{"id":6115,"date":"2013-01-16T10:41:32","date_gmt":"2013-01-16T09:41:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=6115"},"modified":"2013-01-16T12:06:08","modified_gmt":"2013-01-16T11:06:08","slug":"einmal-istanbul-und-zuruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=6115","title":{"rendered":"Einmal Istanbul und zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem wir im Januar 2011 nach Griechenland reisten und im vorigen Jahr Portugal besuchten, stand f\u00fcr die kleine Reisegruppe der <strong>Fan geht vor<\/strong> dies Jahr <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Istanbul\" target=\"_blank\">Istanbul <\/a>auf dem Plan. Los gings vergangenen Mittwoch, p\u00fcnktlich um 7:30 treffen wir uns am Frankfurter Flughafen. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir, das sind die Redakteure und freien Mitarbeiter der Zeitung, die seit \u00fcber 20 Jahren das (Fan)Geschehen rund um die Eintracht beleuchtet. Gegen 13:00 t\u00fcrkischer Zeit landen wir am Flughafen Atat\u00fcrk und sausen wenig sp\u00e4ter im Shuttlebus Richtung Hotel. Wie es sich f\u00fcr richtige Touristen geh\u00f6rt, befindet sich unser Zuhause direkt in Sultanahmed &#8211; nur wenige Schritte von der Blauen Moschee und der Hagia Sophia entfernt. <a href=\"http:\/\/www.hotelaslanistanbul.com\/\" target=\"_blank\">Aslan hei\u00dft unser Hotel<\/a>, t\u00fcrkisch f\u00fcr L\u00f6we.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir checken ein und tapsen nur wenig sp\u00e4ter bei null Grad durch den Istanbuler Schnee, werfen einen Blick auf die weltber\u00fchmten Geb\u00e4ude, riechen ger\u00f6stete Maronen, werden \u00fcberall angesprochen, ob wir nicht essen, trinken oder irgendetwas kaufen wollen und nehmen unsere erste Mahlzeit nah der Stra\u00dfenbahnhaltestelle Sultanahmed ein. Dann marschieren wir weiter in Richtung Gro\u00dfer Basar. Gewimmel und Gewusel, Lampen, Gold und Leder wird in tausenden G\u00e4ngen feil gehalten, auch hier alle naslang eine Ansprache &#8211; die wir jedoch stets bestimmt aber freundlich ablehnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter unten nah am Wasser befindet sich der Gew\u00fcrzbasar. Wasser aber spielt in Istanbul eine gro\u00dfe Rolle. Maramar, Bosporus, Goldenes Horn &#8211; die Dardanellen und der Bosporus verbinden die \u00c4gais mit dem Schwarzen Meer, eine der wichtigsten Schifffahrtstra\u00dfen der Welt. Im Gew\u00fcrzbasar aber stapeln sich Jasminbl\u00fcten, Safran, Curry oder S\u00fc\u00dfigkeiten in unvorstellbaren Mengen. Und wer kauft, sollte handeln. Auf dem R\u00fcckweg ins Hotel sehen wir Unmengen von Katzen, schwer bepackte menschliche Lastenschlepper und tausende kleine L\u00e4den. Irgendeiner hupt immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abends dann der Taksim-Platz, nah einer hochmodernen Einkaufsstra\u00dfe, die Taxifahrt ging z\u00fcgig, der Preis war fair und wir schlendern an Schaufenstern vorbei. In den Restaurants wird im Schaufenster von T\u00fcrkinnen Brot gebacken, allein der Blick macht hungrig, sp\u00e4ter sitzen wir in einem anatolischen Wirtshaus, essen K\u00f6fte, trinken Tee oder Bier (welches im Vergleich zu anderen Dingen recht teuer ist) und landen auf einen Absacker in einer Kneipe in der die Doors laufen. Da nah am Hotel noch ein Kiosk offen hat, holen wir uns ein paar Dosen Bier und setzen uns in den hoteleigenen