{"id":18209,"date":"2026-07-28T10:59:15","date_gmt":"2026-07-28T08:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=18209"},"modified":"2026-07-28T12:22:46","modified_gmt":"2026-07-28T10:22:46","slug":"zaz-in-erlangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=18209","title":{"rendered":"Zaz in Erlangen"},"content":{"rendered":"<p>Die Karte f\u00fcr Zaz steckte schon l\u00e4nger in meiner imagin\u00e4ren Brieftasche. Hatte ich sie noch im M\u00e4rz wegen anderweitiger Verpflichtungen im ausverkauften Wiesbadener Schlachthof verpasst, so stand ich nun beim Kauf vor der Wahl: Bonn oder Erlangen. Da ich vor zwei Jahren mal f\u00fcr einen Tag in Bonn gewesen bin, entschied ich mich heuer f\u00fcr das Open-Air-Konzert auf der Kulturinsel W\u00f6hrm\u00fchle in Erlangen. Leider schien es logistisch unm\u00f6glich, noch in derselben Nacht mit dem Deutschlandticket nach Frankfurt zur\u00fcckzufahren.<!--more--><\/p>\n<p>So buchte ich noch eine \u00dcbernachtung im N\u00fcrnberger Premier Inn dazu. Diesmal etwas au\u00dferhalb der Innenstadt am Leipziger Platz. Mit wenig Gep\u00e4ck machte ich mich morgens auf den Weg. Der Regionalzug nach W\u00fcrzburg rollte mit zehn Minuten Versp\u00e4tung ab \u2013 dort sollten urspr\u00fcnglich 20 Minuten zum Umsteigen eigentlich reichen. Eigentlich. Bis Kahl ging auch alles glatt, sieht man einmal davon ab, dass ich mein Buch noch zu Hause liegen gelassen hatte. Aber ich hatte Noise-Cancelling-Kopfh\u00f6rer und lauschte den Kl\u00e4ngen von ZAZ, w\u00e4hrend ich wahlweise auf den Handybildschirm oder aus dem Fenster schaute.<\/p>\n<p>In Kahl ging es dann erst einmal nicht weiter. Etwaige Ansagen hatte ich wegge-noise-cancelt. Aus zehn Minuten wurden 20, dann 30, dann 40. Wir standen am Bahnhof, bis die App pl\u00f6tzlich einen Notfall im Zug anzeigte, weitere Infos: Fehlanzeige. Mittlerweile war klar, dass der Anschluss in W\u00fcrzburg nicht zu schaffen war, auch der n\u00e4chste, eine Stunde sp\u00e4ter, stand auf dem Spiel. Also entschied ich \u2013 und nicht nur ich \u2013, den Zug zu wechseln. Dieser war eine Stunde sp\u00e4ter in Frankfurt losgefahren und rollte bis W\u00fcrzburg. Beim Wechsel des Gleises ersp\u00e4hte ich eine Patientin auf einer Trage. Der ankommende Zug hatte nur ein paar Minuten Versp\u00e4tung, und schon rollten wir mit 70 Minuten Verz\u00f6gerung Richtung W\u00fcrzburg. Dort erreichten wir den Anschluss spielend, sogar die Fahrg\u00e4ste, die im ersten Zug, der nach Bamberg fuhr, sitzen geblieben waren, kamen noch an.<\/p>\n<p>Bald rollten wir \u00fcber Kitzingen und F\u00fcrth durchs Frankenland, bis wir halbwegs p\u00fcnktlich am N\u00fcrnberger Bahnhof landeten. Dort g\u00f6nnte ich mir eine trockene Brezel und nahm dann die U2, die mich binnen weniger Minuten zum Nordostbahnhof am Leipziger Platz brachte. Von dort war es nur ein Steinwurf zum Hotel, in dem ich schon eine Stunde vor der Zeit einchecken konnte. Und kaum warf ich meinen Rucksack aufs Bett, war ich schon wieder unterwegs \u2013 und erwischte die S-Bahn nach Erlangen p\u00fcnktlich auf die Minute.<\/p>\n<p>Keine halbe Stunde sp\u00e4ter spazierte ich an der Einhornstra\u00dfe vorbei in die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. Meines Wissens war ich noch nie in Erlangen, dabei gibt es so viel <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IkVM1Jt55kQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissenswertes \u00fcber Erlangen<\/a>.<\/p>\n<p>Dass mich die Sch\u00f6nheit der Stadt \u00fcberw\u00e4ltigte, kann ich jetzt nicht gerade sagen \u2013 aber Schlosspark und Uni \u00fcberzeugten, und viel mehr habe ich neben der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone auch nicht gesehen. Hinter dem Bahnhof liegt die Kulturinsel W\u00f6hrm\u00fchle. Es sind nur wenige Meter Fu\u00dfweg von der City zum Veranstaltungsort. Mit mir marschierten etliche andere Konzertbesucher ins Gr\u00fcne, der Einlass ging trotz l\u00e4ngerer Schlange flott, und schon stand ich auf dem Gel\u00e4nde vor der gro\u00dfen B\u00fchne in der Sonne. Die Ersten lagerten in den ersten Reihen \u2013 mir war es dort allerdings zu warm, und so schlenderte ich \u00fcbers Gel\u00e4nde, vorbei an Getr\u00e4nkebuden und belegten Strandst\u00fchlen.<\/p>\n<p>Musik blubberte aus den Lautsprechern, die Stimmung war entspannt, das Publikum auch altersm\u00e4\u00dfig bunt gemischt. Ich fand an der Rampe zu den Rollipl\u00e4tzen einen Platz, wo ich mich zuweilen am Gel\u00e4nder abst\u00fctzen konnte, und so langsam f\u00fcllte sich das Areal. Insgesamt verfolgten letztlich 3.500 Leute das Konzert, das um Viertel nach sieben von der deutsch-kenianischen S\u00e4ngerin Hannah Sikasa er\u00f6ffnet wurde. <span style=\"text-decoration: line-through;\">einer Musikerin startete, deren Namen ich leider vergessen habe und auch sonst nicht in Erfahrung bringen konnte.