{"id":5831,"date":"2012-08-21T10:51:09","date_gmt":"2012-08-21T08:51:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5831"},"modified":"2012-08-21T12:12:31","modified_gmt":"2012-08-21T10:12:31","slug":"straight-to-hell-aue-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5831","title":{"rendered":"Straight to hell. Aue 2012."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Krachgarten. Kuhschnappel. Straight to hell. War was?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, das Los bescherte der Eintracht in der ersten Runde im DFB-Pokal einen Ausflug nach Aue. Eigentlich hatte ich ja schon vor Wochen entschieden, das Spiel mit Pia in einer Wirtschaft zu gucken, um die Sommerpause noch ein paar Tage zu verl\u00e4ngern. Aber als Marc anfragte, ob wir mit einem Neunerbus nach Aue mitkommen w\u00fcrden, konnte ich nicht nein sagen. Pia schon. Also blieb sie mit dem silbernen Golf in Frankfurt, w\u00e4hrend ich mit dem Rad durch die fr\u00fchmorgendliche sommerhei\u00dfe Stadt sauste, um jenes Rad in einem Hauseingang im Bahnhofsviertel zu verstauen und flotten Schuhs zur S\u00fcdseite zu eilen. Ich war ein paar Minuten zu sp\u00e4t, aber ich war da. Im R\u00fccken ein 0:5 der U23 gegen Hoffenheim II am Bornheimer Hang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sa\u00dfen sie schon, meine Mitreisenden, Ariane, Neeko, Steffen, Holger, der braungebrannte Thorsten und Chris, der sich bereit erkl\u00e4rt hatte, uns zur\u00fcck zu fahren. Eigentlich bin ich ja davon ausgegangen, dass ich einen Teil des Hinwegs bestreite &#8211; aber da nur ein Fahrer eingetragen war, fiel dieser Teil aus. Immerhin, unser Auto war ein schwarzer <del>Mercedes<\/del> Fiat mit schlappen 12.000 Km auf dem Tacho, Klimaanlage und CD-Player. Da war es ganz praktisch, dass ich mir noch eine CD eingesteckt hatte &#8211; der <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Straight-Hell-Returns-Original-Soundtrack\/dp\/B00022350I\/ref=sr_1_8?ie=UTF8&amp;qid=1345538687&amp;sr=8-8\" target=\"_blank\">Filmsoundtrack zu dem Spaghettiwestern Straight to hell<\/a> sollte es richten. <em>Straight to hell<\/em>, also gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Gutleutstra\u00dfe rollten wir auf die A5, die Klimaanlage hielt die Temperatur im Wageninneren ertr\u00e4glich, ob des Sonntages ohne LKWs auf dem Highway kamen wir gut voran. Der Nachteil eines Mietwagens (zumindest f\u00fcr Raucher) ist meist der, dass zum Rauchen kleine Pausen notwendig sind &#8211; und exakt mit dem Ende des 28 und letzten Liedes fuhren wir auf eine Rastst\u00e4tte und dr\u00fcckten uns Nikotin in die Lunge, w\u00e4hrend der Fahrt aber kletterte das Au\u00dfenthermometer nahezu min\u00fctlich um ein Grad h\u00f6her. Jetzt nach Portugal ans Meer, ich h\u00e4tte nichts dagegen gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alsbald verlie\u00dfen wir das ehemalige Westdeutschland und mit einem Mal erschien die Autobahn ausgebauter und komfortabler als je zuvor. Hinter Eisenach pickten wir noch eine Mitfahrerin, Maria, auf, die auf der Rastst\u00e4tte Waltershausen schon auf uns wartete. Erstaunlicher Weise hielten wir just zu dem Moment dort an, als die CD zum zweiten Mal durchgelaufen war. <em>Straight to hell<\/em>, es h\u00e4tte uns zu Denken geben k\u00f6nnen. Das ist ja generell das Sch\u00f6ne vor dem ersten Saisonpflichtspiel, man kann ungestraft davon tr\u00e4umen, den Pokal zu holen und evtl. mal