{"id":5152,"date":"2012-03-02T14:04:23","date_gmt":"2012-03-02T13:04:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5152"},"modified":"2012-03-02T14:09:43","modified_gmt":"2012-03-02T13:09:43","slug":"tza-helfer-der-eintracht-ein-abend-im-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5152","title":{"rendered":"TZA &#8211; Helfer der Eintracht; ein Abend im Museum"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber sechzig Jahre Eintracht standen auf dem Programm und dazu waren die M\u00e4nner zu Gast, die seit Gr\u00fcndung der Bundesliga jeden einzelnen Fu\u00dfballschuh der Profis in der Hand gehabt haben:<!--more--> Die Zeugwarte Anton H\u00fcbler, Friedel Lutz und Franco Lionti. Dazu gesellte sich mit Lutz Meinl ein Mann, der von 1979 bis 2002 f\u00fcr die physische Verfassung der Spieler verantwortlich war und mit Dr. Joost Runzheimer ein Arzt, dessen Eintracht Geschichte schwer durch die Eltern gepr\u00e4gt wurde. Die Mutter, Doris Eckert startete 1936 bei den Olympischen Spielen als Leichtathletin der Frankfurter Eintracht und der Vater war von 1948 an lange Jahre der Vereinsarzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon als Bub war Dr. Runzheimer ganz nah dran an der Mannschaft, die seinerzeit nach dem Krieg keine sportliche Heimat mehr hatte, da der alte Riederwald von Bomben zerst\u00f6rt nun von der Tr\u00fcmmerverwertungsgesellschaft genutzt wurde; der Neuaufbau des zerst\u00f6rten Frankfurts ging also von der ehemaligen Heimat der Eintracht aus. Diese spielte nun in der Oberliga S\u00fcd und pendelte von Sportplatz zu Sportplatz, unter Anderem spielte die SGE am Bornheimer Hang. Treffpunkt aber war am Merianplatz am dortigen Merianbad &#8211; auch f\u00fcr Ausw\u00e4rtsspiele; nach Spielende landete die Mannschaft erneut dort &#8211; zum Duschen. Erst 1952 wurde der neue Riederwald eingeweiht, beim Er\u00f6ffnungsspiel der Eintracht gegen die Nationalmannschaft \u00c4gyptens war Dr. Runzheimer jr. nat\u00fcrlich auch dabei. Die Eintrachtspieler aber gingen bei Familie Runzheimer ein und aus, man kannte sich, man mochte sich und man pr\u00e4gte rund um den Riederwald einen Geist der Eintracht, der sich heute noch bei den Treffen der Meistermannschaft und Freunden widerspiegelt. Nat\u00fcrlich war Dr. Runzheimer auch beim Finale in Berlin dabei, als die Eintracht die Kickers mit 5:3 versenkte &#8211; und er wohnte mit der Mannschaft im Verbandsheim des VBB am Kleinen Wannsee.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nat\u00fcrlich kannte er auch bald Toni H\u00fcbler, der 1954 als G\u00e4rtner bei der Eintracht anfing und alsbald aus der Eintracht-Familie nicht wegzudenken war. Noch unter Trainer Windmann mussten sich die Spieler um Schuhe und Material selbst k\u00fcmmern, erst durch dem \u00f6sterreichischem Trainer Adolf Pattek wurde ein Schuster verpflichtet, der sich fortan um optimales Schuhwerk f\u00fcr die Kicker k\u00fcmmerte. Mit Einf\u00fchrung der Bundesliga wurde auch Toni H\u00fcbler Profi; auf Gehei\u00df des Eintracht-Pr\u00e4sidenten Rudi Gramlich wurde H\u00fcbler hauptamtlicher Zeugwart &#8211; eine Karriere, die erst 1995 endete. Viel hat er erlebt, der Toni, aber vieles bleibt unter Verschluss, da sein Motto stets lautete: &#8222;Was in der Kabine war, bleibt in der Kabine.