Fest ist es während der Frauenfußball-WM in der Hand der Fifa, das Frankfurter Stadion, im Volksmund auch Commerzbank-Arena genannt – die großen Buchstaben allerdings wurden für die WM vom Dach genommen, der Zugang wird derzeit streng reglementiert. Wer ins Museum oder den Fanshop will, der muss sich durchkämpfen. Doch draußen vor den Toren hat sich ne Menge getan. Wer sich vom Parkplatz Gleisdreieck nähert, wird den Zugang nicht mehr wieder erkennen.

In Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt haben die Ultras Frankfurt mit befreundeten Künstlern den Tunnelzugang  zum Stadion mit Graffitis gestaltet – und damit ein cooles Entree zum Stadion geschaffen. Wer vom Parkplatz kommend auf die Arena schaut, der entdeckt oben an der Brücke den Schriftzug Waldstadion. Links vorm Tunneleingang lesen wir überkreuz 1899 und Eintracht, rechts daneben blickt uns der Achtziger-Jahre Eintracht Adler an.

Wenn wir nun den Tunnel beschreiten, sehen wir an der einen Wand Erinnerungen an die Deutsche Meisterschaft 1959. Wir erkennen den Meisterwimpel, Spieler, welche die Schale hochhalten, Schlagzeilen der Abendpost (mit dem schönen Datum Ende Juni 1959) und auch der Endspielball vom Europapokalfinale 1960 hat sich ins Bild gemogelt.

Auf der gegenüberliegenden Seite erblicken wir einen überdimensionalen Totenkopf mit dem Schriftzug Für immer Eintracht resp. You never walk alone. Der Totenkopf wird umrankt von zwei Rosen und trägt einen Fußball in den Zähnen. Daneben sehen wir Menschen im Ultra-Style mit Bengalos, wir erkennen die Fahnen mit der 13 (Bindewald) und 24 (Schur) und wir entdecken ein kleines Fähnchen vom Fanprojekt – dessen Namen nicht mehr ganz auf die Wand gepasst hat. Dafür lässt sich sieben Mal der Begriff Ultras lesen – ob ganz oder teilweise.

Wenn wir nun hindurchmarschiert sind und in Richtung Parkplatz schauen, dann sehen wir links das Eintracht-Wappen aus dem der heutige Adler abgeleitet wurde. Rechts sehen wir einen Adlerkopf und oben am Geländer steht in großen Buchstaben: SG Eintracht Frankfurt – Auf ewig dir ergeben. Im Mittelpunkt des Blickes aber, am Ende des Tunnels, werden wir nochmal darauf hingewiesen, wer sich hauptsächlich für das Projekt verantwortlich zeigt: In mannshohen Buchstaben lesen wir Ultras.

Hier könnt ihr euch selbst ein Bild verschaffen, gegen St. Pauli dürften es dann schon mehr in echt gesehen haben. Eigentlich wäre es keine schlechte Idee, die gesamte Arena mit Graffitis zu verzieren, Themen, die noch nicht aufgegriffen wurden gibt es ja zuhauf, angefangen von den Anfängen auf der Hundswiese über die Schlappekicker hin zu den DFB-Pokalsiegen und dem Uefa-Cupsieg oder Fjörtofts Übersteiger. Auch die Randalemeisterschaft 2011 könnte verewigt werden. Drüben beim StadtkindFFM gibt’s noch mehr Bilder und auch weiterführende Links zu den Graffitis am Stadion.