{"id":9367,"date":"2015-03-25T03:21:53","date_gmt":"2015-03-25T02:21:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=9367"},"modified":"2015-03-29T06:33:57","modified_gmt":"2015-03-29T04:33:57","slug":"logbuch-thailand-leuchtende-meeresblaeschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=9367","title":{"rendered":"Logbuch Thailand &#8211; Leuchtende Meeresbl\u00e4schen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden erwache in um halb sechs in der Fr\u00fch, kann aber noch zwei St\u00fcndchen schlafen. Erst als ich unter der Dusche stehe, klingelt der Wecker. Heute geht es auf die Insel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem Tee am Markt, frage ich einen Fahrer eines Sammeltaxis, ob er ans Pier f\u00e4hrt, er bejaht, ich steige ein und los gehts durch den quirligen Verkehr, wobei das relativ ist. Bangkok ist weit. Manchmal habe ich den Eindruck, ich erkenne eine Ecke, dann ist wieder alles neu und fremd. Neben mir sitzt ein Vater mit zwei jungen M\u00e4dchen, als ich aus dem Fenster fotografieren m\u00f6chte, lassen sie es nicht nehmen, aufs Bild zu kommen. Bald steigen sie aus, l\u00e4chelnd. Wir fahren weiter, am Hafengel\u00e4nde muss der Fahrer ein paar Baht Eintritt zahlen, \u00fcberall wird geschuftet, es riecht nach Arbeit und alle naslang stinkt es danach. Unterwegs sind einige Leute aus- und eingestiegen, jetzt bin ich noch alleine im Wagen. Als der Fahrer sich f\u00fcr eine neue Runde anstellen will, f\u00e4llt ihm auf, dass ich ja auch noch da bin. Mit einem &#8222;sorry&#8220; f\u00e4hrt er weiter, bleibt stehen, l\u00e4sst jemanden einsteigen, langsam verrinnt meine Zeit. Aber: Es wird schon klappen. Pl\u00f6tzlich halten wir irgendwo. Ich bin irritiert. Der Fahrer meint, ich solle aussteigen, aber ich bin unsicher, immerhin kannte ich ja schon zwei Piers, aber dieses war keines davon. Wird schon schief gehen. Beim Bezahlen wird mir bedeutet, dass die Fahrt umsonst war, ehe ich antworten kann, rollt das Taxi in den Tag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der Stichstra\u00dfe k\u00f6nnte ich schon ein Ticket kaufen, warte aber und marschiere ans Ende der Stra\u00dfe. Dort kann ich ein Ticket l\u00f6sen, einige andere Mitreisende warten schon, was fehlt, ist ein Boot. Aber auch diese Frage ist schnell gekl\u00e4rt, das Gep\u00e4ck wird auf die Ladefl\u00e4che eines Pick Ups geworfen, wir klettern hinterher und fahren oben sitzend ein paar hundert Meter weiter an eine Stelle, die f\u00fcr das Boot tief genug ist. Das Schiff unterscheidet sich vom gestrigen, das Oberdeck ist bestuhlt, es gibt kostenlose Bananen und Getr\u00e4nke zu kaufen. Ich setze mich wieder nach vorne, noch wird das Boot mit Dingen beladen, die auf der Insel ben\u00f6tigt werden. Vor uns dieselt ein Lastkahn, auch er wird beladen. Dann hei\u00dft es: Leinen los, das Schiff beginnt zu wenden, doch wir haben ein paar Rollen Stacheldraht vergessen. Da ist wenig mit &#8222;mal kurz aufs Boot werfen&#8220;, wir fahren n\u00e4her, die Rollen werden aufs Schiff gebracht und dann: Anker los. Mit an Bord ist ein P\u00e4rchen, das sich auf Weltreise befindet, drei Jahre arbeiten, dann geht es los. Sie waren drei Monate in Indien, in Kambodscha, Laos und geben mir den Hinweis, aufs Visum zu achten. Es ist genau 30 Tage g\u00fcltig, der erste Tag danach sei kein Problem, dann k\u00f6nnte es kompliziert werden. Ich bin genau 31 Tage in Thailand. Ein guter Hinweis, im Zweifel h\u00e4tte ich Thailand verlassen m\u00fcssen, um erneut ein zu reisen. Myanmar w\u00e4re machbar von hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach guten zwei Stunden und ein paar fliegende Fische sp\u00e4ter landen wir auf Ko Payam. Ein Mangoshake sp\u00e4ter sitze ich auf einem Roller und rolle automatisch los. Bei Buchung des Bootstickets hatte ich einen Plan der Insel in die Hand gedr\u00fcckt bekommen, der mir jetzt gute Dienste leistet. Mein Weg wird mich n\u00f6rdlich in die B\u00fcffelbucht f\u00fchren, dort soll es gem\u00e4chlich zugehen und ruhig sein. Das Fahren geht leicht von der Hand, ich muss nur daran denken, auf der linken Seite zu bleiben. Autos gibt es hier keine und nur wenige Roller sind jetzt hier unterwegs. Einige wenige Stra\u00dfen sind betoniert, ab und an f\u00fchrt ein sandiger Weg in den Dschungel. Hinweisschilder weisen auf verschiedene Resorts hin, auch die B\u00fcffelbucht ist ausgeschildert. Die ersten Eing\u00e4nge zu den Unterk\u00fcnften sind nicht sehr einladend, \u00fcberhaupt muss ich erst einmal das Meer finden, nach ein paar Minuten habe ich es auf dem Radar. Kleine Restaurants und Resorts warten am Weg auf Kundschaft, es wird gebaut, Zements\u00e4cke liegen am Stra\u00dfenrand des kleinen Dschungels. Fr\u00f6hlich roller ich die Wege entlang, fahre