&#8220; Und Toni H\u00fcbler hat viel erlebt und viel erfahren in all den Jahren, wurde Meister, Pokalsieger und Uefa-Cup-Sieger und kaum war er nicht mehr im Amt, stieg die Eintracht ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pfiffig war er &#8211; und ist es immer noch, der kleine Mann mit dem sch\u00fctteren Haar und dem gro\u00dfen Herzen, dem noch heute der Schalk aus den Augen blitzt, wenn er erz\u00e4hlt, wie es damals gewesen ist. Damals, als Meisterspieler Dieter Stinka zu ihm kam, mit der Bitte, die etwas zu engen Kickschuhe zu weiten. Toni versprachs, stellte die Schuhe in die Ecke, nur um sie wenig sp\u00e4ter unver\u00e4ndert Dieter Stinka in die Hand zu dr\u00fccken. Dieser zog sie an, tippelte ein paar Mal und zog gl\u00fccklich von dannen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber er wusste sich auch Respekt zu verschaffen, selbst wenn er einen Nationalspieler vor sich hatte. Die Schuhe und die W\u00e4sche hatten die Spieler nach Gebrauch zu sortieren und ihn daf\u00fcr vorgesehen Kisten zu packen. Einer jedoch, warf die Klamotten auf einen Haufen und die verdreckten Schuhe mit geschn\u00fcrten Senkeln dazu. Dies gefiel Toni nat\u00fcrlich gar nicht, und er nahm sich den gelockten Kicker zur Brust: <em>Du hast so ne sch\u00f6ne Frau zu Hause, machst du das da genau so?<\/em> Es dauerte ein Weilchen, doch dann fiel der Groschen und fortan wurden die Schuhe nebst Kleidung ordentlich behandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachfolger von Toni H\u00fcbler wurde ein Deutscher Meister. Friedel Lutz, der \u00fcber 30 Jahre in einer M\u00f6belfirma gearbeitet hatte, stand Mitte der Neunziger vor der Wahl, entweder mit der Firma nach Berlin zu gehen oder aber sich einen neuen Job zu suchen, da ihm noch elf Jahre bis zur Rente fehlten. Er entschied sich f\u00fcr letzteres &#8211; und da er zusammen mit H\u00f6lzenbein in einem Promi-Team kickte, kam er zur\u00fcck zur Eintracht, f\u00fcr die er von 1957 bis 1966 und von 1967 bis 1973 in der ersten Mannschaft spielte. Lutz wurde nicht nur Deutscher Meister, er stand auch in der Mannschaft, die 1960 das Europapokalfinale der Landesmeister erreichte. Die Reise zur WM nach Chile verhinderte eine schwere Verletzung, 1966 in England aber war der baumlange geb\u00fcrtige Vilbeler dabei &#8211; und kam im Halbfinale gegen die UdSSR beim 2:1 Sieg zum Einsatz. Im Finale aber spielte wieder der Bremer Horst Dieter H\u00f6ttges, dessen Gegenspieler, Geoffrey Hurst, gleich drei Tore erzielte. Wechseln war damals nicht erlaubt, wer wei\u00df, vielleicht h\u00e4tte ein Wechsel in Wembley den Titel gebracht. So aber wurde Friedel Lutz immerhin Vizeweltmeister &#8211; gemeinsam mit J\u00fcrgen Grabowski, der vier Jahre sp\u00e4ter zum &#8222;besten Auswechselspieler der Welt&#8220; avancieren sollte. Lutz aber betonte, dass H\u00f6ttges zumindest in den ersten Spielen mit vollem Recht in der Anfangsformation gestanden habe, die eher von Dettmar Cramer als von Helmut Sch\u00f6n gestellt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Direkt nach der WM wechselte Lutz f\u00fcr die damals gigantische Summe von 175.000 DM zu 1860 M\u00fcnchen. Eigentlich wollte er bei der Eintracht bleiben, ein Gespr\u00e4ch unter drei Ohren mit Pr\u00e4sident Gramlich (dieser hatte bei einem Autounfall ein Ohr verloren) zwecks Vertragsmodalit\u00e4ten wurde anberaumt; da dieser Termin aber ob der WM und Lutzens Aufenthalt in England erst nach Ablauf der Wechselfrist zu Stande gekommen w\u00e4re, entschied sich Lutz f\u00fcr den Wechsel nach M\u00fcnchen und machte telefonisch alles klar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eintracht