{"id":6422,"date":"2013-09-21T10:47:41","date_gmt":"2013-09-21T08:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=6422"},"modified":"2013-09-21T11:04:10","modified_gmt":"2013-09-21T09:04:10","slug":"der-vfb-stuttgart-eine-polemik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=6422","title":{"rendered":"Der VfB Stuttgart &#8211; Eine Polemik"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\">Es gibt Vereine, die mag man nicht, weil sie Merkmale aufweisen, die sie im Kontext des Fu\u00dfballs auf negative Weise herausheben. Den VfL Wolfsburg zum Beispiel, der sich um Einnahmen genau so wenig scheren muss, wie die TSG Hoffenheim. Die einen werden von VW gepimpt, die anderen von einem Unternehmer, geschenkt, die Geschichten sind bekannt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><!--more--><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Dann gibt es Mainz 05 und Kickers Offenbach &#8211; also die klassischen Lokalrivalen. W\u00e4hrend der neutrale Beobachter v\u00f6llig zurecht den Mainzern in den letzten Jahren eine blendende Arbeit unterstellt und anerkennend nickt, da sich der kleine Club ohne Fremdgeld in der Bundesliga etabliert hat, so denkt der Frankfurter an Thomas Tuchel, an den Stadionsprecher der 05er und an die Narrenkappe &#8211; und ist bedient. \u00c4hnliches nur anders f\u00e4llt einem bei den Kickers auf. Tradition, Emotion, Kampf und der Bieberer Berg als Festung, so wird der OFC trotz aller Skandale in Fu\u00dfballkreisen wahrgenommen. Wir Frankfurter h\u00f6ren uns &#8222;Zyklon B f\u00fcr die SGE&#8220; an &#8211; und sind bedient. Ein Sonderfall sind die M\u00fcnchner Bayern. Generell findet Anerkennung, dass sie abgesehen vom Standortvorteil (Bau des Olympiastadions 1972) es geschafft haben, ohne Fremdgelder \u00fcber eigenes wirtschaften, eben DIE Bayern zu werden. Auf der anderen Seite haben sie gerne mal Konkurrenten geschw\u00e4cht, ohne die gekauften Spieler einzusetzen (del Haye) oder tief in die Psychokiste gegriffen, wie Uli Hoeness weiland bei Herrn Daum, ohne eigene Verfehlungen (wie Uli Hoeness weiland bei sich selbst) gro\u00df zu thematisieren. Deshalb gibt es zum FCB nur zwei Meinungen: Verehrung oder gnadenlose Ablehnung.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Und dann gibt es noch den VfB Stuttgart.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der VfB wird au\u00dferhalb Stuttgarts in Deutschland \u00e4hnlich wie Reis wahrgenommen: Jeder kennt ihn, aber so gut wie niemand w\u00fcrde auf die Idee kommen, Reis einfach so zu essen. Wie schmeckt Reis? Ungef\u00e4hr so, wie der VfB. Zu Schalke und Dortmund, zum HSV oder Bremen, zu K\u00f6ln oder Kaiserslautern f\u00e4llt einem sofort irgendeine emotionale Geschichte ein, zum VfB maximal Mayer-Vorfelder.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Im Grunde ist das Einzige, was der VfB in der Fu\u00dfballgeschichte positiv geleistet hat, der Titel des Deutschen Meisters im Jahr 1950, als ihnen im Endspiel in Berlin seinerzeit gelungen war, Kickers Offenbach zu schlagen und damit verhinderten, dass der OFC feiert. Eigentlich eine schn\u00f6de Sebstverst\u00e4ndlichkeit. Und wer wei\u00df, wie es gegen Preu\u00dfen Dellbr\u00fcck ausgegangen w\u00e4re, h\u00e4tten diese nicht im Halbfinale gegen die Kickers erst im Wiederholungsspiel den K\u00fcrzeren gezogen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Drei Mal wurde der VfB Stuttgart in der Bundesliga-Historie Deutscher Meister, das ist unfassbar &#8211; und wie das geschehen konnte, wei\u00df niemand so genau. Nicht ganz unbeteiligt daran ist die Frankfurter Eintracht. \u00dcberhaupt sind Spiele der Eintracht gegen den VfB vor allem in den letzten Jahren aber auch in der fr\u00fchen