Heimauftakt der Eintracht – und auf dem Weg zum Stadion machte sich erstmals seit Monaten so etwas wie Vorfreude bemerkbar. Die Sonne beleuchtete den Tag, unter der Woche gab Alex Meier eine bemerkenswerte Kinderpressekonferenz und bei Ankunft im Museum der Eintracht überall Hallo und Gudewie. Heimspiel. Heimat.

Die Waldtribüne war aufgebaut – und im End muss man sagen, dass die spektakulären Momente sich adrett vor dem Spiel präsentierten. Neben all den Menschen, die seit Jahr und Tag vor Ort sind, konnten wir auf der Waldtribüne einige nette Gäste begrüßen. Wie immer enterte Doc Hermann die Bühne und hatte diesmal sogar ein höchst seltenes Exponat mitgebracht: Eine Uhr des einstigen Eintrachtspielers Fritz Schaller von 1927, die er von seinem Arbeitgeber, der Schuhfabrik J. & C.A Schneider, besser bekannt als Schlappeschneider überreicht bekommen hatte. JCAS war seinerzeit Mäzen der Eintracht, die Inhaber, die Gebrüder Adler und Walter Neumann, große Eintrachtfans – und viele Eintrachtler waren beim Schlappeschneider angestellt, so auch Fritz Schaller, genannt Bujo. Als die Nazis die Macht übernommen hatten, wurde die Firma arisiert, die jüdischen Inhaber mussten fliehen.

Rainer Weidenhiller vom Supportersclub Augsburg freute sich natürlich mächtig auf die Auslosung im Uefa-Cup, der EFC Sinnlos hat mittlerweile über 200 Mitglieder, sogar eine Sektion Mainz gibt es und der Neue im Team der Fanbetreung, Julian Schneider hat nunmehr die ersten Monate hinter sich und sich schon in die Arbeit hineingefuchst. Fußball hinter den Kulissen ist manchmal aufreibender, als es sich der gemeine Fan so vorstellt, so seine Erfahrungen während der ersten Monate.

Spannend dann der Auftritt des Eintrachtpräsidenten Peter Fischer, der wie immer kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es sich um seine Eintracht handelt – so auch diesmal. Hintergrund war der Wechsel etlicher Spieler aus dem Leistungszentrum zu Vereinen, die fremdfianziert werden und sich somit dem Wettbewerb entziehen. Dass die Eintracht dennoch eine Fasziantion ausübt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass beim Spiel gegen Augsburg sowohl Kevin Trapp als auch Benny Köhler anwesend waren. Kevin wurde fürs Erste verabschiedet, da er nun in Paris kickt und Köhler scheint seine schlimme Erkrankung überwunden zu haben. Zurück zu Eintracht – ob dies auch für Sebastian Jung gilt, der in Wolfsburg ein Reservistendasein fristet? Fischer ist überzeugt davon, dass auch Jung eines Tages wieder für die SGE kickt. Interessant dann die Startaufstellung. Inui nicht im Kader und Gerezgiher von Beginn an. Mit ihm, Russ, Chandler und Waldschmidt sollten gleich vier Spieler im Kader stehen, die dem Leistungszentrum entstammen – dazu kommen ja mit Kittel und Stendera noch zwei weitere Kicker, die derzeit verletzt sind. Keine schlechte Quote.

Das Spiel war im Folgenden ein einziges Ärgernis, sieht man einmal von zwei Aspekten ab. Zum einen scheint der neue Torhüter, Lukas Hradecky, durchaus in die Fußstapfen Trapps zu passen. Ohne seine Paraden hätte die Eintracht keinen Punkt geholt. Zum anderen konnte Waldschmidt seine Hereinnahme mit einer Torvorlage krönen. Waldschmidt trägt ja die Nummer 24, wie zuvor Jung und Alex Schur – eine Frankfurter Nummer gewissermaßen.

Der Rest war grausam. Misslungene Ballannahmen, Fehlpässe, drucklos, ja phasenweise hilflos ließ sich die Eintracht von keineswegs überragenden aber umso weinerlichen Augsburgern den Schneid abkaufen. Höhepunkt dann nach ca 80 Minuten, als keiner im Eintrachttrikot sich bequemen wollte, eine Ecke auszuführen – bei 0:1 Rückstand. Durch den Treffer von Russ kam die SGE immerhin noch mit einem blauen Auge davon, dem Spielverlauf nach dürfte sich Augsburg mehr ärgern.

Gemeinhin wird ja seit Vehs Amtsantritt der Truppe eine gute Laune attestiert – ich aber würde mir diese gute Laune nicht am Anfang der Saison, sondern am Ende wünschen – bis dahin wird es ein steiniger Weg. Hasebe als Rechtsverteidiger ist keine Dauerlösung – ihn statt Gerezgiher nach der Halbzeit im Spiel zu lassen war auch kein Zeichen von Stärke. Ganz sicher war auch das Team ohne Inui nicht stärker als mit ihm. Und letztlich muss man feststellen: In Wolfsburg ordentlich, gegen Augsburg katastrophal – das konnte auch Thomas Schaaf. Jetzt gehts zum punktlosen VfB. Schöne Aussichten, sollten sich die Geschehnisse aus der vergangenen Saison auch weiterhin wiederholen.