{"id":4605,"date":"2011-10-11T15:13:29","date_gmt":"2011-10-11T13:13:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4605"},"modified":"2011-10-11T20:30:21","modified_gmt":"2011-10-11T18:30:21","slug":"zusammenhange-franziska-von-1899-almsick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4605","title":{"rendered":"Zusammenh\u00e4nge &#8211; Franziska van &#8222;1899&#8220; Almsick"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich wollte ich ja im <a href=\"..\/?p=4590\" target=\"_blank\">letzten Beitrag<\/a> einen Kunstgriff starten, um von Jan Fleischhauer aka Sudel-Jan \u00fcber die 11Freunde, Rainer Rauffmann und 1899 Hoffenheim bei Franziska van Almsick zu landen. Dabei geriet der erste Text ein wenig aus den Fugen und kurzerhand entschied ich mich, deren zwei daraus zu machen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 11Freunde, <a href=\"http:\/\/www.11freunde.de\/\" target=\"_blank\">ein Magazin f\u00fcr Fu\u00dfballkultur<\/a>, seit 2000 auf dem Markt, erfreut sich einer gro\u00dfen Beliebtheit unter Fu\u00dfballfans. Markenzeichen des Heftes sind Berichte und Fotos, die sich meist weniger um den rein sportlichen\/statistischen Aspekt drehen, sondern eher das Drumherum beleuchten. Gab es vor Jahrzehnten au\u00dfer dem Kicker, dem Reviersport oder den Fanzines kaum Literatur zum Thema Fu\u00dfball, sieht man einmal von den Bildb\u00e4nden zu fu\u00dfballerischen Gro\u00dfereignissen ab, so hat sich das Bild seit dem Erscheinen von Nick Hornbys epochalem Werk <em>Fever Pitch<\/em> grundlegend ge\u00e4ndert. Fu\u00dfball ist sp\u00e4testens seit der WM 2006 salonf\u00e4hig geworden und mit Einzug der Flatrate in deutsche Stuben hat sich die Anzahl der im weitesten Sinne \u00fcber Fu\u00dfball ge\u00e4u\u00dferten Worte verzigfacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feuilletonisierung des Fu\u00dfballs, woran die 11Freunde ma\u00dfgeblichen Anteil haben, geht einher mit seltsamen Erscheinungsformen und vor allem ver\u00e4nderter Deutungsweisen. Dies betrifft auf der einen Seite das Verhalten der Fans, die abgesehen von gro\u00dfen Katastrophen (Heysel, Sheffield) bis dahin ihr Dasein weitestgehend unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit fristeten. Man schlug sich, man vertrug sich und man wurde dabei meist in Ruhe gelassen. Das mediale Interesse bezog sich nahezu ausschlie\u00dflich auf das Geschehen auf dem gr\u00fcnen Rasen. Mit Erscheinen von Fever Pitch r\u00fcckte das Verhalten von Fu\u00dfballfans immer mehr in den Focus der Berichterstattung; auf der einen Seite erkannten viele, dass sie mit ihrer Passion nicht alleine dastanden &#8211; auf der anderen Seite entdeckten aber auch Menschen den Fu\u00dfball f\u00fcr sich, die sich bislang zu schade waren, um mit den Fu\u00dfballprolls in einen Topf geworfen zu werden. Mithin entwickelte sich das sch\u00f6ne W\u00f6rtchen Fu\u00dfballkultur zu einem Begriff, der auf einmal (wenn \u00fcberhaupt) nicht mehr f\u00fcr die Spielweise von J\u00fcrgen Grabowski oder G\u00fcnther Netzer stand, sondern f\u00fcr das Geschehen als Ganzes. Aus der m\u00fchsamen Naturb\u00e4ndigung der Zivilisation entwuchs die feingeistige Kultur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist nat\u00fcrlich ein Pfand, mit dem sich Geld verdienen l\u00e4sst &#8211; und so st\u00f6rte auch im Sinne der Fernsehgelder und Vip-Logen auf einmal das Klientel, das sich vor gar nicht allzulanger Zeit auf den R\u00e4ngen ungest\u00f6rt f\u00fchlen durfte; der gemeine Fan, der sich bis in die Achtziger hinein zwar dezenter Video\u00fcberwachung ausgesetzt sah, sich dessen