{"id":6475,"date":"2013-11-11T16:01:08","date_gmt":"2013-11-11T15:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=6475"},"modified":"2019-08-10T09:29:09","modified_gmt":"2019-08-10T07:29:09","slug":"mit-der-eintracht-nach-israel-der-dritte-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=6475","title":{"rendered":"Mit der Eintracht nach Israel \u2013 Der dritte Teil"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Yad Vashem<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon fr\u00fch am Morgen war ich wieder auf den Beinen und holte mir den Schl\u00fcssel zu meinem Fahrrad ab, das sich f\u00fcr die Fahrt zum Treffpunkt so bew\u00e4hrt hatte. Auf der Dachterrasse bot sich das gleiche Bild wie am Morgen zuvor, auf den Sofas schnarchten die Reste der Nacht, ich rauchte und schenkte mir das Fr\u00fchst\u00fcck, welches ich in Old Jaffa nachholte. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaffee, Croissants und zum Abschluss ein Granatapfelsaft verschafften mir die n\u00f6tige Kraft, einen hochinteressanten Tag zu \u00fcberstehen, immerhin stand heute eine erneute Fahrt nach Jerusalem auf dem Programm. Das Ziel war nun nicht die Altstadt, sondern Yad Vashem, die gr\u00f6\u00dfte Gedenkst\u00e4tte des Holocausts, der Shoa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst radelte ich den altbekannten Weg an der Strandpromenade entlang, um meinen Blick auf Steinen sitzend \u00fcber das Meer schweifen zu lassen, die Wellen rauschten leise, die ersten Schwimmer tapsten ins Wasser, hinter mir brauste der Verkehr. Gem\u00e4chlich brach ich ein Weilchen sp\u00e4ter auf und fuhr hinter zum Carlton Hotel, unterwegs traf ich Ruth und Holger in heller Aufregung: Die geplante Location f\u00fcr die Bembelbar war gecancelt und der Apfelwein noch nicht \u00fcber den Zoll \u2013 von daher wartete f\u00fcr beide statt Strandleben oder Bildungsurlaub nun Organisation mit ungewissem Ausgang. Dann traf ich Thomas von der FuFa, der nun auch angekommen war, auch Christian, der schon gestern mit dabei war. Ich verschloss mein Rad an einem B\u00fcgel und traf auf ein munteres Tr\u00fcppchen, welches sich vom gestrigen unterschied. Manch einer fehlte, manch einer war neu dabei. Sebastian und Simon, die gestern noch mit dem Bus durch die Stadt geeiert sind, hatten sich nun auch ein Fahrrad geliehen. Obgleich bei einem zun\u00e4chst die Kette einen Abgang gemacht hatte und bei einem anderen die Pedale zerbrochen war, hatten sie es geschafft, p\u00fcnktlich zu sein. Und nahezu p\u00fcnktlich fuhren wir los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist Israel undenkbar ohne den Holocaust, die in der Ausrottung der Juden der Welt gipfelnde Diskriminierung der Juden durch die deutschen Nationalsozialisten. Erst durch einen Vortrag von Moshe Zimmermann im Eintracht-Museum war ich auf die Gedenkst\u00e4tte Yad Vashem aufmerksam geworden, um so dankbarer war ich dem Fanprojekt, dass es im Rahmen des Europapokalspieles eine Reise dorthin anbot \u2013 auch wenn die Heiterkeit zunehmend einer des Dramas angemessenen Ernsthaftigkeit wich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die A1 rollte unser hochmoderner Bus erneut nach Jerusalem, bis wir Yad Vashem erreichten. Dort angekommen traf ich auf schusch und Miriam, die den heutigen Tag f\u00fcr einen Ausflug genutzt hatten, sie waren schon in der Gedenkhalle gewesen und brachen nun auf in die Altstadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem Eingangstor lagerte eine Gruppe Soldaten, junge bildh\u00fcbsche M\u00e4dchen, starke Burschen, allesamt in gr\u00fcner Uniform mit umgeh\u00e4ngten Maschinengewehren \u2013 \u00fcberhaupt ein allgegenw\u00e4rtiges Bild in Israel, das aber