guckte aus der W\u00e4sche und Lutz wurde bei 1860 nicht gl\u00fccklich. Eine Verletzung machte ihm zu schaffen, der F\u00f6hn dazu und \u00fcberhaupt war M\u00fcnchen nicht Frankfurt. Nun war guter Rat teuer und w\u00e4re nicht Toni H\u00fcbler gewesen, wer wei\u00df, wo Lutz gelandet w\u00e4re. So aber verhandelte H\u00fcbler mit Gramlich, dem zeitlebens sehr eng verbunden war und auf den er auch heute nichts kommen l\u00e4sst und nach langem Hin und Her kehrte Lutz zur\u00fcck zu den Hessen &#8211; f\u00fcr die H\u00e4lfte des Betrages, den 1860 ein Jahr zuvor bezahlt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 1995 bis 2010 war Lutz nach dem Umzug seines Arbeitgebers nach Berlin wieder in Diensten der Eintracht &#8211; als Nachfolger von Toni H\u00fcbler. F\u00fcr den Abend im Museum hatte er die Anf\u00e4nge und Abl\u00e4ufe seiner T\u00e4tigkeit haarklein protokolliert und trug diese dem staunenden Publikum vor. H\u00fcbler, der schon ein, zwei Jahre zuvor in Rente gehen wollte, arbeitete seinen Kollegen ein, zeigte ihm Tricks und Kniffe und wie Stollen pr\u00e4pariert werden, damit der Schiedsrichter nichts merkt. Zwischen 10 und 13 Stunden dauerte ein Arbeitstag, die Woche war lang und l\u00e4nger, manches Mal \u00fcbernachtete Lutz auf der Massagebank des Physios Lutz Meinl und zwischendrin stolzierten auch schon Mal Spieler umher und wollten sich nichts aber auch gar nichts sagen lassen. Ich bin die Nummer neun. Und ich bin jetzt Profi sprach ein ehemaliger Siegener, doch Lutz lie\u00df sich nichts bieten und machte den Spieler rund: Gro\u00df war er ja nicht, der Spieler mit der Nummer neun, vielleicht 1,69m &#8211; aber als er aus der Kabine heraus marschierte war er noch 1,05 m meinte Friedel Lutz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Lutz 1995 zur Eintracht zur\u00fcckkehrte, war ein anderer zur Institution geworden; Eintracht-Physio Lutz Meinl, der von 1979 bis 2002 bei der Eintracht t\u00e4tig war und auch unter den Fans gr0\u00dfes Ansehen genoss. Als Meinl zur Eintracht kam, stand er quasi noch in der Ausbildung. Zun\u00e4chst betreute er die Amateure, bald aber wurde bei den Profis ein zweiter Mann ben\u00f6tigt und so glitt der Mann, der zuweilen sogar von den Fans angefeuert wurde, in den Profikader der Eintracht; wurde Pokalsieger, Fastabsteiger, Fu\u00dfballer 2000, Fastmeister, Absteiger, Aufsteiger, Absteiger, Lizenzentz\u00fcgler und &#8230; gefeuert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich hat Meinl viel erlebt in seiner Zeit bei der Eintracht und nat\u00fcrlich ebnete ihm ein Mann den Weg, bei dem sich Lutz Meinl auch am gestrigen Abend bedankte &#8211; Toni H\u00fcbler, mit dem er lange Jahre zusammen arbeitete, wie am End auch mit Franco Lionti, doch dazu sp\u00e4ter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Eins\u00e4tze hatte Meinl noch unter Trainer Friedel Rausch, die Eintracht schickte sich an, den Uefa-Cup zu holen und Lutz knetete die Waden von Grabi und Holz &#8211; &#8222;obwohl ich au\u00dfer \u00d6lverreiben noch nicht viel drauf hatte&#8220; wie er freim\u00fctig zugab. Wie Dr. Runzheimer, der die Profimannschaft der Eintracht von 1980 bis 1982 \u00e4rztlich betreute, war er zugegen, als J\u00fcrgen Gelsdorf den wieselflinken St\u00fcrmer Cha ins Krankenhaus trat; die beste Mannschaft aber erlebte er Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger, als sich die Eintracht anschickte, Fu\u00dfball 2000 zu spielen und wie so viele hielt und h\u00e4lt er gro\u00dfe St\u00fccke auf Horst Ehrmantraut, dessen Qualit\u00e4ten im Umgang mit dem Verein als auch dessen Trainingsmethoden ihm gro\u00dfen Respekt abn\u00f6tigen. Ganz im Gegensatz zu Felix Magath, dessen <em>System Angst<\/em> nicht nur die Spieler verunsicherte, sondern der auch den Rat des Physios, kranke Spieler auf Grund m\u00f6glicher Folgen (auch Herzprobleme) zu schonen, in den Wind schlug: <em>Wer krank ist bestimme ich<\/em> &#8211; so Magath.