Über sechzig Jahre Eintracht standen auf dem Programm und dazu waren die Männer zu Gast, die seit Gründung der Bundesliga jeden einzelnen Fußballschuh der Profis in der Hand gehabt haben: Die Zeugwarte Anton Hübler, Friedel Lutz und Franco Lionti. Dazu gesellte sich mit Lutz Meinl ein Mann, der von 1979 bis 2002 für die physische Verfassung der Spieler verantwortlich war und mit Dr. Joost Runzheimer ein Arzt, dessen Eintracht Geschichte schwer durch die Eltern geprägt wurde. Die Mutter, Doris Eckert startete 1936 bei den Olympischen Spielen als Leichtathletin der Frankfurter Eintracht und der Vater war von 1948 an lange Jahre der Vereinsarzt.

Schon als Bub war Dr. Runzheimer ganz nah dran an der Mannschaft, die seinerzeit nach dem Krieg keine sportliche Heimat mehr hatte, da der alte Riederwald von Bomben zerstört nun von der Trümmerverwertungsgesellschaft genutzt wurde; der Neuaufbau des zerstörten Frankfurts ging also von der ehemaligen Heimat der Eintracht aus. Diese spielte nun in der Oberliga Süd und pendelte von Sportplatz zu Sportplatz, unter Anderem spielte die SGE am Bornheimer Hang. Treffpunkt aber war am Merianplatz am dortigen Merianbad – auch für Auswärtsspiele; nach Spielende landete die Mannschaft erneut dort – zum Duschen. Erst 1952 wurde der neue Riederwald eingeweiht, beim Eröffnungsspiel der Eintracht gegen die Nationalmannschaft Ägyptens war Dr. Runzheimer jr. natürlich auch dabei. Die Eintrachtspieler aber gingen bei Familie Runzheimer ein und aus, man kannte sich, man mochte sich und man prägte rund um den Riederwald einen Geist der Eintracht, der sich heute noch bei den Treffen der Meistermannschaft und Freunden widerspiegelt. Natürlich war Dr. Runzheimer auch beim Finale in Berlin dabei, als die Eintracht die Kickers mit 5:3 versenkte – und er wohnte mit der Mannschaft im Verbandsheim des VBB am Kleinen Wannsee.

Und natürlich kannte er auch bald Toni Hübler, der 1954 als Gärtner bei der Eintracht anfing und alsbald aus der Eintracht-Familie nicht wegzudenken war. Noch unter Trainer Windmann mussten sich die Spieler um Schuhe und Material selbst kümmern, erst durch dem österreichischem Trainer Adolf Pattek wurde ein Schuster verpflichtet, der sich fortan um optimales Schuhwerk für die Kicker kümmerte. Mit Einführung der Bundesliga wurde auch Toni Hübler Profi; auf Geheiß des Eintracht-Präsidenten Rudi Gramlich wurde Hübler hauptamtlicher Zeugwart – eine Karriere, die erst 1995 endete. Viel hat er erlebt, der Toni, aber vieles bleibt unter Verschluss, da sein Motto stets lautete: „Was in der Kabine war, bleibt in der Kabine.“ Und Toni Hübler hat viel erlebt und viel erfahren in all den Jahren, wurde Meister, Pokalsieger und Uefa-Cup-Sieger und kaum war er nicht mehr im Amt, stieg die Eintracht ab.

Pfiffig war er – und ist es immer noch, der kleine Mann mit dem schütteren Haar und dem großen Herzen, dem noch heute der Schalk aus den Augen blitzt, wenn er erzählt, wie es damals gewesen ist. Damals, als Meisterspieler Dieter Stinka zu ihm kam, mit der Bitte, die etwas zu engen Kickschuhe zu weiten. Toni versprachs, stellte die Schuhe in die Ecke, nur um sie wenig später unverändert Dieter Stinka in die Hand zu drücken. Dieser zog sie an, tippelte ein paar Mal und zog glücklich von dannen.

