{"id":5105,"date":"2012-02-27T12:51:46","date_gmt":"2012-02-27T11:51:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5105"},"modified":"2012-02-27T13:53:35","modified_gmt":"2012-02-27T12:53:35","slug":"alle-wege-fuhren-nach-paderborn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5105","title":{"rendered":"Alle Wege f\u00fchren nach Paderborn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eins vorneweg; ein freier Platz im Auto bedeutet ein freier Platz im Auto. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Abend zuvor war durchaus unterhaltsam.<!--more--> Kettcar gaben in Neu Isenburg ein nettes Konzert und die von uns anschlie\u00dfend besuchte Feier des EFCs Alte Liebe beinhaltete eine erbauliche Ansammlung von Leuten, von denen jede\/r einzelne mindestens eine Platte von Clash im Plattenschrank stehen hat. Das ist nicht das Schlechteste &#8211; und so wurde es sp\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von daher ist es wenig verwunderlich, dass der n\u00e4chste Morgen fr\u00fch begann, eigentlich zu fr\u00fch, aber was will man machen, wenn Paderborn Calling auf dem Programm steht. Und so gings&#8217;s auf Tour, der Beve, die Pia und der Golf, wobei der Golf sicherlich am ausgeschlafensten war. Noch am Nachmittag zuvor hatte ich die ersten zaghaften Fr\u00fchlingsstrahlen genutzt, um den Winterschmutz aus dem braven 75 PS Boliden zu r\u00e4umen, lungerte im T-Shirt im Hof rum und ging davon aus, dass die Fr\u00fchlingssonne auch am Sonntag zu ihrem Recht kommt &#8211; Pustekuchen. Es war frisch. Es war feucht. Es war grau. Letzteres auch eine ganze zeitlang in mir; phasenweise f\u00fchlte ich mich, wie ein Fleisch gewordener Song von Cure; Gedanken zerwirbelten meinen m\u00fcden Sch\u00e4del und wollten doch zu keinem gescheiten Ergebnis kommen, selbst die Musik vom USB-Stick nudelte mehr oder minder lustlos vor sich hin &#8211; und irgendwo auf der Strecke f\u00fchlte ich mich urpl\u00f6tzlich mit allem eins. Tiefer Nebel lag \u00fcber allem, Regen zerschlierte die Scheiben und Cure kn\u00f6delten The same deep water as you. Da war selbst Pia machtlos.<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/KVbtuHzkdiE\" frameborder=\"0\" width=\"420\" height=\"315\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir nutzten die Autobahn bis Gie\u00dfen, rollten weiter nach Marburg und blieben fortan auf der Landstra\u00dfe; G\u00f6ttingen, M\u00fcnchhausen &#8211; Orte, deren markanteste Eigenschaften die modernen Blitzger\u00e4te sind, die darauf achten, dass man ja nicht \u00fcberm\u00fctig wird. Landschaft war auch da, verschwand im Grau, irgendwo ging es zur Edertalsperre, Korbach, Lichtenau. Auf den Feldern ragten die Windr\u00e4der in den Nebel, deren Spitze nicht zu erkennen\u00a0 war. <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=onjtaqrXtTI\" target=\"_blank\">A perfect day to drop the bomb<\/a> sangen Carter USM einst und ich nickte schweigend &#8211; nicht ahnend, dass das zu erwartende Fu\u00dfballspiel ein weiteres Argument daf\u00fcr liefern w\u00fcrde. Sonntagvormittag in Deutschland im Februar; in den K\u00fcchen brutzelten die Sonntagsbraten, Menschen marschierten zum Gottesdienst, kaum jemand jedoch war auf der Landstra\u00dfe unterwegs. W\u00e4ren wir \u00fcber die Autobahn gefahren, h\u00e4tten wir Beverungen passiert; ein Ort mit dem ich jedoch bis auf Kleinigkeiten nichts gemein habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rollten gegen halb zw\u00f6lf in Paderborn ein, erstmals in diesem Leben, das wohl das einzige bleiben wird und von daher m\u00fcssen wir das beste draus machen, egal was die