{"id":5897,"date":"2012-09-22T12:02:47","date_gmt":"2012-09-22T10:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5897"},"modified":"2012-09-23T11:16:46","modified_gmt":"2012-09-23T09:16:46","slug":"europacup-im-missing-you","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5897","title":{"rendered":"Europacup &#8211; I&#8217;m missing you"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gewinnt der Club sind die N\u00fcrnberger Tabellenf\u00fchrer, punktet die Eintracht, dann steht die Eintracht an der Spitze. Eine Konstellation, die noch vor wenigen Wochen eigentlich undenkbar war, damals, als wir von Stefan die Karten \u00fcbernommen hatten. Also, auf gehts, nach N\u00fcrnberg.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich war ich schon nach dem Aufstehen schlagkaputt, am Tag zuvor hatte ich eine Baumwurzel aus dem Garten entfernt und dazu alles gebraucht, was an Ger\u00e4ten so rumstand, Axt, Pickel, Spaten, S\u00e4ge, Schippe und meine H\u00e4nde, das Drecksding war z\u00e4h wie weiland Werner Lorant und als die Wurzel endlich drau\u00dfen war, konnte man mich eint\u00fcten. Kurz, alles schmerzte und so erbarmte sich Pia und fuhr. Auch der Golf (silber) erbarmte sich und sprang brav an und so rollten wir am Vormittag auf die Autobahn, begleitet von Carter USM und der Gewissheit, mit Anpfiff des Spiels auf jeden Fall Spitzenreiter zu sein. Das 0:0 zu Beginn brachte den n\u00f6tigen Punkt, alles andere w\u00fcrde sich weisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonnig der Tag, noch hielt sich der Verkehr in Grenzen und dennoch verlie\u00dfen wir hinter W\u00fcrzburg die A3, um gem\u00e4chlich auf der Landstra\u00dfe gen N\u00fcrnberg zu rollen. Und wie das so ist, f\u00e4hrt stets ein LKW vor dir, aber was solls, wir hatten ja Zeit. Kitzingen, Neustadt an der Aisch &#8211; wir tuckerten durch Franken, entdeckten eine Gastst\u00e4tte Roter Adler, w\u00e4hrend ich wieder einmal vergeblich versuchte, mit meinem Handy offline zu navigieren. Das Nokia hat zwar schon ein paar Tage auf dem Buckel, aber es sollte es eigentlich k\u00f6nnen &#8211; Pustekuchen, es findet ums Verrecken keinen GPS-Satelitten &#8211; falls ihr einen Einstellungstipp habt, als her damit. Da Pia jedoch hochmodern ausger\u00fcstet ist, fanden wir die Oskar von Miller Stra\u00dfe am Dutzendteich jedoch in Nullkommanix, parkten den Golf wie geplant ein paar Hundert Meter vom Stadion entfernt und marschierten gut gelaunt Richtung Altstadt. Beinahe h\u00e4tten wir einen Grillkohlevoranz\u00fcnder f\u00fcr drei Euro erworben, aber wer will schon so ein Teil den ganzen Tag durch die Stadt schleppen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir marschierten durch den Bahnhof und die Stadtmauer, schlenderten durch den kleinen Handwerkermarkt und hielten die \u00c4uglein nach einer Restauration offen, die unseren Anspr\u00fcchen entgegenkam. So lie\u00dfen wir uns durch die Stadt treiben, die auch von Touristen ordentlich besucht war, erblickten nur wenige Eintrachtler und eine Wirtschaft, die jedoch noch geschlossen hatte. So hockten wir uns in ein Caf\u00e9 an der Pegnitz mit Blick aufs alte Henkerhaus, tranken ein Dunkles\u00a0 und betrachteten im Sonnenlicht die Gruppen, die von ortskundigen Stadtf\u00fchrern durch die mittelalterlichen Bauwerke gef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Zeit gekommen war, marschierten wir zur\u00fcck in die Wirtschaft und wurden nicht entt\u00e4uscht, ganz im Gegenteil. Die K\u00e4sesp\u00e4tzle als auch das Schaschlik waren besser als erwartet, um genau zu sein, es war hervorragend. Die freundliche Bedienung tat ihr \u00fcbriges und so rate ich euch, so ihr mal in N\u00fcrnberg seid, schaut euch das <a href=\"http:\/\/www.karlsbrueckla.de\/\" target=\"_blank\">Karlsbr\u00fcckla <\/a>an, ihr werdet es nicht bereuen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derart gest\u00e4rkt gings zur\u00fcck zum Golf. Im Bahnhof tummelten sich jede Menge Fu\u00dfballfans, ein paar Polizisten hielt die Meute in Schach, der einzige Wermutstropfen bestand darin, dass der Laden mit dem Grillkohlevorgl\u00fcher f\u00fcr drei Euro schon geschlossen hatte, hinter dem Schaufenster lag es, das gute St\u00fcck und zwischen ihm und uns die Glasscheibe. Na, dann muss es auch ohne gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langsam schob sich die Dunkelheit in den Tag, wir packten unsere Siebensachen f\u00fcr das Spiel und wanderten durch den Park in Richtung Stadion. Am Messeparkplatz schoben sich die Autos auf die Stellfl\u00e4chen, eingewiesen von heimischen Ordnern, derweil wir auf den ehemaligen Eintrachtler Wolfgang Solz trafen, der sich telefonierend seinen Weg Richtung G\u00e4steeingang bahnte. Von Zeit zu Zeit wummste ein B\u00f6ller und mit den Schritten erreichten wir und viele andere den Einlass f\u00fcr die Frankfurter. Der Weg war von schwerem Polizeiger\u00e4t beleuchtet, Buden und Schalverk\u00e4ufer harrten der Kundschaft