{"id":4303,"date":"2011-07-23T13:02:24","date_gmt":"2011-07-23T11:02:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4303"},"modified":"2011-07-24T11:59:59","modified_gmt":"2011-07-24T09:59:59","slug":"vfl-bochum-vs-fsv-frankfurt-mann-sind-wir-bescheurt-tour-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4303","title":{"rendered":"VfL Bochum vs FSV Frankfurt &#8211; Mann-sind-wir-bescheuert Tour 2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich. Also eigentlich wollten wir\u00a0 eine Fahrradtour machen, vielleicht ans Gleisdreieck, die <a href=\"http:\/\/www.fnp.de\/fnp\/sport\/special-eintracht\/ultras-s-ubern-beschmierte-eintrachtgraffiti_rmn01.c.9071826.de.html\" target=\"_blank\">\u00dcbermalung des Graffitis<\/a> fotografieren, oder in Niederrad beim\u00a0 besten <a href=\"http:\/\/www.derkultimbiss.de\/\" target=\"_blank\">Burger-Imbiss<\/a> der Stadt einen Burger verspachteln. Bis <a href=\"http:\/\/www.blog-g.de\/und-alle-so-souvlaki.html#comment-450878\" target=\"_blank\">Uli im Blog-G<\/a> darauf hinwies, dass um 18:00 das Spiel Bochum gegen den FSV Frankfurt angepfiffen wird. <!--more-->Pia schaute mich an: &#8222;Wollen wir nach Bochum fahren?&#8220; Mein Gesicht verzog sich zu einem Fragezeichen, mein Mund aber sagte: &#8222;K\u00f6nnen wir machen.&#8220; Nach Bochum ist es nicht wahnsinnig weit, das Stadion an der Castroper Stra\u00dfe wei\u00df zu gefallen und zudem stehen mit Trainer Funkel und Faton Toski auf Bochumer Seite und mit Patric Klandt, Yannick Stark und Alexander Huber beim FSV ne Menge ehemaliger Eintrachtler unter Vertrag. Also: <em>Alle nach Bochum, ob mit oder ohne Karte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war noch nicht ganz 13:00 Uhr, als der silberne Golf auf die Stra\u00dfe rollte. Bochum &#8211; FSV also. Gott, sind wir bescheuert. Auf Grund der schnellen Entscheidung blieb nat\u00fcrlich kein Raum f\u00fcr das Brennen einer speziellen CD, so dass mit Altbekanntem vorlieb genommen werden musste, nichts Spektakul\u00e4res begleitete uns also auf dem Hinweg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klassisch rollten wir auf die A661, die A5 und am Gambacher Kreuz auf die A45; der Sommer aber war nicht dabei. Tr\u00fcb und regnerisch kam der Tag daher und wir kamen zun\u00e4chst flott voran. Noch in Hessen entschieden wir uns, die Autobahn zu verlassen, um auf der Landstra\u00dfe gem\u00e4chlich daher zu tuckern und Gegenden zu durchfahren, die wir so noch nie gesehen hatten. Hinter Dillenburg ging es auf die Landstra\u00dfe B54. Sah es die ersten Kilometer noch ganz gut aus, so zeigte sich bald, dass es weit langsamer voran ging, als gedacht. Hier wurde der Asphalt abgefr\u00e4st, so dass wir eine ganze Weile vor einer Ampel warten mussten; dort war die Stra\u00dfe ob eines Notarztwageneinsatzes\u00a0verstopft; kurz: Minute um Minute verrann und wir kamen nicht ernstlich weiter. Kurz hinter Siegen entschieden wir uns, doch wieder auf die A45 zu fahren. Auch diese Idee hatte nur eine begrenzte Halbwertszeit: Ab L\u00fcdenscheid ging gar nichts mehr. Stillstand. Die Verkehrsnachrichten verk\u00fcndeten eine Vollsperrung wegen eines Unfalls &#8211; 10 km Stau und wir mittendrin. Na super. Noch blieben wir gelassen &#8211; doch erneut verrann Minute um Minute ohne nennenswertes Vorankommen. Dazu drang die Kunde eines Attentats in Oslo zu uns; ein Sprengsatz war im Regierungsviertel hochgegangen, die Rede war von einem Toten und etlichen Zerst\u00f6rungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Reihe <em>Parkpl\u00e4tze mit lustigen Namen<\/em> fand heute der Parkplatz <em>Unterm Hipperich<\/em> seinen Platz, wie generell auff\u00e4llig war, dass viele der Parkpl\u00e4tze die noch w\u00e4hrend der letzten Fahrten geschlossen waren nun in neuem Glanze und mit Toilettenh\u00e4uschen ausgestattet wieder ge\u00f6ffnet waren. Sieht man sonst w\u00e4hrend Ausw\u00e4rtsfahrten auf diesen Anlagen jede Menge Busse oder PKWs mit Ausw\u00e4rtsfans, so schienen wir nun die einzigen Frankfurter zu sein, die zum Fu\u00dfball unterwegs waren. Alle Viertelstunde erfuhren