Prediger verk\u00fcnden, und also parkten wir am Rande der Stadt, ich war zu d\u00fcnn angezogen, sei&#8217;s drum, wir marschierten los, etwas planlos vielleicht, aber immerhin: Bewegung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach wenigen Metern erkannten wir den Eintrachtbus, er parkte vor dem Best Western Hotel Arosa, das von Au\u00dfen den Charme eines Hochhauses am Frankfurter Berg verspr\u00fchte, ein paar Adler harrten erwartungsfroh der Dinge resp. der Mannschaft, die sich gegen 12 auf den Weg machen sollte. Wir knipsten ein Foto und wollten uns schon auf den Weg machen, als eine Stimme &#8222;Beve&#8220; rief. Das bin ich und so drehte ich mich um und erkannte einen Adler aus dem Bremer-Exil, der die Chance genutzt hat, die paar Kilometer aus Bremen in Kauf zu nehmen, um die Eintracht zu sehen. Wir plauderten \u00fcber Gott und die Eintrachtwelt und verabschiedeten uns wenig sp\u00e4ter, derweil die Spieler noch im Hotel sa\u00dfen und es sich wohl gut gehen lie\u00dfen. Ein paar Meter entfernt: Blaulicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Magisch davon angezogen nahmen wir zur Kenntnis, dass die Polizei die Stra\u00dfe abgesperrt hatte, da der Europapokalmarsch der Ultras in Richtung Rathausplatz sich in Bewegung gesetzt hatte. Und da kamen sie auch schon, vorneweg trugen sie einen \u00fcberdimensionalen Europapokal, dahinter marschierten die Jungs und M\u00e4dels, umzingelt von Polizei und Pferden, die jedoch den Marsch keineswegs hermetisch abgeriegelt hatten &#8211; und so reihten wir uns ein. Wir trafen Ren\u00e9, der von dezentem \u00c4rger und unn\u00f6tigem Pfefferspray berichtete, \u00e4hnliches erz\u00e4hlte Basti vom Fanprojekt, der mit ZoLo am Rand den Zug beobachtete. Jetzt war&#8217;s friedlich, wir latschten durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone bis zum Rathaus, wichen den Pferde\u00e4pfeln aus und erlebten, wie ein paar Jungs unter lautem Beifall eine Eintrachtfahne aus den Fenstern hingen. Hinter uns zuckte ein Polizist nerv\u00f6s: <em>Wie kommen die denn jetzt da rein?<\/em> Nun, vielleicht mit dem Schl\u00fcssel, weil es zuvor abgemacht wurde?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend sich die Eintrachtler zum Gruppenfoto versammelten, machten wir uns auf den Weg Richtung \u00f6ffentlicher Transport &#8211; auf die Shuttle-Busse hatten wir keine Lust. Ein freundlicher Paderborner wies uns den Weg zur Haltestelle und da man als Frankfurter nie alleine ist, trafen wir prompt Frauke und \u00d6ri, mit denen wir uns in den vollen Bus quetschten. Die Fahrt war lustig, mindestens zwei Fans des SC Paderborn gaben sich als Werder Fans zu erkennen, andere waren erstaunt, dass Frankfurter im Bus waren und meinten scherzhaft: <em>Wir sind aber mehr<\/em> worauf die Antwort eindeutig war: <em>Das mag sein &#8211; aber wir sind Frankfurter<\/em>. Gel\u00e4chter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so plumpsten wir aus dem Bus, sahen ein Stadion, dass dem D\u00fcsseldorfer \u00e4hnelte und in Wirklichkeit gar kein Stadion war, sondern ein M\u00f6belhaus und erneut ein Stadion, das bei n\u00e4herem Hinsehen tats\u00e4chlich das Stadion war. