{"id":5282,"date":"2012-04-16T11:42:43","date_gmt":"2012-04-16T09:42:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5282"},"modified":"2012-04-16T14:38:25","modified_gmt":"2012-04-16T12:38:25","slug":"nie-mehr-zweite-liga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5282","title":{"rendered":"Nie mehr zweite Liga &#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; schallte es durchs weite Rund. Nicht nur, dass \u00fcber 46.000 Zuschauer die Partie zwischen der Eintracht und Erzgebirge Aue sehen wollten, sie erlebten auch ein Fu\u00dfballspektakel, das wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen d\u00fcrfte &#8211; selbst die Fans aus Aue, obgleich sie jedoch ein 0:4 verkraften mussten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag begann wie so oft in dieser Saison mit der Waldtrib\u00fcne; eine Errungenschaft, die sich mittlerweile auf dem Stadiongel\u00e4nde etabliert hat. Gemeinsam initiiert vom Eintracht-Museum und dem Frankfurter Fanprojekt pr\u00e4sentieren wir seit dem dritten Heimspiel der laufenden Saison G\u00e4ste, die uns jede Menge Geschichten rund um das bevorstehende Spiel erz\u00e4hlen. Feste Programmpunkte bilden die R\u00fcckblicke auf die Historie der jeweiligen Begegnung, die niemand besser erl\u00e4utern k\u00f6nnte, als der K\u00f6nig der Eintracht-Sammler: Doc Othmar Hermann, und die Verk\u00fcndung der aktuellen Eintracht-Aufstellung durch Kurt E. Schmidt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn ein Spiel wie das der Eintracht gegen Aue erst zum vierten Mal stattfindet und es folglich nicht allzu viele Anekdoten zu schildern gibt, so f\u00e4llt dem Doc dennoch immer wieder etwas ein. Tief muss er dazu manchmal in seinen Sch\u00e4tzen graben, bis ihm etwas in die H\u00e4nde f\u00e4llt und dann zaubert er ein Programmheft hervor oder einen Zeitungsartikel, die etwas besonderes erz\u00e4hlen. So spielte der FC Erzgebirge Aue, der zu DDR-Zeiten Wismut Aue hie\u00df 1956\u00a0 im Leipziger Zentralstadion vor \u00fcber 120.000 Zuschauern freundschaftlich gegen den 1.FC Kaiserslautern &#8211; und unterlag gegen die Fritz-Walter-Elf mit 5:3; legend\u00e4r wurde dabei das <a href=\"http:\/\/www.der-betze-brennt.de\/artikel\/1017-hallofgame-fritz-walters-jahrhunderttor.php\" target=\"_blank\">Flughackentor <\/a>des Kapit\u00e4ns der Nationalmannschaft. Gegr\u00fcndet wurde der Verein aus Sachsen 1949 &#8211; damals unter dem Namen BSG Pneumatik Aue, der jetzige Name FC Erzgebirge Aue existiert seit 1993.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als n\u00e4chstes stellten sich die M\u00e4dchen vom au\u00dferschulischen Fu\u00dfballprojekt aus dem Frankfurter Gallus vor, regelm\u00e4\u00dfig trainieren die M\u00e4dchen sogar unter Anleitung einer Spielerin von Eintracht Frankfurt &#8211; und tr\u00e4umen nat\u00fcrlich davon, selbst eines Tages das Trikot der Eintracht zu tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend repr\u00e4sentierten Dominik und Ralph den <a href=\"http:\/\/www.nordwestkurve.net\/\" target=\"_blank\">Nordwestkurvenrat<\/a>. Beide sind Sprecher dieser relativ neuen Institution, die gruppen\u00fcbergreifend die Interessen von Eintrachtfans nach au\u00dfen hin vertreten will, nachdem es unter anderem vor allem gegen Ende der letzten Saison eine desastr\u00f6se Berichterstattung seitens diverser Medien \u00fcber die Eintrachtfans gegeben hat und sich seitens der Fans kaum Widerspruch geregt hatte. Aktuell setzten sie sich mit dem Eintrachtspiel bei Union Berlin auseinander, bei dem ja die Eintrachtler offiziell nicht anwesend sein durften und ver\u00f6ffentlichten eine Stellungnahme, die es sogar ins Stadionmagazin der Unioner schaffte. F\u00fcr das Spiel beim KSC am letzten Spieltag versucht der NWK-Rat gemeinsam mit den Fanclubs, den Ultras und der Abteilung zu erreichen, dass diejenigen, die das Spiel in Karlsruhe sehen m\u00f6chten noch einen zus\u00e4tzlichen Bereich im Wildpark bekommen, um nicht verstreut zwischen den Anh\u00e4nger des KSC stehen zu m\u00fcssen &#8211; wo \u00c4rger ob der unterschiedlichen Ausgangslagen vorprogrammiert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Aue kamen Klaus und Steffi, beide engagiert im Fanclub Aue-Mitte 82. Klaus geh\u00f6rte 1982 zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern, reiste schon zu DDR-Zeiten mit seinem Verein durch die Lande und zelebrierte ein Fandasein, welches sich von den Ritualen des Westens kaum unterschied; wohl