Fr\u00fchst\u00fccksraum, blicken \u00fcber das Maramar-Binnenmeer, erkennen die Schiffe, die darauf warten, den Bosporus zu durchqueren und sehen die Lichter des asiatischen Teils von Istanbul blinken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der n\u00e4chste Morgen birgt ein reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck mit Blick aufs Wasser, Joghurt, Tee, Honig mit Mandeln, gerollter Bl\u00e4tterteig mit Schafsk\u00e4se, Marmelade, Tee oder Kaffee &#8211; wer nicht satt wird, hat ein Problem. Wir haben kein Problem. Und schon sind wir wieder auf der Stra\u00dfe, h\u00f6ren den Muezzin und wandern hoch zur Blauen Moschee, ziehen unsere Schuhe aus und besichtigen mit vielen anderen den pr\u00e4chtigen Raum &#8211; nur wenig sp\u00e4ter wird hier gebetet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Stra\u00dfenbahn gehts bei strahlend blauem Himmel runter zur Galatabr\u00fccke \u00fcber das Goldene Horn nach Galata. Wir nehmen die kleine Seilbahn, fahren hoch zum Galataturm und nehmen dem Tipp unseres Portiers folgend nicht die Stufen, sondern fahren mit dem Aufzug eines naheliegenden Hotels auf dessen Dachterasse und lassen bei einem Tee (oder Bier) den Blick schweifen. Unten am Platz dampft ein Holzkohlegrill, eine Art Rollbraten wird dort kleingeschnippelt, gew\u00fcrzt und mit Salat in ein ger\u00f6stetes Brot gewickelt &#8211; ein Genuss. Auf dem R\u00fcckweg marschieren wir parallel zur Bahn nach unten, vorbei an Elektrol\u00e4den, an Gebrauchsg\u00fctern aller Art und landen nach einem Weg vorbei am Fischmarkt wieder an der Galatabr\u00fccke auf der zig Angler die Sardellen aus dem Wasser fischen, die hier Hamsi hei\u00dfen. Wir \u00fcberqueren die Br\u00fccke und spazieren durch den anbrechenden Abend zur\u00fcck ins Hotel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Taxi fahren wir sp\u00e4ter zu einer Basketballhalle, ein Europapokalspiel soll hier stattfinden, doch als wir ankommen ist die Halle dunkel und kein Mensch zu sehen &#8211; wir sind einen Tag zu sp\u00e4t. Also gehts schnurstracks zur\u00fcck in die Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der folgende Tag wird ein kultureller. Zun\u00e4chst besichtigen wir die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisterna_Basilica\" target=\"_blank\">Zisternen<\/a>, vor Jahrhunderten die Wasserlager von Istanbul, heute historische Attraktion. Weiter gehts zur Hagia\u00a0 Sophia, einst die gr\u00f6\u00dfte christliche Kirche, nach 1453, dem Fall Konstantinopels, zur Moschee umfunktioniert und seit 1930 ein Museum. Pr\u00e4chtige R\u00e4ume, ein riesiger Kuppelbau, Galerien und phantastische Farben lassen uns die Zeit vertreiben bis wir weiter r\u00fcber zum alten Sultanspalast, Topkapi, schlendern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort erwarten uns pr\u00e4chtige Anlagen, sowie diverse Ausstellungsr\u00e4ume. Sultansgew\u00e4nder der Jahrhunderte, Geschmeide von unsch\u00e4tzbarem Wert, Waffen, Uhren, der Stock des Moses und sogar der Bart des Propheten sind zu sehen. Fotografieren nat\u00fcrlich streng verboten. Langsam schmerzen die F\u00fc\u00dfe, es geht zur\u00fcck ins Hotel und dann teilen wir uns auf. Die einen wollen sich jetzt wirklich Basketball anschauen (Alba Berlin spielte gegen Anadolu Efes), die anderen gel\u00fcstet es nach einem Rotwein und ich marschiere runter zum Wasser und wander in der Dunkelheit am