erstaunlicherweise auch von mir wenig bedrohlich empfunden wurde. Die meisten waren Wehrpflichtige im Rahmen des mehrj\u00e4hrigen Milit\u00e4rdienstes, dessen Ende sp\u00e4ter an den Str\u00e4nden Indiens ausgiebig gefeiert wird. Die heutige Gruppe st\u00e4rkte sich mit Sandwiches, sie waren hier nicht zur Bewachung, sondern wie es schien gleichfalls zur Besichtigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Yad Vashem ist nicht nur Gedenk-, sondern gleichfalls Forschungsst\u00e4tte; ein zentraler Punkt ist das Holocaust-Museum \u2013 doch das Gel\u00e4nde ist weitl\u00e4ufig: Freie Fl\u00e4chen mit f\u00fcr uneigenn\u00fctzige Lebensretter gepflanzten B\u00e4umen, Erinnerungen an die Helden des Widerstandes, an die M\u00e4rtyrer, an das Gedenken der ermordeten Kinder, an das Warschauer Ghetto und einer gro\u00dfen Halle der Erinnerung \u2013 sowie vieles mehr. Der erste Eindruck wirkt nicht ganz so bedr\u00fcckend wie bef\u00fcrchtet, \u2013 was wom\u00f6glich im Gegensatz zu einem Besuch der Konzentrationslagern daran liegt, dass dieser Ort kein Ort der tats\u00e4chlichen Geschichte ist. Hier ist nichts passiert, die Gegenwart der Massenvernichtung scheint abstrakt, der Boden im Vergleich zu Auschwitz nicht blutgetr\u00e4nkt &#8211; doch nat\u00fcrlich kreisen die Gedanken unaufh\u00f6rlich um das Geschehene, um das Unvorstellbare.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, bekamen Kopfh\u00f6rer in die Hand gedr\u00fcckt, denn nat\u00fcrlich sind etliche Gruppen unterwegs und wenn jede F\u00fchrung lautstark von statten gehen w\u00fcrde, w\u00e4re die Atmosph\u00e4re durch die Worte entw\u00fcrdigt. So spricht hier der und in unserem Falle <i>die<\/i> F\u00fchrende leise in ein Mikrophon und wir lauschten ergriffen durch die Kopfh\u00f6rer \u2013 schon bei den ersten Schritten, die uns in die Allee der Gerechten unter den V\u00f6lkern f\u00fchrte. Unser Guide war eine junge Israelin, Sheera, die uns klug in die unvorstellbare Geschichte des Holocausts einf\u00fchrte. In der Allee der Gerechten unter den V\u00f6lkern werden B\u00e4ume f\u00fcr diejenigen gepflanzt, die uneigenn\u00fctzig und unter Lebensgefahr Juden vor der drohenden Vernichtung gerettet hatten. Zwiesp\u00e4ltig erscheint hier die Person Oskar Schindlers, der zwar Hunderten das Leben gerettet tat, aber zun\u00e4chst auch als Mitglied in der NSDAP von der Zwangsarbeit der Juden profitierte. Ein geplanter Baum f\u00fcr ihn wurde in den 60er Jahren abgelehnt, erst mit Erscheinen des Spielberg-Filmes Schindlers Liste wurde f\u00fcr ihn und seine Frau ein Baum gepflanzt. Schindler liegt heute in Jerusalem begraben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Yad Vashem, Denkmal und Name so die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung, will erinnern, forschen, erziehen und dokumentieren \u2013 f\u00fcr uns Deutsche ist ein Gang durch das Gel\u00e4nde nat\u00fcrlich ein besonders schwerer, und wenn wir deutscher Sprache begegnen, dann in Propagandareden, auf Plakaten und Dokumenten der NS-Zeit \u2013 Hinweise aber sind auf hebr\u00e4isch oder englisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Station im Museum ist eine filmische Hommage an das j\u00fcdische Leben in der Vorkriegszeit, das Leben im Schtetl, unbeschwert und nicht zwingend religi\u00f6s \u00fcberladen der Alltag, auch der Kinder \u2013 nicht ahnend, was auf sie zukommen wird. Schon beim n\u00e4chsten Bild verharrten wir. Ende 1944 in Estland, aufgenommen von den Soviets. Schon als der Kriegs aussichtslos schien, verfolgten die Nazis die Endl\u00f6sung. Wir sehen auf einem Foto ermordete Juden, dar\u00fcber eine Schicht Baumst\u00e4mme, dar\u00fcber eine Lage Leichen, dar\u00fcber