{"id":5035,"date":"2012-02-21T13:22:36","date_gmt":"2012-02-21T12:22:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5035"},"modified":"2012-02-22T09:57:54","modified_gmt":"2012-02-22T08:57:54","slug":"derby-eine-kurze-nachlese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=5035","title":{"rendered":"Derby &#8211; Eine kurze Nachlese"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Zum 6:1 der Eintracht gegen den FSV ist ja eigentlich schon alles gesagt. Naja, vielleicht fast alles. F\u00fcr einen war es auf jeden Fall ein ganz besonderes Spiel; n\u00e4mlich f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/rubriken\/sport\/index.jsp?rubrik=7454&amp;key=standard_document_44032477\" target=\"_blank\">Karl Heinz Pilz,<\/a> der am vergangenen Samstag seine 1.000ste Sportgro\u00dfveranstaltung besuchte und w\u00e4hrend dieser Zeit auch Augenzeuge wurde, wie der FSV die Eintracht letztmals in einem Pflichtspiel besiegen konnte.<!--more--> Dies war nat\u00fcrlich ein Grund, den Nauheimer auf die Waldtrib\u00fcne zu bitten,<a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/suche\/home\/mediaplayer.jsp?mkey=44051447&amp;xtmc=fan-jubil%E4um%20beim%20fu%DFballderby&amp;xtcr=1\" target=\"_blank\"> um uns aus erster Hand<\/a> erz\u00e4hlen zu lassen, wie es denn damals gewesen ist, an jenem 9.Oktober 1955 am Bornheimer Hang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">29.000 Zuschauer sahen einen Treffer von Strittmatter in der 59. Minute, der in der Partie der einzige bleiben sollte &#8211; und den FSV-Anhang letztmals als Derbysieger entlie\u00df. In jener Zeit rangen die Riederw\u00e4lder und die Bornheimer noch um die Vorherrschaft in Frankfurt. Vier Jahre sp\u00e4ter war die Eintracht erstmals Deutscher Meister, weitere drei Jahre sp\u00e4ter der Aufenthalt des FSV in der h\u00f6chsten deutschen Spielklasse beendet. W\u00e4hrend der FSV in der Saison 61\/62 durch ein 0:1 bei Bayern Hof erstmals absteigen musste, war die Eintracht &#8211; nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben &#8211; S\u00fcddeutscher Meister. In Wirklichkeit landete die Sportgemeinde jedoch nur auf dem zweiten Tabellenplatz, obgleich sie einwandfrei die bessere Tordifferenz aufweisen konnte. Entscheidend aber war der Torquotient ( Man teilte die geschossenen Tore durch die kassierten) und da hatte der Club die Nase vorn. In der Endrunde zur <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Fu%C3%9Fballmeisterschaft_1961\/62\" target=\"_blank\">Deutschen Meisterschaft<\/a> scheiterte die Eintracht trotz eines 8:1 gegen Pirmasens und einem 2:1 beim HSV am 1. FC K\u00f6ln, <a href=\"http:\/\/eintracht-archiv.de\/1961\/1962-04-21st.html\" target=\"_blank\">der sich im Waldstadion mit 3:1 behaupten konnte<\/a> &#8211; und im Finale den 1.FC N\u00fcrnberg besiegte und somit Deutscher Meister 1962 wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Saison hatte die Eintracht den FSV gleich zwei Mal deutlich geschlagen; einem 5:0 im Hinspiel folgte ein 4:0 im R\u00fcckspiel &#8211; das bis zur Saison 2011\/12 letzte Aufeinandertreffen in einem Punktspiel. Parallelen zur jetzigen Saison sind augenscheinlich. Bitter f\u00fcr den FSV wog zudem die Tatsache, dass die Eintracht im vorletzten Spiel den direkten Abstiegskonkurrenten der Bornheimer, den FC Schweinfurt 05, durch ein 0:3 zur\u00fcck ins Geschehen brachte. Schon im Hinspiel hatte es gegen die Schweinfurter nur zu einem 1:1 gereicht. Das allerletzte Pflichtspiel zwischen der Eintracht und dem FSV ging gleichfalls im Jahr 1962 \u00fcber die B\u00fchne, wie Eintrachtfan und Sammlerlegende Dr. Othmar Hermann zu erz\u00e4hlen wusste. In der zweiten Runde des S\u00fcddeutschen Pokals konnte die Eintracht den FSV <a href=\"http:\/\/eintracht-archiv.de\/1962\/1962-12-16st.html\" target=\"_blank\">am Bornheimer Hang mit 2:1<\/a> besiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Gast auf der Waldtrib\u00fcne war auch J\u00fcrgen &#8222;Eimi&#8220; Eimer, der heutige Fanbeauftragte des FSV, der sein Herz an die Schwarz-Blauen schon in den Siebziger Jahren verloren hatte; damals, als in der zweiten Liga S\u00fcd die Gegner noch Spvgg Bayreuth oder Bayern Hof hie\u00dfen. W\u00e4hrend die Klassenkameraden mehrheitlich der Eintracht, den Bayern oder Gladbach die Daumen