{"id":9413,"date":"2015-03-30T07:20:55","date_gmt":"2015-03-30T05:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=9413"},"modified":"2015-04-01T06:18:14","modified_gmt":"2015-04-01T04:18:14","slug":"logbuch-thailand-nachtmondmeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=9413","title":{"rendered":"Logbuch Thailand &#8211; Nachtmondmeer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeichen stehen auf langsamen Abschied, vielleicht soll ich Little Paradise nicht l\u00e4nger als n\u00f6tig vereinnahmen, zumal die Saison hier sich langsam dem Ende entgegen neigt, auf meinem Weg durch die Insel habe ich sogar schon einen Platz entdeckt, der sich f\u00fcr die Regenzeit verabschiedet und f\u00fcrs Erste geschlossen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind Kleinigkeiten, die Signale senden. Die Ernte der Cashewn\u00fcsse neigt sich dem Ende entgegen, sie wachsen hier nicht das ganze Jahr \u00fcber; wenn der Monsun kommt, ziehen sie sich zur\u00fcck wie die Menschen hier zum Teil, die Reisenden sowieso. Lae, die hier die Saison \u00fcber gearbeitet hat, ist in ihre Heimat Myanmar zur\u00fcck gekehrt, nun bedient meist Kin, die selbstbewusster ist. Manchmal h\u00f6rt man sie leise singen und ihr Lachen ist strahlend, die Z\u00e4hne blitzen in der Sonne. Sie ist Teil der Familie und tr\u00e4gt abwechselnd ein Trikot von Barcelona und Real Madrid, der Name auf der R\u00fcckseite ist in Thaischrift geschrieben. Im Gegensatz zu Lae habe ich sie auch schon im Wasser gesehen oder mit Eow Federball spielen. Eow ist \u00fcbrigens Al, ich hatte den Namen nur falsch verstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere kleine Gemeinschaft hat heute Zuwachs bekommen, eine weitere deutschsprachige Reisende hat sich heute einen der freistehenden Bungalows gemietet und sich bei Ankunft eine kleine Wunde zugezogen, das Betaisodonna von Claudia leistet erneut ganze Arbeit. Bei meiner n\u00e4chsten Reise geh\u00f6rt es unbedingt ins Gep\u00e4ck, wie auch eine Tube Bepanthen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fch am Morgen kommt ein Longtail Boot angeschippert, sie gleichen den K\u00e4hnen auf dem Chao Phraya in Bangkok. Das h\u00f6lzerne Boot wird durch einen riesigen freiliegenden Motor im Heck angetrieben, die Schraube steckt an einem langen Rohr, welches zum Fahren in die See getaucht wird. Der Kahn schafft es fast an den Strand, die letzten Meter m\u00fcssen allerdings zu Fu\u00df zur\u00fcck gelegt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich beobachte die Prozedur von meiner H\u00e4ngematte aus, trinke dann meinen Tee und schreibe, um sp\u00e4ter in der Matte zu liegen, bis die Sonne sich \u00fcber meiner H\u00fctte langsam Richtung Westen dreht und die Strahlen mich und meine H\u00e4ngematte erreichen; Zeit f\u00fcr einen Ausflug mit dem Roller. Leider habe ich die Nummer vergessen, mit der ich Geld von Girokonto auf das Kreditkartenkonto \u00fcberweisen kann, ich hoffe, dass ich auch so an Geld komme. So steuere ich das kleine Dorf vor dem Long Beach an und parke am Ende der Stra\u00dfe. Dort wartet ein kleiner Stand mit Kuchen auf Kundschaft, als ich davor stehe, kommt ein kleines Thaim\u00e4dchen mit einer Kuchenzange und m\u00f6chte arbeiten und da der Kuchen lecker aussieht, kommen wir ins Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im kleinen Dorf gibt es einige Souvenirshops, Reiseagenturen, Bars und Restaurants. Ich schaue mich ein bisschen um und beschlie\u00dfe, Geld zu tauschen bzw vom Konto abzuheben, eine kleine Agentur bietet sich an. Bein n\u00e4chsten Trip hierher wei\u00df ich, dass es ratsam ist, mit gen\u00fcgend Geld aus Bangkok oder Ranong hier her zu kommen, der Tausch kostet auf der Insel 5% Aufschlag. Nennt es Lehrgeld. Es macht auch Sinn, gen\u00fcgend Geld auf dem Kreditkartenkonto zu haben, und deshalb ist es nicht weit, bis mein Kreditlimit erreicht ist. Mehr spuckt der Geldkamerad nicht aus, ich h\u00e4tte es wissen k\u00f6nnen. Noch habe ich Bargeld, aber es wird nicht ausreichen, meine angelaufenen Kosten f\u00fcr Bungalow und Roller zu begleichen. Ich verzichte auf das Geldkaufen, roller zur\u00fcck und versuche, Geld von Konto zu Konto zu transferieren, eigentlich ein leichtes Unterfangen &#8211; so man denn die entsprechenden