{"id":5867,"date":"2012-09-03T14:27:04","date_gmt":"2012-09-03T12:27:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5867"},"modified":"2012-09-04T23:00:51","modified_gmt":"2012-09-04T21:00:51","slug":"keiner-wird-es-wagen-tsg-0-eintracht-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5867","title":{"rendered":"Keiner wird es wagen: TSG 0 &#8211; Eintracht 4"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eins vorneweg, es war die erste Fahrt ohne meine kleine Kamera. Diese ist mir letzte Woche auf dem Museumsuferfest auf den Boden gepurzelt &#8211; und war hin. Von daher musste das Handy ran &#8211; und das ist nun nicht gerade neu. Gut, dass auch Pia ihres dabei hatte. Sinsheim also, dort, wo der Eintracht bislang noch kein Sieg gelungen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein nicht unerheblicher Aspekt einer Reise ist der Start. Insbesondere dann, wenn der silberne Golf seit geraumer Zeit ein Eigenleben f\u00fchrt und mitunter selbst entscheidet, wann er anspringt &#8211; oder eben nicht. Wir hatte Gl\u00fcck, kurz vor zehn ratterte das Maschinchen wie am Schn\u00fcrchen derweil die Sonne schon fr\u00fch auf einen freundlichen Tag verwies. Stefan wartete schon an der G\u00fcnthersburgallee auf uns und alsbald rollten wir wie so oft auf die Autobahn. Vor uns lagen 125 km einfache Strecke und mit uns reiste die Hoffnung auf eine Fortsetzung des Erfolgserlebnisses von letzter Woche, als die Eintracht in einem begeisternden Spiel Bayer Leverkusen mit 2:1 niederringen konnte. \u00dcber die A5 sausten wir auf die A6, standen ein paar Minuten bei Heidelberg im Stau und erreichten Sinsheim l\u00e4ssig gegen halbzw\u00f6lf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Weg f\u00fchrte nat\u00fcrlich schnurstracks in ein &#8230; Schuhgesch\u00e4ft. Hatte Pia noch bei der<a href=\"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=3791\" target=\"_blank\"> letzten Tour hierher<\/a> aus dem fahrendem Wagen in jenem Laden runtergesetzte orangene Chucks ersp\u00e4ht, so trug sie diese nun an den F\u00fc\u00dfen und ein erneuter Blick kann ja nie schaden. Diesmal jedoch verlie\u00dfen wir das Gesch\u00e4ft mit leeren H\u00e4nden, ich nutzte die Gelegenheit, um in einem nahen Fotoladen nach zu schauen, ob vielleicht eine Kamera wie meine verlustige im Angebot sei, aber auch hier war nichts zu holen, au\u00dfer einem freundlichen Gespr\u00e4ch mit einer fachkundigen Verk\u00e4uferin. Immerhin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz darauf trafen wir Christian und Berge, einem Sinsheimer Gladbachfan und wanderten in die Pizzeria, die wir schon beim letzten Ausflug aufgesucht hatten. Leider hatte der Biergarten geschlossen, so sa\u00dfen wir bei bestem Wetter drinnen &#8211; und waren nicht die einzigen Frankfurter, die sich hier breit gemacht hatten. Aus Erfahrung wussten wir, dass eine gro\u00dfe Pizza hier in der Tat gro\u00df zu nennen ist, ergo orderte ich eine kleine und war zufrieden. Weniger Zufriedenstellend jedoch verlief der Bezahlvorgang, gleich vier Mal forderten wir die Rechnung und waren schon drauf und dran, uns aus dem Staub zu machen, als diese dann doch noch kam. War \u00fcberschaubar, wie der ganze Ort, den wir per Pedes erkundeten, ehe wir zum Stadion auf der gr\u00fcnen Wiese aufbrachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es scheint so, als konzentriere sich in Sinsheim alles auf Fu\u00dfball, der Rest scheint im schleichenden Verfall begriffen; das Hallenbad ist f\u00fcr immer geschlossen, die Messe wird eher