Geschichte, von seltenen Ausnahmen abgesehen, ein einziges Drama. Gro\u00dfartig war nat\u00fcrlich der 4:3 Sieg im Jahr 1973, als die Eintracht binnen kurzem einen 0:3 R\u00fcckstand in einen Sieg umm\u00fcnzen konnte. Aber schon im n\u00e4chsten Heimspiel kassierte die Eintracht\u00a0beim legend\u00e4ren 5:5 f\u00fcnf Tore. Dr. Peter Kunter hatte nicht seinen besten Tag erwischt und die SGE gab beim Debut von Willi Neuberger einen 5:3 Vorsprung aus der Hand. Zum Dank besiegte die Eintracht in der Saison 83\/84 am vorletzten Spieltag den HSV und schenkte dem VfB den Meistertitel, da Hamburg im letzten Spiel beim VfB mit 5 Toren gewinnen musste, um Meister zu werden. Die Hamburger siegten, ein 1:0 reichte nicht, die Stuttgarter wurden trotz Niederlage Deutscher Meister 1984. Es war das Jahr der F\u00f6rsterisierung des deutschen Fu\u00dfballs, das Auftreten der Nationalmannschaft bei der folgenden EM sprach B\u00e4nde. Immerhin schied der VfB gegen Sofia bereits in der ersten Runde des Europapokals sang- und klanglos aus.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u00dcber 1992 brauchen wir nicht zu reden. Da sich vor allem die Eintracht aber auch der BVB mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen dagegen wehrte, Deutscher Meister zu werden, musste ein anderer den Part \u00fcbernehmen. Und wenn es jemanden braucht, um dankend Geschenke anzunehmen, dr\u00e4ngelt sich der VfB nat\u00fcrlich vor. Ob alles mit rechten Dingen zuging, ist bis heute nicht gekl\u00e4rt: Befindet sich die Meisterschale am finalen Spieltag stets an dem Ort, an dem das Team spielt, welches aus eigener Kraft Meister werden konnte, so war dies wundersamer Weise 1992 anders. In Rostock wartete nur eine Kopie auf die Eintracht, in Leverkusen aber, wo der zweitplatzierte VfB antrat, lag das Original. Welch Wunder dann, dass die Stuttgarter einen Elfmeter geschenkt bekamen, w\u00e4hrend der Eintracht einer der klarsten Elfer der Bundesligageschichte verwehrt blieb und diese in Rostock nichts rei\u00dfen konnte. Gerhard Mayer-Vorfelder bekleidete seinerseits einen Posten im Ligaausschuss. Und selbst, wenn es schief l\u00e4uft, wird der VfB beschenkt. Als Teilnehmer der Championsleague wechselte Trainer Christoph Daum im Erstrundenspiel gegen <del>West Ham<\/del> Leeds einen damals nicht erlaubten vierten Ausl\u00e4nder ein. Statt der sofortigen Disqualifikation durften die Stuttgarter sogar noch einmal ran, in Barcelona im Entscheidungsspiel. Was in jeder anderen Stadt Deutschlands eine Euphorie ausl\u00f6sen w\u00fcrde, englischer Gegner in Barcelona, war f\u00fcr den Stuttgarter eine Randnotitz: 15.000 Zuschauer, die meisten wahrscheinlich Schulkinder aus Spanien, verloren sich im Camp Nou. Und jetzt, wo der VfB in der erstmals ausgetragenen Championsleague wenigstens Boden f\u00fcr Deutschland\u00a0 h\u00e4tte gut machen konnten, da verloren sie.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Und 2007 dominierte Schalke die Liga, hatte am 20. Spieltag sieben Punkte Vorsprung vor dem VfB und am 30. immer noch deren vier. Und wer stand am Ende oben? Nicht, dass in Frankfurt Jubel ausbrechen w\u00fcrde, wenn Schalke Meister wird, immerhin warten die K\u00f6nigsblauen sogar noch ein Jahr l\u00e4nger auf den Titel als die Eintracht. Aber ausgerechnet Stuttgart?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Eine der deprimierensten Niederlagen der Eintracht? 1:6 im DFB-Pokal gegen &#8230; die Amateure des VfB Stuttgart. Beispiel f\u00fcr skurrile Schiedsrichterentscheidungen? Bitte: Der VfB Stuttgart erzielt 2008 nach einem Foul von Gomez ein Tor, welches Schiri Rafati v\u00f6llig zu Recht nicht anerkennt. Nach minutenlangen hin und her pl\u00f6tzlich: Ansto\u00df. Der VfB hatte sich ein Tor in der 88. Minute herbei protestiert, aus einem 2:0 der Eintracht wurde letztlich ein skandal\u00f6ses 2:2.