dr\u00fcckten, hielt Eimi auch in den Niederungen der Oberliga die Treue, die weiteste Reise f\u00fchrte ihn nach Emden, w\u00e4hrend die Eintracht in aller Welt unterwegs war, in den letzten Jahren jedoch eher freundschaftlich, sieht man einmal von den Uefa-Cup-Ausfl\u00fcgen der Saison 2006\/07 ab, die uns nach Kopenhagen, Vigo und Istanbul f\u00fchrten. Immerhin, Eimi lie\u00df sich die Chance auf Groundhopperpunkte nicht entgehen und reiste mit der Eintracht nach Kopenhagen und Vigo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den FSV und die Eintracht spielte Dietmar Roth, ein weiterer Gast auf der Waldtrib\u00fcne. 1987 aus Gelsenkirchen zur Eintracht gekommen, konnte Roth gleich im ersten Jahr den DFB-Pokalsieg feiern; Detaris Freisto\u00df, ihr wisst. W\u00e4hrend der Folgesaison hielt die Eintracht die Ligazugeh\u00f6rigkeit nur mit M\u00fch und Not, unvergessen die Relegationsspiele gegen Saarbr\u00fccken, in denen ein gewisser Herr Yeboah die Eintracht beinahe in die zweite Liga schoss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Gladbach zur Zeit wandelte sich auch die Eintracht vom Abstiegskandidaten zur Spitzenmannschaft. Mit dem R\u00fcckkehrer Falkenmayer und dem geb\u00fcrtigen Hessen Uwe Bein formte Trainer J\u00f6rg Berger eine Mannschaft, die aus dem Nichts heraus den dritten Platz belegte, f\u00fcr Dietmar Roth eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Leistung. Es folgte der Fu\u00dfball 2000, Rostock, Heynckes, Abstieg und die erste Zweitligasaison, die mit einem entt\u00e4uschenden 7. Platz endete &#8211; immerhin: Es h\u00e4tte schlimmer kommen k\u00f6nnen; zeitweilig taumelte die Eintracht sogar in Richtung Tabellenkeller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach zehn Jahren bei der Eintracht wechselte Roth zum FSV um nach nur einem Jahr in Bornheim (wo er neben dem Fu\u00dfball seine berufliche Karriere voran trieb) nach Offenbach zu wechseln. Als ehemaliger Eintrachtler zun\u00e4chst skeptisch be\u00e4ugt, spielte er immerhin noch drei Jahre f\u00fcr die Kickers (Qualit\u00e4t setzt sich eben durch) und beendete sein Karriere nach beinahe 400 Eins\u00e4tzen in den h\u00f6chsten drei Ligen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Kurt E. Schmidt noch exclusiv die Mannschaftsaufstellung verk\u00fcndet hatte, wussten wir Bescheid und hofften, dass die Eintracht sich auch im Derby w\u00fcrde behaupten k\u00f6nnen. Und dies geschah in eindrucksvoller Art und Weise. Nachdem es in der ersten Viertelstunde hin und her wogte, konnte die Eintracht im Gegensatz zum FSV ihre Chancen nutzen und f\u00fchrte zur Halbzeit mit <strong>2<\/strong>:0. Nach einer Phase der Stabilisierung zu Beginn der zweiten H\u00e4lfte fiel der FSV dann vollends auseinander; LaOla schwappte durchs Stadion &#8211; wobei sich sogar die FSV-Fans beteiligten bevor sie die Wunden lecken mussten. An einen Erfolg des FSV hatten nur die wenigstens geglaubt, die 6:1 Klatsche aber kam wie ein Orkan daher gefegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hoffen wir, dass der Eintracht also ein souver\u00e4ner Aufstieg gelingt, ein zweiter Platz wie Anno 61\/62 w\u00e4re schon ausreichend. Der FSV aber muss gewaltig aufpassen, dass ihn die Vergangenheit nicht einholt und er wie damals nach zwei Klatschen gegen die SGE nicht erneut absteigt. Letztlich aber haben es die Bornheimer damals wie heute in der eigenen Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die hei\u00dfesten Derbies aber lieferten sich die Eintracht und der FSV in den Zwanziger Jahren; erinnert sei hier an die sogenannte <a href=\"http:\/\/www.eintracht-archiv.de\/1926\/1927-06-25st.html\" target=\"_blank\">M<\/a><a href=\"http:\/\/www.eintracht-archiv.de\/1926\/1927-06-25st.html\" target=\"_blank\">arne-Schlacht<\/a>. In jenen Tagen wurde der Eintritt am alten Riederwald aus einem h\u00f6lzernen Kassenh\u00e4uchen heraus kassiert &#8211; und seit ein paar Tagen steht ein Nachbau jenes H\u00e4uschens im Museum der Eintracht; sogar mit echten Ballabdr\u00fccken auf der Au\u00dfenwand. Wie damals, als die Fetzen flogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 6:1 der Eintracht gegen den FSV ist ja eigentlich schon alles gesagt. Naja, vielleicht fast alles. 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