Ein Sammelsurium aus dem angebrochenen Leben

Leerstand in der Berger Straße, Frankfurt

Schon im Februar hat das Stadtkind dokumentiert, wie es damals auf dem mittleren Bereich der Berger Straße aussah. Jahrelang galt die Berger als Vorzeige-Straße Frankfurts, nicht so schick wie die Schweizer, nicht so im Umbruch befindlich wie die Leipziger.  Nach dem Auszug von Saturn Hansa und dem (vorübergehenden?) Auszug des Woolworth, Wollwodd wie die Frankfurter sagen, bieten  jedoch mittlerweile auch andere Läden ein eher trostloses Bild, welches sich auch im unteren Bereich zeigt.

Liegt es den überteuerten Mieten, an der unsicheren Situation, ob Saturn Hansa oder Woolworth wiederkommen – es ist schon ein Phänomen, dass jetzt, wo das Nordend immer mehr dem Gentrifizierungsprozess anheim fällt, das Flair der Berger nicht mehr dem heimeligen entspricht, was Wohnen in der Nähe so begehrenswert gemacht hat, wobei es natürlich immer noch jede Menge Kneipen, Restaurants oder Cafés zum verweilen gibt. Während der Laden des einstigen Gegenwart in der unteren Berger schon gefühlt 20 Jahre leer steht, so sind selbst neuere Läden, wie Tortilla meets Äppler, Jenny’s Cupcakes oder der Fischladen schon wieder Geschichte. Aber keine Sorge, Handyverträge können auch weiterhin auf der Berger abgeschlossen werden. Hier ist übrigens noch ein Beitrag vom Stadtkind zum Thema.

 

6 Kommentare

  1. Alibamboo

    Goldankauf geht auch immer.

  2. skFFM

    Ein Kommen und Gehen der Geschäfte auf der Berger Straße ist ja nicht Neues, aber an eine Situation wie derzeit, also das gleich so viele Geschäfte leerstehen und – warum auch immer – nicht neu bespielt werden, vermag ich mich nicht zu erinnern. Ich hoffe man betreibt vor Ort jetzt keinen Aktionismus des Aktionismus‘ wegen und meint „alles umkrempeln“ zu müssen. Den Bedarf an Kneipen, Restaurants und Cafés sehe ich persönlich mittlerweile (mehr als) gedeckt, hoffe es gibt künftig auch Nachwuchs aus anderen Branchen.

    Im ehem. „Bon Bon Mode“ (gegenüber St. Josef-Kirche) hat neulich ein „Hessen Shop“ eröffnet, im „Tortilla meets Äppler“ ist jetzt ein kleines Café drin und wo zuletzt das Fischlädchen (früher: Opel-Autohaus! auf der Berger Str.! na wer kennt’s noch?) aktiv war, kommt das – *trommelwirbel* – „Berger Palais“ (siehe FR von heute (13.12.14) hin.

    P.S.: „Wollwodd wie die Frankfurter sagen“ <3

  3. Beve

    „Berger Palais“ So etwas ist dringend nötig. Das Opel Haus war ja recht lange vor Ort, was man von dem Fischlädchen nicht behaupten kann.

    Was Dinge aus Hessen angeht, bevorzuge ich das ältere Hessen Kaufhaus weiter oben auf der Berger, der Laden ist auch online zu erreichen:

    http://www.kaufhaushessen.de/cms/

    Bei vielen Läden weiß ich schon gar nicht mehr, was drinne war. Das Tortilla meets Äppler hatte leider viel Pech, das Haus war ewig und drei Tage eingerüstet, man konnte das Lädchen kaum erkennen.

  4. Kid

    „Wollwodd“ – ich hab’s von meiner Mama noch im Ohr. :-)

    Und für die Berger braucht’s dringend ’ne App. Geht doch heute alles online, oder? Verwaiste Einkaufsstraßen passen außerdem ganz gut zu den Weihnachtsmärkten, die vollgestopft mit Sauf- und Freßbuden sind. Und am End gilt: So wie die Welt aussieht, haben wir sie auch gemacht. Jedenfalls die Mehrheit von uns.

    • Beve

      Der gute alte Wollwodd. Ärgerlich ist ja, dass die Mieten überall so hoch sind, dass du Umsatz generieren musst auf Teufel komm raus. Und das geht mit Speis und Trank eher als mit feinen, schönen Dingen. Wie mit meinen Büchern zum Beispiel :-)

  5. propain

    Das ist wie in der Rüsselsheimer Innenstadt, dort schloss vor ca. 10 Jahren der Karstadt, seit dem geht es bergab. Ein vernünftiger Laden nach dem Anderen hat zugemacht, hinein kamen irgendwelche 99Cent-Läden und ähnlicher Kram oder blieb leer stehen, mittlerweile kann man dort nur noch Ramsch kaufen. Ein Grund sind die Einkaufszentren vor der Stadt, ein anderer die überzogenen Mieten in der Stadt. Ein weiterer Grund ist das sich die Stadt nicht drum gekümmert hat das die Innenstadt attraktiv bleibt.

    Wenn ich mich nicht irre ist doch ähnliches auch in Frankfurt-Höchst zu beobachten. Als ich vor einigen Monaten dort war waren auch einige ältere Läden weg und dort wird jetzt auch Ramsch verkauft.

    Keine schöne Entwicklung.

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