selten genutzt, von Hoppschen Geldfl\u00fcssen auf den ersten Blick keine Spur. Wir verlie\u00dfen den Ort durch einen kleinen Tunnel und wanderten durch das Industriegebiet in Richtung Stadion; Frankfurter fuhren vorbei und gaben die Herkunft lautstark kund, zumindest solange keine Polizeiwagen in der N\u00e4he war. Der durchschnittliche Hoffenheim-Fan scheint famili\u00e4r gebunden, Kuttenfans sind eher selten. Als in Frankfurt oder Gelsenkirchen Kutten modern waren, reichte hier ein Gehstock um auf dem Dorfsportplatz dem Schiedsrichter zu drohen. Und das ist noch gar nicht solange her. Jetzt gibt es an der Tankstelle Fanartikel der TSG zum halben Preis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles in allem fiel der Ausflug bislang in die Kategorie &#8222;Gem\u00fctlich&#8220;. Ein weiterer Tunnel f\u00fchrte uns neben den Parkpl\u00e4tzen an die Arena, die hochoffiziell Wirsol Rhein-Neckar-Arena hei\u00dft und sich direkt an der Autobahn gegen\u00fcber dem Technik-Museum befindet. Stefan wanderte weiter zu den Stehpl\u00e4tzen, Pia, Berge, Christian und ich erklommen die Stufen zu den Sitzpl\u00e4tzen, man nimmt ja, was man bekommen kann und alsbald hockten wir nebeneinander mittig hinter dem Tor, umringt von jeder Menge Eintrachtler, die fortan auch den Ton angaben &#8211; und zwar in jeder Beziehung. Zuvor wurde noch der Text des Hoffe-Fan-Songs eingeblendet <em>(Neiderei und L\u00e4sterei gehen uns am &#8230; vorbei &#8230;)<\/em> der dennoch nicht mitgesungen wurde. Als die Fahnenschwenker dann auf dem Platz mit den Fahnen wedelten, erklang das Badener Lied &#8211; und auch dieser Text wurde eingeblendet. Tradition verpflichtet. Sp\u00e4ter zogen die Fans hinter dem Tor zwei Blockfahnen auf:<em> Hurra, das ganze Dorf ist da<\/em>. M\u00f6gen sie dies demn\u00e4chst wieder gegen Pfullendorf machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun gut, das Stadion schien nicht ganz ausverkauft, Neuzugang P. Ochs war ebensowenig im Kader von Hoffenheim wie Chris, es w\u00e4re auch seltsam gewesen, ausgerechnet diese beiden im Sinsheimer Trikot gegen die Eintracht spielen zu sehen. Die Eintracht begann wie schon im ersten Heimspiel mit Trapp im Tor, innen verteidigten Anderson und Zambrano, au\u00dfen Jung und Oczipka, im Mittelfeld sorgten Schwegler und Rode f\u00fcr den Spielaufbau, w\u00e4hrend Meier sowie Inui und Aigner Druck nach vorne aus\u00fcben sollten derweil Occean als einzige Spitze nominiert war. Bei Hoffenheim stand Tim Wiese im Tor, ein Anblick, der gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein paar Tausend Eintrachtfans erlebten ein unterhaltsames Spiel und sie hielten zwei Mal den Atem an, als sich die TSG durch die Abwehr kombinierte, die Kugel jedoch nicht hinter Trapp im Geh\u00e4use unterbrachte. Und als der Ball im Netz lag, entschied Schiedsrichter Weiner v\u00f6llig zu Recht auf Abseits. Langsam kam die Eintracht besser ins Spiel und ging durchs einen Schuss von Meier nach 39 Minuten in F\u00fchrung. Und als wir noch ungl\u00e4ubig auf den Rasen starrten, schnappte sich Schwegler den Ball, marschierte Richtung Tor und zog aus knapp drei\u00dfig Metern ab. Die Kugel driftete urpl\u00f6tzlich nach rechts ab und schlug unhaltbar hinter Wiese zum 0:2 ins Netz. Die SGE ist wieder da.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lange dauerte es dann, bis Trapp in der zweiten H\u00e4lfte einen Ball halten musste. Hinten stand die Eintracht sicher, das Mittelfeld wirbelte und erspielte sich noch einige Chancen. Auf den R\u00e4ngen wurde der Europacup gefeiert &#8211; vor allem, als die Blitztabelle eingeblendet wurde. Ganz oben thronte die Frankfurter Eintracht: <em>Spitzenreiter, Spitzenreiter hey, hey hey.