ungeachtet aber regelm\u00e4\u00dfig daneben benahm. Und sich daneben benehmen konnte. Sieht man einmal davon ab, dass zu Beginn der Achtziger in Hamburg <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adrian_Maleika\" target=\"_blank\">Adrian Maleika<\/a>, ein Werder-Fan durch den Steinwurfs eines HSV-Anh\u00e4ngers tragisch zu Tode kam, ist in all den Jahren trotz konfiszierter Wurfsterne und Fahrradketten relativ wenig ernsthaft Schlimmes passiert &#8211; obgleich es heftiger knallte als all die Jahre danach. Die Neo-Nazis kamen und sie wurden relativ bald wieder aus den Stadien hinaus komplimentiert, meist durch den Zusammenschluss aus Reihen der Fans.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Offenbach oder Kaiserslautern flammten wie im S\u00fcden Europas regelm\u00e4\u00dfig bengalische Lichter auf den jeweiligen Bergen &#8211; und kein Mensch st\u00f6rte sich daran. Heutzutage sind selbst kleine Lichtlein gleichgesetzt mit den Kampfbegriffen Randale oder Gewalt und wo fr\u00fcher die Joints dampften wird einem heute nicht nur auf den besseren Pl\u00e4tzen selbst bei einem Glimmstengel mahnend auf die Schulter geklopft. Daf\u00fcr aber ist \u00fcber jede Fu\u00dfballerfrisur schon herzlich gelacht worden und jedes lustige Zitat eines Kickers, \u00fcber welches wir uns fr\u00fcher be\u00f6mmelt haben (wenn es \u00fcberhaupt zu uns gedrungen ist) wird heutzutage schon vor dem Aussprechen im Morgenmagazin der ARD gesendet. Fu\u00dfballhistorie hat schon l\u00e4ngst jegliches sentimental-nostalgische Flair verloren, sondern mutierte im Laufe der Jahre als schn\u00f6der Materialfundus zum F\u00fcllen der Seiten in Blogs und Magazinen, kurz: aus dem Hobby heranwachsender junger M\u00e4nner wurde ein gesellschaftliches Ereignis in einem gigantischen finanziellen Kontext &#8211; mit dem Ergebnis, das l\u00e4ngst nicht jeder, der nach dem Spiel ein Stadion verl\u00e4sst auch wei\u00df, wer gespielt hat und wie die Partie ausgegangen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist der Fu\u00dfball nicht nur zum Spielball finanzieller Interessen verkommen, sondern dient gleicherma\u00dfen als Egofutter derer, die ihn als vermeintliches Hobby lenken. Bekannten sich in den Siebziger Jahren (mit Ausnahme von gewieften Gesch\u00e4ftsleuten wie G\u00fcnter Mast\/J\u00e4germeister Braunschweig) nahezu ausschlie\u00dflich gesellschaftliche Sonderlinge zu leitenden Positionen im Fu\u00dfball (Elton John beim FC Watfort oder Rod Stewart als bekennender Celtic-Fan), deren Engagement mit einer sowieso schon bekannten Verr\u00fccktheit erkl\u00e4rt und akzeptiert wurde, so leisten sich heutzutage vermeintlich hochseri\u00f6se Gesch\u00e4ftsleute einen eigenen Fu\u00dfballverein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Paradebeispiel in der Bundesliga schlechthin ist derzeit Dietmar Hopp mit seinem k\u00fcnstlich gep\u00e4ppelten Verein TSG Hoffenheim, die 100 Jahre ihr Dasein als Dorfverein fristete, bis sich der Gr\u00fcnder von SAP nach dem Scheitern diverser anderer Projekte in Mannheim und Heidelberg\u00a0 an seinen Jugendverein erinnerte und diesen mit betr\u00e4chtlichen Zusch\u00fcssen von der Bezirksliga in die erste Bundesliga pimpte. Einhergehend war dabei die Umbenennung von TSG in 1899 Hoffenheim, um die langj\u00e4hrige Tradition zu unterstreichen. Dass dabei der <em>traditionsreiche<\/em> Name auf der Strecke blieb, scheint ein Treppenwitz der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend also die TSG Hoffenheim Liga um Liga erklomm, baute Dietmar Hopp Stadion auf Stadion &#8211; und so spielt die ruhmreiche TSG heute