{"id":8612,"date":"2015-01-06T10:30:23","date_gmt":"2015-01-06T09:30:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=8612"},"modified":"2015-01-06T10:48:27","modified_gmt":"2015-01-06T09:48:27","slug":"fahr-rad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=8612","title":{"rendered":"Fahr Rad"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt ja hervorragende Bloggerkollegen, die immer mal wieder einen Beitrag \u00fcber das ungeh\u00f6rige Verhalten der Radler im Stra\u00dfenverkehr einstellen. Das Stadtkind hat <a href=\"http:\/\/www.stadtkindfrankfurt.de\/2014\/02\/27\/this-is-how-they-roll-in-frankfurt\/\" target=\"_blank\">hier <\/a>dar\u00fcber berichtet, der kiezneurotiker <a href=\"http:\/\/kiezneurotiker.blogspot.de\/2013\/08\/ein-herz-fur-fahrradnazis.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>. Ein PI der Radhasser gab&#8217;s ne zeitlang <a href=\"http:\/\/kampfradlerwatcher.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>. Berlin und Frankfurt scheinen sich da nichts zu nehmen. Ist der Fahrradfahrer also der Salafist der Blogger. Blogefahra?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin ja oft und gerne mit dem Rad unterwegs. Jedoch auch zu Fu\u00df. Mit dem Auto. Und fr\u00fcher auch mit dem Motorrad. Kurz: Ich bin gerne unterwegs. Und ich gebe es zu. Ich fahre auch auf B\u00fcrgersteigen. Das ist reiner Selbstschutz. Zwischen Stra\u00dfenbahnen, Pflastersteinen, abrupt endenden Radwegen und telefonierenden Blondchen in \u00fcbergro\u00dfen PKWs ist der B\u00fcrgersteig oftmals die einzige M\u00f6glichkeit, als Radler in der Stadt zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich gibt es die Trottel. Die mit Anzug und Helm stoisch auf der Fahrbahn gondeln und den breiten Radweg nebenan g\u00e4nzlich ignorieren. Oder die Speedmacher, denen alles im Weg ist, sogar ihr eigenes Leben. Die gro\u00dfe Mehrzahl aber bahnt sich ihren Weg durch die Stadt vor allem mit dem Hintergrund, allem aus dem Weg zu gehen, was die eigene Sicherheit gef\u00e4hrdet. Und dies m\u00f6glichst effizient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn jeder Radfahrer lernt zwangsl\u00e4ufig vorausschauend zu fahren, da ihm jeder Fehler der anderen zum Verh\u00e4ngnis werden kann. Dem Autofahrer kann das egal sein. R\u00fcckw\u00e4rts aus der Parkl\u00fccke? Logo, wenn&#8217;s knallt, bin ich versichert. Mal schnell rechts abbiegen? Klar. Wenn sich dabei ein Fahrradfahrer unter die Auspuffrohre wickelt, zahlt&#8217;s die Krankenkasse, Hauptsache keine Kratzer an der Kiste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Frankfurt gibt seit einiger Zeit f\u00fcr Radler in einigen Einbahnstra\u00dfen die Vorgabe, entgegen der Autofahrtrichtung fahren zu m\u00fcssen. Hat man ja fr\u00fcher eh gemacht. W\u00e4hrend der Autofahrer gemeinhin gnadenlos sein Recht beansprucht und selbstverst\u00e4ndlich die Stra\u00dfe entlang brettert, k\u00e4mpft der Radler hingegen schon vom ersten Moment an mit Schuldgef\u00fchlen. Und mit der Idiotie der anderen. Und um sein Leben. Selbstverst\u00e4ndlich ist man der Depp, wenn Fu\u00dfg\u00e4nger ohne zu schauen auf die Stra\u00dfe spazieren, am besten noch mit K\u00f6ter an der 10 Meter Leine und man voll in die Eisen geht, um nicht per Salto \u00fcber den Lenker zu wuppen. Selbstverst\u00e4ndlich bremst man ab, wenn einem ein Einfamilienhaus auf R\u00e4dern entgegen kommt, dessen Lenker wahrscheinlich gar nicht wei\u00df, dass die Kiste auch bremsen kann. Das nat\u00fcrliche Recht des Autofahrers besteht aus freier Fahrt auf allen Wegen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sind Hindernisse, die aus dem Weg ger\u00e4umt geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am allerbesten sind die Horste, die dem Radfahrer absichtlich den Weg verengen, obgleich noch genug Platz f\u00fcr beide w\u00e4re, nur um ihn zu disziplinieren. Und das, obgleich der Radler vorschriftsgem\u00e4\u00df unterwegs ist. Das Paradebeispiel in Frankfurt daf\u00fcr ist die Wiesenstra\u00dfe in Bornheim. So wie neulich. Ich z\u00f6ckel mit meinem 50 Jahre alten Rad mit Einkaufsk\u00f6rbchen auf dem Gep\u00e4cktr\u00e4ger die Wiesenstra\u00dfe hoch. Nat\u00fcrlich parken etliche Spacken im absoluten Halteverbot &#8222;Nur ganz kurz&#8220; und verengen die Stra\u00dfe mehr als n\u00f6tig. Von oben kommt mir so ein Tanker entgegen. kaum sieht er mich, lenkt er n Tacken nach links, um die Stra\u00dfe dicht zu machen. Er gl\u00fcht schon jetzt. Es wird eng, ich mache langsam, er dr\u00fcckt mich mit unver\u00e4nderter Geschwindigkeit fast an die B\u00fcrgersteigkannte. Was macht der geneigte