wir, dass sich an der Vollsperrung nichts ge\u00e4ndert hatte und die Autofahrer umgeleitet w\u00fcrden &#8211; doch nur m\u00fchsam kamen wir der n\u00e4chsten Ausfahrt n\u00e4her. Immer wieder \u00fcberholten uns einzelne Autos rechts auf dem Standstreifen, erst als die Ausfahrt 13 (L\u00fcdenscheid Nord) ausgeschildert war, taten wir es ihnen gleich. Im Verh\u00e4ltnis zu den stehenden Wagen waren es dennoch nur wenige, die die A45 verlie\u00dfen. Kaum waren wir wieder auf der Landstra\u00dfe, atmeten wir durch. Aus dem Radio erklang <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gViaOYgV8yI\" target=\"_blank\">Disco Partizani<\/a> von Shantel, Schalksm\u00fchle hie\u00df der Ort, den wir passierten &#8211; Bochum, wir kommen. Kaum hatten wir uns an die freie Fahrt gew\u00f6hnt, hie\u00df es Stopp. Motor aus, warten &#8211; ein Grund daf\u00fcr war nicht ersichtlich &#8211; also wendeten wir und versuchten unser Gl\u00fcck auf den Nebenstra\u00dfen der Nebenstra\u00dfen; ein Auto der Frankfurter Rundschau verfuhr \u00e4hnlich &#8211; so langsam dr\u00e4ngte die Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir schlichen \u00fcber Stra\u00dfen, die kaum breiter waren als unser Auto, die H\u00fcgel des Sauerlandes erhoben sich idyllisch gr\u00fcn, K\u00fche grasten auf den Weiden, Sonnenstrahlen brachen sich ihren Weg &#8211; man h\u00e4tte meinen k\u00f6nnen, man sei in S\u00fcdtirol. Irgendwann landeten wir wieder auf der B54, hier ein St\u00e4uchen, dort eine Ampel, dann und wann Tempo 70, 50, 30, Hagen, Witten und kurz vor 18:00 Uhr passierten wir das Ortschild <strong>Bochum<\/strong>. Noch waren wir einige Kilometer vom Stadion entfernt; ein freundlicher Bochumer wies uns den Weg und betonte, dass es ihm egal sei, wer gewinnt &#8211; nur f\u00fcr seinen Enkel w\u00fcrde es ihn freuen, so der VfL siegreich vom Platz gehen w\u00fcrde. Wir nahmen dies so hin und den beschriebenen Weg und landeten flugs an der Justizvollzugsanstalt, wo wir schon des \u00d6fteren geparkt hatten, wenn hier die Eintracht gespielt hatte. Tats\u00e4chlich fanden wir auch noch einen Parkplatz, verschlossen den Golf und eilten zum Stadion, dessen Flutlichtmasten stramm in die H\u00f6he ragten. Frisch war es in Bochum, da schienen meine kurze Hosen etwas unpassend &#8211; aber es ist Sommer, egal wie k\u00fchl es ist. Nat\u00fcrlich gab es noch Karten, der Stehplatz f\u00fcr 11 Euro &#8211; und nach neun gespielten Minuten landeten wir in der G\u00e4stekurve, in der sich vielleicht 50 FSV-Anh\u00e4nger verloren. Auf den Sitzpl\u00e4tzen verfolgten 5 Fans das Spiel. Die Bochumer Kurve war gut gef\u00fcllt und guter Dinge; Friedhelm Funkel verharrte an der Trainerbank ebenso wie Toski auf dieser, w\u00e4hrend Huber, Klandt und Stark von Beginn an f\u00fcr Bornheim auf dem Feld standen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der FSV, ganz in Rot, war keineswegs gewillt, sich hier von einem der Aufstiegsfavoriten vorf\u00fchren zu lassen und hatte sogar die besseren Chancen, bis zur Halbzeit sollten jedoch keine Tore fallen. Relativ m\u00fcde schob sich die Partie voran, mal hielt Klandt einen Freisto\u00df, mal verzogen die Bornheimer &#8211; im Gro\u00dfen und Ganzen aber hielt sich der Schwung in Grenzen. <em>Mann sind wir bescheuert<\/em> meinte Pia &#8211; und sie hatte nicht ganz unrecht: Statt durch Frankfurt zu radeln und Burger zu futtern, standen wir nun nach nahezu f\u00fcnfst\u00fcndiger Fahrt 240 km entfernt von der Heimat beim Spiel zweier Mannschaften der Zweiten Liga, die uns nicht wirklich erw\u00e4rmen konnten. VFL Bochum vs\u00a0 FSV Frankfurt 0:0 nach 45 Minuten vor etwas \u00fcber 12.300 Zuschauern, davon 50 Frankfurter ohne Banner oder gar Support. Immerhin, wir genossen den Platz in der Kurve und ich dachte an FredN, einen Kumpel von mir, der vor ein paar Jahren gestorben ist. FredN war nicht nur \u00d6sterreicher mit Hang zu Wacker Innsbruck, sondern auch Sympathisant von Schalke und gro\u00dfer FSV-Anh\u00e4nger. Vor zehn Jahren, als er noch in der Hessenliga Ordner beim FSV war, haben wir einige Spiele zusammen