{"id":9331,"date":"2015-03-22T02:12:25","date_gmt":"2015-03-22T01:12:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=9331"},"modified":"2015-04-20T13:58:50","modified_gmt":"2015-04-20T11:58:50","slug":"logbuch-thailand-ueberraschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=9331","title":{"rendered":"Logbuch Thailand &#8211; \u00dcberraschung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sawadee khrap. Ein neuer Tag. Durch das Schreiben ist es gestern doch recht sp\u00e4t geworden, in mein Zimmer drang noch das vereinzelte Knattern der Boote, w\u00e4hrend ich in meinem Saft schwitzte und versuchte zu skypen, allein das Wlan war zu schwach. Dann \u00fcbermannte mich ein tiefer, traumloser Schlaf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich f\u00fchlte mich leicht ger\u00e4dert, trank einen Schluck Wasser und knabberte an einem Sesamkeks, den ich noch aus dem Flieger in China hatte. Nach hiesiger Zeit war es 7:30, das hei\u00dft: Raus in die warme Welt. Aber gem\u00e4chlich. Nach einer Zigarette am Fluss, ging ich fr\u00fchst\u00fccken, Kaffee und M\u00fcsli hatten sich bew\u00e4hrt, dabei besch\u00e4ftigte ich mich mit der Weiterreise. Die erste Idee lautete, Richtung Koh Chang zu fahren. Da diese Insel jedoch f\u00fcr eine Rundreise etwas abseits liegt, entschloss ich mich, Richtung Ranong zu orientieren. An der Westk\u00fcste, direkt neben Myanmar gelegen, vielleicht eine sch\u00f6ne n\u00e4chste Etappe. Von dort fahren Boote auf kleine Inseln, eine weitere Station k\u00f6nnte Krabi weiter s\u00fcdlich sein. Letztlich muss ich mich am 17. April wieder in Bangkok einfinden, dann geht der Flieger Richtung Heimat. Zuvor b\u00f6te sich die letzten Tage Chiang Mai im Norden an, dann wird hier auch der Jahreswechsel gefeiert, dem Vernehmen nach, ein Spektakel. Aber bis dahin sind es noch vier Wochen, erstmal schauen, was nachher passiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine wunden Oberschenkel waren alles andere als geheilt, aber der Versuch eines Spazierganges muss drin sein, zumal auf dem geplanten Weg zum Wat Pho einige Wasser-Haltestellen auf dem Weg liegen. Ich erreiche ein Pier, das Boot mit der orangenen Flagge legt jedoch bei meiner Ankunft gerade ab, 30 Minuten warten oder weiter gehen? \u00dcberm\u00fctig gehe ich weiter, spaziere am Ufer entlang und an der Mensa einer Universit\u00e4t vorbei, leider bin ich nicht mehr hungrig. Flo hatte mir geraten, einmal in einer Mensa zu essen, immerhin wei\u00df ich jetzt wenigstens, wo eine ist. Kurz danach l\u00f6se ich ein Boots-Ticket, und wundere mich, dass es nur drei Baht kostet; eigentlich w\u00e4ren 15 f\u00e4llig. Als ich die Sperre passiere, wei\u00df ich auch, weshalb: Ich habe eine Fluss \u00dcberfahrt erwischt, ein reizvoller Gedanke, aber nicht mein Ziel. Aber es gibt kein Zur\u00fcck, die junge Dame am Schalter ist \u00fcberzeugt, dass alles stimmt. Im End kommt die F\u00e4hre und ich schipper \u00fcber den Fluss, war klar. Never trust a stranger. Vor allem keinem Fremden. Ich habe gelesen, ehe der Thai sein Gesicht verliert, \u00fcberl\u00e4sst er mich meinem Schicksal. Aber das ist nicht weiter tragisch. Zumal mich auf der anderen Seite direkt am Pier ein riesiger Markt erwartet. Es dampft, es brutztelt, bunte Klamotten h\u00e4ngen in zig St\u00e4nden und ich verliere mich zwischen all diesen Sachen. Fremde sind hier keine, die Preise sind ausgezeichnet ausgezeichnet. Noch kaufe ich nichts, aber wer wei\u00df, wie es am Ende meiner Reise aussieht. Obwohl, ein buntes M\u00fcnzportemonnaiechen wechselt f\u00fcr 20 Baht den Besitzer. Manchmal schickt dich dieses gro\u00dfe Etwas genau dahin, wo du hin willst, ohne dass du es wei\u00dft. Wenn man es erkennt, hat man Gl\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alsbald bringt mich eine weitere F\u00e4hre zur\u00fcck auf die belebtere Seite der Stadt, wobei mir der andere Teil bislang recht gut gef\u00e4llt, die Reisenden besuchen die Sehensw\u00fcrdigkeiten, dr\u00fcben ist vermeintlich unspektakul\u00e4rer Alltag, dessen Erscheinungsformen jedoch f\u00fcr das europ\u00e4ische Auge hochinteressant sind. Zumindest f\u00fcr meines.