wieder Meister zu werden. Als Frankfurter muss man diese Zeit nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der n\u00e4chste Stopp hie\u00df Jena. Die meisten von uns kennen Jena ja nur durch die Plattenbauten in Lobeda, die von der Autobahn gut zu erkennen sind, die Stadt selbst aber empfing uns freundlich, einige H\u00e4uschen erinnerten an Disneyland, und da war auch schon Marc, der sich in aller Herrgottsfr\u00fche mit dem Zug aus Bayern aufgemacht hatte und nun mit uns weiter fuhr. Der arme Kerl trug lange Hosen &#8211; hatte aber zum Gl\u00fcck noch eine kurze im Gep\u00e4ck. Und so rollten wir fr\u00f6hhlich schnatternd und trinkend durch Deutschlands Osten. Stets wenn ich hinter Jena weiter gefahren bin, hie\u00df das Ziel Berlin, heute aber sausten wir auf den Highway Richtung Aue. Die letzten Kilometer ging es \u00fcber die Landstra\u00dfe durch das sch\u00f6ne Erzgebirge und in Aue selbst parkten wir nur wenige Hundert Meter vom Stadion entfernt auf einem Supermarktparkplatz. Violette Trikots mengten sich mit schwarz-roten, es war der hei\u00dfeste Tag des Jahres, \u00fcberall Bekannte und Unbekannte derweil direkt neben dem Stadion ein Wildbach rauschte. Die Begegnungen mit den Einheimischen waren freundlich und von l\u00e4ssiger Entspanntheit gepr\u00e4gt, und wie immer, wenn der Gastgeber die Eintracht hoch favorisiert, wei\u00df ich was kommt. Duisburg. Paderborn. Nun Aue. Ich erstand einen Spielschal, stand ein paar Minuten am Einlass und blieb sparsam mit dem Fotografieren, da mein Akku schon seit Jena blinkte. Alsbald erklomm ich die Kurve, traf auf Holger und Chris, w\u00e4hrend die Auer Kurve eine kleine Choreo pr\u00e4sentierte. 1946 in lila wei\u00df, die Sonne brannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eintracht begann mit Trapp im Tor und im Sturm mit Occean und es sah zu Beginn auch ganz gut aus. Immerhin hatte ich Andi und Arne entdeckt, die kurzfristig aus Berlin angereist waren, ein freundlicher Helfer spritzte mit einem Schlauch Wasser in unsere Kurve und pl\u00f6tzlich leuchtete es Rot in die Luft. Nein, keine Bengalos, es war die Karte, die Schiri Siebert (Berlin) unserer neuen Nummer eins unter die Nase hielt. 20 Minuten hatte es also gedauert, bis Oka Nikolov wieder im Tor der Eintracht stand, es ist unfassbar. \u00c4hnlich unfassbar war die Tatsache, dass Erzgebirge Aue durch den f\u00e4lligen Elfmeter mit 1:0 in F\u00fchrung ging. Sollte das Ende aller Tr\u00e4ume tats\u00e4chlich nur 20 Minuten nach Anpfiff des ersten Spieles gekommen sein? Ich nehme es vorweg: Jawoll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eintracht m\u00fchte sich mit 10 Mann bei ann\u00e4hernd 40\u00b0, erspielte sich aber kaum Chancen, Aue stand hinten sicher, 3000 Frankfurter feuerten ihr Team an, Wasserfont\u00e4nen spritzen unentweg in die Kurve. 60 Minute 2:0. Das war&#8217;s. Ein Platzverweis f\u00fcr Aues Schr\u00f6der stellte die zahlenm\u00e4\u00dfige \u00dcberlegenheit der Gastgeber auf Ausgeglichenheit zur\u00fcck, allein f\u00fcr die Eintracht nutzte es nichts. Das 3:0 in der letzen Minute besiegelte das Erstrundenaus der Eintracht, die nun wenigstens nicht in der zweiten Runde bei den Kickers spielen muss. Straight to hell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verabschiedete mich von Andi, spazierte gem\u00e4chlich Richtung Parkplatz &#8211; nicht ohne den einen oder anderen Schwatz &#8211; und wenig sp\u00e4ter