{"id":8946,"date":"2015-01-23T12:40:01","date_gmt":"2015-01-23T11:40:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=8946"},"modified":"2015-01-23T12:40:01","modified_gmt":"2015-01-23T11:40:01","slug":"die-amateure-der-frankfurter-eintracht-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=8946","title":{"rendered":"Die Amateure der Frankfurter Eintracht \u2013 Teil I"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Du Kappe, geh mal zum Friseur &#8211; Eine Geschichte der Amateure der Frankfurter Eintracht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen 1953 und 2014 stellte Eintracht Frankfurt neben den Vertragsspielern auch eine reine Amateurmannschaft. Deren Heimat war meist der Riederwald, der ein Jahr vor der ersten Teilnahme am Ligabetrieb offiziell eingeweiht wurde. Und da war nat\u00fcrlich immer etwas los.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was haben Bernd H\u00f6lzenbein, J\u00fcrgen Klopp und Jay Jay Okocha mit Billy Ott, Danny Galm oder Rudi Doppel gemeinsam? Die pfiffigen unter uns wissen es nat\u00fcrlich sofort: Sie alle schn\u00fcrten f\u00fcr die Frankfurter Eintracht am Riederwald die Fu\u00dfballschuhe. F\u00fcr die Eintracht Amateure nat\u00fcrlich, deren finales Spiel am 26. Mai 2014 in Koblenz abgepfiffen wurde. Die Anzeigetafel verk\u00fcndete an jenem Tag ein stattliches 0:4. Hunderte mitgereiste Eintrachtfans bejubelten den \u00fcberzeugenden Ausw\u00e4rtssieg und feierten zum letzten Mal die Mannschaft. Kurz zuvor hatte der Verein den R\u00fcckzug der Amateure oder besser U23 oder Eintracht II, wie es seit 2005 hie\u00df, aus dem Spielbetrieb zur Saison 2014\/15 beschlossen. Eine \u00c4ra, die 1953 begonnen hatte, ging nun zu Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von ganz unten &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der allerersten Truppe, die 1953 in der B-Klasse Frankfurt Gruppe 2 an den Start ging, stand mit Hermann H\u00f6fer sogar ein sp\u00e4terer Deutscher Meister. Dabei wollte der hessische Fu\u00dfballverband im Jahr 1952 zun\u00e4chst den Antritt der Amateurmannschaften von Vereinen mit Vertragsspielern im Ligabetrieb verweigern. Erst die Androhung des DFB, den hessischen Startplatz bei der Deutschen Amateurmeisterschaft zu streichen, brachte ein Einsehen, der Weg war geebnet. Am Ende der ersten Saison wurden die Amateure souver\u00e4n Meister. Neben einem Torverh\u00e4ltnis von 123:18 standen 49:3 Punkte zu Buche. Auch im folgenden Jahr sollte der Eintrachtnachwuchs aufsteigen. Diesmal im Kader mit dabei: Hansi Eigenbrodt. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter wurde auch er mit der ersten Mannschaft Deutscher Meister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis 1965 tummelten sich die Amateure der Eintracht in der 2. Amateurliga Frankfurt-West. 1965 qualifizierten sie sich f\u00fcr die neue Gruppenliga S\u00fcd, um 1969 erstmals in die Hessenliga aufzusteigen. Von 1969 an spielten sie bis 2008 nahezu durchweg in der Hessenliga, die 1978 in Oberliga Hessen umbenannt wurde. Diese war bis 1994 die dritth\u00f6chste deutsche Spielklasse. Gleich im ersten Jahr in der Hessenliga wurden die Amateure Hessenmeister und qualifizierten sich f\u00fcr die Deutsche Amateurmeisterschaft. Konnten sich die Jungs unter Trainer Udo Klug in der ersten Runde noch gegen Victoria Hamburg durchsetzen, so war in der zweiten Runde gegen die Braunschweiger Eintracht Schluss, zwei 0:1 Niederlagen stehen seither in den Geschichtsb\u00fcchern. Sogar im S\u00fcddeutschen Pokal sind die Amateure in dieser Saison angetreten, da sie 68\/69 den Hessenpokal gewonnen hatten. Nach einem 1:0 gegen den KSC war nach dem 0:4 gegen den OFC jedoch Endstation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unterbunden war die Zeit in der Hessenliga von 1969 bis 2008 nur durch zwei einj\u00e4hrige Intermezzi in der Regionalliga S\u00fcd 1995\/96 und 2002\/2003. Zum