Der Morgen begann mit einem kleinen Waran, der durch den Garten wandelte, einen Baum hinauf kletterte und sich dabei sogar fotografieren ließ. Die Flora und Fauna sind dann zu Frankfurt doch recht verschieden auch wenn die gemeine Stubenfliege auf der ganzen Welt zuhause scheint.

In Sachen Weiterfahrt scheint auch eine Entscheidung getroffen. Es ergibt keinen Sinn, einen anderen, vergleichbaren, Platz zu suchen, zu perfekt ist hier alles von kleinsten Ausnahmen abgesehen, der Platz am Wasser, das Essen, die Sonnenuntergänge vor der Haustür, die Atmosphäre; von daher werde ich noch eine ganze Weile hier bleiben, um in der letzten Woche gemächlich über Chumpon nach Bangkok zu reisen. Chumpon ist ein etwas größerer Ort etwas nördlich von Ranong in dessen Nähe einige Strände sind. Von Ranong ist man in guten zwei Stunden vor Ort, nach einer Nacht in Chumpon finde ich vielleicht an einem der Strände eine Unterkunft. Wenn es klappt, werde ich meine Reise hier ausklingen lassen, um Mittwochs dann mit dem Nachtzug nach Bangkok zu reisen. So ist das mit dem Plan, aber wie heißt es so schön: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm deine Pläne.

So werde ich meine Zeit hier verbringen, wie es die Insel anbietet, mit baden, schreiben, in meiner Hängematte liegen, dem Roller über die Insel düsen und dem täglichen Spektakel des Sonnenuntergangs. Vielleicht stehe ich eines Tages auch mal sehr früh auf, um auf der Ostseite der Insel den Sonnenaufgang zu sehen.

Von daher wird die Erlebniswelt für mich eine große sein, für euch jedoch wahrscheinlich weniger spannend, deshalb wundert euch nicht, so meine Blogbeiträge seltener werden. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden, falls sich etwas Erzählenswertes ergibt, verzichte aber aus naheliegenden Gründen auf Fotos von meinem Abendessen oder von Sonnenuntergängen. Diese könnt ihr später für sündhaft teures Geld auf Leinwand erstehen und mir damit eine nächste Reise finanzieren. Das wäre doch eine fabelhafte Idee.

Der Trip nach Thailand steht derzeit finanziell unter einem ungünstigen Stern, der Euro steht im Verhältnis zum Baht schlecht da. Hast du vor einem Jahr noch 45 Baht für den Euro bekommen, so sind es heuer nur noch knapp 35. Das Leben auf der Insel ist zudem etwas teurer als an Land, da alles mit dem Boot erst hier herüber geschafft werden muss, es liegt vielleicht knapp unter portugiesischem Niveau. Und da der Herr Tourist, der Farang wie ich, auf dem Festland nicht genügend Geld getauscht hat, so habe ich die Wahl, mit dem Boot nach Ranong zu fahren, Geld zu holen und wieder zurück zu kehren oder auf der Insel zu tauschen, was finanziell etwa auf das Gleiche herauskommt. Da habe ich wieder etwas gelernt.

Nunmehr sind hier eine ganze Menge Hütten belegt, Claudia ist immer noch hier und springt von Spot zu Spot, Dagmar aus Österreich verbringt ihren letzten Tag auf der Insel, in aller Frühe wird sie schweren Herzens auf eine andere Insel reisen, sie hat dort einen Kurs gebucht. Die restlichen Mitbewohner habe ich noch nicht wirklich kennen gelernt, unter anderen eine vielköpfige Thai-Familie samt Nachwuchs. Möge es weiterhin so beschaulich und friedlich zugehen, wie all die Tage zuvor. Normalerweise landet man ja an so einem Platz, wenn man schon einiges erlebt hat, quasi als Belohnung für die Anstrengungen des Reisens. Ich hatte Glück, mein Weg hat mich recht direkt hierher geführt, so geht es manchmal. Little Paradise, wenn Pia hier wäre, könnte es sogar Big Paradise sein. Am Abend badete ich im Meer, vor mir das Nachtdunkel des Sternenhimmels, eingerahmt vom letzten Rot des Tages, hinter mir der fast volle Mond. Mal schauen, wann wir wieder voneinander hören. Bleibt sauber und: Liebe Eintracht: Mach was draus.