Da biegt also die Saison 2011/12 in die Zielgerade ein, vier Spiele stehen noch vor der Frankfurter Eintracht und am Ende hoffentlich der Aufstieg in die erste Liga.

Und dann stehen wir wieder mit dem Rücken am Abgrund – das Naturgesetz des Aufsteigers. Lumpige Unentschieden gegen Hannover, Klatschen gegen Dortmund oder Schalke dazu die erhöhten Eintrittspreise der ersten Liga – das alles kann eigentlich nicht das Ziel sein. In stillen Momenten denke ich mir, es müsste eine Liga geben, die einen Meister ermittelt und zwar unter folgenden Teams: Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, 1. FC Kaiserslautern, St. Pauli, Union Berlin, VfL Bochum, Arminia Bielefeld, VfL Osnabrück, 1. FC Nürnberg, Eintracht Braunschweig, MSV Duisburg, Borussia Mönchengladbach, Rot Weiss Essen und von mir aus Waldhof Mannheim. Der erste wird Meister, der letzte muss eine Saison in rosa Trikots spielen – und abgestiegen wird ebensowenig wie aufgestiegen. Die anderen wie Hoffenheim, Leverkusen, Kinds Hannoveraner oder die Bayern dürfen dann gerne die ganz große Nummer ausspielen. In der sogenannten Beve-Liga gibts Schöppchen und Worscht in perfekter Qualität für kleines Geld, moderate Eintrittspreise und Stadien, die nach den großen Helden der Vergangenheit benannt sind. Wir kommen ein bisschen rum, haben schöne Derbys und dazu gibt es den internationalen Bembel-Cup, der Meister spielt mit den Meistern der anderen Ligen den großen Bembel aus; Auswärtsfahrten stehen an nach Oslo, Venedig, Lissabon oder La Coruna. Und damit die zweiten auch ein bisschen reisen dürfen, wird noch der Gerippte-Cup ausgespielt. Wir sind lässig unterwegs, hören Post-Punkrock oder Psychill, machen faxen und sind freundlich zu denen, die uns gegenüber freundlich sind. Am Ende gibts ne große Feier und dann geht der Spaß von vorne los, na, wie wärs?

Und damit ihr ein bisschen Musik auf die Ohren bekommt, gibts hier ein paar Anspieltipps.

Besinnlich wird es zu Beginn; meine ewigen Helden, And Also The Trees haben dieser Tage ein neues Album veröffentlicht – es trägt den Namen Hunter not the hunted und bürgt wie immer für grandiose Songs, für die man sich ein bisschen Zeit nehmen sollte. Hier kommt das erste Lied der CD mit dem Namen Only. Genießt es.

Etwas härter geht es traditionell bei Killing Joke zu. Auch von ihnen gibt es einen neuen Longplayer, betitelt MMXII – also 2012. Und sie klingen frisch wie eh und je. In Cythera habe ich für euch ausgewählt; es rockt.

Schon ewig gibt es Wedding Present, die einst ihre Konzerte ankündigten: Guten Abend, wir sind Wedding Present und wir spielen keine Zugabe. Auch die Jungs um David Gedge haben ein neues Album am Start, Valentina. Bewährt schrammelig geht es zur Sache; Für euch gibt es hier You Jane. Einszwodreivier.

Und ganz zum Schluss präsentiere ich euch die neue Single der … Toten Haosen, die dieser Tage ihr dreißigjähriges Bühnenjubiläum feierten. Heißgeliebt Mitte der Achtziger, seit bald zwanzig Jahren aus meinem Focus verschwunden muss ich zugeben, dass mir Tage wie diese ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich weiß, Business-Punk ist nicht jederman/frau s Sache – aber mich hats gepackt, auch das Video. Ich singe den Refrain lauthals mit und schäme mich nicht. So bin ich.

Soweit also ein kleiner Ausflug in die aktuelle Playlist. Hoffentlich gefallen euch die Lieder und wenn nicht, dann ist auch nicht schlimm. Bleibt also noch die Frage, was dieser Text mit der Überschrift zu tun hat. Gute Frage, die Antwort ist schlicht: Trennkraft Aufricht ist ein Anagramm aus Eintracht Frankfurt. Trennkraft Aufricht – einfach grandios. Und das Artikelbild? Mir gefällts, das ist alles.