Gäste: Dr. Klaus Gramlich, Matthias Ohms, Rolf Heller
Autor: Beve (Seite 24 von 71)
Neulich waren wir in der Batschkapp, Calexico trat auf, im Vorprogramm Gaby Moreno. Ein paar Tage später ging es nach Offenbach zu den Editors, der Abend wurde von Twillight Sad eröffnet. Wie das so ist bei einem Rockkonzert. Hinfahren, Bierchen trinken, Musik hören, treiben lassen, heimfahren. Heute sollten beide Bands in Lyon spielen, die Auftritte wurden abgesagt. Weil nicht alle Besucher des Konzertes der Eagles of Death Metal in Paris heimgekommen sind. Weil sie nie mehr heimkommen werden.
Es ist Herbst. Novemberherbst. Blauhimmelnovemberherbst. Der rote Dacia rollt über die Autobahn, zuvor der Ginnheimer Spargel im Nebel. Gelbrotbraune Blätter an den Bäumen warten auf den Fall, der ewige Kreislauf der Natur. Die Fehlfarben singen So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Killing Joke antwortet mit Euphoria. Unterwegs. Die Pia, der Dacia und ich.
Als ich 18 wurde, schenkte mir ein Freund ein Büchlein, randvoll mit Karikaturen und Bildern, Geschichtchen und Figürchen. „Wo soll das alles enden“ hieß es, gezeichnet wurde das Ganze von Gerhard Seyfried.
Das Internet ist ja manchmal fantastisch. Ohne große Hoffnung klickte ich bei YouTube auf der Suche nach alten Tatortfolgen herum – und siehe da: Es gibt jede Menge davon, sogar die allerersten. In voller Länge. Schöne Autos, flotte Damen, großartige Regisseure und psychedelische Dekorationen. Langeweile war gestern. Das bisschen Homophobie und Sexismus nehmen wir in Kauf.
… hat der muskel zugemacht
ein swingerclub an meiner ecke
indisch essen nebenan
frauen, die patent aussehen
suchen trotzdem einen mann
… laufen die Dinge seltsam zusammen. Und dann öffnen sich Parallelwelten, von denen du nicht den Schimmer einer Ahnung hattest, dass diese überhaupt existieren.
Manchmal frage ich mich ja, wie Leute so aussehen, die einfach nur scheiße sind und im Netz trollen, bis das Christkind heult. Im Alltag bekommt man die gröbsten Vollspacken ja meist nur mit, wenn sie im Auto sitzen; die meisten Menschen, die dir begegnen, sind ja unauffällig bis freundlich. Gestern war das mal anders.





