Ein Sammelsurium aus dem angebrochenen Leben

Eintracht in der Diva

Da ist sie also, die erste Niederlage der Eintracht während der laufenden Bundesligasaison. Und schuldbewusst schlage ich die Äuglein zu Boden und gebe es zu: Ich bin schuld. Besser: Wir.

Erstmals in der Saison 2012/13 hatten wir uns entschieden, ein Spiel nicht vor Ort zu sehen, sondern in der Heimat zu bleiben. Ein fataler Fehler, wie wir nun wissen.

Seit der alte Riederwald, der 1952 eingeweiht wurde, 2008 endgültig Geschichte war und bis Winter 2010 durch das neue Leistungszentrum ersetzt wurde, hatten wir noch nie die Gelegenheit genutzt, um in der dortigen Gaststätte namens Diva ein Spiel der Eintracht zu verfolgen. Premiere also im Oktober 2012.

Wir radelten über die Eulengasse die Enkheimer Richtung U-Bahn-Depot und ignorierten schweren Herzens die Kleintierschau. Als wir gegen drei Uhr eintrudelten gab es noch reichlich Platz, immerhin hängen mehrere Bildschirme an den Wänden und selbst wenn man nicht unmittelbar davor sitzt, sieht man durchaus recht gut. Während sich der 1. FC Kaiserslautern zu einem 1:1 in Ingolstadt mühte, schneite noch Ergin vorbei und so harrten wir gemeinsam dem Anpfiff entgegen. Bei der Eintracht spielten Demidov für Anderson und Occean für Hoffer während Kempf auf der Bank Platz nahm – im Gegensatz zu Sonny Kittel, der es nicht in den Kader geschafft hatte. Die erste faustdicke Überraschung aber kam in Gestalt von Eiswürfeln im Apfelwein. Nun gut, es scheint wohl einen Stammgast zu geben, der dies ordert – ich jedoch bevorzuge Apfelwein ohne Eis – wie wahrscheinlich jeder andere Frankfurter auch.

Die Eintracht erstmals in schwarz und zum fünften Mal in Rückstand, ein unglücklicher Fehlpass von Occean, ein Sonntagsschuss von Arango und dazu der geschwätzige Kommentar von Fritz von Thurn und Taxis. Ja, Arango ist ein Volksheld in Venezuela. Ja, gleich hinter dem Präsidenten.

Occean schiebt derweil die Kugel am schwachen ter Stegen vorbei ins … aus. Kurz darauf zögert Zambrano, de Jong zieht ab, 0:2 – keine halbe Stunde gespielt. Gladbach im Glück, Eintracht Frankfurt willig, aber ohne Fortune. Wir fehlen vor Ort. Eindeutig.

In der zweiten Halbzeit geht alles schief. Weder kommt der Kaffee an den Tisch noch geht der Ball ins Tor. Gladbach steht hinten drin, die Eintracht hat gefühlt 102% Ballbesitz, doch Torchancen sind Mangelware. Occeans Drehschuss streicht knapp über die Latte, ter Stegen irrt im Strafraum umher, die Eintracht kann trotz engagierten Spiels kein Kapital daraus schlagen. Flanke um Flanke segelt in den Elfer, aber niemand vor Ort, der weiter hilft. Martin Lanig muss auf der Bank bleiben, erst kommt Matmour, dann Hoffer aber immer noch kein Kaffee – und so endet das Ganze mit dem 0:2 und der Erkenntnis: Eintracht Frankfurt kann in der ersten Liga verlieren. Das ist nicht überraschend, war aber nicht nötig. Wir verabschieden uns von Ergin und radeln Richtung Garten, bald brennt ein Herbstfeuer. Also, in Stuttgart sind wir wieder dabei, alles wird gut.

9 Kommentare

  1. pia

    feuer im garten statt im gegnerischen strafraum – hatte auch was.

  2. wib

    2:0 aber 1:6 Ecken.
    Aber was nutzt das schon, wenn sich niemand im Strafraum oder dessen Nähe aufhält.
    Zu viel Angriff geübt im Training diese Woche..**lach**
    Ja, Ihr habt eindeutig gefehlt.
    Bis Stuttgart: Auswärtssieg…

  3. Herr Ärmel

    Verschnaufpause zur Besinnung auf das, was da noch alles kommen wird. Vielleicht kein allzu schlechtes Zeichen.

  4. rotundschwarz

    Ein hübsch verwirrender Titel und eine fast beiläufig hingetupfte Beschreibung eines Herbsttages in Frankfurt mit Fußballeinsprengseln.

    Weiterradeln und weiterbuddeln. Und ab übernächste Woche hoffentlich dann auch: Weiter bzw. wieder siegen!

    Apfelwein mit Eiswürfeln? Igittibäh.

    lgk

  5. Beve

    genau, weiter gehts – hauptsache, es brennt irgendwo ein feuer.

  6. Mark

    Jetzt weiß ich auch, warum wir verloren haben:
    Der fehlende Kaffee ist Schuld!
    Dafür wird das Herbstfeuer nicht nur im Garten sondern auch im Wald(stadion) gegen Hannover brennen.

  7. Beve

    dein wort in gottes ohr.

  8. skffm

    Ich kenne das Lokal bisher nur von Besuchen an Sonntagen, wenn eine U17 oder U19 dort spielt. Die Bewirtung war bisher immer recht flott und wenn draußen gegrillt wurde, hat’s auch ganz ordentlich geschmeckt muss ich sagen. Der Einrichtungsstyle ist nicht so mein Fall, aber muss ja auch mal Alternative geben, zu den sonstigen Wirtschaften. Nach dem FSV-Spiel am Bornheimer Hang und vor dem der SGE in Nürnberg verschlug es uns in die nahgelegene Sportzentrale. Viele andere an dem Abend auch, weil in der Diva am besagten Abend eine geschlossene Gesellschaft-Veranstaltung lief, wie man im Lokal so aufschnappen konnte.

  9. Beve

    geschlossene gesellschaften in der diva liegen nahe, es gibt ja auch nen haufen mannschaften am riederwald. das styling ist sicherlich geschmackssache, ich hätte auch nichts gegen eine fußballkneipe einzuwenden gehabt. draußen ists eh am besten, schade halt, dass die profifußballer nicht mehr am riederwald beheimatet sind.

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