Maramar entlang, bis ich den Bosporus erreiche. Der Bahnhof an der Ecke ist der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Sirkeci\" target=\"_blank\">Bahnhof Istanbul Sirkeci<\/a>, der letzte Halt des Orient-Express. \u00dcber eine Einkaufsstra\u00dfe gehts zur\u00fcck nach Sultanahmed, dort treffe ich die Rotweintrinker und wir futtern an einem Holzkohlestand noch einen D\u00fcrum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen klingelt der Wecker, eigentlich steht der Flug nach Antalya auf dem Programm &#8211; abends wird dort Antalyaspor gegen Trabszonsor spielen &#8211; das einzige erreichbare Spiel, nachdem alle Istanbuler Clubs aus dem Pokal geflogen sind. Da einige von uns es vorziehen, in Istanbul zu bleiben, war die Stimmung am vergangenen Abend irritiert &#8211; und ich wusste nicht, was ich machen sollte. Einerseits erwartet uns in Antalya str\u00f6mender Regen und endlose Flughafenaufenthalte &#8211; andererseits war es ausgemacht. Eine Minute nach Eintreffen des Shuttlebusses entscheide ich mich: Ich komme mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rollen Richtung Flughafen Atat\u00fcrk, checken ein, fliegen etwas mehr als eine Stunde und landen in Antalya. Es sch\u00fcttet. Wir quetschen uns zu f\u00fcnft in ein Taxi und fahren in die Innenstadt. Es sch\u00fcttet. Einem ersten kurzen Aufenthalt zwecks Orientierung folgt ein erster Rundgang. Es sch\u00fcttet. Die ersten beiden stellen sich unter, zu dritt laufen wir weiter, bis wir noch zu zweit sind. Wellen klatschen an die Felsen, die Boote im Hafen werden durchgeschaukelt und wir laufen zur\u00fcck zu den anderen. Es sch\u00fcttet. Die Schuhe, die Socken &#8211; alles ist triefnass; es ist sinnlos, noch weiter umher zu laufen. Unser Blick f\u00e4llt auf eine Wirtschaft, wir kehren ein, sitzen trocken und k\u00f6nnen uns an Heizstrahlern w\u00e4rmen. Erst uns, dann die dampfenden Socken, dann die Schuhe &#8211; peu a peu trocknet alles. Wir trinken Limo und Bier, bekommen Salzstangen und Informationen. Im TV m\u00fchen sich die Queens Park Rangers gegen Tottenham zu einem 0:0, es sch\u00fcttet. Eine Katze besucht uns, wir k\u00f6nnen auch frische Socken kaufen &#8211; die Kommunikationswege sind kurz. Letztlich verbringen wir den ganzen Nachmittag in der Bar und freuen uns \u00fcber unsere Trockenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Regen endlich nachl\u00e4sst, schnappen wir uns ein Taxi und fahren hinaus zum Stadion. 50 Lira, umgerechnet ca 25 Euro Eintritt erscheinen mir jedoch zuviel. Die anderen kaufen sich brav ihre Tickets, wir sehen uns sp\u00e4ter. Ich aber habe Gl\u00fcck, f\u00fcr 30 Lira erwerbe ich eine Karte und sie ist tats\u00e4chlich g\u00fcltig. Jetzt sitze ich in imitten der Heimkurve, die jedoch sp\u00e4rlich gef\u00fcllt ist, wie \u00fcberhaupt das ganze Stadion eher leer erscheint, zumal es neben Gegen- und Haupt- nur eine einzige Hintertortrib\u00fcne gibt. Das H\u00e4uflein Trabszonsporfans steht bei uns in einer Ecke und bejubelt die fr\u00fche F\u00fchrung der G\u00e4ste, bei denen mit Halil Altintop auch ein alter Bekannter spielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der zweiten H\u00e4lfte verschie\u00dft Trabszon einen Elfer, dann f\u00e4llt der umjubelte Ausgleich bis ein weiterer Elfer die G\u00e4ste erneut in F\u00fchrung bringt. Wir aber treffen uns am Taxistand und sausen zur\u00fcck zum