und ich erstand f\u00fcr f\u00fcnf Euro einen der Schals, die von den Ultras zwecks Schalchoreo verkauft wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einlass selbst war recht katastrophal, von allen Seiten schoben sich die Fans in Richtung der Absperrgitter, wer es geschafft hatte, musste sich dann noch einmal zwecks Kontrolle anstellen &#8211; doch wider Erwarten funktionierte alles schneller als gedacht, wobei es schon ein rechtes Gedr\u00fccke war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Block war schon gut gef\u00fcllt, als wir eintrudelten, wir fanden aber noch ein Pl\u00e4tzlein und harrten der Dinge, die nun kommen sollten. Die Eintrachtfans reckten ihre Schals in die H\u00f6he, Rauch und Bengalos entflammten noch vor dem Einmarsch, das Stadion war fast ausverkauft und nun marschierten sie ein, die Helden, welche mit Anpfiff ganz oben in der ersten Bundesliga thronten, die Eintracht ganz in wei\u00df und auf Seiten des Clubs Timmy Chandler, der lange Jahre f\u00fcr die Eintracht gekickt hatte und aus der zweiten Mannschaft der SGE nach N\u00fcrnberg gewechselt war, um dort \u00fcberraschend zum gestandenen Bundesligaspieler zu reifen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Spiel wogte hin und her, zu Beginn durchaus mit leichten Vorteilen f\u00fcr den Club; Kevin Trapp hielt die Eintracht im Spiel, das Pirmin Schwegler und auch Olivier Occean noch Mitte der ersten Halbzeit verletzungsbedingt verlassen mussten; f\u00fcr sie kamen Lanig und Hoffer &#8211; und jener Hoffer war es dann auch, der die SGE in F\u00fchrung brachte. Der Block rastete aus, die Eintracht war tats\u00e4chlich auf dem Weg zu einem historischem Startrekord, vier Siege zum Auftakt, das gab es f\u00fcr die SGE noch nie und auch noch nie f\u00fcr einen Aufsteiger. In der Folge entwickelte sich ein beherztes Bundesligaspiel mit flotten Aktionen auf beiden Seiten, ich jedoch musste den vergangenen Tagen Tribut zollen und wurde recht m\u00fcde. Halbzeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Wiederanpfiff \u00fcbernahm erneut der Club das Kommando und in die Drangphase erwischte Inui am Sechzehner die Kugel, tanzte zwei Clubberer aus und schoss den Ball an Sch\u00e4fer vorbei zum 2:0 ins Netz. Exstase &#8211; bei fast allen, ich jedoch schob meinen Arm in die H\u00f6he und auch das kostete mich schon einiges an Kraft. <em>Deutscher Meister wird nur die SGE<\/em> t\u00f6nte es und <em>Europacup I&#8217;m missing you<\/em>. Der Oberrang wackelte bedenklich, das Spiel wogte hin und her, w\u00fctenden Angriffen der N\u00fcrnberger setzte die Eintracht flotte Konter entgegen, Rode w\u00fchlte im Mittelfeld, Meier sprintete hoch und runter &#8211; und als der f\u00fcr Chandler eingewechselte Polter den Anschlusstreffer erzielte, wurde es noch einmal eng. Doch da weder der Club noch die Eintracht trotz bester Chancen kein Tor mehr erzielen sollte, blieb es beim knappen aber nicht unverdienten 2:1 f\u00fcr die SGE und der Lohn war die Tabellenf\u00fchrung, die nur bei einem Sieg der Bayern auf Schalke am Samstag eingeb\u00fcsst wird. Deutscher Meister wird nur die SGE.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir blieben noch ein Weilchen, feierten die Mannschaft, die mittlerweile gleichfalls die neuen Schals um den Hals h\u00e4ngen hatte und verlie\u00dfen das Stadion m\u00fcde aber gl\u00fccklich. Unterwegs ballerte dicht neben uns ein B\u00f6ller in die Nacht, Messeparkplatz, Park, Golf. Pia erbarmte sich ein weiteres Mal und fuhr, derweil ich wie ein P\u00e4ckchen Immi im Beifahrersitz hing und kaum die Augen offen halten konnte. Wir k\u00e4mpften uns auf die Autobahn vor und schon fielen die ersten Tropfen. Die Scheibenwischer schlappten \u00fcber die Scheibe, die Sicht war denkbar ung\u00fcnstig, das Nachtlicht, der Regen und w\u00e4hrend Placebo, The National oder Depeche Mode leise musizierten, schob sich der Golf Kilometer um Kilometer voran. Herzogenaurach, Kitzingen, W\u00fcrzburg, Aschaffenburg &#8211; ich z\u00e4hlte die Kilometer, Pia konzentrierte sich aufs Fahren, Seligenstadt, Offenbacher Kreuz, Abfahrt Frankfurt Ost, Bornheim, Saalburgallee, Rohrbachstra\u00dfe &#8211; Heimat. Nat\u00fcrlich mussten wir noch einen Parkplatz suchen &#8211; aber ein Ende war in Sicht. Die letzten Meter schleppten wir uns beinahe auf allen Vieren, aber kaum war die T\u00fcr ins Schloss gefallen, hing ich schon in Schlafklamotten auf dem Sofa und mit den Worten Europacup &#8211; I&#8217;m missing you fiel ich ins Reich der Tr\u00e4ume. Als ich aufwachte, war die Eintracht noch immer Spitzenreiter. Wochenende. Garten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewinnt der Club sind die N\u00fcrnberger Tabellenf\u00fchrer, punktet die Eintracht, dann steht die Eintracht an der Spitze. Eine Konstellation, die noch vor wenigen Wochen eigentlich undenkbar war, damals, als wir von Stefan die Karten \u00fcbernommen hatten. 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