war das Unterwegssein in der DDR weit subversiver, die Reisenden standen unter Beobachtung der Stasi &#8211; aber man hat sie im End gew\u00e4hren lassen. Interessant ist, dass der bekannte Schlachtruf <em>Wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus dem Schacht<\/em> keine Erfindung der Vorwendezeit ist, sondern tats\u00e4chlich aus den Jahren nach der Wende stammt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Egon Loy, Meistertorh\u00fcter von 1959 und Europapokalfinalist 1960 stellte sich anschlie\u00dfend den Fragen von Frauke K\u00f6nig und mir. Bis heute ist er der Eintracht treu verbunden und sieht sich die Spiele &#8211; so es die Zeit zul\u00e4sst &#8211; im Stadion an. Gegen Aue hat er selbst nie gespielt, es waren andere Zeiten und ein andere Welt. Eine klare Meinung aber hat er zu Oka Nikolov, seinen Nachnachfolger im Tor der Eintracht. Nikolov sei ein Guter, allein er m\u00fcsse den Spielaufbau schneller gestalten- aber Oka sei ja noch jung und entwicklungsf\u00e4hig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Kurt Schmidt die Aufstellung verk\u00fcndete \u00fcberraschte er uns mit der Tatsache, dass weder K\u00f6hler noch Hoffer in der Startformation stehen w\u00fcrden, statt dessen sollten Kittel und Matmour von Beginn an auflaufen &#8211; und so war es dann auch und als die Mannschaften einliefen pr\u00e4sentierten die Fans eine von der UF97 organisierten <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KKOcppsui3M\" target=\"_blank\">Choreo <\/a>\u00fcber die gesamte Nordwestkurve und die Eintracht zeigte sich von Beginn an hellwach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aue hatte wenig entgegen zu setzen und als Schildenfeld einen langen Ball nach vorne spielte, nahm ihn Alex Meier im Lauf an und h\u00e4mmerte ihn zur verdienten F\u00fchrung ins Netz. Kurz vor der Pause dann ein Zuckerpass von Meier in den Lauf von Sonny Kittel, der ihn volley zum 2:0 f\u00fcr die Eintracht verwandelte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst nach dem Wechsel und der beruhigenden F\u00fchrung spielte die Eintracht wie entfesselt und wurde von \u00fcber 40.000 durchdrehenden Fans angetrieben; selbst die Haupttrib\u00fcne, selbst die Ostkurve sang und h\u00fcpfte, wie es die Arena nur ganz selten, wenn \u00fcberhaupt schon einmal erlebt hatte. Jung wollte, Jung konnte &#8211; und es stand 3:0 f\u00fcr die Eintracht. <em>Nie mehr zweite Liga<\/em> tobte das Stadion, nicht ahnend, dass ein weiterer H\u00f6hepunkt noch bevorstand. Martin und Dino stimmten unten <em>Im Herzen von Europa<\/em> an, jeder, der nur halbwegs textsicher war sang mit und w\u00e4hrend des zigtausendfachen Chors gab es einen Freisto\u00df an der Kante zum Sechzehner. Wir sangen, der eingewechselte Benni K\u00f6hler lief an und zirkelte die Kugel inmitten des Gesangs zum 4:0 ins Netz &#8211; ein umjubelter H\u00f6hepunkt des grandiosen Nachmittags, der die Eintracht dem erhofften Aufstieg ein gutes St\u00fcck n\u00e4her brachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am End feierten die Eintrachtler ihre Mannschaft, die Spieler h\u00fcpften auf dem Platz wie zw\u00f6lfj\u00e4hrige umher und selbst der gesperrte Djakpa wurde von seinen Kollegen \u00fcber den Platz geschleift &#8211; im Anzug. Kaum jemand wollte sich vom Ort des Geschehens losreisen &#8211; wir hatten einen denkw\u00fcrdigen Nachmittag erlebt und die gesamte <a href=\"http:\/\/www.eintracht.de\/meine_eintracht\/forum\/1\/11189500\/\" target=\"_blank\">Eintracht <\/a>ist wieder ein St\u00fcckchen n\u00e4her zusammen ger\u00fcckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter ging&#8217;s in die Bembelbar nach Sachsenhausen, Charly, Holger, Presi und Tom brachten mit ihrer Musik das Remember zum Kochen; \u00fcberall hockten gl\u00fcckliche Eintrachtfans und sangen und tanzten und babbelten bis tief in die Nacht, die kein Ende finden wollte &#8211; und wie singen die Toten Hosen so sch\u00f6n: <em>Das hier ist ewig. Ewig f\u00fcr heute<\/em> &#8211; und so war es dann auch, bis irgendwann die Sonne aufging und ein m\u00fcder aber gl\u00fccklicher Beve sich auf sein Rad schwang und nach Hause radelte. <em><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=j09hpp3AxIE\" target=\"_blank\">An Tagen wie diesen w\u00fcnscht man sich Unendlichkeit<\/a>.<\/em> Genau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; schallte es durchs weite Rund. 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