{"id":16864,"date":"2024-12-10T12:33:28","date_gmt":"2024-12-10T11:33:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=16864"},"modified":"2024-12-10T12:42:24","modified_gmt":"2024-12-10T11:42:24","slug":"eintracht-frankfurt-geht-als-herbstmeisterin-in-die-rueckrunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=16864","title":{"rendered":"Eintracht Frankfurt geht als Herbstmeisterin in die R\u00fcckrunde"},"content":{"rendered":"<p>In der Frauen-Bundesliga geht es derzeit spannend zu: Nach Abschluss der Hinrunde liegen Eintracht Frankfurt, Bayern M\u00fcnchen und Bayer Leverkusen punktgleich an der Spitze. Dahinter lauert der VfL Wolfsburg mit nur einem Punkt R\u00fcckstand. Dank eines \u00fcberragenden Torverh\u00e4ltnisses von 35:5 geht Eintracht Frankfurt nach einem \u00fcberzeugenden 3:0 gegen Leipzig als Spitzenreiter in die R\u00fcckrunde, die am kommenden Freitag in Jena beginnt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dass eines der f\u00fcnf Gegentore im Oktober 2024 in der ARD-Sportschau zum Tor des Monats gew\u00e4hlt wurde, spricht f\u00fcr sich. Und dass es die bislang einzige Niederlage besiegelte, ebenfalls: Nur mit besonderen Leistungen sind die Eintracht-Frauen derzeit zu bezwingen. <a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/sport\/frauenfussball-tor-des-monats-werder-weidauer-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sophie Weidauer<\/a> von Werder Bremen gelang dieses Kunstst\u00fcck, als Eintracht Frankfurt vor wenigen Wochen erstmals als Tabellenf\u00fchrer in einen Spieltag gegangen war. Obwohl die Eintracht gegen Werder nahezu auf ein Tor spielte \u2013 wenngleich nicht allzu zwingend \u2013 entf\u00fchrte Bremen die drei Punkte aus dem Stadion am Brentanobad, und die sch\u00f6ne Tabellenf\u00fchrung war wieder perdu. Vorerst, wie wir heute wissen.<\/p>\n<p>Ein paar Tage zuvor erzielte Remina Chiba gegen den SC Freiburg binnen vier (Schluss-)Minuten einen <em>lupenreinen<\/em> Hattrick \u2013 am Ende hie\u00df es 6:0. Gegen den 1. FC K\u00f6ln feierte die Eintracht sogar einen Rekordsieg: 8:0 stand es nach 90 Minuten. Deprimiert schlichen die K\u00f6lnerinnen vom Feld, h\u00f6her hatte Eintracht Frankfurt in der Bundesliga noch nie gewonnen. Es ist also immer etwas los, wenn die Eintracht spielt \u2013 sogar an einem eisigen Montagabend. Auf der Anzeigetafel prangten heuer zur allgemeinen Verbl\u00fcffung weder der Eintracht Adler noch das RB-Logo (weniger verbl\u00fcffend). 3:0 lautete das Ergebnis, das am Ende des Abends die erneute Tabellenf\u00fchrung sicherte \u2013 ausgerechnet gegen RB Leipzig, einem Konstrukt, das genauso ein \u00c4rgernis ist wie die Ansetzung des Spiels an einem Montag. Dagegen protestierten auch beide relevanten Fangruppierungen: Einerseits die <a href=\"https:\/\/bolztribuene.de\/2024\/12\/04\/adventskalender-4-protest-montagsspiele\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nutriabande<\/a>, die zudem die zweite Ausgabe der <em>Nutriabotin<\/em> im Stadion verteilte, andererseits die <a href=\"https:\/\/adlertraegerinnen.de\/Info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Adlertr\u00e4gerinnen<\/a>. W\u00e4hrend erstere sich bereits 2018 in der Endphase des 1. FFC Frankfurt gr\u00fcndeten und dessen Farben noch immer hochhalten, stehen die Adlertr\u00e4gerinnen seit 2022 in der Tradition der EFCs von Eintracht Frankfurt, unterst\u00fctzen jedoch vorwiegend die Eintracht-Fu\u00dfball-Frauen.<\/p>\n<p>Seit der Aufl\u00f6sung des FFC vereinnahmt Eintracht Frankfurt die Historie des aus der SG Praunheim hervorgegangenen Clubs, vernachl\u00e4ssigt dabei jedoch zuweilen die eigene Geschichte. Immerhin wird auch bei der SGE seit 2004 Frauenfu\u00dfball gespielt. In fr\u00fcheren Jahren war der 1. FFC regelm\u00e4\u00dfiger Gegner der Eintracht, wenngleich auch nicht mit der ersten Mannschaft. Daher ist es als nachfolgender Lizenzinhaber einerseits v\u00f6llig verst\u00e4ndlich, die Geschichte des 1. FFC nach dessen Aufl\u00f6sung zu erz\u00e4hlen \u2013 aber als dessen eigene. Die Geschichte des Frauenfu\u00dfballs bei der Eintracht ist eine andere\u2013 und beginnt 2004 in der Bezirksliga. Als die letzte Saison vor der \u00dcbernahme 2020 wegen Corona abgebrochen wurde, h\u00e4tte die SGE &#8211; nach dem Verzicht vom SC Freiburg II &#8211; den Aufstieg in die 2. Liga aus eigener Kraft geschafft.