{"id":3149,"date":"2011-02-28T10:58:59","date_gmt":"2011-02-28T09:58:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=3149"},"modified":"2025-07-31T11:17:17","modified_gmt":"2025-07-31T09:17:17","slug":"randnotizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=3149","title":{"rendered":"Randnotizen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vier Heimniederlagen in Folge &#8211; davon zwei gegen die beiden Letzten der Tabelle, 14 Halbzeiten ohne eigenes Tor, einen von 21 m\u00f6glichen Punkten auf der Habenseite &#8211; das ist die Frankfurter Eintracht im Jahr 2011. Und doch war das Spiel gegen den VfB Stuttgart bemerkenswert &#8211; und dies gleich in verschiedener Hinsicht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da w\u00e4re die Soundkulisse beim Einschie\u00dfen der Eintracht vor dem Spiel: Ah und Ohs wechselten mit leicht aufbrausendem Beifall ab, kaum zu glauben:&nbsp; Teile der Kurve &#8211; also des Publikums &#8211; kommentierte jeden Schuss, man k\u00f6nnte auch sagen: verh\u00f6hnte die Akteure. Eintracht Fans gefielen sich darin, die eigene Mannschaft zu demoralisieren &#8211; vor dem Spiel gegen Stuttgart, gegen den Tabellenvorletzten, in dem die Eintracht einen Sieg bitter n\u00f6tig gehabt h\u00e4tte, um den durchaus noch vorhandenen Vorsprung auf die Abstiegsr\u00e4nge zu vergr\u00f6\u00dfern. Was folgte, war eine der gro\u00dfartigsten Reaktionen der M\u00e4nner am Megaphon, die unmittelbar darauf die Kurve animierten, \u00fcber laute <strong>Eintracht <\/strong>Rufe dem unw\u00fcrdigen Treiben ein Ende zu setzen &#8211; immerhin: Es gelang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuvor gefielen sich andere darin, in giftgr\u00fcnen Trainingsanz\u00fcgen durch das Stadion zu marschieren, wahrscheinlich ein Junggesellenabschied &#8211; der sp\u00e4ter in der Ostkurve ein rosa Banner mit der Aufschrift: <em>Nackt sehen wir noch besser aus<\/em> pr\u00e4sentierte. Hat nichts mit der Eintracht zu tun, nichts mit Fu\u00dfball und spiegelt die Wandlung des Publikums wunderbar wider. Aus Begeisterung f\u00fcr das Spiel, das Team, den Sport wird die Selbstinszenierung &#8211; losgel\u00f6st vom eigentlich Dargebotenen. Rituale der Fu\u00dfballfans wie Banner werden zur Selbstdarstellung v\u00f6llig ohne Bezug zum Geschehen genutzt &#8211; eine Randnotiz, aber keine sch\u00f6ne.&nbsp; Und auch nichts Neues; so ist Reklame in dieser Form seit Jahr und Tag in M\u00fcnchen zu beobachten, Menschen in wei\u00dfen Klamotten setzen sich dergestalt auf die Pl\u00e4tze, dass sie das T eines bekannten Dienstleisters im Kommunikationsbereich formen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immerhin hatte die Mannschaft begriffen, dass das Vermeiden des Abstiegs \u00fcber Kampf geht. Die Eintracht ackerte um jeden Ball, fightete um jeden Meter und erspielte sich jede Menge Torchancen. Dies immerhin wurde von der Kurve honoriert, unerm\u00fcdlicher Support &#8211; traurigerweise ohne Happy End f\u00fcr alle Beteiligten. Trotz dr\u00fcckender \u00dcberlegenheit verhaspelte sich die Eintracht gleich zwei mal in der Defensive. Ein schnell ausgef\u00fchrter Freisto\u00df, den die Eintracht Abwehr verschlief und ein ungl\u00fccklicher Abschlag zum Gegner f\u00fchrten zu den beiden Gegentoren, w\u00e4hrend die Eintracht Chance um Chance vergab. Pfosten, Stuttgarts Torh\u00fcter Ulreich und eine vielbeinige Abwehr verhinderten einen Treffer, es war zum verzweifeln. Einmal hatte ich gar den Eindruck, Fenin blockte einen Ball vor dem gegnerischen Tor selbst mit dem Kopf ab. Nat\u00fcrlich verstarben nach der F\u00fchrung einige Stuttgarter auf dem Feld, um Sekunden danach wieder quicklebendig umher zu springen. Nat\u00fcrlich war die traditionelle Konzeptlosigkeit zu erkennen, die es nicht erlaubt, zehn Stuttgarter auszuspielen und nat\u00fcrlich stellt sich die Frage, weshalb ein Spieler, der sich noch im Winter geweigert hatte (mangels Perspektive) seinen Vertrag zu verl\u00e4ngern, die Mannschaft aufs Feld f\u00fchren durfte &#8211; Pirmin Schwegler; eine weitere Randnotiz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immerhin, das Team hat gezeigt, dass noch Leben in ihm steckt, auch wenn diese Niederlage schmerzt &#8211; weil sie so ungerecht ist. Und immerhin hat die Kurve eindrucksvoll gezeigt &#8211; auch nach Spielende durch das Verhalten von Martin, dem Vors\u00e4nger, dass sie nicht gewillt ist, den drohenden Abstieg sang- und klanglos hinzunehmen und dennoch nicht gepfiffen hat, sondern den Schulterschluss mit der Mannschaft gesucht hat. Eine k\u00e4mpferische Einstellung wird belohnt, auch wenn das Ergebnis nicht stimmt. Aber es wird verdammt noch mal Zeit, ein Tor zu erzielen. Es w\u00e4re das erste im Jahr 2011 im achten Spiel &#8211; nach vier Heimniederlagen am St\u00fcck. Und vielleicht kommt auch die Stadionregie auf den Trichter, dass es keine gute Idee ist, derzeit in der Arena <em>Highway to hell<\/em> zu spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Heimniederlagen in Folge &#8211; davon zwei gegen die beiden Letzten der Tabelle, 14 Halbzeiten ohne eigenes Tor, einen von 21 m\u00f6glichen Punkten auf der Habenseite &#8211; das ist die Frankfurter Eintracht im Jahr 2011. 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