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Berichte aus den 50ern, 60er bis hin zu den 90ern machten deutlich, dass es ein wesentliches Merkmal der Eintracht gewesen ist, bei allen Nebenger\u00e4uschen und Merkw\u00fcrdigkeiten ein Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu leben und auch mal den Schalk im Nacken aufblitzen zu lassen. Meinl, passionierter Motorradfahrer hatte passend dazu eine Anekdote auf Lager. So erkundigte sich der Spieler Ralf &#8222;Colt&#8220; Sievers auff\u00e4llig h\u00e4ufig nach Wert und Beschaffenheit von Meinls Motorrad, wor\u00fcber dieser beredt Auskunft gab. Nur wenig sp\u00e4ter klingelte bei ihm das Telefon: Moin Werner, ich hab den Kasten Bier, wann kann ich die Maschine abholen? Meinl war zun\u00e4chst irritiert &#8211; bis ihm klar wurde, dass Sievers in der damals neue Anonncenzeitung &#8222;das inserat&#8220; eine Anzeige aufgegeben hatte, in der er Lutz Meinls Motorrad f\u00fcr kleines Geld plus einem Kasten Bier anbot. Der Kontaktname war Werner &#8211; in Anlehnung an den gleichfalls neuen Kultcomic Werner Br\u00f6sel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Meinl r\u00e4chte sich bald darauf. In Absprache mit Toni H\u00fcbler richtete er Sievers aus, dessen Frau habe angerufen, er m\u00f6ge Bratensauce mitbringen. Da Sievers Meinl nicht traute, fragte er bei H\u00fcbler nach und dieser best\u00e4tigte den Anruf von Sievers Gattin Bettina. Daraufhin fuhr er los und besorgte Bratensauce. Und da er nicht wusste, welche, kaufte er helle, dunkle, mitteldunkle &#8211; alles, was der Markt so hergab. Zu hause war die Verwunderung dann nat\u00fcrlich gro\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann diese Anekdote wenig spektakul\u00e4r nennen &#8211; alleine der heutige Zeugwart Franco Lionti f\u00fcgte an, dass es so etwas heute nicht mehr geben w\u00fcrde. Dass es manchmal ratsam ist, auf den Rat des Physios zu h\u00f6ren verdeutlicht die Episode Thomas Doll, der spektakul\u00e4r von Lazio Rom zur Eintracht wechselte. Zun\u00e4chst auf Leihbasis verpflichtet, war Doll mehr verletzt als fit und kam deshalb zun\u00e4chst nur auf relativ wenig Eins\u00e4tze im Trikot der Frankfurter Eintracht. Dennoch entschied sich das Pr\u00e4sidium den Spieler Doll anschlie\u00dfend zu verpflichten &#8211; gegen den Rat von Meinl, der die gesundheitliche Situation Dolls sehr genau einsch\u00e4tzen konnte, immerhin hat er ihn jeden Tag unter seinen Fittichen. Er m\u00f6ge sich um seinen Bereich k\u00fcmmern, so das Feedback aus den oberen Etagen. Nach seiner endg\u00fcltigen Verpflichtung f\u00fcr teures Geld absolvierte Doll f\u00fcr Insider wenig \u00fcberraschend keine 25 Spiele f\u00fcr die Eintracht und verlie\u00df den Verein nach dem Abstieg 1996 abl\u00f6sefrei Richtung Bari. Selbst nach R\u00fcckkehr zum HSV konnte er keine einzige Partie in drei Jahren \u00fcber 90 Minuten zu absolvieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine bittere Geschichte