Es ist nicht einfach, den Weg von den Dresdner Kasernen zur Kleinen Festung zu finden, obgleich mir die Richtung eigentlich klar ist. Mal stehe ich in einer Sackgasse, mal stehe ich vor einer Baustelle, mal stehe ich vor den Außenwällen. Seltsamer Weise entdecke ich kein Hinweisschild. Seltsamer Weise ist hier kaum jemand. Es muss doch einen Weg geben?
Autor: Beve (Seite 22 von 71)
Am Morgen des 1. Februar 2016 werfe ich einen Rucksack mit ein paar Klamotten in unseren Dacia, dazu eine Flasche Orangensaft, eine Rolle Kekse, Handy, Fotoapparat und mein Tablet. Kurz zuvor hatte ich mich von Pia verabschiedet, die Reise beginnt mit David Bowies Heroes. Vor mir liegen über 2000 Kilometer Fahrt. Vor mir liegt der Besuch im Ghetto Theresienstadt, vor mir liegt der Besuch im Konzentrationslager Auschwitz. Theresienstadt, tschechisch Terezin, liegt in Nordböhmen, 60 km nördlich von Prag, Tschechische Republik. Auschwitz, polnisch Oświęcim, in Oberschesien, Polen. Beide Orte waren Orte des Grauens, Orte des massenhaften Verbrechens der Nazis vorwiegend an Juden.
Stand schon die Waldtribüne vor dem Spiel gegen Wolfsburg im Zeichen des Erinnerungstages anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 71 Jahren, so beteiligte sich das Eintracht Frankfurt Museum auch an der Präsentation des Filmes „Liga Terezin“ in der Jüdischen Gemeinde.
Programm der Waldtribüne am 24. Januar 2016
Es gehört ja zur Tradition, dass auf dem Programm jeder Winterreise der Fan geht vor mindestens ein Fußballspiel auf dem Programm steht, egal ob Griechenland, Spanien, Portugal, Türkei oder Italien. Nun waren wir auf Sizilien. Dort gibt es neben Meer und Häfen auch Berge. Wir sahen alles – auch den schneebedeckten Ätna. Wenn ihr mit dem Auto fahren solltet, nehmt Schneeketten mit. Wenn ihr zum Fußball nach Palermo geht, seid vorsichtig.
Zuletzt blieb die Fahrt durch Schnee und Regen und Wind. Langsam ging es voran, wohl dem, der die ein oder andere Alternative ausprobiert. Die Scheiben verschliert, die Wischerdüsen eingefroren, Kilometer um Kilometer auf der Autobahn.
Es muss so um Weihnachten 1979 gewesen sein, ich fuhr von Offenbach nach Hause, war wie so oft im Govi oder Music Arts gewesen. Platten gucken. Platten kaufen. Manchmal fuhr ich mit dem Bus, oft sind wir getrampt, das gesparte Geld wurde in die nächste Platte gesteckt.
Es war um 1978. Thomas Gottschalk moderierte Pop nach Acht, so auch um die Weihnachtszeit. Aus dem orangenen Radiowecker neben dem Bett lauschte ein junger Mann der Musik, die aus dem schäbigen Lautsprecher purzelte.
Eintracht Frankfurt geht am Stock, wochenlang deprimierende Ergebnisse drücken auf die Stimmung. Was macht man in solchen Situationen? Genau, man trifft sich ohne Trainer und Vorstand in einer Wirtschaft, verdrückt sich in ein Hinterzimmer und sagt dem Wirt, dass er solange Getränkenachschub liefern soll, solange noch einer steht. Teambuilding. Wir haben exklusiv davon erfahren und uns unerkannt unter die Mannschaft geschmuggelt – die sich heimlich in Niederursel in der Wirtschaft „Zum Lahmen Esel“ zwecks Aussprache getroffen hat.
Eigentlich war der Tag heute ja etwas anders geplant, aber erstens kommt es zweitens eben anders. Und wenn ich schon vor der Glotze rumhänge, dann kann ich euch ja erstmals einen Liveticker anbieten. Das erspart mir die tränenreiche Nachbetrachtung des Spiels. Denn: „Wenn man realistisch ist, muss man sagen, dass von uns ja nicht viel zu erwarten ist.“ (Armin Veh). Los geht es gegen 17:25 Uhr – unter diesem Text. Müsst halt manchmal F5 drücken. Viel Spaß.
602 Bundesligaspiele, vier Pokalsiege und einmal Uefa-Cup-Sieger. Charly Körbel hat viel gewonnen in seiner langen Zeit bei der Frankfurter Eintracht – und ist bis heute der Spieler mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga.