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich laufe Richtung Tempel, lasse den K\u00f6nigspalast erneut links liegen, meine Beine machen sich bemerkbar, doch schleppe ich mich die paar Schritte weiter zum Wat Pho. Das markanteste an diesem Tempel ist sicherlich der liegende Buddha, ganz in Gold erstreckt er sich durch eine ganze Halle. \u00dcberall wird fotografiert, die Buddhisten spenden M\u00fcnzen in eine Reihe von schwarzen Spendent\u00f6pfen. Weiter hinten in den kleineren Tempeln wird es ruhiger, kleinere goldene Buddhas unterschiedlichster Form sind in den R\u00e4umen zu sehen, die Anlage aber gemahnt ans Chinesische. Dennoch lohnen sich die 100 Baht Eintritt. Der Fremde bekommt sogar noch ein Fl\u00e4schchen Wasser dazu. Hochber\u00fchmt sind hier die Massagen im Tempel, kaum laufe ich an den R\u00e4umlichkeiten vorbei, werde ich auch schon angesprochen. Und da ich auf Ansprachen nicht reagiere, auch auf buddhistische nicht, haben sie soeben einen Kunden verloren. Massageangebote gibt es aber vor allem in meiner gr\u00f6\u00dferen derzeitigen Heimstra\u00dfe an vielen Ecken und Enden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Schritte vom Tempel entfernt, lande ich im El Dorado f\u00fcr Buddhafiguren, deren Dekozwecke laut offizieller Lesart respektlos sind. Aber ein Laden reiht sich an den n\u00e4chsten, gro\u00dfe goldene Buddhas gibt es zu kaufen und kleine goldene Buddhas gibt es zu kaufen. Tausende und Abertausende. Ich fotografiere ein paar. Vielleicht werde ich allen Respektlosigkeiten zum Trotz eines Tages doch einen dieser Kerle in mein S\u00e4cklein stecken. Trotz des fr\u00fchen Nachmittages mache ich mich auf den Heimweg, ich kann schlicht nicht mehr laufen. Durch eins, zwei kleine Zwischenmahlzeiten gest\u00e4rkt, laufe ich an einem Klong entlang, dies sind kleine Kan\u00e4le, die in den Chaio Praya m\u00fcnden. Derweil halte ich Ausschau nach einem Reiseb\u00fcro, finde in der Thanon Phra Sunsen auch eines, nicht all zu weit von meinem Guesthouse entfernt. Da ich jedoch zuvor noch einmal im Netz recherchieren will, merke ich es mir und stehe eine viertel Stunde sp\u00e4ter unter der Dusche. Das Wasser ist nicht hei\u00df, aber es reicht bei der Hitze v\u00f6llig aus, meine Nivea Creme ist anschlie\u00dfend Balsam auf die geschundenen Beine.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erneut sitze ich am Fluss, Bootchen schippern vorbei, ich mache mich schlau, was die Busverbindungen nach Ranong angeht, k\u00f6nnte online sogar buchen. Allerdings geht die Reise 16 km entfernt von mir los, das wird keinen Spa\u00df machen. Da ich um 12 Uhr auschecken muss, m\u00fcsste ich entweder mit Rucksack den Tag verbringen, oder aber recht fr\u00fch nach drau\u00dfen fahren. Beides nur im Notfall. Der trifft aber nicht ein, das findige Netz verweist mich an ein kleines Reisb\u00fcro in meiner N\u00e4he, von wo die Busse auch abfahren, bevor sie am Southern Terminal halten. Das w\u00e4re es ja. Da mir jetzt alles an Hose zuviel ist, wickel ich mir meinen uralten Sarong um die Beine, der eigentlich als Strandtuch oder Bettlaken gedacht ist und marschiere los. Ich sehe zwar aus, wie der letzte wei\u00dfh\u00e4utige Hippie, aber ich kann unbeschwert laufen, Zumindest halbwegs. Keine zwanzig Minuten sp\u00e4ter erreiche ich das Reiseb\u00fcro, es ist in der Tat das gleiche, an dem ich ein paar Stunden zuvor schon gestanden habe. Die Air Condition l\u00e4uft, ich komme mir vor, wie im K\u00fchlhaus. Einen Tag mit AC und ich liege mit einer Erk\u00e4ltung flach. Aber f\u00fcr die kurze Zeit der Buchung ist es auszuhalten und es l\u00e4uft perfekt. Der Bus f\u00e4hrt um sieben Uhr abends tats\u00e4chlich hier ab und ich kann nach dem Auschecken meinen Rucksack abgeben. Das macht es morgen um L\u00e4ngen angenehmer. Damit ist also das Ende meiner ersten Zeit in Bangkok gekommen, morgen Abend dann: Ranong.