am Bornheimer Hang gesehen, damals vor 150 Zuschauern. Wenn er jetzt von oben zugeguckt hat wird er sich sicher gewundert haben, wen er so alles in der Kurve seiner SchwarzBlauen entdeckte. Und er hat zugeguckt, da bin ich mir sicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste spektakul\u00e4ren Momente sahen wir nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff. DER Bus der Bornheimer war gelandet (die Vollsperrung der Autobahn hatte f\u00fcr die Verz\u00f6gerung gesorgt) &#8211; und ein Trupp von knapp 50 Unerschrockenen enterte die Kurve und verk\u00fcndete, dass sie nun da seien. Ein paar \u00c4ltere marschierten nach oben, der harte Kern der Supporter scharte sich in einem Gr\u00fcppchen zusammen und angetrieben von einem sehr jugendlichen Capo und einem noch jugendlicheren Trommler supporteten sie fortan unentwegt den sich tapfer im Spiel haltenden FSV, der sich zwar in der Defensive wiederfand, dennoch auch in Halbzeit zwei die besseren Chancen besa\u00df und sogar ein Tor erzielte, welches aber wegen vermeintlichem Abseits keine Anerkennung fand. <em>Eiiiieiiiieiei mit Frankfurter Haschisch und Apfelwein &#8211; Karneval in Bornheim. <\/em>Die Polizei aber &#8211; f\u00fcr jeden Bornheimer standen 1-2 Polizisten parat &#8211; hatte es sich l\u00e4ngst auf der Gegengerade bequem gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hie und da zeigte sich der Bochumer Anhang unzufrieden und pfiff, die Trainer wechselten ein ums andere Mal &#8211; und als sich alles schon auf ein Unentschieden eingestellt hatte, da sauste die Kugel ins Bornheimer Netz.\u00a0 Zaghaft begann ein paar Schritte von uns entfernt ein winziges Rauchb\u00f6mbchen zu glimmen, da st\u00fcrmten auch schon 4, 5 Ordner herbei und zerrten unter Protest der anderen einen Knaben aus dem Block. Die Aufregung war gro\u00df, schien es doch, dass die Security den Falschen erwischt hatte. W\u00e4hrend noch lautstark diskutiert wurde, pfiff der Schiri das Spiel ab und besiegelte damit die Niederlage des <a href=\"http:\/\/www.bornheimer-hang.de\/?p=665#more-665\" target=\"_blank\">FSV<\/a>. Bochum aber fuhr den ersten Saisonsieg ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verlie\u00dfen den Block, erkannten den vermeintlichen Rauchbomben-\u00dcbelt\u00e4ter an einem Polizeibus, an dem er in ein R\u00f6hrchen blasen musste (es war nicht der gezogene) und wechselten die Stra\u00dfenseite, um am beliebten Stadion-Grill eine Currywurst zu ordern. Die Frau hinter dem Tresen setzte sich resolut gegen wankende Bochumer durch und reichte uns die Speisen. Alsbald sa\u00dfen wir wieder im Golf, verlie\u00dfen mit einem letzten Blick auf das Ruhrstadion Bochum und rollten zur\u00fcck auf die Autobahn. Bei Hagen-S\u00fcd ging es zur\u00fcck auf die B54, den Sonnenuntergang im R\u00fccken tuckerten wir an leerstehenden H\u00e4usern, die zum Verkauf standen, ebenso vorbei wie am Hoffnungstal, dass uns von der <a href=\"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4056\" target=\"_blank\">R\u00fcckreise aus Dortmund<\/a> vor ein paar Wochen noch gut bekannt war. Rechter Hand m\u00e4anderte die Volme durchs Sauerland, ab und an flammten Grablichter an der Seite, die an Verungl\u00fcckte erinnerte, w\u00e4hrend der Nachrichtensprecher mittlerweile von sieben Toten in Oslo sprach. Unterdessen unterlag der MSV Duisburg im Abendspiel zuhause gegen Energie Cottbus mit 1:2.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Meinerzhagen sauste der silberne Golf zur\u00fcck auf die Autobahn; Siegen, Hessen, Wetzlar, Friedberg, Frankfurt &#8211; wir rollten durch die Dunkelheit und landeten exakt um 23:06 im Frankfurter Nordend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">480 km mehr auf dem Tacho, Mann sind wir bescheuert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich. Also eigentlich wollten wir\u00a0 eine Fahrradtour machen, vielleicht ans Gleisdreieck, die \u00dcbermalung des Graffitis fotografieren, oder in Niederrad beim\u00a0 besten Burger-Imbiss der Stadt einen Burger verspachteln. 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