Ein Sammelsurium aus dem angebrochenen Leben

Schlagwort: Eintracht Frankfurt (Seite 21 von 22)

Heimspiel in Dortmund – Abgesang

Es soll  regnen und kälter werden – am letzten Spieltag der Saison 2010/11.  Auf dem Tisch liegen die teuersten Karten, die ich in der Not jemals für ein Fußballspiel gekauft habe- aber eine Meisterfeier will bezahlt werden.

Gegen 10.00 rauscht Pia mit dem silbernen Golf in den Hof, auf der Rückbank einen Korb mit Frühstück während auf dem Armaturenbrett die schwarze Badeente neugierig aus dem Fenster lugt. Keine zehn Minuten später sind wir wieder unterwegs, tanken am Kaiserlei – und es kommt zu der seltenen Situation, dass uns ein bekennender Kickersfan viel Glück wünscht. Die Offenbacher kicken heute gegen Dresden – ein möglicher Gegner im nächsten Jahr. Weiterlesen

… doch dann stieg ich ab. Eingelullt.

Ich war so hoch auf der Leiter, doch dann stieg ich ab singt Joachim Witt in seinem Evergreen Goldener Reiter. Es ist 01:30 im Museum der Eintracht; die lange Nacht der Museen geht in die Endphase – wir hatten geöffnet, waren schweren Herzens dabei. Sicher, einige Programmpunkte mussten gestrichen werden; Henni Nachtsheim, Heribert Bruchhagen oder die Autogrammstunde. Spät am Abend sagt auch noch der angekündigte DJ ab. Ihm sei nicht nach Feiern. Nein sowas. Es passt ins Bild, dass ein angekündigter Job nicht eingehalten wird, dass Leute hängen gelassen werden, die auf die Zähne beißen und einen Abend nach solch einem Tag durchziehen, der für Eintracht Frankfurt in jeder Hinsicht desolat endete. Einer weniger, der nie wieder zu kommen braucht. Auch dann nicht, wenn es um andere Dinge geht. Weiterlesen

Der moderne Fußball – oder aber Adler Ochs wird Wolf

Im vergangenen Winter hat der VFL Wolfsburg Srđan Lakić verpflichtet, einen Stürmer, der noch bis zum Saisonende beim 1.FC Kaiserslautern unter Vertrag steht. Das wäre eigentlich nichts besonderes, hätte es nicht dieses ominöse Foto gegeben, worauf Lakić als Angestellter der Pfälzer stolz ein Trikot der Firmenmannschaft präsentiert. In einem Rahmen, in dem sowohl Lautern als auch Wolfsburg Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sind – und pikanterweise am vorletzten Spieltag gegeneinander anzutreten haben. Was mag im Kopfe von Lakić vorgehen, der weiß, dass er bei einem Erfolg seines jetzigen Arbeitgebers den neuen eventuell in die zweite Liga schießt – und sich dazu gleich mit. Weiterlesen

Tradition zum Anfassen „Wir haben den Pokal II“

Im Rückblick war der DFB-Pokalsieg von 1981 sicher der Überzeugendste Triumph der Eintracht. Bereits zur Halbzeit des Endspiels gegen den 1. FC Kaiserslautern stand es am 2. Mai 1981 im Stuttgarter Neckarstadion nach Toren von Willi Neuberger und Ronald Borchers 2:0 für die Adlerträger. Bum Kun Cha machte dann Mitte der zweiten Halbzeit alles Klar, dem Gegner aus der Pfalz gelang in der Schlussminute nur noch der Ehrentreffer. Weiterlesen

Meerschweinchen. Tod.

Verteidiger Marco Russ attestierte sich und seinen Kollegen „volle Hosen“. Retten könne sie jetzt nur noch der Trainer. „Er muss uns motivieren. Und das kann er auch“, sagte Russ.