Verst\u00e4ndnis: Von 1963 bis 1974 waren die Regionalligen die zweith\u00f6chsten Ligen. Mit Einf\u00fchrung der zweiten Liga 1974 wurden die Regionalligen abgeschafft und zwanzig Jahre sp\u00e4ter wieder als dritth\u00f6chste Klasse etabliert. Mit der Einf\u00fchrung der neuen dritten Liga im Jahr 2008 war die Regionalliga nur noch die vierth\u00f6chste Spielklasse, die Hessenliga gar die f\u00fcnfte. Dort aber sind die Amateure nie angetreten. Seit 2008 spielten sie konsequent in der Regionalliga S\u00fcd, die 2012 zur Regionalliga S\u00fcdwest umstrukturiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hier fehlen die Perspektiven<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswert der erste Aufstieg in die Regionalliga 1995. In der Oberliga Hessen lieferte sich das Team um Coach\u00a0Rudi Bommer und Torh\u00fcter Oka Nikolov ein Kopf an Kopf Rennen mit dem SC Neukirchen. Als Bommer sich beim Spiel in Lohfelden f\u00fcrchterlich \u00fcber einen ungerechtfertigten Platzverweis von Thomas Sobotzik ereiferte, wurde er vom Schiedsrichter auf die Trib\u00fcne verbannt. Mit Folgen. Der Hessische Fu\u00dfballverband verdonnerte ihn zu einer Geldstrafe von 250 DM. Schiedsrichter xxx (Name der Redaktion bekannt) hatte folgenden Sachverhalt zu Protokoll gegeben: &#8222;In der zweiten Halbzeit wurde der Trainer von Eintracht Frankfurt nach mehrmaliger Reklamation an dem SR-Gespann auf die Trib\u00fcne geschickt. Nach dem Spiel sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt &#8218;Du Kappe, lass dir mal die Haare schneiden&#8216; zu dem Schiedsrichter.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die ausgesprochene Geldstrafe wird dem Unrechtsgehalt der sportlichen Verfehlung gerecht<\/em> stand anschlie\u00dfend in der Urteilsbegr\u00fcndung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eintracht aber lie\u00df sich nicht beirren. Am Ende der Saison lagen Neukirchen und die Amateure punktgleich in der Tabelle vorn. Da das Torverh\u00e4ltnis nicht gewertet wurde, musste ein Entscheidungsspiel her. Im Gie\u00dfener Waldstadion unterlag die Eintracht sang- und klanglos mit 0:4. Immerhin sollte es f\u00fcr die Amateure noch eine weitere Chance zum Aufstieg geben, im Relegationsspiel gegen den Zweiten aus Baden-W\u00fcrttemberg, den VfR Pforzheim, der als Favorit ins Rennen ging. 1.100 Zuschauer sahen in Sandhausen einen \u00fcberragenden Matthias Hagner, dessen drei Tore doch noch f\u00fcr den Aufstieg der Eintracht sorgten, der Anschlusstreffer in der 85. Minute kam f\u00fcr die Pforzheimer zu sp\u00e4t. &#8222;Drei Treffer, die sein Team nicht nur in die dritte Liga f\u00fchrten, sondern gleichzeitig seine Abschiedsvorstellung waren. &#8218;Hier fehlen die Perspektiven&#8216; sagte Hagner, der seinen Vertrag bei der Eintracht gek\u00fcndigt hat&#8220; konnte man anschlie\u00dfend im kicker lesen. Soweit kam es dann doch nicht. In der folgenden Saison wurde Hagner sowohl bei den Amateuren als auch bei den Profis bester Torsch\u00fctze der Eintracht. Genutzt hat es jedoch nur wenig, beide Mannschaften stiegen in der Saison 95\/96 als Tabellensiebzehnter ab. Die Profis waren erstmals in ihrer Geschichte nicht mehr erstklassig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dieser Text und die folgenden sind in leicht anderer Fassung erstmals in der <a href=\"http:\/\/www.eintracht-frankfurt.de\/fileadmin\/upload\/sportarten\/FuFA\/Diva_vom_Main\/Diva_17\/diva_17_web_titel.pdf\" target=\"_blank\">Diva 3\/2014<\/a> erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Du Kappe, geh mal zum Friseur &#8211; Eine Geschichte der Amateure der Frankfurter Eintracht Zwischen 1953 und 2014 stellte Eintracht Frankfurt neben den Vertragsspielern auch eine reine Amateurmannschaft. Deren Heimat war meist der Riederwald, der ein Jahr vor der ersten Teilnahme am Ligabetrieb offiziell eingeweiht wurde. 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