Es ist eine Geschichte, die erzählt werden muss – auch wenn sie nur bei Eintrachtlern und auch da nur bei einigen zu einem breitem Grinsen führte oder führen wird. Als Friedhelm Funkel in seiner letzten Saison bei der Eintracht bei vielen Fans in Ungnade gefallen war, da wurden diejenigen, die nicht alles schlecht sahen was unter seiner Ägide passierte, gerne als Funkelschrein-Besitzer bezeichnet. Unterstellt wurde eine Glorifizierung des Trainers und Kritiklosigkeit. Die Geschichte ist bekannt; Michael Skibbe wurde dessen Nachfolger, bescherte uns einige denkwürdige Siege und eine noch denkwürdigere Talfahrt, die ihm nach 18 Monaten den Job kostete. Christoph Daum übernahm die Eintracht. Friedhelm Funkel aber ging zunächst nach Berlin, um mit einer Hertha abzusteigen, die wohl nicht zu retten war. Nun trainiert er den VfL Bochum und schickt sich an, womöglich zum sechsten Mal in die erste Liga aufzusteigen – nach einer durchwachsenen Startphase ist der VfL seit 16 Spielen ungeschlagen.

Als geflügeltes Wort hat sich dabei in den Internetforen oder Blogs in mancher Diskussion ein schlichtes *polier* entwickelt, was nichts anderes meint, als dem imaginären Schrein zu neuem Glanz zu verhelfen – seht her, so schlecht kann der langjährige Eintracht-Trainer nicht gewesen sein, eine Ansicht, die ich durchaus teile. Im End ist es so ein running – sagen wir: Gag geworden.

Am Montag kehrte Friedhelm Funkel nach Frankfurt zurück; der VfL Bochum spielte am Bornheimer Hang gegen den FSV Frankfurt und siegte mit 1:0. Wir aber hatten unser Fanclubtreffen im Backstage und konnten das Spiel auf der Leinwand verfolgen. Doch bevor es los ging, stellte Stefan zwei Kerzen auf den Tisch  und kruschpelte ein Bild aus seinem Rucksack. Es war angerichtet. Und wir hielten uns nach genauerem Hinsehen die Bäuche vor Lachen.

Dank an Suse für die Erstellung des Pics