aus der Historie der Frankfurter Eintracht ist die Entwicklung zur K\u00fcndigung Lutz Meinls. Dieser wanderte im Rahmen seiner Ausbildung phasenweise auf einem schmalen Grad; nicht alles, was ein Physio kann, darf er auch &#8211; so z.Bsp. das Setzen von Spritzen oder bestimmte chiropraktische Ma\u00dfnahmen. Auf Grund dessen entschied er sich, auf privater Basis eine Ausbildung zum Heilpraktiker zu machen; nicht zuletzt um bei verschiedenen Heilungsma\u00dfnahmen einen legitimierten Hintergrund zu haben. Sobald er den Heilpraktiker in der Tsche hatte, galt er bei der Eintracht als \u00fcberqualifiziert. Merke: Ohne Ausbildung bist du willkommen, mit Fachwissen aber wurdest du der Eintracht l\u00e4stig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies aber ist nur eine Seite der Medaille; wir erinnern uns: Im Jahr 2000 wurde der Profibereich in eine AG abgetrennt, 2002 war die Lizenz futsch. Noch <a href=\"http:\/\/www.eintracht.de\/aktuell\/3242\/\" target=\"_blank\">im M\u00e4rz 2001 wurde Dr. Dieter Ehrich in den Aufsichtsrat gew\u00e4hlt<\/a>; Ehrich war damals Inhaber von Sporeg, noch heute ein Rehazentrum in Offenbach. Und somit begann die Verflechtung von Sporeg und der Frankfurter Eintracht, die zun\u00e4chst die K\u00fcndigung des Vereinsarztes Dr. G\u00fcnter Goll zur Folge hatte; peu a peu wurde der medizinische Bereich neu strukturiert; an Stelle der alten Helden, zu denen auch Lutz Meinl z\u00e4hlte trat die Firma Sporeg, deren Inhaber ja im Aufsichtsrat sa\u00df. Als erste Kritiken ob der Konstellation laut wurden, trat Ehrich aus dem Aufsichtsrat aus &#8211; Sporeg aber war nun eng mit der Eintracht verzahnt und besa\u00df quasi die Lizenz zum Geldverdienen. Der langj\u00e4hrige Physio Lutz Meinl aber wurde unter fadenscheinigen Begr\u00fcndungen nicht weiter besch\u00e4ftigt; so fadenscheinig, dass sogar der erste Gang zum Arbeitsgericht zu seinen Gunsten ausging und ein neuer Grund gesucht &#8211; und gefunden wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies alles erlebte Franco Lionti hautnah mit. Auch Lionti kam zur Eintracht, wie die Jungfrau zum Kinde. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur, der schon als Jugendlicher im G-Blog stand, ging brav seiner Arbeit nach als ihn ein Anruf ereilte, ob er Lust h\u00e4tte, mit der Eintracht nach Spanien zu fliegen, ein Dolmetscher wurde gesucht. \u00dcber Istvan Sztani, Meisterspieler von 1959, der Ende der 90er in Seckbach trainierte kam der Kontakt zu Stande und Lionti konnte gar nicht glauben, wie ihm geschah. Da er gerade Urlaub hatte, sagte er zu, machte seine Sache gut und blieb fortan als M\u00e4dchen f\u00fcr alles am Riederwald &#8211; unbezahlte Kraft, die anpackte, wo es n\u00f6tig war und sei es, Gaetano Patella nach Meppen zu fahren. Erst einige Zeit sp\u00e4ter bekma er wenigstens die Auslagen ersetzt und als sich abzeichnete, dass Friedel Lutz auf Grund einer Erkrankung eine Vertretung als Zeugwart brauchte, sprang Lionti auch dort ein &#8211; und \u00fcbernahm den Job endg\u00fcltig von Friedel, als dieser in den verdienten Ruhestand ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urlaub mit der Familie sei nicht mehr drin erz\u00e4hlte Lionti, wenn die Kinder Ferien haben, ist die Eintracht im Traingslager und mit ihr nat\u00fcrlich der Mann der Schuhe, Trikots und B\u00e4lle. Erstmals war Franco mit der Eintracht in Zypern, damals noch unter Magath und es hatte den Anschein, als sei nicht nur die Mannschaft, sondern