in einer hochmodernen Arena in Sinsheim direkt an der Autobahn. Sogar Spiele der Frauenfu\u00dfball-Weltmeisterschaft wurden dort ausgetragen &#8211; obgleich Sinsheim bislang nicht gerade durch \u00fcbertriebene Affinit\u00e4t zu diesem Sport aufgefallen war. Auf 240 Millionen Euro bezifferte <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/0,1518,738803,00.html\" target=\"_blank\">Spiegel-Online<\/a> im Januar die Summe, die Hopp bislang der TSG zugebuttert hat. Selbstverst\u00e4ndlich wurde diese Summe nicht mit Fu\u00dfball erwirtschaftet, denn wie im Beitrag zu entnehmen ist die TSG hoch verschuldet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie aber schafft ein Multimillion\u00e4r dies alles und wozu? Sicher, Geld kann man nie genug besitzen, doch Geld alleine schafft eines nicht: Gesellschaftliche Anerkennung nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben. F\u00fcr diese Akzeptanz wiederum ist Geld ein probates Mittel, denn wer Geld besitzt, der kann sich vieles kaufen &#8211; vor allem Beziehungen. Und Macht. Und so ist es wenig verwunderlich, dass der Sohn des DFB-Pr\u00e4sidenten Theo Zwanziger, Ralf, bei der TSG der verantwortliche Mann f\u00fcr Frauenfu\u00dfball ist. Nat\u00fcrlich hat alles mit allem nichts zu tun. V\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon bereitet sich die Deutsche Nationalmannschaft demn\u00e4chst auf die bevorstehende Europameisterschaft vor, im sch\u00f6nen Tourettes in S\u00fcdfrankreich. Der DFB in Form von Oliver Bierhoff schreibt dazu: <a href=\"http:\/\/team.dfb.de\/de\/news\/em_trainingslager\/page\/4255.html?1317306896\" target=\"_blank\">&#8222;Bei der Realisierung des Trainingslagers in S\u00fcdfrankreich hat uns Dietmar Hopp mit gro\u00dfem Engagement geholfen. Ihm geh\u00f6rt das Terrain, auf dem sich das Hotel Terre Blanche befindet. Ich habe mich sehr gefreut zu sp\u00fcren, mit welcher Herzlichkeit er uns bei der EM-Vorbereitung unterst\u00fctzt.&#8220;<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat nat\u00fcrlich mit allem nichts zu tun; das sind Zuf\u00e4lle, die k\u00f6nnen passieren, das hat ja auch schon <a href=\"http:\/\/www.trainer-baade.de\/eine-krahe-hackt-der-anderen-einen-fusballplatz-in-die-provence\/\" target=\"_blank\">Trainer Baade<\/a> festgestellt. Nebenbei erinnern wir uns an die im Stadion der TSG Hoffenheim installierten Anlage, die \u00fcber Tonfrequenzen Schm\u00e4hges\u00e4nge von Fans gegnerischer Mannschaften \u00fcbert\u00f6nen sollte. W\u00e4hrend vereinzelte Bengalos seitens des DFB und der DFL geahndet werden, als w\u00e4re das jeweilige Stadion in Schutt und Asche gelegt worden, so h\u00f6rt man in Bezug auf die Machenschaften in Sinsheim lautstark: Nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spannend wird in diesem Zusammenhang eine Meldung, die heute vom nicht nur Nachrichtenmagazin Focus lanciert wurde: <strong><a href=\"http:\/\/www.focus.de\/kultur\/kino_tv\/sensation-bei-der-ard-franziska-van-almsick-soll-sportschau-moderieren_aid_673476.html\" target=\"_blank\">Franziska van Almsick<\/a> soll Sportschau moderieren.