<\/p>\n<p><strong>Rise and Fall<\/strong><br \/>\nAm Tabellenende der ersten Liga rangiert derzeit Turbine Potsdam, lange Jahre die gro\u00dfe und neben dem FCR Duisburg&nbsp; einzige nationale Konkurrentin des 1. FFC. Zwischen 2001 und 2012 wurde entweder Potsdam oder der 1. FFC Deutscher Meister. Seither teilen sich Wolfsburg und Bayern die Titel. Potsdam, 2023 abgestiegen, sicherte sich ein Jahr sp\u00e4ter den Wiederaufstieg und tr\u00e4gt nun mit einem Punkt und einem einzigen geschossenen Tor nach 11 Spielen die rote Laterne. Dass die Lage nicht v\u00f6llig aussichtslos ist, liegt einzig daran, dass es aufgrund der geplanten Aufstockung der ersten Liga auf 14 Teams in der Saison 2024\/25 nur einen Absteiger geben wird \u2013 und Carl Zeiss Jena (zuvor <em>FF USV Jena<\/em>) nicht viel besser dasteht. Sogar der 1. FC K\u00f6ln (vormals <em>FFC Brauweiler Pulheim<\/em> <em>2000<\/em>) scheint zumindest theoretisch noch einholbar. Etwas enteilt ist die SGS Essen, der dritte Club, der von keinem Verein unterst\u00fctzt wird, der auch im M\u00e4nnerfu\u00dfball ein Profiteam stellt. W\u00e4hrend Essen und Potsdam die letzten beiden Vertreter der reinen Frauenfu\u00dfballmannschaften sind, kicken die M\u00e4nner von Carl Zeiss Jena in der Regionalliga und damit an den gro\u00dfen Einnahmen vorbei. Dass Clubs wie Wolfsburg, Bayern, Leverkusen, aber auch unsere Eintracht, ihre Ausgaben nicht durch Einnahmen im Frauenfu\u00dfball selbst erwirtschaften, liegt auf der Hand. Hatten Vereine wie Niederkirchen und Siegen&nbsp; seinerzeit gegen wirtschaftlicher denkende Vereine wie den FFC und Potsdam das Nachsehen \u2013 so wurden diese wiederum im Laufe der Jahre von Bayern und Wolfsburg verdr\u00e4ngt. Und w\u00e4re der FFC nicht in der Eintracht aufgegangen, w\u00e4re auch dieser Verein auf Dauer nicht mehr zu halten gewesen, zumindest nicht auf erstklassigem Niveau &#8211; und Frankfurt als historische Stadt des Frauenfu\u00dfballs aus der ersten Liga vorerst verschwunden.<\/p>\n<p>Seit Einf\u00fchrung der eingleisigen Bundesliga der Frauen zur Saison 1997\/98 wurden bis heute Teams aus nur f\u00fcnf St\u00e4dten und sechs Clubs Deutscher Meister und Vizemeister:<\/p>\n<p><strong>Frankfurt<\/strong> (FSV 1*Meister und FFC 7*Meister 4* Vize &#8211; vormals SG Praunheim 1*Vize)<br \/>\n<strong>Duisburg<\/strong> (FCR 1* Meister, 6*Vize)<br \/>\n<strong>Potsdam<\/strong> (Turbine 6*Meister, 4*Vize)<br \/>\n<strong>Wolfsburg<\/strong> (VfL 7*Meister, 6*Vize)<br \/>\n<strong>M\u00fcnchen<\/strong> (Bayern (5*Meister, 6*Vize)<\/p>\n<p>Bayern M\u00fcnchen gr\u00fcndete \u00fcbrigens seine Frauenfu\u00dfballabteilung kurz vor Aufhebung des Verbots 1970 und feierte den ersten Meistertitel 1976 &#8211; als es die Bundesliga und den 1.FFC noch gar nicht gab und Oberst Schiel sowie der FSV Frankfurt den Frauenfu\u00dfball in der Stadt am Main dominierten.<\/p>\n<p><strong>Montagsspiele<\/strong><br \/>\nImmerhin zog es nun an einem eisigen Montagabend gegen die Vertreterinnen aus Leipzig knapp 3.000 Zuschauer:innen ins Brentanobad \u2013 so viele wie sich fr\u00fcher an einem sonnigen Samstag zum Spitzenspiel gegen Potsdam einfanden. Aus Fansicht sind Montagsspiele ein \u00dcbel, vor allem f\u00fcr Ausw\u00e4rtsfahrer:innen. Den Clubs jedoch erm\u00f6glichen die exklusiven \u00dcbertragungen einerseits verst\u00e4rkte Sichtbarkeit des Frauenfu\u00dfballs sowie andererseits externe TV-Gelder und damit Schritte in die Unabh\u00e4ngigkeit von den Zusch\u00fcssen des M\u00e4nnerfu\u00dfballs. Wer gleichberechtigte Bezahlung fordert, muss erkl\u00e4ren, wo das Geld herkommt. Und zwar nicht nur f\u00fcr Hoffenheim, K\u00f6ln oder Freiburg, sondern auch f\u00fcr Essen oder Potsdam. Von daher ist die Vermarktung des Frauenfu\u00dfballs eine ambivalente Geschichte, die diejenigen gl\u00fccklich macht, die davon profitieren &#8211; aber auch ihre Opfer fordert. Die Akzeptanz dieser Vermarktung h\u00e4ngt letztlich auch mit der Verteilung der Gelder zusammen: Etwas, was traditionell sowohl gesellschaftlich aber auch beim M\u00e4nnerfu\u00dfball gr\u00fcndlich in die Hose geht. Wobei eine Frauen-WM in Saudi-Arabien eigene Aspekte aufwerfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon: Deutscher Meister wird nur die SGE!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Frauen-Bundesliga geht es derzeit spannend zu: Nach Abschluss der Hinrunde liegen Eintracht Frankfurt, Bayern M\u00fcnchen und Bayer Leverkusen punktgleich an der Spitze. Dahinter lauert der VfL Wolfsburg mit nur einem Punkt R\u00fcckstand. 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