K. kamen mit Verwarnungen davon, Ersterer muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, Letzterer eine Strafe von 100 Euro bezahlen.

Okay, es sind nicht nur die Nazis, die Angst haben, dass Neger ihnen den Schokopudding wegnehmen, das bekommen auch andere hin. „Hey, ich will noch was zu essen.“ „Ne, gibts nicht.“ „Okay, dann fackel ich halt die Hütte ab.“

Aber auch in anderen Ländern geht es putzig zu: In Marokko zum Beispiel soll jetzt das öffentliche Lesen von Zeitungen unter Strafe gestellt werden: Eine gemeinsame Untersuchung von FMEJ und Ministerium hat ergeben, dass Zeitungen und Zeitschriften oft von mehreren Personen gelesen werden. Marokkaner, die genug gelesen haben, vernichten das bedruckte Papier nicht etwa, sondern lassen es in Caféhäusern, auf Parkbänken oder anderen öffentlichen Orten zurück. Damit kann das Printmedium in die Hände Dritter gelangen, die sich dann ebenfalls den Inhalt zu Gemüte führen können. So können mehrere Personen ein und das selbe Stück lesen. Laut FMEJ kostet das die Branche umgerechnet 136 Millionen Euro jährlich. Und damit das verhindert wird, soll das gebührenfreie Lesen periodischer Printmedien in Marokko illegal werden. Damit wird ein Wunsch der Verleger erfüllt.

Von Erdogan und Konsorten brauchen wir erst gar nicht anfangen, auch nicht wenn es um die NSU-Ermittlungen geht. Fifa, Abgaswerte undundund.

Da lobe ich mir doch Cathy Hummels, formerly known as Cathy Fischer. Die gibt so locker leicht Schminktipps zur bevorstehenden Europameisterschaft, dass man meinen könnte, die Welt sei ein Schmetterling auf Zuckerwatte. Da ist kein Selbstzweifel, keine Anklage, kein Zorn und keine Missgunst. Da ist nur eine kleine Flutschiwutschiwelt, arglos, die niemandem schadet und doch so viel Leichtigkeit mitbringt, wie ein Kolibri in einer Kinderhand. Es sind die kleinen Dinge, die so einfach und deshalb so schwer sind. Lasst uns alle ein bisschen mehr Cathy sein, die Welt wäre ein besserer Ort. So smokey …

CH_p