Radler? A: Sich klein und B: Reflexartig an die Scheibe rotzen, der Tritt in die T\u00fcr kann teuer werden. Ok, dass die Scheibe unten war, habe ich erst sp\u00e4ter gesehen. Nat\u00fcrlich bremst der Vogel, w\u00e4hrend ich noch zitternd am B\u00fcrgersteig stehe, steigt aus und bl\u00e4st sich auf. Nat\u00fcrlich ist er mit mir gleich per Du, ich verstehe nur: &#8222;Verboten und aufs Maul&#8220;. Mit Argumenten brauche ich nicht zu kommen. Er will gar nicht wissen, dass ich hier fahren durfte, er will gar nicht wissen, dass es sogar im Falle einer Regelmissachtung meinerseits bei entsprechendem Entgegenkommen locker f\u00fcr beide gereicht h\u00e4tte. Er bl\u00e4st sich auf, die Augen treten aus den H\u00f6hlen, die Faust geht hoch, er textet mich wutentbrannt zu. Ich habe nur zwei M\u00f6glichkeiten. Ohne Worte ihm sofort eins auf die Nase zu geben oder sofortige innere Emigration. Wie meist entscheide ich mich f\u00fcr Letzteres. Ein bisschen Gep\u00f6bel und das war&#8217;s. Ein anderer Radler, der das Ganze mit angesehen hat, beruhigt mich. Zitternd fahre ich weiter. Klassiker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist v\u00f6llig absurd, als Radler auf seinem Recht zu bestehen, es w\u00fcrde nach einem Tag entweder in der Unfallklinik oder auf dem Friedhof enden. Macht mal den Versuch. Fahrt nur mal an einem Tag an der Ampel geradeaus, ohne auf den Wagen nebenan zu achten, der nach rechts abbiegt. Fahrt mal sorglos auf dem Fahrradweg ohne darauf zu achten, welcher Beifahrer im Begriff ist, die T\u00fcr zu \u00f6ffnen. Fahrt mal entgegen der Einbahnstra\u00dfe ohne auf die zu achten, die im Begriff sind, den B\u00fcrgersteig zu verlassen. Fahrt mal mit Schmackes auf den Radwegen in der City. Ruckzuck hast du eine Selfiepappnase umgenietet. Oder klebst an der Beifahrert\u00fcr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In all den Jahrzehnten habe ich allerdings auf dem Rad noch nie gro\u00dfartige Auseinandersetzungen mit Fu\u00dfg\u00e4ngern oder anderen Radlern gehabt &#8211; au\u00dfer einmal im Jahr mit den Deppen, die gewaltsam auf ihrem Recht bestehen. Das sind die Fu\u00dfg\u00e4nger, die dich auf dem B\u00fcrgersteig schon von weitem sehen und die die letzte Minute nur dich im Visier hatten, um in allerletzter Sekunde dir absichtlich vor die Speichen zu laufen, um in allerallerletzen Sekunde wieder zur\u00fcckzuziehen, nur um zu beweisen, WIE gef\u00e4hrlich dein Verhalten gerade ist &#8211; obgleich es noch nicht einmal guten Willens bedurfte, diese Gefahr nicht mal im Ansatz entstehen zu lassen. Oder die Radler, die dir auf dem Radweg entgegen kommen, weil du nicht einsiehst, f\u00fcnf Kreuzungen zu \u00fcberqueren, nur um auf der richtigen Seite zu fahren, da der Radweg breit genug f\u00fcr drei ist. Siehe auch: Miquelallee. Da kommt er dann, der Allesrichtigmacher, dr\u00e4ngt dich zur Seite &#8211; und hat RECHT. Fick dich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber in den allermeisten F\u00e4llen, sogar auf der Zeil, umgondelt man Gefahren, macht langsam, klingelt kurz bei Bedarf oder ruft l\u00e4ssig &#8222;Obacht&#8220;, bedankt sich und f\u00e4hrt seines Wegs. So mache ich es, so machen es die meisten und so kommen wir damit eigentlich ganz gut durch, vorausgesetzt die Neurotiker haben mal kurz Sendepause. Noch nie hat ein Radfahrer eine Kreuzung zugestellt, noch nie in zweiter Reihe auf dem Radweg geparkt und noch nie ist einer r\u00fcckw\u00e4rts aus einer Einfahrt auf die Stra\u00dfe geschossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Radfahrer kann sich in relativer Entspanntheit seine Freiheit nehmen. Freiheit. Er kann rote Ampel ignorieren, auf dem B\u00fcrgersteig fahren und Abk\u00fcrzungen nehmen, ohne jemanden au\u00dfer sich selbst zu gef\u00e4hrden, weil er gelernt hat, aus Selbstschutz R\u00fccksicht zu nehmen. Und anstatt es dem Autofahrer beizubringen, aus Selbstschutz R\u00fccksicht zu nehmen, l\u00e4uft die Choose genau andersrum. Die Freiheit wird weiter eingeschr\u00e4nkt. Das darf man nicht, dies wird strenger kontrolliert, hier muss noch geg\u00e4ngelt werden und da noch verboten. Die Folge sieht man dann im Stra\u00dfenverkehr: Die Volltrottel sehen nicht zu, wie sie elegant f\u00fcr alle durchkommen, nein sie beharren auf ihrem beschissenem Recht. Und daf\u00fcr scheinen dann alle Mittel recht. Wie im richtigen Leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt ja hervorragende Bloggerkollegen, die immer mal wieder einen Beitrag \u00fcber das ungeh\u00f6rige Verhalten der Radler im Stra\u00dfenverkehr einstellen. 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