Schon 1892 brachte der Vater von Ludwig Isenburger einen echten Lederball von der Londoner Messe mit nach Frankfurt. Ludwig und seine Kumpels kickten zunächst auf der Straße, Glasscheiben gingen zu Bruch, die vom Vater anschließend anstandslos bezahlt wurden.

Später zogen sie um auf die Hundswiese oberhalb der Miquelallee, spielten bei der Germania 1894, Frankfurts ältesten Fußballverein und trotzten in jungen Jahren auch der „Etepetete-Gesellschaft“, welche sich beim Flanieren durch die Fußlümmelei gestört fühlte. Als der nur unwesentlich ältere Walther Bensemann erstmals in Frankfurt aufschlug, erlebte der Frankfurter Fußball eine erste Blütezeit. die Frankfurter Kickers wurden gegründet, einer der Vorläufervereine der Eintracht.

Ludwig Isenburger spielt später auch bei der Victoria und dem Frankfurter Fußballverein, und widmet sich der Öffentlichkeitsarbeit, macht seine Passion zum Beruf, auch bei der Eintracht – und wird Sportjournalist. Auch für den „kicker“, 1920 von Bensemann gegründet, berichtet er vom Frankfurter Fußball und veröffentlicht 1929 eine Broschüre mit dem Namen „Aus der Steinzeit des Frankfurter Fußballs“ in welcher er sich an die Anfangstage des Frankfurter Fußballs erinnert.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 endet seine sportjournalistische Karriere gezwungener Maßen vor der Zeit. Er schlägt sich als Café Betreiber und als Sprachlehrer durch, wird 1938 verhaftet, nach Buchenwald verschleppt aber nach einigen Wochen wieder frei gelassen. 1939 kann er mit seiner Frau Bella Deutschland verlassen, sie reisen nach Brasilien aus und versuchen sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch die Zeiten sind rau und die Isenburgers kommen kaum über die Runden. Eine mühsam erkämpfte Entschädigung sichert wenigstens die Grundlagen. Ludwig Isenburger verstirbt am 7. Dezember 1970 im Alter von 85 Jahren in Rio de Janeiro. Am 7. Dezember 1970 wird er auf dem Friedhof „Cemiterio Comunal Israelita do Caju“ beerdigt. Seine Frau Bella stirbt am 22. September 1977. Sie wird im Grab ihres Mannes bestattet. Die Grabstätte der Isenburgers gibt es bis heute, sie befindet sich auf dem Friedhof in Rio de Janeiro im Quadrata C n.  100.

Am Freitag, den 23. Juni 2017 wird in Gedenken an Ludwig Isenburger an seiner einstigen Wohnstätte vor dem Reuterweg 91 um 14:30 Uhr ein Stolperstein verlegt. Auch die Frankfurter Eintracht wird ihrem einstigen Mitglied gedenken. Gäste sind gerne willkommen. Einen ausführlichen Lebenslauf findet ihr hier.