{"id":3779,"date":"2011-04-15T11:44:13","date_gmt":"2011-04-15T09:44:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=3779"},"modified":"2011-04-15T11:48:19","modified_gmt":"2011-04-15T09:48:19","slug":"toni-hubler-erklart-die-eintracht_teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=3779","title":{"rendered":"Toni H\u00fcbler erkl\u00e4rt die Eintracht_Teil 1"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber 40 Jahre lang war er bei der Eintracht, erlebte 23 Trainer und Hunderte von Spielern &#8211; und hat sogar seinen eigenen Fanclub. Toni H\u00fcbler.\u00a0 In Ungarn geboren aber im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland ausgewandert, erz\u00e4hlte im Museum der Eintracht freim\u00fctig aus seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt. Der Vorraum war proppenvoll, Eintracht-Reporter-Legende Wolfgang Avenarius war ebenso erschienen, wie der langj\u00e4hrige Eintrachtfan und Riederwald-Architekt Karl Heinz Fleckenstein samt Gattin oder der Vorsitzende des F\u00f6rdervereins des Museums, Hans-Peter Griesheimer. Nat\u00fcrlich waren auch Mitglieder des Fanclubs Kommando Anton H\u00fcbler zu Gast; auch <a title=\"Franks Archiv\" href=\"http:\/\/www.eintracht-archiv.de\" target=\"_blank\">Eintracht-Onlive-Archivar Frank Gotta<\/a> schaute vorbei und mit ihm der Mann f\u00fcr alle Geschichten, <a title=\"Kids Geschichten\" href=\"http:\/\/kid-klappergass.blogspot.com\/\" target=\"_blank\">Kid Klappergass<\/a>. Und als Toni H\u00fcbler zu erz\u00e4hlen begann, zog er alle in seinen Bann.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begonnen hatte alles 1954, das Arbeitsamt in Langen hatte zwar keine Arbeit f\u00fcr den gelernten G\u00e4rtner, der in Urberach wohnte, aber einen guten Rat: Versuchen sie es doch mal in Frankfurt. Und so stellte sich Toni auch beim Arbeitsamt in Frankfurt vor. Und wie es das Schicksal wollte, standen zwei Mitarbeiter des Amtes auch als Kassierer in Diensten der Frankfurter Eintracht und diese wussten vom Vorsitzenden des Spielausschusses Balles, dass der Verein f\u00fcr sein nagelneues Vereinsgel\u00e4nde einen G\u00e4rtner suchte. Da kam ihnen der geb\u00fcrtige Ungar gerade recht. Schon Tags drauf macht sich Toni erneut auf den Weg in die gro\u00dfe Stadt. Da er zu sp\u00e4t dran war, musste er sein Ticket im Zug l\u00f6sen &#8211; und darob sogar Strafe zahlen. Dadurch war seine Barschaft aufgebraucht &#8211; und er musste in Frankfurt angekommen zu Fu\u00df zur Eintracht marschieren. Der ehemalige Handballer lie\u00df sich am Schauspiel von einem Passanten den Weg erkl\u00e4ren und marschierte schnurstracks \u00fcber die Mainbr\u00fccke durch Sachsenhausen ins &#8230; Waldstadion. Dort angekommen kl\u00e4rten ihn Mitarbeiter ob des Missverst\u00e4ndnisses auf und schickten ihn erneut durch die Stadt, diesmal zur Heimat der Eintracht, zum Riederwald. Stunden sp\u00e4ter kam er dort an &#8211; und hatte Gl\u00fcck, dass der Vorsitzende des Platzausschusses Fritz Becker ob des sch\u00f6nen Wetters noch auf dem Sportplatz weilte. Er verabredete sich mit Toni f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch, Toni kam p\u00fcnktlich, \u00fcberzeugte und erhielt einen achtw\u00f6chigen Probevertrag, der nach sechs Wochen in einen Arbeitsvertag umgewandelt wurde. &#8222;Weil ich fleissig war &#8230; und scheinbar gut&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Riederwald war noch Jahre nach seiner Er\u00f6ffnung 1952 eine Baustelle, die Umkleidekabinen waren noch nicht richtig ausgebaut &#8211; doch f\u00fcr den jungen G\u00e4rtner war der Riederwald seinerzeit ein Prachtbau. Doch nicht alles lief reibungslos, so auch beim Spiel gegen den gro\u00dfen 1.FC Kaiserslautern mit den Weltmeistern Walter oder Eckel. Menschenmassen dr\u00e4ngten sich noch vor den Kassenh\u00e4uschen obgleich das Stadion schon recht gut gef\u00fcllt war &#8211; um eine Panik zu verhindern, lie\u00df H\u00fcbler die Tore \u00f6ffnen und die Fu\u00dfballfans str\u00f6mten