Baumst\u00e4mme. Ein Scheiterhaufen, der angez\u00fcndet werden sollte, um Spuren zu vernichten, alleine die vorr\u00fcckende Rote Armee veranlasste die Nazis zur Flucht, sie kamen nicht mehr dazu, die Spuren der Verbrechen zu beseitigen. Sheera wiederholte immer wieder die entscheidende Frage: Wie konnte dies geschehen, wie kann das sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Massenph\u00e4nomen und Prozess. Diese Begriffe geben Hinweise auf die Vernichtungswelle, deren Urspr\u00fcnge weder religi\u00f6s noch geplant waren. Anstelle des Judentums sollte keine andere Religion treten, der Antisemitismus trug kein kirchliches Gewand. Juden standen f\u00fcr die Nazis als Vertreter des Finanzkapitals, und auch f\u00fcr den Kommunismus, daraus etablierte sich das Feindbild, nicht zuletzt geschaffen durch Massenaufl\u00e4ufe, fackelbeleuchtet, fahnenumrankt, redenbegleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kann in meinem Bericht nicht ansatzweise darum gehen, den Holocaust zu erkl\u00e4ren, historisch pr\u00e4zise zu sein oder dessen Geschichte aufzuarbeiten, ich kann nur versuchen, Eindr\u00fccke wieder zu geben, Eindr\u00fccke von der schleichenden Entwicklung bis zum Massenmord. Die Entwicklung der Diskriminierung, Ausgrenzung, Vertreibung bis hin zur sich ab 1941 abzeichnenden Massenvernichtung der Juden der Welt. Und da das v\u00f6lkische Weltbild der Nazis eines des Blutes war, so war die Definition des Juden nicht dem Glauben unterlegen (den Glauben kann man wechseln) sondern des Blutes. Das hei\u00dft, wer j\u00fcdisches Blut ob seiner Abstammung in sich trug, war der Vernichtung geweiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 11 Millionen Juden \u00fcberlebten 5 Millionen den Holocaust, 6 Millionen, darunter 1,5 Millionen Kinder wurden hingerichtet, erschossen und final in den Konzentrationslagern industriell vergast. Die Fotos, welches uns das Grauen in den Lagern und Ghettos zeigen, wurden von den Nationalsozialisten selbst produziert, als Dokumente, die das Leben der Juden als erb\u00e4rmlich zeigen, eine Erb\u00e4rmlichkeit, die ihnen die Nazis zugewiesen haben \u2013 schon vor der geplanten Massenvernichtung. Die so entstanden Bilder sollten nachweisen, dass sich der Deutsche dem Juden als \u00fcberlegen erweist, hier der stolze blonde Arier und dort das erb\u00e4rmliche Judenkind, im Dreck im Warschauer Ghetto, zerzaust und ausgemergelt. Seht her, so ist er, der Jude.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich hatte man ihnen alles genommen, zun\u00e4chst die Teilnahme am Alltag, dann die Synagogen, dann die Habseligkeiten, nicht nur in den Ghettos im Osten die Lebensmittel, die W\u00fcrde und am Ende in sorgloser Vernichtung das Leben und die Zukunft. Und da die Entwicklung zur Massenvernichtung nicht vorhersehbar war, so lebte bis zur Erkenntnis dessen die Hoffnung, dass sich die Dinge zum Guten wenden w\u00fcrde. Mit der im Januar 1942 auf der Wannseekonferenz beschlossenen Endl\u00f6sung trieb die Geschichte der Juden auf ihr grausames Ende zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen Kleinigkeiten, Bilder der Liebsten, welche die Vertriebenen und Ermordeten in den Taschen hatten, wir sehen den Alltag im Warschauer Ghetto mit Pflastersteinen und Schienen auf denen die Wagen die Leichen zur finalen Station brachten, Ghettos von den Nazis errichtet und vermeintlich der Selbstverwaltung durch den Judenrat anheim gestellt, wir sehen die Erschie\u00dfungsgr\u00e4ben, die Betten von Auschwitz, in denen es kein F\u00fcnkchen Platz gab, ein Modell der Vernichtung, angefangen beim Anstellen, beim Zusammengepfercht sein, die ausgemergelten, vergasten Leichen, die in die Verbrennungs\u00f6fen geschoben