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Energieteam_Arena\" target=\"_blank\">Energieteam Arena<\/a>. Nein, wir waren nicht in Cottbus, wir waren in Paderborn. Und dort war die Lage entspannt, wir liefen die paar Meter zum G\u00e4steeingang und erblickten vor den Toren ein handgemaltes Schild des Blog_G, dem Eintrachtblog der Frankfurter Rundschau. Worredau und Frank hielten die Stellung, wir gesellten uns hinzu, quatschten \u00fcber dies und das, w\u00fcnschten ein sch\u00f6nes Spiel, mindestens aber drei Punkte und reihten uns am Einlass ein, ein kurzer Riss in die Karte, ein freundliches Durchwinken &#8211; und schon war ich drin. Ich meine, das ist doch was. W\u00e4hrend dich sonst Ordner wie Schwerverbrecher abtasten, da reichte hier ein freundliches Kopfnicken;\u00a0 und ich finde, das sollte man honorieren &#8211; und sich benehmen. V\u00f6llig albern w\u00e4re es, sich zu beschweren, nicht kontrolliert worden zu sein und dies als Rechtfertigung f\u00fcr etwaige Hanseleien zu nehmen. Immerhin, im Stadion selbst blieb es bis auf zwei, drei vereinzelte Kracher recht ruhig &#8211; und es ist eine gro\u00dfe Kunst, im beschaulichen Paderborner Stadion zu zeigen, dass man in der Lage ist, einen Kracher anzuz\u00fcnden und nach unten zu werfen. Toll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da wir relativ fr\u00fch dran waren, erklommen wir ohne Schnickschnack den Block, stellten uns brav in ein Eckchen und harrten der Dinge, die nun kommen w\u00fcrden. Das Stadion ist f\u00fcr meinen Geschmack gar nicht mal schlecht, der gro\u00dfe Vorteil ist die unmittelbare N\u00e4he zum Spielfeld, der G\u00e4stebereich lie\u00df Freir\u00e4ume &#8211; aber sicher, eine architektonische Meisterleistung ist es nicht; problematisch wurde es vor allem f\u00fcr diejenigen, die sp\u00e4t kamen und es kaum in die Bl\u00f6cke schafften. Scheibu gesellte sich zu uns, ein paar Meter weiter unten stand der Eintracht-Peter mit seinen Kumpels, w\u00e4hrend aus den Boxen br\u00fcllend laute Musik pl\u00e4rrte. Zu unserer gro\u00dfen Freude wurde <em>Im Herzen von Europa<\/em> gespielt, wie man generell sagen muss, dass sich Paderborn als freundlicher Gastgeber zeigte. Die Junior-Adler wurden begr\u00fc\u00dft, an unsere Uefa-Cup-Zeiten erinnert und sicherlich war es f\u00fcr den SC Paderborn 07 eines der gr\u00f6\u00dften Spiele \u00fcberhaupt, mit 15.000 Zuschauern war das Spiel ausverkauft, wobei wohl mindestens ein Drittel aus Frankfurt kam. Und die wedelten beim Einlauf mit goldenen Folien und dem gro\u00dfen Europapokal fr\u00f6hlich in den beginnenden Nachmittag und sorgten f\u00fcr ein sch\u00f6nes Bild, das ich so gar nicht sehen konnte, weil ich selbst mitwedelte. Wobei mir der Begriff Europapokal im Zusammenhang mit Eintracht Frankfurt selbst bei ironischem Gebrauch ein Runzeln auf die Stirn zieht. Immerhin, die Paderborner Kurve antwortete mit einem Spruchband auf tschechisch: <a href=\"http:\/\/www.fotos.efcrodgau.de\/23-A-Paderborn\/DSC_9413.JPG\" target=\"_blank\"><em>Alle Wege f\u00fchren nach Paderborn <\/em><\/a>wie ein Foto von Andy einwandfrei beweist. Vsechny cesty vedou do Paderbornska.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weniger freundlich sprang dann das Team mit unserer Eintracht um, kaum war das Spiel angepfiffen, spielte nur eine einzige Mannschaft; der SC Paderborn. Nach ein paar Sekunden schob unsere Nummer 4, Gordon Schildenfeld, den Ball v\u00f6llig unbedr\u00e4ngt ins Seitenaus und nur ein paar Augenblicke sp\u00e4ter kl\u00e4rte n\u00e4mlicher Spieler zur Ecke, obgleich einem Spielaufbau im Grunde nichts im Wege stand. Das ganze war symptomatisch f\u00fcr das, was nun folgte &#8211; n\u00e4mlich 25 Minuten ohne Ballbesitz f\u00fcr die Eintracht und ein folgerichtiger 0:2 R\u00fcckstand. Unfassbar. Sicherlich, Paderborn hat eine gute Mannschaft, aber sich nach dem 1:1 in D\u00fcsseldorf und dem folgendem 6:1 gegen den FSV derma\u00dfen willenlos von einer Mannschaft vorf\u00fchren zu lassen, die beileibe nicht mit Nationalspielern gespickt ist, war eine Frechheit. Immerhin kam die Sonne