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber der heutige Abend brachte eine gro\u00dfe \u00dcberraschung. Yves, mit dem wir beim Ausw\u00e4rtskick der Eintracht in Genua in der Stadt am Wasser auf einem Ponton ein paar Bierchen getrunken haben, hatte mich auf Grund meines Blogs angefunkt &#8211; und er ist zum gleichen Zeitpunkt wie ich in Bangkok. Klar treffen wir uns. P\u00fcnktlich um sechs laufe ich an die Ecke zur Thanon Samsen und trinke an dem kleinen Teew\u00e4gelchen einen Thai-Tee und halte nach Yves Ausschau. Es dauert auch nicht lange und schon biegt ein Taxi um die Ecke. Gude, das gibt&#8217;s doch nicht. Yves war in Myanmar und fliegt morgen zur\u00fcck nach Frankfurt, sein letzter Abend in Thailand, meiner vorerst in Bangkok. Wir beschwatzen unsere Erlebnisse und marschieren anschlie\u00dfend \u00fcber die Br\u00fccke Rama VIII. Der Chao Ph<span style=\"line-height: 1.5;\">raya gl\u00e4nzt in die Nacht, bunt beleuchtete Ausflugsboote mit Musik tackern den Fluss hoch und runter, am anderen Ufer treffen sich die Thais am Wasser. Alleine, zu weit, in Gr\u00fcppchen sitzen sie auf den Treppenstufen und futtern, was die nahe gelegenen St\u00e4nde hergeben. Wir tun es ihnen gleich und ordern gegrillten Octopus, setzten uns auf die Stufen. Die erste Portion kommt, die zweite leider nicht. Wir bestellen erneut und sind in die Inflation geraten. Die Teilchen sind urpl\u00f6tzlich 20 Baht teurer geworden, wir nehmen es hin und futtern und schwatzen. Schiffe m\u00e4andern vorbei, und eine Spezialit\u00e4t scheint etwas in T\u00f6pfen zu sein, die auf kleinen Tonblument\u00f6pfen, gef\u00fcllt mit gl\u00fchender Kohle, vor sich brutscheln. Mehere Personen essen aus einer Schale, das werde ich machen, wenn ich demn\u00e4chst mit Pia hier bin.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verlassen das Ufer und wandern \u00fcber die Br\u00fccke zur\u00fcck. Mit jedem Moment, in dem du hier bist, erkennst du Dinge, die dir eben noch gar nicht aufgefallen sind. Angeleuchtete Tempel, ein kleiner Fu\u00dfballplatz, ein neuer Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Feier des Tages planen wir eine Massage. Der erste Laden ist gef\u00fcllt, der zweite bittet uns drei\u00dfig Minuten zu warten. Abwarten und Tee trinken, das machen wir, unser Teestand ist nur f\u00fcnf Meter entfernt. Etwas sp\u00e4ter werden Yves F\u00fc\u00dfe f\u00fcr die Fu\u00dfmassage gewaschen, w\u00e4hrend ich auf einer Liege liege und meinen R\u00fccken und den Kopf massieren lasse, ich gleite ins Reich wohliges Wohlbefinden und bin eine Stunde sp\u00e4ter leicht benebelt. Gl\u00fccklich sehen wir uns wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider ist nach Mitternacht der Bierverkauf au\u00dferhalb von Kneipen untersagt, so begleite ich Yves noch ein paar Meter, bis er sich ein Taxi nimmt und in seine Unterkunft zur\u00fcck rauscht. Ich werfe noch einen Blick auf den Fluss und falle todm\u00fcde in meine Koje. \u00dcber Nacht laden meine Akkus, die elektrischen und die physischen dazu. Leider habe ich wieder nur unzureichendes Netz, mit Pia zu skypen f\u00e4llt wieder flach. Aber ich denke an sie und das Rauschen der Nacht wiegt mich in den Schlaf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sawadee khrap. Ein neuer Tag. Durch das Schreiben ist es gestern doch recht sp\u00e4t geworden, in mein Zimmer drang noch das vereinzelte Knattern der Boote, w\u00e4hrend ich in meinem Saft schwitzte und versuchte zu skypen, allein das Wlan war zu schwach. 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