wurden. Wir sehen Zeichnungen der Insassen, bedr\u00fcckende Erinnerungen der Verzweiflung aber auch der Hoffnung. Wir sehen einen heimlich aus Munitionsmaterial gefertigten Kamm, dessen Geschichte umso bedr\u00fcckender ist, als dass wir wissen, dass auch die Frauen kahlrasiert entindividualisert wurden, wir sehen einen handgefertigten Ring mit den Initialen G+H, heimlich gefertigt in der Hoffnung zweier Menschen in einer Zeit nach dem Lager zu heiraten \u2013 eine Hochzeit, die nie zu Stande kam, da er ermordet wurde und wir sehen die Bilder der T\u00e4ter, an denen ich vorbei gehe. Wir sehen Bilder der Befreiung, die einen trotz der geschundenen und ausgemergelten K\u00f6rper gl\u00fccklich, nahezu ausgelassen, die anderen starr und ratlos, ja nahezu bedr\u00fcckt. Denn mit der Befreiung stand die n\u00e4chste Frage im Raum: Wohin?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohin soll ich gehen, wenn niemand meiner Familie mehr lebt, wenn alles, was ich hatte zerst\u00f6rt ist und wenn dort, wo ich herkam diejenigen leben, die das gr\u00f6\u00dfte Verbrechen der Menschheitsgeschichte zu verantworten haben. Wohin?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine dramatische Note der Befreiung beinhaltet die erste Grundversorgung mit Lebensmitteln, wenn ein Mensch nur Haut und Knochen ist und seit langer Zeit nichts oder nur sehr wenig gegessen hat. Wer bringt die Geduld auf, langsam und weiterhin nur sehr wenig zu essen, um den K\u00f6rper an die ersehnte Nahrung zu gew\u00f6hnen. Und so st\u00fcrzte sich manch einer auf das Ungewohnte, der K\u00f6rper vertrug es nicht, der Tod schlug selbst dann zu, als die Befreier die Voraussetzungen zum Leben schafften, welch Tragik: Verreckt, weil es Lebensmittel gab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende unseres Weges betraten wir die <i>Halle der Namen<\/i>. Lassen wir Yad Vashem selbst zu Wort kommen: <i>Die kreisf\u00f6rmige Haupthalle beherbergt die umfangreiche Sammlung von \u201eGedenkbl\u00e4ttern&#8220; \u2013 kurzen biografischen Notizen jedes Holocaust-Opfers. \u00dcber zwei Millionen solcher Bl\u00e4tter werden in den Regalen aufbewahrt, die entlang der Umfassungsmauer<\/i><i> <\/i><i>der Halle verlaufen; sie bieten Raum f\u00fcr sechs Millionen Gedenkbl\u00e4tter. Die Decke der Halle besteht aus einem zehn Meter hohen Kegel, der 600 Fotografien und Fragmente von Gedenkbl\u00e4ttern zeigt. Diese Ausstellung repr\u00e4sentiert nur einen Bruchteil der sechs Millionen ermordeter M\u00e4nner, Frauen und Kinder aus der vielgestaltigen j\u00fcdischen Welt, die von den Nazis und ihren Helfershelfern zerst\u00f6rt wurde. Die Portr\u00e4ts der Opfer spiegeln sich im Wasser am Boden eines gegen\u00fcberliegenden, aus dem Fels gehauenen Kegels wider.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nunmehr sind vier Millionen Namen bekannt, die Halle der Namen aber bietet noch Raum f\u00fcr weitere zwei Millionen Namen \u2013 es sind unvorstellbare Geschichten, die jeder einzelne erz\u00e4hlen k\u00f6nnte, sechs Millionen Leben, die vor der Zeit ausgel\u00f6scht wurden \u2013 und das ganze j\u00fcdischen Volk bis in alle Ewigkeit pr\u00e4gen werden. Die Halle der Namen ist ein unvergleichbarer Ort. Wer ihn einmal betreten hat, wird ihn niemals mehr vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir traten hinaus, blickten in den freien Himmel, blickten \u00fcber Jerusalem und atmeten durch. Wir k\u00f6nnen das. Und es tat gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir liefen \u00fcber das Gel\u00e4nde, liefen zum Denkmal f\u00fcr die Kinder. Errichtet wurde es, da eine Familie, deren zweij\u00e4hriger Sohn ermordet wurde, ein Denkmal f\u00fcr ihren Uziel errichten