Aber er wusste sich auch Respekt zu verschaffen, selbst wenn er einen Nationalspieler vor sich hatte. Die Schuhe und die Wäsche hatten die Spieler nach Gebrauch zu sortieren und ihn dafür vorgesehen Kisten zu packen. Einer jedoch, warf die Klamotten auf einen Haufen und die verdreckten Schuhe mit geschnürten Senkeln dazu. Dies gefiel Toni natürlich gar nicht, und er nahm sich den gelockten Kicker zur Brust: Du hast so ne schöne Frau zu Hause, machst du das da genau so? Es dauerte ein Weilchen, doch dann fiel der Groschen und fortan wurden die Schuhe nebst Kleidung ordentlich behandelt.

Nachfolger von Toni Hübler wurde ein Deutscher Meister. Friedel Lutz, der über 30 Jahre in einer Möbelfirma gearbeitet hatte, stand Mitte der Neunziger vor der Wahl, entweder mit der Firma nach Berlin zu gehen oder aber sich einen neuen Job zu suchen, da ihm noch elf Jahre bis zur Rente fehlten. Er entschied sich für letzteres – und da er zusammen mit Hölzenbein in einem Promi-Team kickte, kam er zurück zur Eintracht, für die er von 1957 bis 1966 und von 1967 bis 1973 in der ersten Mannschaft spielte. Lutz wurde nicht nur Deutscher Meister, er stand auch in der Mannschaft, die 1960 das Europapokalfinale der Landesmeister erreichte. Die Reise zur WM nach Chile verhinderte eine schwere Verletzung, 1966 in England aber war der baumlange gebürtige Vilbeler dabei – und kam im Halbfinale gegen die UdSSR beim 2:1 Sieg zum Einsatz. Im Finale aber spielte wieder der Bremer Horst Dieter Höttges, dessen Gegenspieler, Geoffrey Hurst, gleich drei Tore erzielte. Wechseln war damals nicht erlaubt, wer weiß, vielleicht hätte ein Wechsel in Wembley den Titel gebracht. So aber wurde Friedel Lutz immerhin Vizeweltmeister – gemeinsam mit Jürgen Grabowski, der vier Jahre später zum „besten Auswechselspieler der Welt“ avancieren sollte. Lutz aber betonte, dass Höttges zumindest in den ersten Spielen mit vollem Recht in der Anfangsformation gestanden habe, die eher von Dettmar Cramer als von Helmut Schön gestellt wurde.

Direkt nach der WM wechselte Lutz für die damals gigantische Summe von 175.000 DM zu 1860 München. Eigentlich wollte er bei der Eintracht bleiben, ein Gespräch unter drei Ohren mit Präsident Gramlich (dieser hatte bei einem Autounfall ein Ohr verloren) zwecks Vertragsmodalitäten wurde anberaumt; da dieser Termin aber ob der WM und Lutzens Aufenthalt in England erst nach Ablauf der Wechselfrist zu Stande gekommen wäre, entschied sich Lutz für den Wechsel nach München und machte telefonisch alles klar.

Die Eintracht guckte aus der Wäsche und Lutz wurde bei 1860 nicht glücklich. Eine Verletzung machte ihm zu schaffen, der Föhn dazu und überhaupt war München nicht Frankfurt. Nun war guter Rat teuer und wäre nicht Toni Hübler gewesen, wer weiß, wo Lutz gelandet wäre. So aber verhandelte Hübler mit Gramlich, dem zeitlebens sehr eng verbunden war und auf den er auch heute nichts kommen lässt und nach langem Hin und Her kehrte Lutz zurück zu den Hessen – für die Hälfte des Betrages, den 1860 ein Jahr zuvor bezahlt hatte.

