Lieber Spammer mit der IP 78.46.145.94, vielleicht hast du es noch gar nicht bemerkt, aber deine Kommentare unter stets wechselnden Namen tauchen hier im Blog nicht auf. Völlig egal, ob in deutsch oder englisch. Dies liegt daran, dass sie über ein Tool sofort als Spam identifiziert und von daher geblockt werden. Und nicht gebloggt.

Also lass es einfach. Ich weiß, die Worte klingen lobend, wissbegierig und sind stets freundlich im Wortlaut. Aber es ist Massenware. Aber dies weißt du ja selbst am besten.

Methode Frankfurt. Ein Begriff, der im Rahmen des Auswärtsspieles der Eintracht in Düsseldorf von den Verantwortlichen der Fortuna geprägt wurde. Ihr erinnert euch, die Anzahl der gegebenen Elfmeter, das teilweise rüde Auftreten von Sascha Rösler und ähnliches wurden von Trainer Armin Veh (und nicht nur von diesem) öffentlich gerügt. Daraufhin setzte auf Seiten der Fortuna ein Wehklagen ein – nicht zuletzt beklagte man sich über gute Schiedsrichter. Methode Frankfurt also. Letztlich stiegen beide Mannschaften auf und damit ihr beim nächsten Auswärtsspiel in Düsseldorf auch vernünftig angezogen seid, gibt es nun das Statement zum Spiel. Methode Frankfurt! – und nur im Museum erhältlich. Als T-Shirt in den gängigen Größen.

Der Sommer hält sich heuer in Grenzen, Regenwolken, Gewitterwarnungen, Gummistiefel. Das ist natürlich nicht schön, man lungert zuhause rum, surft sich durchs Internet, das man aber bei all der Zeit auch bald ausgelesen hat – was also tun? Lesen – und zwar ein Buch. Ich empfehle euch ein Büchlein von der geschätzten Katja Kullmann, welche sich im Herbst 2011 Richtung Detroit aufgemacht hat – und über ihre vierwöchige Erfahrung aus erster Hand berichtet. Rasende Ruinen, so der Titel, beschäftigt sich vor allem mit dem Wandel und den Perspektiven einer Stadt, deren prosperierendes Wachstum des vergangenen Jahrhunderts längst Geschichte ist. Der alte Bahnhof vor der Stadt wird schon lange nicht mehr genutzt, und dient nur noch als spektakuläres Fotomotiv des Verfalls. Menschen wandern ab, wer bleibt, hat oft keine andere Wahl, derweil ganze Stadtviertel nicht mehr in aktuellen Stadtplänen gelistet sind. Frau Kullmann hat sich mit denjenigen unterhalten, die geblieben sind – und liefert ein spannendes Zeitdokument.

Ganz nebenbei ist ja auch in Europa die Hölle los; Finanzkrise, Schuldenkrise, Rettungsschirm die Stichworte. Länder schlüpfen unter jene Rettungsschirme, Milliardensummen werden irgendwie zur Verfügung gestellt, Banken müssen gerettet werden. Das ist ganz schön kompliziert, ich blicke da nicht mehr durch. Europa auf der einen Seite, die Nationen auf der anderen und mittendrin immer wieder die Banken. Falls mir jemand schlüssig erklären kann, was eigentlich gerade los ist, wo die ganzen Taler hinwandern und weshalb eigentlich kaum jemand vom Alltagsleben der Menschen spricht, dann gerne. Gerne kann mir auch jemand erklären, weshalb wir überhaupt Banken brauchen. Ich würde ja viel lieber die Bäcker retten, die Altenpfleger, die Krankenschwestern, die Kinderbetreuer, die Stadtteilbibliotheken, das Kiosk meines Vertauens oder die Jugendhäuser. Aber gut, mich fragt niemand und deshalb schlüpfe ich wohl auch bald unter den Rettungsschirm. Kann ja nicht schaden, vor allem bei dem Wetter.

Falls euch langweilig ist und ihr nicht wisst wohin, die Rasenden Ruinen ausgelesen sind, dann gibts hier noch einige Linktipps. Beginnen werde ich hier mit dem feinen Blog des Herrn Ärmel. Zwischen Montenegro und Frankfurt ist er unterwegs, die Kamera stets dabei und regelmäßig kommen ein feiner Bericht und tolle Fotos bei raus. Unaufgeregt, klar und stets bereit, dich auf eine kleine Reise mitzunehmen.

Wer es hingegen gerne satirisch mag, der möge mal im Postillon vorbeischauen. Schlagzeilen wie: Innenministerium lässt Verfassungsschutz vom Verfassungsschutz beobachten würde man gerne auch in hochseriösen Medien lesen.

Und damit sind wir auch schon beim letzten Hinweis, nämlich zu den Nachdenkseiten. Wer sich mit dem Online-Informationsgehalt von Spiegel oder Frankfurter Rundschau schwer tut, die Boulevardisierung beklagt, der findet hier die Möglichkeit, sich über die brisanten Vorgänge in der Welt zu informieren. Zugegeben, manchmal liest sich dies alles nicht einfach, aber es hat ja auch niemand behauptet, dass dieses Leben ein leichtes sei. Und Musik?

Da fällt mir derzeit nicht viel Neues ein. Die letzte Café del Mar – Vol 18 –  finde ich eher langweilig. Neulich habe ich mal wieder die Pogues rauf und runter gehört, genau die mit dem tragisch großartigen Shane MacGowan. Vielleicht ist das ein Song für euch, die Greenland Whale Fisheries in dem der Kapitän den Verlust des nicht gefangenen Wales mehr betrauert als den Verlust seiner Männer, die beim Walfang bei drauf gegangen sind. Passt ja irgendwie.

The losing of those five jolly men,
It grieved the captain sore,
But the losing of that fine whalefish
Now it grieved him ten times more, brave boys
Now it grieved him ten times more.

singen sie. Und wir singen mit.