Dieser Tage erreichte mich eine mail mit dem Hinweis auf ein interaktives streetgame in Bornheim resp. Nordend. Normalerweise gehe ich nicht auf angetragene Wünsche ein; mache aber in diesem Falle eine Ausnahme. Zum Einen, da ich das ein oder andere Werk vom schmutzfink hier auch schon veröffentlicht habe und zum Anderen, da ein Bild derzeit recht kontrovers diskutiert wird.

Zum Spiel:

Findet alle (10) geklebten Motive die jeweils 2×2 Meter messen, fotografiert sie und schickt die Bilder an 1von10_schmutzfink@web.de. 

Schafft ihr dies, bekommt ihr ein Bild auf Leinwand (…). sie hängen auch nicht sehr versteckt; man sollte nur auch mal ohne Auto (…) durch die Strassen ziehen. schreibt schmutzfink und verweist auf weitere Informationen auf seinem Blog. Soweit eine amüsante Idee, die jedoch auch als eine Form von Reklame oder der Suche nach Aufmerksamkeit begriffen werden kann. Üblicherweise sucht man streetart nicht, man findet sie – und das macht den Reiz aus. Da es aber kein kommerzielles Projekt ist, wollen wir mal gnädig sein.

Scrollt man ein wenig nach unten, findet sich ein anderes Bild mit den Tags motiv: nazineger, bubblegirl, boygirl. Und da wird die Sache schon kritisch. Mal ganz abgesehen davon, dass nazineger als Begriff ein NoGo ist, wirft das Bild des Schwarzen in Naziunform ohne Hakenkreuz einige Fragen auf – unter Anderem diese nach der inhaltlichen Aussage. Zwischen Provokation ob der Provokation willen und der implizierten Aussage, dass jede(r) in eine im Grunde nicht passende Uniform gleiten kann, könnte man auch den Vorwurf des Relativismus äußern. Verharmlosung gesellschaftlicher Realitäten durch die Gleichsetzung mit Dingen, die nicht gleichgesetzt werden können. Und sich fragen, was das eigentlich soll.

Hier gehts zum Original.

Auf der Seite der kollektiven Offensive äußert sich schmutzfink diesbezüglich in einem Interview und fängt sich völlig zu Recht einen kritischen Kommentar vom Stadtkind. Auch auf flickr entsponn sich eine durchaus kontroverse Diskussion, die ich euch nicht vorenthalten will; die Meinungen schwanken zwischen NoGo und schön, dass über (Straßen)Kunst eine öffentliche Diskussion und darüber hinaus ein Reflektionsprozess entsteht. Bleibt die Frage: Was denkt ihr?