Von 1995 bis 2010 war Lutz nach dem Umzug seines Arbeitgebers nach Berlin wieder in Diensten der Eintracht – als Nachfolger von Toni Hübler. Für den Abend im Museum hatte er die Anfänge und Abläufe seiner Tätigkeit haarklein protokolliert und trug diese dem staunenden Publikum vor. Hübler, der schon ein, zwei Jahre zuvor in Rente gehen wollte, arbeitete seinen Kollegen ein, zeigte ihm Tricks und Kniffe und wie Stollen präpariert werden, damit der Schiedsrichter nichts merkt. Zwischen 10 und 13 Stunden dauerte ein Arbeitstag, die Woche war lang und länger, manches Mal übernachtete Lutz auf der Massagebank des Physios Lutz Meinl und zwischendrin stolzierten auch schon Mal Spieler umher und wollten sich nichts aber auch gar nichts sagen lassen. Ich bin die Nummer neun. Und ich bin jetzt Profi sprach ein ehemaliger Siegener, doch Lutz ließ sich nichts bieten und machte den Spieler rund: Groß war er ja nicht, der Spieler mit der Nummer neun, vielleicht 1,69m – aber als er aus der Kabine heraus marschierte war er noch 1,05 m meinte Friedel Lutz.

Als Lutz 1995 zur Eintracht zurückkehrte, war ein anderer zur Institution geworden; Eintracht-Physio Lutz Meinl, der von 1979 bis 2002 bei der Eintracht tätig war und auch unter den Fans gr0ßes Ansehen genoss. Als Meinl zur Eintracht kam, stand er quasi noch in der Ausbildung. Zunächst betreute er die Amateure, bald aber wurde bei den Profis ein zweiter Mann benötigt und so glitt der Mann, der zuweilen sogar von den Fans angefeuert wurde, in den Profikader der Eintracht; wurde Pokalsieger, Fastabsteiger, Fußballer 2000, Fastmeister, Absteiger, Aufsteiger, Absteiger, Lizenzentzügler und … gefeuert.

Natürlich hat Meinl viel erlebt in seiner Zeit bei der Eintracht und natürlich ebnete ihm ein Mann den Weg, bei dem sich Lutz Meinl auch am gestrigen Abend bedankte – Toni Hübler, mit dem er lange Jahre zusammen arbeitete, wie am End auch mit Franco Lionti, doch dazu später.

Die ersten Einsätze hatte Meinl noch unter Trainer Friedel Rausch, die Eintracht schickte sich an, den Uefa-Cup zu holen und Lutz knetete die Waden von Grabi und Holz – „obwohl ich außer Ölverreiben noch nicht viel drauf hatte“ wie er freimütig zugab. Wie Dr. Runzheimer, der die Profimannschaft der Eintracht von 1980 bis 1982 ärztlich betreute, war er zugegen, als Jürgen Gelsdorf den wieselflinken Stürmer Cha ins Krankenhaus trat; die beste Mannschaft aber erlebte er Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger, als sich die Eintracht anschickte, Fußball 2000 zu spielen und wie so viele hielt und hält er große Stücke auf Horst Ehrmantraut, dessen Qualitäten im Umgang mit dem Verein als auch dessen Trainingsmethoden ihm großen Respekt abnötigen. Ganz im Gegensatz zu Felix Magath, dessen System Angst nicht nur die Spieler verunsicherte, sondern der auch den Rat des Physios, kranke Spieler auf Grund möglicher Folgen (auch Herzprobleme) zu schonen, in den Wind schlug: Wer krank ist bestimme ich – so Magath.

Die Berichte aus den 50ern, 60er bis hin zu den 90ern machten deutlich, dass es ein wesentliches Merkmal der Eintracht gewesen ist, bei allen Nebengeräuschen und Merkwürdigkeiten ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu leben und auch mal den Schalk im Nacken aufblitzen zu lassen. Meinl, passionierter Motorradfahrer hatte passend dazu eine Anekdote auf Lager. So erkundigte sich der Spieler Ralf „Colt“ Sievers auffällig häufig nach Wert und Beschaffenheit von Meinls Motorrad, worüber dieser beredt Auskunft gab. Nur wenig später klingelte bei ihm das Telefon: Moin Werner, ich hab den Kasten Bier, wann kann ich die Maschine abholen? Meinl war zunächst irritiert – bis ihm klar wurde, dass Sievers in der damals neue Anonncenzeitung „das inserat“ eine Anzeige aufgegeben hatte, in der er Lutz Meinls Motorrad für kleines Geld plus einem Kasten Bier anbot. Der Kontaktname war Werner – in Anlehnung an den gleichfalls neuen Kultcomic Werner Brösel.