<\/strong> Auch der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/tv\/0,1518,791142,00.html\" target=\"_blank\">Spiegel <\/a>wei\u00df dar\u00fcber zu berichten. Van Almsick, war in jungen Jahren eine recht flotte Schwimmerin, die sp\u00e4ter vor allem durch T\u00e4towierungen im Zusammenhang mit ihrer Liaison mit dem Handballer Stefan Kretzschmar aufgefallen ist. Mediale Pr\u00e4senz zeigte sie neben ihrer T\u00e4tigkeit als Expertin im Schwimmsport vor allem w\u00e4hrend der WM 2010 in S\u00fcdafrika, als sie abseits sportlicher Betreibungen \u00fcber Land und Leute <a href=\"http:\/\/www.sportschau.de\/sp\/fifawm2010\/ard_team\/almsick_v_franzi.jsp\" target=\"_blank\">berichtete<\/a>. W\u00e4hrend die ehemalige Eisschnelll\u00e4uferin Franziska Schenk, die gleichfalls als Moderatorin der Sportschau gehandelt wird immerhin ein Studium der Medienwissenschaft abgeschlossen hat und sich bislang auch als Sportmoderatorin einen Namen machen konnte, so \u00fcberzeugte van Almsick vor allem im und neben dem Schwimmbecken. Was hat Frau van Almsick aber mit Fu\u00dfball am Hut?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz aufschlussreich ist dabei ein <a href=\"http:\/\/www.11freunde.de\/bundesligen\/143656\" target=\"_blank\">Interview<\/a>, welches sie dem Magazin f\u00fcr Fu\u00dfballkultur gab, in welchem <em>Franzi<\/em> sich ganz offen zur TSG Hoffenheim bekannte, sogar die richtigen Worte hatte sie parat: <em>Wir f\u00fchlen uns als Traditionsverein! <\/em>Und woher kommt dieses WIR? Ganz einfach:<em> Dass ich der TSG die Treue halte, liegt auch an der Freundschaft zu Dietmar Hopp, den ich \u00fcber meinen Mann (der Unternehmer <a href=\"http:\/\/www.gq-magazin.de\/star-portraits\/juergen-b-harder\/0\/2194.html\" target=\"_blank\">J\u00fcrgen B. Harder<\/a>, d. Red.) kennengelernt habe.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist das also, gleich und gleich gesellt sich gern &#8211; und \u00fcber die jeweiligen Verflechtungen ist f\u00fcr die Beteiligten ne Menge drin. Wenn also alles wie geplant l\u00e4uft, dann berichtet Franziska &#8222;WIR&#8220; van Almsick\u00a0 in der Sportschau \u00fcber die Nationalmannschaft w\u00e4hrend der EM in Polen und der Ukraine, wobei das DFB-Team sich\u00a0 in einem von Gatten-Freund Dietmar Hopp finanziertem Gel\u00e4nde darauf vorbereitet hatte &#8211; unterdessen der Sohn des DFB Pr\u00e4sidenten der Frauenfu\u00dfballmannschaft in Hopps Verein vorsteht. Wer in irgendeiner Form vermutet, dass m\u00f6glicherweise Interessenskonflikte vorliegen, m\u00f6glicherweise sogar eine inhaltliche Einflussnahme, der muss sich sagen lassen, dass alles mit allem nichts zu tun hat. Und dass die wahre Gewalt von den Fans ausgeht und nicht etwa von den Konstellationen gut befreundeter Unternehmer an den Schaltstellen der Macht, die bis in die Medien die Posten besetzen und Inhalte definieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholderEigentlich hatte mich das Interview der Franzi in 11 Freunde derma\u00dfen erz\u00fcrnt, dass ich erwog, mein Abo zu k\u00fcndigen. Nun bin ich f\u00fcr die offenen Worte sogar ganz dankbar. Ein Grund zur K\u00fcndigung w\u00e4re vielleicht ein ganz anderer: Im<a href=\"http:\/\/www.11freunde.de\/bundesligen\/143906\" target=\"_blank\"> Sonderheft zu den Nuller Jahren<\/a> schreibt Andreas Bock \u00fcber den ehemalige Eintracht-St\u00fcrmer Rainer Rauffmann, der in Zypern sein Gl\u00fcck gefunden hat: <em>Als der 30-J\u00e4hrige 1997 auf Zypern landete, war er blo\u00df ein abgehalfteter Bundesligaprofi. Seine bisherigen Vereine lasen sich wie die Blaupause der Graum\u00e4usigkeit: Blau Wei\u00df 90 Berlin, SV Meppen, Eintracht Frankfurt, Arminia Bielefeld<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eintracht Frankfurt eine Graue Maus? Das allerdings geht entschieden zu weit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich ja im letzten Beitrag einen Kunstgriff starten, um von Jan Fleischhauer aka Sudel-Jan \u00fcber die 11Freunde, Rainer Rauffmann und 1899 Hoffenheim bei Franziska van Almsick zu landen. 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