Flughafen. Die Maschine, die uns zur\u00fcck nach Istanbul bringt, wird die letzte des heutigen Tages sein &#8211; wir sind p\u00fcnktlich, der Flug aber verschiebt sich um eine halbe Stunde, so dass wir letztlich gegen zwei Uhr zur\u00fcck im Hotel sind. Derweil hat Trabszonspor mit 3:2 gewonnen, Antalyaspor ist raus und ich schlafe im Stehen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem letzten Fr\u00fchst\u00fcck stehen heute Wasserfahrten auf dem Programm. Mit der Bahn gehts runter zum Bosporus und dann rauf auf die F\u00e4hre nach Asien. Begleitet von unz\u00e4hligen M\u00f6wen schippern wir zum asiatischen Teils Istanbuls, schlendern durch den Bahnhof durch die Gassen und da wir noch eine weitere F\u00e4hrfahrt vor uns haben, geht es alsbald zur\u00fcck. Und wir haben Gl\u00fcck. Da wir doch recht sp\u00e4t dran sind, dachten wir schon, die Bosporusf\u00e4hre zu verpassen &#8211; aber noch liegt sie am Hafen und so l\u00f6sen wir f\u00fcr 10 Lira ein Ticket und haben nun zwei Stunden auf dem Bosporus f\u00fcr uns. Der Wind weht uns um die Nase, wir trinken Tee und tuckern in Richtung Schwarzes Meer. An den K\u00fcsten erkennen wir pr\u00e4chtige Pal\u00e4ste und in die H\u00fcgel gebaute H\u00e4uschen. Fischer schaukeln in kleinen Bootchen auf dem Wasser, wir unterqueren die m\u00e4chtige Bosporusbr\u00fccke, die Europa mit Asien verbindet, passieren eine m\u00e4chtige Burg und landen wohlbehalten am F\u00e4hrhafen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Kebab sp\u00e4ter sitzen wir in einem fabelhaften Caf\u00e9, welches Berge von Pudding anbietet und beschlie\u00dfen den Abend, der unser letzter ist, bei einer Shisha in einem der L\u00e4den, die keinen T\u00fcrsteher haben und demzufolge fast ausschlie\u00dflich von T\u00fcrken bev\u00f6lkert ist. M\u00e4nnlein wie Weiblein lassen die Wasserpfeife blubbern, wir trinken Tee (Schwarz oder mit Minze) und lassen den lieben Herrgott oder Allah einen guten Mann sein, bis wir zur\u00fcck ins Hotel wandern und auf der Terrasse noch ein letztes Bier trinken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und schon bringt uns der Bus zur\u00fcck zum Flughafen, es ist zwei Uhr nachts, die Lichter der Stadt blinken, wir erreichen Atat\u00fcrk, der nahezu ausgestorben ist, unser Flieger wird einer der ersten des Tages sein. So dr\u00fccken wir uns nach dem Einchecken am Flughafen rum, folgen dem Aufruf zum Boarding, quetschen uns in die engen Sitze. Hinter mir br\u00fcllt ein Baby, es ist eng, ich kann nicht schlafen &#8211; die drei Stunden ziehen sich. Kalt ist es dann in Frankfurt, der Bus bringt uns zum Terminal. Pass- und Zollkontrolle gehen fast glatt, Pia, die schon wach ist, hat den Flug im Netz verfolgt und begr\u00fc\u00dft mich mit einer SMS. Eine Zigarette vor dem Terminal und schon rollt die S-Bahn ein. Umstieg Hauptbahnhof, Endstation Bornheim-Mitte. Stimmt, wir haben eine neue Wohnung und so marschiere ich hoch zum Park, Pia und Nick sind noch da und m\u00fcde aber gl\u00fccklich klingele ich im neuen Heim. Hey, da bin ich wieder. Sch\u00f6n wars in Istanbul, der viertgr\u00f6\u00dften Stadt der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir im Januar 2011 nach Griechenland reisten und im vorigen Jahr Portugal besuchten, stand f\u00fcr die kleine Reisegruppe der Fan geht vor dies Jahr Istanbul auf dem Plan. 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