Passw\u00f6rter parat hat. Drei Versuche sp\u00e4ter ist mein Zugang zur PushApp gesperrt, die neuen Zugangsdaten werden mir per Post geschickt &#8211; nach Frankfurt. Das dauert eine paar Tage, bis Pia mir die Informationen weiter gegeben hat. Aber es gibt eine M\u00f6glichkeit, Geld direkt auf das Kreditkartenkonto zu \u00fcberweisen, das k\u00f6nnte etwas schneller gehen. Via Skype erreiche ich Pia und wir organisieren die Angelegenheit, es wird schon klappen. Zur Not habe ich ja noch ein paar Euro dabei und bleiben wollte ich hier schon noch zwei, drei Tage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Organisation, konnte ich nat\u00fcrlich nicht den Nachmittag so entspannt genie\u00dfen, wie ich zuvor gedacht hatte. Aber es ist gut, die Dinge auch knapp 10.000 km entfernt von der Heimat so einfach zu regeln. Hoffen wir, dass sie geregelt sind, die Sonne schickt sich an, unter zu gehen. Die ersten Anzeichen f\u00fcr den Untergang verdichten sich nach 16 Uhr, eine Stunde sp\u00e4ter beginnt das Spektakel. Min\u00fctlich ver\u00e4ndern sich die Farben, ich gehe baden, liege in der versinkenden Sonne im Meer, die Wellen rollen sachte ans Ufer. Dann sitze ich am Strand und schaue aufs Meer. Sobald die Sonne verschwunden ist, wechselt das Nachthimmelfarbenspiel, bis es sternenklar zur Nacht dunkelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich esse zu Abend, lege mich in die H\u00e4ngematte und sehe den halben Mond sich im Wasser spiegeln, die Lichtlein der Bars werfen ihre Lichtschatten ins Wasser dazu. Sp\u00e4ter mache ich einen Nachtspaziergang am Strand. Bei uns ist fast alles dunkel, im Resort nebenan leuchten die hellsten Lichter am Strand, es ist gr\u00f6\u00dfer, schicker und die hellen Lichter st\u00f6ren ein wenig vom Blick aus der H\u00e4ngematte. Luxusprobleme will ich meinen. Ich passiere die Strandeing\u00e4nge zu den Resorts, manche sind dunkel, an anderen sitzen Menschen am Rande und schauen aufs Meer. Als ich an den Felsen ankomme, kehre ich um, ich brauche keine Taschenlampe, der halbe Mond wirft ein brauchbares Licht. Kleine Strandkrebse flitzen umher, ab und an begegnet mir ein Hund auf seinem Streifzug durchs Dunkel. Angekommen am Bungalow tausche ich Sarong gegen Badehose und gehe ins Nachtwasser, bis zum Kopf stehe ich darin und kann auf den Grund blicken. Ich schwimme im Nachtstrahl des Mondes, lege mich auf den R\u00fccken, gehe nicht unter. \u00dcber mir der Sternenhimmel, klar wie das Wasser unter mir, \u00fcber mir der Mond, die Ohren sind unter Wasser, ich habe einen 360\u00b0 Blick in die Nacht und h\u00f6re nur das Meer. Heilender kann nichts sein. Beim Schwimmen entdecke ich erneut die Lichtwasserbl\u00e4schen im Schein eines Nachtl\u00e4mpleins einer Bar. Es sind genau die magischen Momente, die nichts und niemand erzwingen kann, die kommen und sich festbrennen in deinem Leben und dich bis zum letzten Tag begleiten werden. Der Abend im Nachtmeer in Thailand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich dusche und lege mich zur Nacht. Drau\u00dfen wispert es und klackert, Fr\u00fcchte fallen auf das Dach meines Bungalows und ich schlafe tief und fest, bis ein neuer Morgen erwacht. Stehen die Zeichen wirklich auf Abschied?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeichen stehen auf langsamen Abschied, vielleicht soll ich Little Paradise nicht l\u00e4nger als n\u00f6tig vereinnahmen, zumal die Saison hier sich langsam dem Ende entgegen neigt, auf meinem Weg durch die Insel habe ich sogar schon einen Platz entdeckt, der sich f\u00fcr die Regenzeit verabschiedet und f\u00fcrs Erste geschlossen hat.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9414,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1736,12],"tags":[1725,1738,1707],"class_list":["post-9413","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-thailand","category-wortwelt","tag-ko-payam","tag-nachtmeer","tag-thailand","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9413"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9413\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9454,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9413\/revisions\/9454"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9414"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}