gleichfalls auch der Betreuerstab topfit. Kurzzeitig erstarrte der junge Lionti, als ihm Magath gar eine Geldstrafe wegen Zusp\u00e4tkommens aufbrummen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die famili\u00e4ren Zeiten eines Toni H\u00fcblers, die Kabinenabende zu Zeiten Meinls, als die Mannschaft selbst nach Ausw\u00e4rtsspielen noch in der Kabine am Riederwald beim Schoppen zusammen sa\u00df, sie scheinen vorbei. Letztmals blitzen die gro\u00dfen Gemeinsamkeiten w\u00e4hrend der Aera Ehrmantraut und nach dem Lizenzentzug 2002 auf, jeweils als die Eintracht am Tiefpunkt war und Spieler wie Schur oder Weber mit gutem Beispiel voran schritten. Heutzutage scheinen die Akteure mehr mit sich selbst, der virtuellen Welt oder dem Mobilfunk besch\u00e4ftigt zu sein; Mannschaftsabende sind selten geworden und ebenso das aufblitzen famili\u00e4rer Zusammenh\u00e4nge. Umgeben von einer Beraterschar, in jungen Jahren schon schwerreich, ziehen Spieler von Verein zu Verein, vielleicht alleine gelassen in einer Welt, in der das System Wulff eine soldiarische Gemeinschaft weitestgehend verdr\u00e4ngt hat. Da werden auch schon Mal von Trainingsm\u00fctzen der Adler abgefummelt, um diese &#8222;privat&#8220; zu tragen, da werden auch Mal Trainingsklamotten liegen gelassen, weil sich meist jemand findet, der den Profis den Krempel hinterher tr\u00e4gt und es f\u00e4llt schwer, die Dinge zu kritisieren, da der n\u00e4chste Verein oft mit einem noch besseren Angebot im Hinterhalt winkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schuhfirmen statten die Spieler mit knallbunten Kickschuhen aus, die vertraglich bedingt regelm\u00e4\u00dfig gewechselt werden m\u00fcssen; einen eigenen Willen oder Geschmack zu beweisen ist selten geworden. Die Schuhe werden von Firmen gestellt, die Spieler m\u00fcssen sie tragen, unabh\u00e4ngig davon, ob es f\u00fcr sie Sinn macht oder nicht. Daf\u00fcr ist das Schuhwerk umsonst. Als l\u00f6bliche Ausnahme sei hier Martin Amedick genannt, der auf einen Schuh schw\u00f6rt, mit dem er gerne spielen <em>m\u00f6chte<\/em> &#8211; unabh\u00e4ngig, wer diesen bezahlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00f6hepunkte in der Karriere Liontis bei der Eintracht waren bislang sicherlich das Pokalfinale in Berlin, die damit verbundenen Uefa-Cup-Spiele sowie die Reise nach Vietnam im Sommer 2010, damals, als die Eintracht noch in der ersten Liga kickte und wir heimlich nach Europa schielten. War erst gestern und scheint doch eine Ewigkeit her.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Fotos: Pia Geiger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber sechzig Jahre Eintracht standen auf dem Programm und dazu waren die M\u00e4nner zu Gast, die seit Gr\u00fcndung der Bundesliga jeden einzelnen Fu\u00dfballschuh der Profis in der Hand gehabt haben:<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5153,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[1054,109,1055,167,1056,1849,653],"class_list":["post-5152","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-eintracht-frankfurt","tag-dr-joost-runzheimer","tag-eintracht-frankfurt-museum","tag-franco-lionti","tag-friedel-lutz","tag-lutz-meinl","tag-toni-hubler","tag-tza","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5152"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5157,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5152\/revisions\/5157"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}