hockten wir alle wieder zusammen im Bus, Chris steuerte uns souver\u00e4n auf die Autobahn zur\u00fcck, die wir bald wieder verlie\u00dfen, um einen Gasthof anzusteuern, der erst aber noch zu finden war. Nachdem wir einige Kilometer durch Orte wie Kuhschnappel gerollt waren, befragten wir einen der wenigen sichtbaren Einheimischen nach einer Lokalit\u00e4t. Obgleich der Dialekt gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist, rollten wir nach seinen Anweisungen durch die Gassen und schon entdeckten wir den Gasthof Goldener Stern in St. Egidien &#8211; und ich sage euch: Sobald ihr hier in der N\u00e4he seid, lasst euch dort blicken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Speisekarte sagte uns zu, die Preise nickten freundlich und so hockten wir im Garten, wurden von der entspannten Bedienung umsorgt, futterten Gurkensuppe oder Schnitzel\u00a0 und ich glaube, die meisten h\u00e4tten nichts dagegen gehabt, so die Nacht nach einem Spaziergang in einem Hotelbett geendet h\u00e4tte. Wir aber mussten weiter in die Dunkelheit und nach Frankfurt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bald lagen Aue oder Zwickau weit hinter uns, wir n\u00e4herten uns Jena als von hinten Stimmen nach einem Rast ert\u00f6nten. Nun wusste ich, dass nach wenigen Metern die Rastst\u00e4tte Teufelstal kommt, eine Raste wie viele andere auch. Ein paar Minuten dahinter liegt jedoch die Miniraste Schorbaer Berg und ich dachte, es sei eine gute Idee, diese anzusteuern, das Bier ist g\u00fcnstiger, der Platz freundlicher &#8211; nunja, die Toiletten eher nicht &#8211; aber das wusste ich gar nicht so genau, da ich in den letzten Jahren stets auf der anderen Seite der Autobahn gehalten hatte. Gro\u00df war also die Emp\u00f6rung hinter mir, als wir an Teufelstal vorbeirauschten &#8211; dabei hatte ich es doch nur gut gemeint, aber ihr wisst ja: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Naja, wir hielten bei Schorba, tranken, rauchten und schon ging es weiter durch Th\u00fcringen. In Tabarz verabschiedeten wir uns von Maria, tankten die Kiste noch vor Frankfurt voll und irgendwann fielen mir die \u00c4uglein zu. Als ich erwachte, hatten wir Frankfurt erreicht, und der finale Stopp brachte uns zur\u00fcck an die S\u00fcdseite, Chris hatte uns sicher \u00fcber 800 km durch Deutschland gelenkt, jetzt hie\u00df es die letzten Kilometer mit dem Fahrrad zur\u00fcck ins Nordend. Auch das schaffte ich tadellos, als ich ankam schlief Pia nat\u00fcrlich schon. Ich rauchte noch eine Cigarette, und schwatzt noch ein bisschen mit ihr, die dann doch noch die \u00c4uglein ge\u00f6ffnet hatte. Dann fiel ich in einen langen traumlosen Schlaf. Sch\u00f6n war es gewesen. Wenn nur der verdammte Fu\u00dfball nicht w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krachgarten. Kuhschnappel. Straight to hell. War was?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5841,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[1221,1223,1089,1224,392,1222],"class_list":["post-5831","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-eintracht-frankfurt","tag-aue","tag-dfb-pokal","tag-fc-erzgebirge-aue","tag-kevin-trapp","tag-oka-nikolov","tag-st-egidien","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5831"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5840,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5831\/revisions\/5840"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}