<\/em> Ungl\u00e4ubig verfolgten wir das Spiel; die TSG wusste sich nur noch mit Fouls zu wehren, der gelbrot gef\u00e4hrdet Weis ging vom Platz, f\u00fcr ihn kam Salihovic &#8211; und f\u00fcr diesen war die Partie nach vier weiteren Minuten schon wieder beendet. Seine erste Aktion brachte gelb, die zweite gelbrot. Als Schr\u00f6ck nur drei Minuten sp\u00e4ter ebenfalls die Ampelkarte sah, schien die Partie endg\u00fcltig gelaufen. Die Eintracht schob sich die Kugel zu &#8211; ohne jedoch zwingenden Druck auszu\u00fcben. Erst als sich Oczipka in den Strafraum tankte und zu Fall gebracht wurde, Weiner auf Elfmeter entschied und Meier sicher zum 0:3 verwandelte, war der Drops gelutscht. Martin Lanig wurde in der 88. Minute eingewechselt und nutzte seinen Kurzauftritt wie schon gegen Leverkusen zu einem wunderbaren Kopfballtreffer, nach einer herrlichen Flanke von Oczipka. 0:4, dannach war Schluss. Die Eintracht f\u00fchrte die Tabelle an, Hoffenheim war ans Ende gest\u00fcrzt, die Sonne schien &#8211; Fu\u00dfballherz, was willst du mehr. Wir feierten die Mannschaft noch eine ganze Weile und wanderten neben den sich stauenden PKWs beschwingt zur\u00fcck zum Golf, der jetzt nur noch anspringen musste. Und dies machte er anstandlos. Wir verabschiedeten uns von Berge, der die Partie relativ emotionslos verfolgt hatte, seine Gladbacher hatten ja erst zum Abendspiel in D\u00fcsseldorf anzutreten und tuckerten gem\u00e4chlich zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statt sich auf der Autobahn einen Stau einzufangen, rollten wir auf der Landstra\u00dfe Richtung Heidelberg. Die Sonne bestrahlte das Gr\u00fcn des Kraichgaus in einem warmen orange, aus den Lautsprechern erklang das neue Album von <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Anastasis-Dead-Can-Dance\/dp\/B008DNNX6O\/ref=pd_sim_m_1\" target=\"_blank\">Dead Can Dance<\/a>, die nach 16 Jahren wieder eine Ver\u00f6ffentlichung vorgelegt hatten. Nebenan m\u00e4anderte glitzernd der Neckar, \u00fcber Neckargem\u00fcnd erreichten wir Heidelberg und kurz darauf auch die A5. Gladbach und D\u00fcsseldorf m\u00fchten sich w\u00e4hrenddessen zu einem 0:0 und somit blieb die Eintracht auch \u00fcber Nacht Tabellenf\u00fchrer der ersten Bundesliga. Ein unglaubliches Gef\u00fchl. Wir \u00fcberlegten uns, welche St\u00e4dte im Europapokal der Landesmeister ein lohnendes Ziel w\u00e4ren, ich h\u00e4tte nichts gegen Porto, Amsterdam und Marseille, w\u00fcrde aber auch Dublin oder Glasgow nehmen. Jaja, ich wei\u00df, sechs Punkte gegen den Abstieg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der G\u00fcnthersburgallee verabschiedeten wir uns von Christian und Stefan und parkten den silbernen Golf, der uns auch heute nicht im Stich gelassen hatte. Welch ein grandioser Tag, welche ein grandioses Spiel, das zudem den allersten Sieg gegen Hoffenheim in der ersten Bundesliga gebracht hatte. Und das n\u00e4chste Mal habe ich hoffentlich auch eine neue Kamera. Ausw\u00e4rtssieg!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eins vorneweg, es war die erste Fahrt ohne meine kleine Kamera. Diese ist mir letzte Woche auf dem Museumsuferfest auf den Boden gepurzelt &#8211; und war hin. Von daher musste das Handy ran &#8211; und das ist nun nicht gerade neu. Gut, dass auch Pia ihres dabei hatte. 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