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der letzte Heimsieg \u00fcber Stuttgart liegt nunmehr \u00fcber 10 Jahre zur\u00fcck, am 19.05.2001 gab es ein 2:1, die Eintracht stieg dennoch ab &#8211; die Stuttgarter aber schafften unter Trainer Magath den Klassenerhalt. Jener Magath, der zuvor mit der Eintracht ein desastr\u00f6ses Halbjahr hingelegt hatte. Anschlie\u00dfend gab es im heimischen Stadion folgende Ergebnisse: 0:2, 1:1, 0:4, 1:4, 2:2, 0:3, 0:2, 1:2 &#8211; ein Kabinett des Grauens. In der Abstiegssaison 2010\/11 spielte die Eintracht die Schwaben an die Wand &#8211; und wer abolvierte das Spiel seines Lebens? Nat\u00fcrlich nicht St\u00fcrmer Gekas, der im Trikot der Eintracht spielte, sondern der Stuttgarter Torh\u00fcter Sven Ullreich, w\u00e4hrend sein Frankfurter Pendant Ralf F\u00e4hrmann mit der Note 5,0 bewertet wurde. H\u00e4tte die Eintracht das Spiel gewonnen, sie w\u00e4re nicht abgestiegen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Im Ernst, wo sonst in Deutschland gibt es eine Mannschaft, die w\u00e4hrend einer ganzen Saison (au\u00dfer gegen die Eintracht) ein einziges brauchbares Spiel abliefert &#8211; und dennoch im Europapokal landet? Ihr ahnt es. W\u00e4hrend in der vergangenen Runde die Eintracht so ziemlich jeden begeistert hat, sich phasenweise in einen Rausch spielte &#8211; dennoch gleich zwei Mal gegen Stuttgart verlor &#8211; und v\u00f6llig verdient aus eigener Kraft den Einzug in die Europa-League geschafft hatte, so d\u00fcmpelte der VfB wie so oft vor sich hin, schaffte es aber die tapferen Freiburger im Pokal-Halbfinale zu besiegen, ins Pokalendspiel einzuziehen &#8211; und schon vor Anpfiff das internationale Ticket in der Tasche zu haben, da die Bayern unangefochten Meister wurden. Nat\u00fcrlich verlor der VfB das Finale.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Und dann? Gewannen sie gegen Plovdiv in zwei Spielen \u00fcberhaupt nicht &#8211; und standen dennoch in der n\u00e4chsten Runde, da ein lumpiges Ausw\u00e4rtstor die Sache entschied. Und wer jetzt glaubt, ganz Stuttgart h\u00e4tte seinen Teil dazu beigetragen, dem sei gesagt, dass der VfB sein Heimspiel in Gro\u00dfaspach ausgetragen hatte. Vor 10.000 Zuschauern. Im Europapokal. Reis. Und als Dank? W\u00e4hrend die Frankfurter quasi nach Asien (Baku) reisen mussten, durfte der VfB Urlaub im S\u00fcden machen, traf auf Rijeka und verabschiedete sich nat\u00fcrlich aus dem Wettbewerb just dann, als die Ergebnisse auch f\u00fcr andere Vereine Deutschlands im internationalen Ranking interessant wurden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es ist also ein einziges Elend. Am Sonntag trifft die Eintracht erneut auf den VfB, in Stuttgart. Und sollte sie tats\u00e4chlich was rei\u00dfen, dann werden die Fans der SGE mit Sicherheit nach Spielende im Autostau verhungern. Aus reiner B\u00f6sartigkeit. Denn, wen verwundert es: Stuttgart ist f\u00fcr Autofahrer die Stadt mit den meisten Staus, nicht umsonst titelte die Hamburger Morgenpost vor ein paar Tagen:<a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/motor\/stau-stadt-hamburg-studie--nur-in-stuttgart-ist-es-noch-schlimmer,5066778,24368700.html\" target=\"_blank\"> Nur in Stuttgart ist es noch schlimmer.<\/a> Und dies gilt irgendwie f\u00fcr Alles.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Vereine, die mag man nicht, weil sie Merkmale aufweisen, die sie im Kontext des Fu\u00dfballs auf negative Weise herausheben. Den VfL Wolfsburg zum Beispiel, der sich um Einnahmen genau so wenig scheren muss, wie die TSG Hoffenheim. 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