hinein, verteilten sich auf der Aschenbahn und konnten das Spiel unversehrt anschauen. Sp\u00e4ter gastierte auch die Amateurnationalmannschaft am Riederwald &#8211; unter den Zuschauern auch Bundestrainer Sepp Herrberger, der nach einer Weile zu Toni meinte: &#8222;Ich hab kalde Fie\u00df&#8220;. &#8222;Da m\u00fcsse mer was mache&#8220; erwiderte H\u00fcbler und f\u00fchrte den Bundestrainer zu einem Raum mit Heizung, woran er die F\u00fc\u00dfe erw\u00e4rmen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den ersten Trainer der Eintracht, den Toni H\u00fcbler erlebte war Kurt Windmann. Eines Tages kam dieser zu ihm und fragte, ob er am einzigen Telefon am Riederwald einen Zettel weggenommen habe, was Toni verneinte. Da auch dessen direkter Vorgesetzter, der Herr Donges, den Zettel nicht gesehen haben wollte, war dem Trainer gar nicht wohl, schlie\u00dflich handelte es sich um dessen Lohnzettel. Doch als sich kurz darauf\u00a0 Tonis Vorgesetzter Donges an Fritz Becker mit dem Hinweis wandt, dass es ja ungerecht sei, wenn er, der Tag f\u00fcr Tag am Riederwald arbeitet nur 450 Mark verdienen w\u00fcrde, w\u00e4hrend der Trainer, der nur an zwei Tagen die Woche anwesend ist 1800 Mark bekommt, platzte die Bombe. Kollege Donges musste sich einen neuen Job suchen, w\u00e4hrend H\u00fcbler die Frage, ob er sich von nun an die Verantwortung f\u00fcr das Gel\u00e4nde zutrauen w\u00fcrde mit einem glasklaren &#8222;Ja&#8220; beantwortete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fortan war H\u00fcbler der Herr \u00fcber die Sportanlage, pflanzte die wasserziehenden Pappeln gegen die Versumpfung und pflegte den Rasen der beiden damals vorhandenen Spielfelder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholderDoch H\u00fcbler war nicht nur G\u00e4rtner. Er wurde Chauffeur und durfte den langj\u00e4hrigen Pr\u00e4sidenten Rudolf Gramlich in dessen Lincoln chauffieren, er wurde M\u00e4dchen f\u00fcr alles, h\u00f6rte sich die Sorgen und N\u00f6te der Akteure an und erhielt 1963 sogar einen Profivertrag. Als Zeugwart. Mit Gr\u00fcndung der Bundesliga war Toni H\u00fcbler\u00a0 vom ersten Tag an dabei, dabei, daf\u00fcr hatte der Pr\u00e4sident gesorgt.\u00a0 Gramlich fragte ihn sogar bei wichtigen Entscheidungen immer wieder nach Rat &#8211; den der m\u00e4chtige Mann ab und an auch befolgte. Als Chauffeur durfte sich H\u00fcbler mit dem Lincoln auch auf gro\u00dfe Reise begeben, so bei den Gruppenauslosungen zu internationalen Spielen nach Genf. Und anschlie\u00dfend machten sie erst einmal zwei Tage Urlaub in der Schweiz: &#8222;Die daheim k\u00f6nnen machen was sie wollen.&#8220; erkl\u00e4rte Gramlich, der dem jungen Zeugwart gro\u00dfes Vertrauen entgegen brachte. Toni zeigte sich verschwiegen, dies sicherte ihm auch die Anerkennung der Spieler: &#8222;Ich trage nichts in die Kabine hinein und nichts aus ihr heraus&#8220; war sein Motto, an das er sich lebenslang gehalten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Im zweiten Teil folgen wir der Eintracht nach S\u00fcdkorea und Kenia und erfahren zudem, was es mit den Trainern Pattek, Ribbeck, Weise und Lorant so auf sich hatte. Und weshalb eine Partie in Viareggio f\u00fcr einen Mitarbeiter des Museums noch heute von \u00fcberragender Bedeutung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<pre style=\"text-align: justify;\">Das Foto von H\u00fcbler und Gramlich entstammt <a title=\"Franks Archiv\" href=\"http:\/\/www.eintracht-archiv.de\" target=\"_blank\">Franks Eintracht Archiv.<\/a>\r\n<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber 40 Jahre lang war er bei der Eintracht, erlebte 23 Trainer und Hunderte von Spielern &#8211; und hat sogar seinen eigenen Fanclub. Toni H\u00fcbler.\u00a0 In Ungarn geboren aber im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland ausgewandert, erz\u00e4hlte im Museum der Eintracht freim\u00fctig aus seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt. 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