So steht es schwarz auf weiß geschrieben. Und es ist ein weiterer Tropfen auf dem Stein, ein weiterer Stich ins Herz eines leidgewohnten Eintrachtfans. Wie kann ein hochbezahlter junger Mann, dessen Team mit  einem Bein in der zweiten Liga steht – und dies nach den gezeigten Leistungen völlig zu Recht – bei zwei noch ausstehenden Spielen die Verantwortung dem Trainer zuschustern? Das spricht doch Bände über die Verfassung einer Mannschaft, die den Namen nicht verdient. Weiterlesen

Heimspiel in Sinsheim

Da mir Dominik von den Kumpanen noch unter der Woche beim großen Anton Hübler Abend zwei Tickets mitgebracht hatte, hieß es am Samstagmorgen wieder einmal: Pia, Beve, Golf, aufstehen – es geht los. Das hieß es auch für Christian, den wir um halb elf am Alleenring aufgabelten und so rollten wir guter Dinge über die Miquelallee und die A66 in Richtung A5, Richtung Süden. Der Tag versprach verheißungsvoll zu werden, die Sonne begann, uns zu begleiten und aus dem Autoradio pluggerte der Soundtrack zum erhofften Auswärtssieg in Sinsheim: The Raveonettes, Rummelsnuff oder die Black Eyed Peas, deren Song I gotta feeling vor gar nicht so langer Zeit, einen interessanten Flashmob auf die Beine stellte. Jetzt bin ich weder ein Fan von Flashmobs noch von den Black Eyed Peas, aber diese Szenerie fand ich schon beeindruckend. Zum Ausgleich rockten später die Foo Fighters. Leider muckte dann der CD-Player und weigerte sich beharrlich, die letzten Lieder einer CD abzuspielen; so musste ich schweren Herzens auf Rainald Grebes Version des Goldenen Zitronen Klassikers Für immer Punk verzichten. 14 Kilometer Baustelle bis Darmstadt. Weiterlesen

Veranstaltungshinweis: Anton Hübler erklärt die Eintracht

Am 13. April begrüßen wir den ehemaligen Zeugwart Anton Hübler im Eintracht Frankfurt Museum.

„Sir Anton“ war mehr als 40 Jahre am Riederwald aktiv, und wenn er die Eintracht nicht erklären kann, wer dann? Seit 1995 im Ruhestand ist Toni bis heute für viele der Inbegriff der Eintracht. Er kennt unzählige Geschichten, doch nie kommt ein böses Wort über einen ehemaligen Funktionär oder Spieler über seine Lippen. Seine bewundernswerte Loyalität und seine Bescheidenheit sind sicher auch Gründe dafür, dass der heute 81-Jährige auch 2011 seinen eigenen, sehr aktiven, Fanclub hat.

Start: 19.30 Uhr

Eintritt: 5,00 Euro, erm. 3,50 Euro

Alexander Loulakis

Eintracht Frankfurt, das ist sicherlich in erster Linie Bundesligafußball – aber auch ein Verein, der seit 112 Jahren das Stadtleben in Frankfurt erheblich mitbestimmt – und dieser Verein besteht aus Menschen, die ihn prägen. Einer von ihnen war Alexander Loulakis, bis zuletzt trotz angegriffener Gesundheit immer wieder Gast im Museum der Frankfurter Eintracht; so auch bei der Eröffnung im November 2007. Nun ist er in der Nacht vom 3. auf 4. April 2011 gestorben. Horst Reber, der die Eintracht schon lange journalistisch begleitet, hat einen bewegenden Nachruf geschrieben, wie er es auch schon vor wenigen Monaten im Falle des Todes des Moderators Hans-Joachim Rauschenbach würdevoll getan hatte und auch Kid erinnert an das Leben und Wirken von Alexander Loulakis, der nicht nur der Manager der Meistermannschaft war, sondern auch Ehrenspielführer der Tennis-Abteilung und Besitzer der wohl größten Schellackplattensammlung Deutschlands. 86 Jahre ist er alt geworden. Das Foto zeigt ihn bei der Eröffnung des Eintracht Museums neben dem Ehrenspielführer Alfred Pfaff, der im Dezember 2008 voraus gegangen war.

Heimspiel in Wolfsburg

Da Pia am Sonntag einen Ausflug geplant hatte, stellte sich mir die Frage: Was tun? Nachdem  schon der Samstag morgen mit strahlender Sonne lockte und der neue Trainer Christoph Daum mit seinem Co Roland Koch in den letzten Wochen der Eintracht womöglich neues Leben eingehaucht hatte, verfiel ich auf die Idee, vielleicht doch an den Ort des Geschehens zu fahren. Also schickte ich Gabi noch am Samstag eine SMS mit der Frage, ob im Bus der Geiselgangster noch ein Platz ins schöne Wolfsburg frei wäre. Da ich während des restlichen Samstages nichts von ihr hörte, sah ich mich schon in einer überfüllten Wirtschaft hocken und bangen Blickes auf eine Leinwand starren, vielleicht mit vorangehender sonnig-chilliger Fahrradtour an der Nidda. Weiterlesen