Doch Meinl rächte sich bald darauf. In Absprache mit Toni Hübler richtete er Sievers aus, dessen Frau habe angerufen, er möge Bratensauce mitbringen. Da Sievers Meinl nicht traute, fragte er bei Hübler nach und dieser bestätigte den Anruf von Sievers Gattin Bettina. Daraufhin fuhr er los und besorgte Bratensauce. Und da er nicht wusste, welche, kaufte er helle, dunkle, mitteldunkle – alles, was der Markt so hergab. Zu hause war die Verwunderung dann natürlich groß.

Man kann diese Anekdote wenig spektakulär nennen – alleine der heutige Zeugwart Franco Lionti fügte an, dass es so etwas heute nicht mehr geben würde. Dass es manchmal ratsam ist, auf den Rat des Physios zu hören verdeutlicht die Episode Thomas Doll, der spektakulär von Lazio Rom zur Eintracht wechselte. Zunächst auf Leihbasis verpflichtet, war Doll mehr verletzt als fit und kam deshalb zunächst nur auf relativ wenig Einsätze im Trikot der Frankfurter Eintracht. Dennoch entschied sich das Präsidium den Spieler Doll anschließend zu verpflichten – gegen den Rat von Meinl, der die gesundheitliche Situation Dolls sehr genau einschätzen konnte, immerhin hat er ihn jeden Tag unter seinen Fittichen. Er möge sich um seinen Bereich kümmern, so das Feedback aus den oberen Etagen. Nach seiner endgültigen Verpflichtung für teures Geld absolvierte Doll für Insider wenig überraschend keine 25 Spiele für die Eintracht und verließ den Verein nach dem Abstieg 1996 ablösefrei Richtung Bari. Selbst nach Rückkehr zum HSV konnte er keine einzige Partie in drei Jahren über 90 Minuten zu absolvieren.

Eine bittere Geschichte aus der Historie der Frankfurter Eintracht ist die Entwicklung zur Kündigung Lutz Meinls. Dieser wanderte im Rahmen seiner Ausbildung phasenweise auf einem schmalen Grad; nicht alles, was ein Physio kann, darf er auch – so z.Bsp. das Setzen von Spritzen oder bestimmte chiropraktische Maßnahmen. Auf Grund dessen entschied er sich, auf privater Basis eine Ausbildung zum Heilpraktiker zu machen; nicht zuletzt um bei verschiedenen Heilungsmaßnahmen einen legitimierten Hintergrund zu haben. Sobald er den Heilpraktiker in der Tsche hatte, galt er bei der Eintracht als überqualifiziert. Merke: Ohne Ausbildung bist du willkommen, mit Fachwissen aber wurdest du der Eintracht lästig.

Dies aber ist nur eine Seite der Medaille; wir erinnern uns: Im Jahr 2000 wurde der Profibereich in eine AG abgetrennt, 2002 war die Lizenz futsch. Noch im März 2001 wurde Dr. Dieter Ehrich in den Aufsichtsrat gewählt; Ehrich war damals Inhaber von Sporeg, noch heute ein Rehazentrum in Offenbach. Und somit begann die Verflechtung von Sporeg und der Frankfurter Eintracht, die zunächst die Kündigung des Vereinsarztes Dr. Günter Goll zur Folge hatte; peu a peu wurde der medizinische Bereich neu strukturiert; an Stelle der alten Helden, zu denen auch Lutz Meinl zählte trat die Firma Sporeg, deren Inhaber ja im Aufsichtsrat saß. Als erste Kritiken ob der Konstellation laut wurden, trat Ehrich aus dem Aufsichtsrat aus – Sporeg aber war nun eng mit der Eintracht verzahnt und besaß quasi die Lizenz zum Geldverdienen. Der langjährige Physio Lutz Meinl aber wurde unter fadenscheinigen Begründungen nicht weiter beschäftigt; so fadenscheinig, dass sogar der erste Gang zum Arbeitsgericht zu seinen Gunsten ausging und ein neuer Grund gesucht – und gefunden wurde.