langsam, lande an einem Strand, besser Str\u00e4ndchen, kehre um und entdecke nach eins, zwei Kilometern ein Schild zu einer kleinen Anlage, zu der ein schmaler Pfad f\u00fchrt. Ich roller durchs Gr\u00fcn hinein, treffe auf dem Weg ein P\u00e4rchen und frage nach Details. Die Sache scheint bezahlbar zu sein und zudem wirkt das Areal sehr anziehend. Ein paar Meter vom Meer entfernt stehen f\u00fcnf Mattenbungalows mit kleiner Terrasse und einer H\u00e4ngematte davor, dahinter einige wenige steinerne H\u00e4uslein. Dazu geh\u00f6rt ein kleines Restaurant, ein Garten und am Wasser stehen kleine Tische und St\u00fchle, perfekt. um den Sonnenuntergang zu bewundern. Zwei j\u00fcngere Frauen scheinen die Ansprechpartnerinnen zu, die Inhaber weilen in Ranong und sollen sp\u00e4ter zur\u00fcck kehren. Eine der beiden bearbeitet einen Berg Cashewn\u00fcsse, die andere wendet sich mir zu. Ein Bungalow in der zweiten Reihe ist frei, am Preis von 450 Baht ist nichts zu drehen. Ich nehme ihn dennoch. Die Sache ist erstklassig, sauber, mit Toilette und Dusche und breitem Bett samt Moskitonetz. Von der Veranda aus sehe ich das Meer, auch von der H\u00e4ngematte. Erstmal ist das hier ein kleines Paradies. Einfach und sauber &#8211; aber zu Zeiten Adam und Evas war ja auch noch keine Air Condition erfunden. Ich packe meinen Krempel in den Bungalow, als die Besitzer ankommen, Cha und Al, entspannt und freundlich. Etwas sp\u00e4ter bade ich im Meer, treibe im warmen Wasser und denke, dass die ganze Angelegenheit bis jetzt ziemlich gut l\u00e4uft. Um ehrlich zu sein, sehr gut. Anders gesagt: Besser kann es nicht laufen. Pia wird das n\u00e4chstes Jahr auch sehen, da bin ich sicher. Und sie kann sich darauf freuen. Ich mich nat\u00fcrlich auch. Sogar Wifi gibt es hier, der Hauptgenerator wird erst abends angworfen, aber bis auf das Laden der Akkus werde ich keinen Strom brauchen. Und das Laden klappt dank der hauseigenen Batterie auch tags\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leicht kommt man mit anderen Urlaubern ins Gespr\u00e4ch, tauscht sich aus und wei\u00df, dass wir an einem tollen Ort gelandet sind. Und erf\u00e4hrt Details der Insel, die es demn\u00e4chst zu erkunden gilt. Manche Reisende sind nur kurz hier, andere ganze Wochen. Manchmal springen drei kleine Hunde umher, schleicht eine Katze um die Beine, das Meer rauscht, kleine Wellen rollen an Land. In Muscheln stecken Gl\u00fchbirnen, die abends ein bezauberndes Licht abgeben werden, f\u00fcr Essen und Trinken ist auch gesorgt. Nat\u00fcrlich etwas teurer als an Land, das meiste muss per Schiff herangeschippert werden. Aber f\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse bleibt alles \u00fcberschaubar. Ich esse ein fantastisches rotes Curry mit Meeresfr\u00fcchten und sortiere dabei den Blumenkohl aus. Was f\u00fcr einen Vegetarier oder den Muslim die Schweinshaxe ist, ist f\u00fcr mich Blumenkohl. Schon immer. Ich werde in Erfahrung bringen m\u00fcssen, was Blumenkohl auf Thai heisst. Es wird dann das Wort sein, welches ich in den meisten Landessprachen kenne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die H\u00e4ngematte ist ein guter Platz auf meiner kleinen Veranda, aber es gibt viele gute Pl\u00e4tze. Direkt hinter dem kleinen Restaurant an den Holzst\u00fchlen zum Beispiel, an das Ufer brausen leicht die Wellen des Andamanischen Meeres, glasgr\u00fcn und beruhigend. Vor mir der Blick aufs offene Meer, im S\u00fcden und Norden wird die Bucht durch den Dschungel begrenzt. Langsam geht die Sonne unter, da es etwas diesig ist, ergibt sich nicht das Farbenspiel des gemalten Traumes, aber es ist mein erster Sonnenuntergang in Thailand, das Wasser glitzert, es ist still. Bis auf die Zikaden, die in den B\u00e4umen zeckern, bis es fast dunkel ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4t in der Nacht, als andere Urlauber in den Bars der Insel verschwunden sind und die Inhaber Feierabend machen, gehe ich noch einmal ins Meer. Da im Bungalow in der ersten Reihe ein L\u00e4mplein auch aufs Wasser leuchtet, strahlen die kleinen Wasserbl\u00e4schen bei meinen Schwimmz\u00fcgen wie leuchtende Schwimmk\u00fcgelchen im Schwarm. Es ist ein magisches Bild, wie von Gotteshand gemalt und f\u00fcr immer in meinem Kopf. \u00dcber mir leuchten die Sterne, eine schmale Mondsichel liegt auf dem Kopf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sternennacht. Und ich war schon am Ziel, als ich aus Frankfurt losgefahren bin. Danke, wer auch immer daf\u00fcr verantwortlich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden erwache in um halb sechs in der Fr\u00fch, kann aber noch zwei St\u00fcndchen schlafen. Erst als ich unter der Dusche stehe, klingelt der Wecker. 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