<\/span> Das Bemerkenswerteste waren sicherlich die beiden St\u00f6rche, die \u00fcber uns hinwegglitten. Etwas nervig war die Dame, die sich \u2013 obwohl auf dem Gel\u00e4nde viel Raum war \u2013 langsam neben mich ans Gel\u00e4nder dr\u00e4ngte. Aber die Zeit verging durchaus unterhaltsam, und nach einer Umbaupause enterten die Musiker die B\u00fchne. Es folgte Zaz, deren Weg vom Backstagebereich von einer Kamera begleitet wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=y39-ddBVRe4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Je pardonne<\/a> hie\u00df der erste Song. <em>Je veux<\/em>, ihr wohl bekanntestes Lied, beendete das Konzert. Dazwischen lagen 90 Minuten poetischer Lebendigkeit. Mal nachdenklich, mal quietschvergn\u00fcgt, aber nie banal zelebrierte die franz\u00f6sische S\u00e4ngerin ihr Programm, das niemals langweilig war. Mal warf sie sich auf die B\u00fchne, mal wanderte sie durchs Publikum, und die eigenen Gedanken kreisten nicht mehr um den Alltag, um die Sorgen und N\u00f6te der Gegenwart, sondern flogen mit Zaz in die untergehende Sonne. Trotz des Bewusstseins der Schwere der Zeit durchdrang ihre Performance eine Leichtigkeit, die fr\u00f6hlich stimmte.<\/p>\n<p>Allerdings wurde es f\u00fcr mich langsam eng, was die Abfahrt Richtung N\u00fcrnberg betraf. W\u00e4hrend vor zehn die \u00d6ffentlichen alle Viertel- oder halbe Stunde fuhren, so sah das nach 22 Uhr ganz anders aus. Es schien auf die Frage hinauszulaufen, ein paar Minuten fr\u00fcher zu gehen \u2013 was aller Voraussicht nach bedeutet h\u00e4tte, <em>Je veux<\/em> zu verpassen \u2013 oder aber wegen weniger Minuten eine Stunde zu warten. Aber Zaz hatte ein Einsehen und beendete ihr Konzert punktgenau, sodass mit einiger Beschleunigung der Zug um kurz nach 22 Uhr zu schaffen sein m\u00fcsste. Die leichte Eile war zwar ein bisschen schade nach der Entschleunigung der Gedanken zuvor \u2013 aber in irgendeinen sauren Apfel muss man ja bei\u00dfen.<\/p>\n<p>Zeitgleich erreichten Bahn und Beve den Bahnhof, und p\u00fcnktlich auf die Sekunde rollten wir gen N\u00fcrnberg. Warum sind Z\u00fcge, die ein bisschen Versp\u00e4tung haben k\u00f6nnten, immer p\u00fcnktlich und die anderen immer zu sp\u00e4t? Ein Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>Als ich in N\u00fcrnberg eintraf, regnete es leicht. Ich spazierte einige Minuten durch die sp\u00e4tabendliche Altstadt und nahm einen wartenden Bus, der mich bis zum Nordostbahnhof brachte. Am folgenden Morgen checkte ich gegen halb zehn aus und marschierte mit meinen Habseligkeiten am Stadtpark vorbei Richtung Burg und blickte \u00fcber die Stadt. Neulich war ich mit Pia f\u00fcr ein paar Tage hier, kurz vorher mit der Eintracht auf Spurensuche. N\u00fcrnberg ist immer eine Reise wert.<\/p>\n<p>Letztlich erreichte ich ob meiner Bummelei meinen Zug in letzter Minute, und ohne besondere Vorkommnisse landte ich zun\u00e4chst in W\u00fcrzburg und anschlie\u00dfend in Frankfurt. Da sowohl die U-Bahn als auch die Stra\u00dfenbahn scheinbar auf mich gewartet hatten, kam ich ohne gro\u00dfe Nerverei zu Hause an und konnte Pia in die Arme nehmen.<\/p>\n<p>Es ist immer besser, wenn sie dabei ist \u2013 aber manchmal geht es halt nicht. Und wenn ihr mal die Gelegenheit habt, Zaz live zu sehen: Nutzt sie.<\/p>\n<div id=\"metaslider-id-18215\" style=\"width: 100%;\" class=\"ml-slider-3-110-0 metaslider metaslider-flex metaslider-18215 ml-slider has-dots-nav ml-slider-lightbox-2-34-0 metaslider-gallery-2-34-0 ms-theme-default-base\" role=\"region\" aria-label=\"Zaz\" data-height=\"525\" data-width=\"700\">\n    <div id=\"metaslider_container_18215\">\n        <div id=\"metaslider_18215\">\n            <ul aria-live='off' class='slides'>\n                <li style=\"display: block; width: 100%;\" class=\"slide-18238 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2026-07-28 10:50:23\" data-filename=\"01.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/01.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-18215 slide-18238 msDefaultImage\" title=\"01\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-18239 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2026-07-28 10:50:23\" data-filename=\"02.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/02.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-18215 slide-18239 msDefaultImage\" title=\"02\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; 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