Quetschemännsche. Ich habe im Leben noch keines gegessen; eines jener Quetschemännsche, die laut Wikipedia „… Zu den klassischen Frankfurter Weihnachtsartikeln gehören, die Quetschemännsche, kleine Figuren aus Nüssen, Backpflaumen und Rosinen.“ Ich mag den trockenen Krempel nicht.

Nur ist das Quetschemännsche nicht nur ein klassischer trockener Weihnachtsartikel, sondern auch der Name eines Users im Blog-G; ein User, der mir gut bekannt ist und der unter anderem Namen zuvor auch im Forum der Eintracht und bei (im von mir nicht frequentierten) Facebook gepostet hat. Ein User, der zu vielen Dingen eine Meinung hat und nicht müde wird, diese beharrlich und unentwegt zu vertreten. Dies ist in Zeiten demokratischer Meinungsäußerung sein gutes Recht und mit Reaktionen muss er klar kommen. Ich selbst habe mir eigentlich angewöhnt, auf vieles nicht mehr einzugehen, da mir einiges zu hanebüchen ist und zudem die Erfahrung existiert, dass ein Reflektion auf eine Reaktion nicht erkennbar ist. Jeder wie er will.

Dass ich nun dennoch darauf eingehe, liegt an diversen Statements des Quetschemännsches im Zusammenhang mit der Feier an der Waldtribüne nach dem Spiel gegen 1860, die wir im Rahmen des Eintracht-Museums organisiert haben und die ich gemeinsam mit Frauke moderiert habe. Über den Tag wird im Laufe der Zeit noch ein gesonderter Bericht erscheinen; vorneweg aber ein Reflex auf jene Statements.

Es kam im Zusammenhang mit der Feier zu der Situation, dass Gordon Schildenfeld urplötzlich den zur Sicherheit positionierten Feuerlöscher nahm und dessen Inhalt in Richtung Bühne und Fans versprühte, einen für meinen Geschmack völlig unnötige und unlustige Aktion. Daraufhin meinte ich flapsig über das Mikro: „Pyrotechnik ist kein Verbrechen.“ Völlig unabhängig wie ich zu Pyrotechnik stehe, war dieser Satz in jenem Moment sowohl spontan als auch ausschließlich eine Reaktion auf den Feuerlöscher.

Als ich gestern dann im Blog-G den Tag Revue passieren lassen ließ, las ich folgende Reaktion auf meinen Satz:

Die sorgen dafür, daß dort sowas skandiert werden kann und finden das OK.

Die ganze Ultra-Scheisse wäre vermutlich längst auf einem normalen Maß und in etwa auf einem Level so recht und schlecht wie bei anderen Vereinen, wenn nicht maßgebliche Kräfte der normalen Fan-Szene, etliche davon hier im Blog und wortführend, diese unterstützen würden. “

Es handelt sich um gestandene Herren, die “auch mal jung” waren(!), aber in Wahrheit von den Ultras in ihrer “Bedeutung” für die Eintracht sich bestätigt wissen wollen.

Lächerlich sowas..

Dieser Satz impliziert zwei Dinge; auf der einen Seite, dass ich in letzter Konsequenz ursächlich mit dafür verantwortlich bin, dass einzelne Aktionen der Ultras der Eintracht schaden (wobei die Ultras in ihrer Gesamtheit nebenbei für alles schändliche verantwortlich gemacht werden) und mein Interesse gleichermaßen darauf ausgerichtet ist, meine „Bedeutung“ für die Eintracht von der UF bestätigt zu wissen.

Abgesehen davon, dass wahrscheinlich nur ein winziger Bruchteil, wenn überhaupt, der UF an der Waldtribüne zugegen war, da der Treffpunkt der Ultras außerhalb des Stadions liegt, so halte ich beide Aussagen sowohl für eine Frechheit als auch für eine Unverschämtheit.

Jeder, der mich oder dieses Blog kennt, dürfte eine Ahnung haben, wie ich zur Eintracht und zur Fanszene im Gesamten stehe. Dazu gehört auch der Dialog. Und ich suche stets das Gespräch, egal ob mit dem Vorstandvorsitzenden oder verschiedenen Fangruppen oder eben auch mit den Ultras – weshalb auch nicht. Darüber versuche ich mir ein Bild zu verschaffen und in der Regel spiele ich mit offenen Karten; sage, was ich denke. Abgesehen davon, dass es ganz normal ist, mit Leuten zu quatschen, die man kennt.

In der Regel sind die meisten Problematiken nicht mit einfachen Lösungsansätzen zu erklären oder zu ändern. Dass ich kein fanpolitisches Amt innehabe und es auch nie angestrebt habe, ist meine volle Absicht, da ich Eintracht Frankfurt als Gesamtes sehe – ich habe niemals also institutionalisierte Interessen vertreten. Meine Arbeit beschränkte sich lange Jahre auf den Job des Stadionsprechers und auf meine Mitarbeiterschaft im Museum; zusätzlich äußere ich mich wie viele Eintrachtfans im Forum, im Blog-G oder hier in Beves Welt. Mein Metier ist in letzter Konsequenz das geschriebene Wort, hier im Blog zusätzlich das Bild, das Foto. Aus meinen Auswärtsberichten kann man die Art und Weise herauslesen, wie ich unterwegs bin und wie ich die Eintracht erlebe. Eine Bedeutung aber, eine Einflussnahme wie sie mir vom Quetschemännsche unterstellt wird, habe ich mir selbst nie beigemessen.

Was für mich zählt ist die Erlebniswelt, die ich schildere – und wenn viele von euch ähnliche Erlebnisse mit der Eintracht habe und sich in meinen Berichten wiederfinden, so ist das eine schöne Sache und wir werden später nachlesen können, wie es denn so mit der Eintracht gewesen ist.

Die Bösartigkeit, mit der mich das Quetschemännsche verantwortlich macht, stimmt mich sowohl traurig als auch wütend. Die Annahme, dass irgendjemand sein Handeln auf Grund meiner Worte ändern würde nach dem Motto: Der Beve hat gesagt, also schmeiß ich jetzt mal einen Böller ist dermaßen absurd, dass man es kaum glauben kann. Die Annahme, dass die UF oder aber einzelne auf Grund meiner Worte irgend etwas machen, dass der Eintracht schadet ist bodenlos. Und dagegen verwehre ich mich massiv. Zumal ich gar nicht weiß, ob das Quetschemännsche an der Waldtribüne zugegen war, als Schildenfeld sprühte und ich sprach. Was ich aber weiß, dass ich stets versucht habe, besonnen und inhaltlich zu argumentieren und mich dabei auch Argumenten nicht verwehre, die mich in meinen Überzeugungen irritieren. Aber mir die Verantwortung zuzuschustern, für Dinge, die andere machen ist armselig – zumal dies ausschließlich in der virtuellen Welt geschieht.

Wie auch immer, die letzte Kippe ist gedreht, das letzte Wort in diesem Zusammenhang gesprochen. Ich bin bereit, mich mit vielen Dingen auseinander zu setzen – aber nicht mit Bösartigkeiten.