raus und alsbald berappelte sich die Eintracht und zeigte bis zum Pausenpfiff, weshalb hier der bis dato f\u00fchrende Spitzenreiter zu Gast ist. Dem Anschlusstreffer durch einen blitzsauberen K\u00f6hler-Freisto\u00df folgte der Ausgleich durch &#8211; wen sonst &#8211; Alex Meier. Durchatmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Halbzeitpause wurde verk\u00fcrzt durch den Auftritt einer M\u00e4delsband, die gut gemeint ihr Bestes gab &#8211; so ein Auftritt vor 15.000 Zuschauern ist nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Nummer &#8211; aber sind wir ehrlich: Hat beim Fu\u00dfball nichts verloren. Folgerichtig ert\u00f6nten ein paar Ausziehen-Rufe, derweil die 2:0 Pausenf\u00fchrung des FSV gegen den KSC gro\u00dfen Beifall auf unserer Seite ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also, Halbzeit Zwei. Und wer gedacht h\u00e4tte, dass die Eintracht aus den ersten zwanzig Minuten der ersten H\u00e4lfte gelernt h\u00e4tte, wurde bitterlich entt\u00e4uscht. Die Mannen von Roger Schmidt glitten durch unsere Abwehr wie sich eine Flutwelle ihren Weg bahnt, unbeirrt und ohne Widerstand fanden sie ihren Weg und der Ball den ins Herz der Eintracht. Zack 3:2, Bumm 4:2 &#8211; wie Schulbuben glotzte der Europapokalsieger dem Lehrling hinterher; es war erb\u00e4rmlich. Sebastian Jung, der ein prima Kerl ist und ein guter Fu\u00dfballer dazu, machte wohl sein schlechtestes Spiel f\u00fcr die Eintracht \u00fcberhaupt, die Innenverteidigung einen H\u00fchnerhaufen zu nennen w\u00e4re eine Beleidigung f\u00fcr jeden H\u00fchnerhaufen und nach vorne ging gar nichts. Nikolov parierte mehrfach waghalsig, Alex Meier versuchte als Kapit\u00e4n zu retten, was nicht zu retten war, Rode flitzte hin und her, vielleicht war K\u00f6hler noch zu gebrauchen, der ganze Rest war lasch. Die eingewechselten Idrissou und Friend; gro\u00dfer Gott, da setzt du keinen Pfifferling drauf. Klar, die Paderborner gingen jetzt h\u00e4ufiger zu Boden, der Schiedsrichter pfiff fahrig &#8211; aber geschenkt. V\u00f6llig verdient besiegte der SC Paderborn die Frankfurter Eintracht mit 4:2. Das Schlimmste war die Willenlosigkeit gepaart mit der Unf\u00e4higkeit jeweils zu Beginn der Halbzeiten. Was haben die sich dabei gedacht? Dass es hier gegen Paderbornheim geht, wie Stefan am FuFA-Bus sp\u00e4ter anmerkte? Dass der Europokalsieger sich hier in rosa T\u00fcll zum Sieg t\u00e4nzelt? War schon beim Spiel bei Sankt Pauli zu sehen; w\u00e4hrend sich der Stadtteilclub zum Sieg fightete, jammerten unsere \u00fcber die Wahnsinnsbelastung. Also, setzt die Eintracht unter Druck und unsere Jammerlappen haben bis auf wenige Ausnahmen nichts entgegen zu setzen. In der zweiten Liga. Gro\u00dfer Gott, womit haben wir das verdient. Ich meine, du kannst gegen Paderborn im Jahr 2012 verlieren, keine Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber so?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Schlusspfiff war die G\u00e4stekurve \u00fcbers\u00e4t mit den goldenen F\u00e4hnchen, ein Frankfurter im roten Trikot hing geknickt am Wellenbrecher, derweil sich die Paderborner Spieler zu Recht von allen Trib\u00fcnen feiern lie\u00dfen. Wir starrten bedr\u00f6ppelt ins weite Rund, w\u00e4hrend uns noch Andreas besuchte, der hier aus der Gegend kommt und Interessantes zu berichten wusste. So zum Beispiel, dass es den Sponsor Energieteam gar nicht mehr gibt. Dies ist eine traurige Geschichte; denn der Inhaber der Firma, der &#8222;Windkraftpionier&#8220; G\u00fcnter Benik, wurde im Sommer 2011 auf Grund finanzieller Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten <a