{"id":4939,"date":"2012-01-13T13:55:59","date_gmt":"2012-01-13T12:55:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4939"},"modified":"2012-01-13T14:01:09","modified_gmt":"2012-01-13T13:01:09","slug":"mein-berater-regelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4939","title":{"rendered":"Mein Berater regelt &#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem 17. Spieltag der Saison 2010\/11 lag Borussia M\u00f6nchengladbach mit 10 Punkten und einem Torverh\u00e4ltnis von 26:47 auf dem letzten Platz in der Fu\u00dfballbundesliga; 16 Punkte hinter der Frankfurter Eintracht. <!--more-->Seither holte das Team von Lucien Favre in 34 Spielen 59 Punkte und erzielte dabei ein Torverh\u00e4ltnis von 47:29; ein Wert, der in den letzten beiden Jahren zu einem Uefa-Pokal-Platz gereicht h\u00e4tte. F\u00fcr Gladbach aber reichte es im Sommer 2011 immerhin zum Klassenerhalt, realisiert durch zwei Spiele in der Relegation gegen den VfL Bochum und dazu zu einem vierten Platz zum Jahreswechsel 2011\/12, der zur Qualifikation zur Championsleague berechtigten w\u00fcrde, so er auch noch am 34 Spieltag Bestand haben sollte. Beste Aussichten also k\u00f6nnte man meinen.<\/p>\n<p>Im Januar 2012 wurde der Wechsel des auff\u00e4lligsten Spielers, Marco Reus, zu Borussia Dortmund publik; satte 17,5 Millionen Euro werden in die Kassen der Gladbacher gesp\u00fclt. Wenig sp\u00e4ter entschied sich Roman Neust\u00e4dter seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verl\u00e4ngern und im Sommer zu Schalke 04 zu wechseln. Und Dante, seit Dezember 2008 in Gladbach unter Vertrag, wurde im Kicker mit den Worten zitiert \u201e<a href=\"http:\/\/www.kicker.de\/news\/fussball\/563149\/artikel_dante_mein-berater-regelt-ob-ich-bleibe.html\">Mein Berater regelt, ob ich bleibe.\u201c<\/a> Umgehend folgte ein Dementi auf RP-Online; der Weggang sei kein Thema \u2013 um am Ende hinzuzuf\u00fcgen:<a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/sport\/fussball\/bundesliga\/weggang-fuer-dante-kein-thema-1.2669979\"> &#8222;Aber nat\u00fcrlich will ich irgendwann international spielen.\u201c \u201eEgal mit wem.\u201c<br \/>\n<\/a><br \/>\nOb Dante bleibt, steht in den Sternen. F\u00fcr die Fans von Borussia M\u00f6nchengladbach aber steht fest, dass ein Team, dass es nach langen Jahren geschafft hat, endlich einmal wieder ober mitzuspielen zerf\u00e4llt, noch ehe es zu einem internationalen Platz gereicht hat. Die Idee, \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum eine Mannschaft zu formen, die erfolgreich spielt; eine Idee, die auch in der Idealvorstellung eines jedes Trainers existieren d\u00fcrfte, scheint damit hinf\u00e4llig zu sein, noch ehe die Reise begonnen hat. Mag sein, dass es f\u00fcr Gladbach in dieser Saison f\u00fcr einen Platz unter den ersten sechs reichen wird; sp\u00e4testens ab der n\u00e4chsten Saison wird sich das Gesicht der Truppe wandeln \u2013 und ein Neuaufbau steht an. Mag sein, dass die Millionen f\u00fcr Reus diesen etwas einfacher machen, Gewissheit zum sportlichen Erfolg aber, dem urspr\u00fcnglichen Ziel eines jeden Vereins, ist nicht zwingend gegeben.<\/p>\n<p>Auf Grund der Strukturen des modernen Fu\u00dfballs scheint es unm\u00f6glich geworden, l\u00e4ngerfristig zu denken und zu planen; etwas aufzubauen, um die sportliche Ernte einzufahren. Um im (vermeintlichen) \u00dcberlebenskampf mitzuhalten, scheint es unabdingbar, den wirtschaftlichen Erfolg \u00fcber den sportlichen zu stellen; dies gilt gleicherma\u00dfen f\u00fcr Spieler und Vereine. Die Trainer haben wenig andere Wahl, als dies zu verwalten; sieht man einmal von Felix Magath ab. Notwendigerweise rufen sie binnen kurzem nach externen Verst\u00e4rkungen, wohlwissend, dass rascher Misserfolg in der Regel mit dem Verlust des Arbeitsplatzes einhergeht. Erst wer auf Grund mangelnder finanzieller Mittel keine andere Wahl hat, setzt auf den Nachwuchs; ein G\u00f6tze oder Reus, die sich von selbst aufdr\u00e4ngen, sind rar ges\u00e4t. Es sind eher die Zufallskarrieren, die einen stutzig machen: H\u00e4tte es ein Timmy Chandler ohne die Verletzungssorgen des Clubs geschafft? H\u00e4tte es Marco Russ zu einer stattlichen Anzahl von Profispielen gebracht, ohne die Verletzungsproblematik der Eintracht anno 2006?<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fan aber hei\u00dft dies, sich mit neuen Gesichter anzufreuden, noch ehe man sich an die alten gew\u00f6hnt hat \u2013 eine Bindung kann so nicht wirklich entstehen. Und so verliert der Fu\u00dfball auf Dauer diejenigen, deren Leidenschaft die Vereine am Leben h\u00e4lt, vor allem wenn es nicht wie gew\u00fcnscht l\u00e4uft. Aus Fans werden Kunden \u2013 und Kunden weinen nicht; sie reklamieren. Und sie schaffen eines\u00a0 in der Regel nicht: Eine Euphorie aus sich heraus &#8211; es sei denn, es handelt sich um Kunden von Apple.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mannschaft muss in Vorleistung treten. Dazu aber reicht bei der Frankfurter Eintracht kein dritter Platz in der zweiten Liga \u2013 schon gar nicht nach den Wunden des letzten Halbjahres in der Bundesliga. Und die Fans? Die \u00c4lteren geben sich dem Verlust der Utopie zynisch hin, die J\u00fcngeren sehen die Fu\u00dfballwelt als gro\u00dfes Abenteuer, als Erlebniswelt des eigenen Erwachsenwerdens; eine wirkliche Gemeinschaft aber kommt nicht zustande \u2013 es sei denn f\u00fcr einen der seltenen gro\u00dfartigen Momente, als bspw. die Eintracht in der Saison 2009\/10 ein 0:1 gegen die Bayern in den letzten Sekunden durch Tsoumou und Fenin noch drehen konnte. Die Frage ist nur, wieviele Entt\u00e4uschungen sind wir bereit hin zu nehmen, um diese Momente zu erleben. Im gro\u00dfen Gesch\u00e4ft, das sich Fu\u00dfball nennt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem 17. 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