Dies alles erlebte Franco Lionti hautnah mit. Auch Lionti kam zur Eintracht, wie die Jungfrau zum Kinde. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur, der schon als Jugendlicher im G-Blog stand, ging brav seiner Arbeit nach als ihn ein Anruf ereilte, ob er Lust hätte, mit der Eintracht nach Spanien zu fliegen, ein Dolmetscher wurde gesucht. Über Istvan Sztani, Meisterspieler von 1959, der Ende der 90er in Seckbach trainierte kam der Kontakt zu Stande und Lionti konnte gar nicht glauben, wie ihm geschah. Da er gerade Urlaub hatte, sagte er zu, machte seine Sache gut und blieb fortan als Mädchen für alles am Riederwald – unbezahlte Kraft, die anpackte, wo es nötig war und sei es, Gaetano Patella nach Meppen zu fahren. Erst einige Zeit später bekma er wenigstens die Auslagen ersetzt und als sich abzeichnete, dass Friedel Lutz auf Grund einer Erkrankung eine Vertretung als Zeugwart brauchte, sprang Lionti auch dort ein – und übernahm den Job endgültig von Friedel, als dieser in den verdienten Ruhestand ging.

Urlaub mit der Familie sei nicht mehr drin erzählte Lionti, wenn die Kinder Ferien haben, ist die Eintracht im Traingslager und mit ihr natürlich der Mann der Schuhe, Trikots und Bälle. Erstmals war Franco mit der Eintracht in Zypern, damals noch unter Magath und es hatte den Anschein, als sei nicht nur die Mannschaft, sondern gleichfalls auch der Betreuerstab topfit. Kurzzeitig erstarrte der junge Lionti, als ihm Magath gar eine Geldstrafe wegen Zuspätkommens aufbrummen wollte.

Die familiären Zeiten eines Toni Hüblers, die Kabinenabende zu Zeiten Meinls, als die Mannschaft selbst nach Auswärtsspielen noch in der Kabine am Riederwald beim Schoppen zusammen saß, sie scheinen vorbei. Letztmals blitzen die großen Gemeinsamkeiten während der Aera Ehrmantraut und nach dem Lizenzentzug 2002 auf, jeweils als die Eintracht am Tiefpunkt war und Spieler wie Schur oder Weber mit gutem Beispiel voran schritten. Heutzutage scheinen die Akteure mehr mit sich selbst, der virtuellen Welt oder dem Mobilfunk beschäftigt zu sein; Mannschaftsabende sind selten geworden und ebenso das aufblitzen familiärer Zusammenhänge. Umgeben von einer Beraterschar, in jungen Jahren schon schwerreich, ziehen Spieler von Verein zu Verein, vielleicht alleine gelassen in einer Welt, in der das System Wulff eine soldiarische Gemeinschaft weitestgehend verdrängt hat. Da werden auch schon Mal von Trainingsmützen der Adler abgefummelt, um diese „privat“ zu tragen, da werden auch Mal Trainingsklamotten liegen gelassen, weil sich meist jemand findet, der den Profis den Krempel hinterher trägt und es fällt schwer, die Dinge zu kritisieren, da der nächste Verein oft mit einem noch besseren Angebot im Hinterhalt winkt.

Schuhfirmen statten die Spieler mit knallbunten Kickschuhen aus, die vertraglich bedingt regelmäßig gewechselt werden müssen; einen eigenen Willen oder Geschmack zu beweisen ist selten geworden. Die Schuhe werden von Firmen gestellt, die Spieler müssen sie tragen, unabhängig davon, ob es für sie Sinn macht oder nicht. Dafür ist das Schuhwerk umsonst. Als löbliche Ausnahme sei hier Martin Amedick genannt, der auf einen Schuh schwört, mit dem er gerne spielen möchte – unabhängig, wer diesen bezahlt.

Höhepunkte in der Karriere Liontis bei der Eintracht waren bislang sicherlich das Pokalfinale in Berlin, die damit verbundenen Uefa-Cup-Spiele sowie die Reise nach Vietnam im Sommer 2010, damals, als die Eintracht noch in der ersten Liga kickte und wir heimlich nach Europa schielten. War erst gestern und scheint doch eine Ewigkeit her.

Fotos: Pia Geiger