Es war ein herrlicher Spätfrühlingstag, nahezu Frühsommer, jener 31. Mai 2014. Die U15 der Frankfurter Eintracht hatte am letzten Spieltag der Regionalliga Süd die Chance, Süddeutscher Meister zu werden. Dazu mussten die Münchner Bayern geschlagen werden. Endspiel am Riederwald also.

Da durften wir nicht fehlen, zumal Pia den ersten Meistertitel schon in der Tasche hatte. Die C-Jugend von der SG Bornheim hatte ihn am Vormittag perfekt gemacht, es war angerichtet. Außerdem hatte sie sich zuvor schon über die Mannschaft schlau gemacht und erzählte von einem Spieler namens Nelson Mandela. Bei der Eintracht. Wir waren gespannt.

Der Riederwald lag im Sonnenschein, hinter dem Leistungszentrum tummelten sich schon jede Menge Eintrachtnasen im Schatten, die meisten aber hockten auf den Stufen der Gegentribüne. Es dürften schon 1.000 Zuschauer gewesen sein, die im folgenden ein hochspannendes Spiel erleben sollten. Beim Einlaufen der Mannschaften wurden Fahnen geschwenkt, keine Minute später führten die kleinen Bayern mit 1:0. Trotz Anstoß der Eintracht. Alles wie immer könnte man meinen, zumal trotz guter Chancen der Frankfurter nach einer Viertelstunde das 0:2 fiel – das Spiel schien gelaufen, den Münchnern genügte ja schon ein Remis. Da kam Tom zu uns, es sollte die Wende sein.

Denn die in schwarz-weiß spielende Eintracht ließ sich nicht hängen. Angetrieben von Coach Samad El Messaoudi kombinierte die Eintracht nach vorne und erzielte tatsächlich den Anschlusstreffer. Kein anderer als der zuvor von Pia gescoutete Nelson Mandela Mbouhom mit der Nummer 10 hatte getroffen. Aber es sollte noch besser kommen. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff hämmerte Renat Dadachev die Kugel zum Ausgleich ins Netz. Alles zurück auf Anfang also, nach 35 Minuten, so die offizielle Spielzeit, stand es 2:2, alles war wieder offen.

Nach der Pause, die wir mangels Gelegenheit ohne Flüssigkeit verbracht haben, begann die Eintracht dort, wo sie zuvor aufgehört hatte und bestürmte das Münchner Tor. Erfolgreich, das lässt sich sagen. Kurz nach Wiederbeginn ballerte Mbouhom das Bällchen zum 3:2 ins Herz der Münchner. „Deutscher Meister wird nur die SGE“ hallte es von den Rängen und als nur wenig später der Mann des Tages, Nelson Mandela Mbouhom, sich in die Luft schraubte und gar das 4:2 erköpfte, kannte der Jubel keine Grenzen. Doch obacht, so gut das Spiel nach vorne war, so wacklig zeigten sich die Abwehrreihen. Und prompt erzielten die Bayern den Anschlusstreffer im dritten Anlauf. Jetzt fehlte den Roten noch ein einziger Treffer zum Titel. Die Spannung stieg, auch die Ruppigkeit, die Bayern beendeten die Partie zu zehnt, beide Mannschaften vergaben noch eine riesige Chance, während sich der ein oder andere behandeln ließ. Krämpfe.

Die Nachspielzeit zog sich in die Länge, vier Minuten später als geplant wurde das Spiel abgepfiffen und es brachen alle Dämme, die Eintracht hatte es tatsächlich geschafft, die Bayern noch abzufangen – und dies nach einem 0:2 Rückstand. Einfach mal so locker den Gegner abzufideln, dass ist hier nicht drin, es muss spannend und hoch dramatisch sein. Die Jungs wurden vor der Kurve gefeiert, während die Münchner zerknirscht am Boden lagen. Ein schönes und seltenes Bild.

Später dann Wasserduschen und Handyzücken, salbungsvolle Worte vom Süddeutschen Fußball Verband und fröhliche Gesichter im Sonnenschein. Es ist ja selten genug, dass die Eintracht Titel holt, von daher großer Glückwunsch an die U15 der Frankfurter Eintracht, war ein toller Nachmittag. Der Tag, an dem Pia zwei Mal Meister wurde.