href=\"http:\/\/www.nw-news.de\/top_news\/4633209_Grossrazzia_beim_Windkraftpionier_und_SCP-Sponsor.html\" target=\"_blank\">verhaftet <\/a>&#8211; und<a href=\"http:\/\/www.nw-news.de\/lokale_news\/paderborn\/paderborn\/4642997_Windkraftpionier_Benik_Tod_in_der_Untersuchungshaft.html\" target=\"_blank\"> t\u00f6tete sich zwei Tage sp\u00e4ter in der Zelle selbst<\/a>. Auch der vorhergehende Namensgeber des Stadions, die Firma paragon war seinerzeit nicht mehr in der Lage, die Dinge zu finanzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verabschiedeten uns von Andreas, wanderten an den Fanbussen vorbei und trafen nat\u00fcrlich jede Menge bedr\u00f6ppelte Eintracht-Gesichter. Stefan spendierte uns aus dem FuFA-Bus einen Schoppen; Jahn, der extra aus Wolfsburg angereist war, um die Eintracht zu unterst\u00fctzen war genau so ver\u00e4rgert wie alle anderen und geknickt latschten wir \u00fcber den Parkplatz zu den st\u00e4dischen Bussen. Unterwegs begegneten wir noch Heribert Bruchhagen, dessen Spielanalyse sich von der unsrigen in keinster Weise unterschied und so werden schwere Wochen auf die Eintracht zu kommen, insofern sich die Mannschaft um Trainer Veh nicht gewaltig am Riemen rei\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kalt war&#8217;s nun, in der Paderborner Innenstadt war dennoch ein munteres V\u00f6lkchen unterwegs, klar, die hatten ja allen Grund, gut drauf zu sein. Wir beguckten das Rathaus, wanderten zum Dom und zum 400 Jahre alten Theodoranium, einem m\u00e4chtigen Gymnasium und da wir keine vern\u00fcnfige Wirtschaft fanden (es war ja auch noch recht zweitligafr\u00fch) gings zum Golf zur\u00fcck, der auch recht niedergeschlagen aus der W\u00e4sche guckte. <em>Oh &#8211;\u00a0 Frankfurter<\/em> erklang es hinter uns, eine Paderborner Familie marschierte vorbei, wir schnackten kurz \u00fcber das aus unserer Sicht deprimierende Spiel und rollten alsbald aus der Stadt hinaus, die uns recht gastfreundlich empfangen hatte und ebenso entlie\u00df. Nun zeigte sich die Landschaft, die auf dem Hinweg noch so nebelgrau und schwer daher kam in einem freundlichen Sonnenlicht unter blauem Himmel; dort wo eben noch drei, vier Windr\u00e4der im Nichts verschwanden zeigten sich nun Hunderte und wir spulten Kilometer um Kilometer ab, bis wir in Marburg landeten. Dort parkten wir den Golf in der Unterstadt, nahmen den Aufzug in die Oberstadt, dackelten durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone und entschieden uns f\u00fcr die Ratssch\u00e4nke am Markt. Immerhin, das Essen schmeckte, der Service war freundlich und alsbald sausten wir \u00fcber Gie\u00dfen auf die Autobahn, derweil der FC Bayern \u00fcber Schalke triumphierte. Bayern, Schalke &#8211; Namen wie aus einer anderen Welt, in der die Frankfurter Eintracht derzeit nichts verloren hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dreizehn Stunden nach dem Aufbruch landeten wir wieder im Herzen von Europa &#8211; ohne Pokal aber mit der Gewissheit, dass alles immer irgendwie weiter geht. Nur Hoffnung, die braucht man sich nicht zu machen. Die Sonne scheint, wann sie will, da haben wir keinen Einfluss darauf. Ob in uns oder Au\u00dfen. Oder wie Kettcar singt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LMl-yk701Q4\" target=\"_blank\">Aufstehen, atmen, anziehen und hingehen.<br \/>\nZur\u00fcckkommen, essen und einsehen zum Schluss:<br \/>\nDass man weiter machen muss.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eins vorneweg; ein freier Platz im Auto bedeutet ein freier Platz im Auto. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. 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