wollte. Yad Vashem aber bat um ein Denkmal f\u00fcr alle vernichteten Kinder, da es angesichts der sechs Millionen Toten darunter jene 1,5 Millionen Kinder unm\u00f6glich sei, individuell zu bauen. Und so sahen wir am Eingang ein Portrait von Uziel und betreten einen beeindruckenden unterirdischen Raum. Es war dunkel, wir sahen einige beleuchtete Fotos ermordeter Kinder. Ein paar Schritte weiter in die Finsternis wird durch Spiegel und einige wenige Kerzen der Einruck erweckt, als w\u00fcrden 1,5 Millionen Sterne leuchten, ein jeder eine Kinderseele. Dazu werden abwechselnd von Frauen- und M\u00e4nnerstimmen auf hebr\u00e4isch und englisch die Namen der ermordeten Kinder vorgelesen, endlos, tiefgehend, ergreifend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun lief ich alleine durch das Gel\u00e4nde, zuvor hatten wir die Kopfh\u00f6rer abgegeben und uns bei Sheera bedankt. Ich ging erneut durch das Museum, entdeckte Details, lie\u00df mich treiben, lief erneut in die Halle der Namen, zum Denkmal der Kinder. Lief \u00fcber den Platz des Warschauer Ghettos, ging in die Halle der Erinnerung, die Namen der gr\u00f6\u00dften Konzentrationslager auf den Boden geschrieben, im Boden eingelassen Asche der Opfer, dazu die ewige Flamme. Wanderte \u00fcber die Allee der Gerechten der V\u00f6lker zum Denkmal f\u00fcr die M\u00e4rtyrer. Holte mir einen Kaffee, den ich sp\u00e4ter versch\u00fctten sollte und setzte mich drau\u00dfen hin. Wir trafen uns alle wieder, ein Jeder, eine Jede mit einem Kopf voller Gedanken. Sa\u00df im Bus, blickte in die Dunkelheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Berufsverkehr in Tel Aviv. Carlton Hotel. Fahrrad. Am Strand radelte ich zur\u00fcck, a\u00df in Jaffa in einer bekannten B\u00e4ckerei eine Kleinigkeit und gab mein Fahrrad ab. Lief \u00fcber die Jerusalem Road Richtung Meer, traf Stefan und Matteo, wir tranken ein Bier, redeten. Bald hockte ich wieder am Strand und schaute aufs Meer. Nachts traf ich Fabi und seine Kumpels, auch sie sind im Overstay untergebracht. Wir erz\u00e4hlten Geschichten mit Blick auf das Flutlicht des Bloomfield-Stadions.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Anmerkung: Da im Museum das Fotografieren nicht erlaubt war, ist die Auswahl der Bilder beschr\u00e4nkt, doch nicht minder bedr\u00fcckend.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- default-view.php -->\n<div\n\tclass=\"ngg-galleryoverview default-view\n\t ngg-ajax-pagination-none\t\"\n\tid=\"ngg-gallery-181f1ed3d443ba32e873bcb282857a18-1\"\n\tdata-gallery-id=\"182\">\n\n\t\t<!-- Thumbnails -->\n\t\t\t\t<div id=\"ngg-image-0\" class=\"ngg-gallery-thumbnail-box\n\t\t\t\t\t\t\t\tngg-3-columns\t\t\t\"\n\t\t\t>\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"ngg-gallery-thumbnail\">\n\t\t\t<a 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Auf der Dachterrasse bot sich das gleiche Bild wie am Morgen zuvor, auf den Sofas schnarchten die Reste der Nacht, ich rauchte und schenkte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6476,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,9,10],"tags":[1329,1362,1364,1360,1361,1356,1363],"class_list":["post-6475","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auswarts","category-eintracht-frankfurt","category-photographie","tag-europacup","tag-fanprojekt-frankfurt","tag-holocaust","tag-israel","tag-jerusalem","tag-tel-aviv","tag-yad-vashem","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6475","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6475"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13742,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6475\/revisions\/13742"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}