Wenn der Kopf richtig funktioniert ist er das dritte Bein

Es war schon ein denkwürdiger Tag, jener 23. März 2011, an dem der Messias Christoph Daum nach Frankfurt kam. Das Besondere  des Momentes war allein schon daran zu erkennen, dass im Presseraum  der Arena die Lautsprecher angeschlossen waren. Schon eine ganze Weile vor dem Erscheinen des Heilsbringers neuen Trainers positionierten sich Fotografen vor auf und unter dem Podium, bauten Kamerateams ihre Technik auf. Es waren alle gekommen, ausnahmslose alle, die in den letzten zwanzig Jahren jemals über die Eintracht berichtet hatten. Der Hessische Rundfunk nutzte die Gelegenheit zu einem Betriebsausflug und ich habe jetzt eine Ahnung davon wie es ist, wenn Paris Hilton in der Stadt weilt; diese nervöse Aufgeregtheit gepaart mit dem Stolz, einem Ereignis von Weltrang beiwohnen zu dürfen ist schon einmalig. Weiterlesen

Verlassen sie sofort den Innenraum …

… mit diesen Worten wurde nicht etwa Michael Skibbe verabschiedet, sondern ich höchstselbst per Stadiondurchsage des Stadionbetreibers – als ich den Arbeitsplatz des neuen Trainers der Eintracht fotografieren wollte. Harte Sitten, raue Zeiten – aber es ist dennoch amtlich. Punkt 12:00 Uhr verkündete Heribert Bruchhagen, was schon alle wussten: Eintracht Frankfurt trennt sich von Trainer Michael Skibbe, ab morgen wird Christoph Daum das Training leiten – vorerst bis zum 30.06. Heute trainierte die Mannschaft unter Anleitung von Michael Fabacher und Andreas Menger, die auch weiterhin bei der Eintracht bleiben. Völlig unter ging in der Aufregung, dass der Kapitän der U23, Maximilian Mehring, mit den Profis trainierte. Weiterlesen

Und Clark geht …

… und Clark geht, das kann doch wohl nicht wahr sein, also da verschlägt’s mir wirklich fast die Sprache, dass jetzt Ricardo Clark aus dem Spiel genommen wird, das kann wirklich nicht wahr sein, das ist für meine Begriffe ein absoluter Fehlgriff, wieso man Ricardo Clark aus dem Spiel nimmt, das ist wohl ein absolutes Rätsel, ich möcht’s mal ganz klar und deutlich sagen … also, das kann nicht wahr sein, das gibt’s doch nicht(e), das … das verschlägt einem ja die Sprache, ja das ist doch der gefährlichste Mann, der Ricardo Clark, is doch gar keene Frage, ich kann doch nicht meinen gefährlichsten Mann rausnehmen, das kann nicht wahr sein, also wer Ricardo Clark aus dem Spiel nimmt, hat keine Ahnung von Fußball, oder ich hab keine, das kann auch sein. Das kann nicht wahr sein, da griffen sich gut 51.000 an die Stirn und fragten, wie ist so etwas möglich, denn Trainer Skibbe, der holte (*schluck*) Ricardo Clark aus dem Spiel… Ricardo Clark aus dem Spiel zu nehmen, das ist einfach unverständlich, das wird wohl niemand begreifen … jeder fragt sich äh, wie so ausgewechselt werden konnte, denn das kann einfach niemand verstehen, was hier geschah. Es wurde nämlich Ricardo Clark aus dem Spiel genommen, Ricardo Clark, der Mann, der absolut der beste Mann der Frankfurter war, aber was Michael Skibbe ausgewechselt hat, das spottet jeglicher Beschreibung, das muss man sagen, er hat nämlich (*schluck*) erst einmal Ricardo Clark aus dem Spiel genommen in der 61. Minute, er musste gehen, da fragten sich die Zuschauer, was soll das. Gut, also was das soll, das begreif ich auch wieder nicht, aber es gibt so paar Dinge, die begreif ich heute Abend einfach nicht, vielleicht liegt es daran, dass ich schon so lange Fußball übertrage und nicht weiß, was das eigentlich soll da unten…

frei nach Joachim Boettcher nach einer Auswechslung von Edgar Schmitt durch Horst Heese im April 1993

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