{"id":4083,"date":"2011-05-25T11:03:16","date_gmt":"2011-05-25T09:03:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4083"},"modified":"2012-04-22T23:34:25","modified_gmt":"2012-04-22T21:34:25","slug":"der-grose-frankfurter-currywurst-test-heute-teil-7-worscht-korbsche-speyerer-strase-17a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=4083","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe Frankfurter Currywurst -Test. Heute: Teil VII &#8211; Worscht K\u00f6rbsche &#8211; Speyerer Stra\u00dfe 17A"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Frankfurter Stadtteil <a title=\"Gallus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankfurt-Gallus\" target=\"_blank\"><em>Gallus<\/em><\/a>, volkst\u00fcmlich auch <em>Kamerun <\/em>genannt, ist ein ganz spezieller Stadtteil. Er kommt nicht snobistisch daher wie Sachsenhausen, obgleich Anzug und Krawatte im Stra\u00dfenbild ebenso pr\u00e4sent sind, wie der Blaumann oder das Kopftuch. Er kommt auch nicht so adrett daher, wie das frisch gek\u00e4mmte Nordend &#8211; dieses Bullerb\u00fc f\u00fcr Erwachsene; nein unfrisiert scheint es, das Gallus, obgleich an der Nahtstelle zur Messe hin die Gro\u00dfbaustelle darauf hinweist, dass demn\u00e4chst hier ein anderer Wind wehen k\u00f6nnte. Noch mischen sich hier die Nationen und die Welten; der Gem\u00fcseh\u00e4ndler gr\u00fc\u00dft ebenso freundlich wie die Graffitis von den W\u00e4nden, in den Caf\u00e9s und Kneipen hocken Angestellte, M\u00fc\u00dfigg\u00e4nger und Arbeiter Seit an Seit, w\u00e4hrend die Sonne ein Viertel bescheint, in welchem der Flaneur Nischen entdecken kann, in denen das ganz normale Leben lebt.<!--more--> In den Gr\u00fcnstreifen der Siedlungsh\u00e4user wird gegrillt, nebenan trocknet die W\u00e4sche. Kamerun. Die Rundschau schrieb dazu vor Jahren: <a title=\"FR\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/spezials\/schwarzer-stadtteil-kamerun\/-\/1472610\/2758832\/-\/\" target=\"_blank\">Seit das Gallus von Menschen aus rund 30 Nationen bewohnt wird, sieht  mancher im Kamerun eine Kolonie der Gegenwart. Die Kameruner stehen  dazu. Stadtspazierg\u00e4nger Wendelin Leweke hat es 1990, bei der  \u00dcbertragung eines Fu\u00dfballspiels Kamerun-Argentinien in einer  Gallus-Kneipe, erlebt. Als die Mannschaft von Kamerun den Sieg errungen  hatte, &#8222;drang der Ruf auf die Stra\u00dfe: ,Mer hawwe gewonne!'&#8220;<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber dies nur am Rande, denn jetzt geht&#8217;s um die Wurst. An der Ecke zur Frankenallee wartet in der Speyerer Stra\u00dfe das <em>Worscht K\u00f6rbsche<\/em> auf Kundschaft &#8211; und wer jetzt st\u00f6hnt: <em>Scho widd\u00e4 son Worschteventtembel<\/em>, den muss ich leider oder besser Gott sei Dank entt\u00e4uschen. Das Worscht K\u00f6rbsche ist eine Mischung aus Eckmetzgerei und Imbiss und verstr\u00f6mt das Flair der Sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Vor dem Laden gl\u00e4nzen ein paar Stehtische in der Sonne, zwei Frauen hinter dem Tresen sind emsig besch\u00e4ftigt, die Kundschaft zu versorgen; sie wissen, was zu tun ist, hier sitzt jeder Handgriff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholderIch bestelle eine Rindscurry mit Pommes und eine Cola &#8211; 5,20 Euro sind hierf\u00fcr zu berappen, ein humaner Preis. Auf Nachfrage ob ich eine normale Rindswurst nehme oder eine etwas sch\u00e4rfere, entscheide ich mich f\u00fcr die Chilli-Variante, nur wenig sp\u00e4ter erhalte ich meinen Teller inklusive Messer und Gabel und stelle mich nach drau\u00dfen. Am Tisch neben mir geht&#8217;s um die Eintracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pommes sind reichlich und sie schmecken genau so, wie sie fr\u00fcher geschmeckt haben, als sie in eine papierne T\u00fcte gesteckt und oben mit einem Klecks Ketchup und einer Plastikgabel versehen wurden; das gibt schon mal die ersten Pluspunkte. Die Rindswurst ist ordentlich geschnitten und perfekt erhitzt, nur zwei St\u00fcckchen h\u00e4ngen leicht an der Haut zusammen &#8211; doch das Echtmetallmesser schafft ruckzuck Abhilfe. Die So\u00dfe kommt dezent erw\u00e4rmt daher, leicht glasig und schmeckt rund. Die Wurst ist gar nicht mal so scharf, eher pikant und zusammen mit den Pommes f\u00e4llt einem die arg abgestandene Sentenz <em>Futtern wie bei Muttern<\/em> ein, obwohl meine Mutter niemals Currywurst gemacht hat und wenn, dann habe ich einfach nur Ketchup genommen und Curry dar\u00fcber gestreut. So\u00dfe f\u00fcr Currywurst zu komponieren ist eine der schwierigsten Aufgaben der Welt &#8211; erst neulich habe ich einen Ansatz gefunden, eine vern\u00fcnftige So\u00dfe zu zubereiten. Balsamicocreme und Honig sind dabei von nicht zu untersch\u00e4tzender Bedeutung. Einen Ansatz!.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier im Worscht K\u00f6rbsche wird die Welt zwar nicht neu erfunden, aber sie wird gelebt; ohne Firlefanz, ohne Trallala und ohne Schlagzeilen &#8211; und\u00a0 genau das ist die Schlagzeile wert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Fazit<\/em>: Hier bin ich Mensch, hier darf ich&#8217;s sein; die Wurst, die Pommes, die So\u00dfe &#8211; ein rundes Programm feat. \u00f6kologischem Teller und Besteckservice. Falls die Rindswurst mal aus sein sollte, bekommt man hier auch eine Currywurst aus Krakauer &#8211; und dazu die letzten Meldungen der Eintracht, die derzeit froh w\u00e4re, auch nur ansatzweise am Niveau des Worscht K\u00f6rbsches schnuppern zu d\u00fcrfen, denn<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4 von 5 Cupos<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">hat es sich verdient, diese Bastion des Unaufgeregten. Allemal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mahlzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Frankfurter Stadtteil Gallus, volkst\u00fcmlich auch Kamerun genannt, ist ein ganz spezieller Stadtteil. Er kommt nicht snobistisch daher wie Sachsenhausen, obgleich Anzug und Krawatte im Stra\u00dfenbild ebenso pr\u00e4sent sind, wie der Blaumann oder das Kopftuch. 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