{"id":16459,"date":"2024-06-15T12:12:41","date_gmt":"2024-06-15T10:12:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=16459"},"modified":"2024-06-15T18:51:21","modified_gmt":"2024-06-15T16:51:21","slug":"prag-kafka-bahn-und-interrupters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=16459","title":{"rendered":"Prag &#8211; Kafka, Bahn und Interrupters"},"content":{"rendered":"<p>Genau 20 Jahre ist es her, seit ich letztmals Prag besuchte. Damals bin ich ohne Gep\u00e4ck und ohne Fahrrad &#8211; es wurde aus dem Auto geklaut &#8211; \u00fcber Pilsen nach Frankfurt getrampt. Ein Lette, oder wars ein Litauer, brachte mich von der Grenze in halsbrecherischer Fahrt an den Kaiserlei, Am gleichen Abend wurden die Griechen, die zuvor die Tschechen eliminiert hatten, Europameister. Diesmal lie\u00df ich vorsorglich mein Fahrrad in Frankfurt, man wei\u00df ja nie. Und fuhr mit der Bahn.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir brachen in aller Herrgottsfr\u00fche auf, die Bahn sollte eine gute halbe Stunde eher als geplant losrollen &#8211; zun\u00e4chst bis Regensburg, dann nach einer guten Stunde die Weiterfahrt mit dem tschechischen Regionalzug \u00fcber Pilsen nach Prag. Urspr\u00fcnglich sollten wir um 14:23 Uhr in Prag ankommen, es wurde letztlich 15:00 Uhr, damit konnten wir gut leben. <em>Wie<\/em> gut, sollten wir auf der R\u00fcckreise erfahren. Wir verlie\u00dfen die Bahn nicht am Hauptbahnhof, sondern schon eine Station davor, in Sm\u00edchov, wobei uns ein dem Schwejk wie aus dem Gesicht geschnittenem Tscheche signalisierte, noch nicht am Hauptbahnhof zu sein. Wir bedankten uns und vermittelten, dass wir absichtlich hier aussteigen wollten. Welch ein liebenswerter Empfang.<\/p>\n<p>Von Sm\u00edchov rollten wir, nachdem wir uns via App ein Tagesticket geg\u00f6nnt hatten, mit der roten Stra\u00dfenbahn zur Station \u00dajezd. Nur wenige Meter davon entfernt lag unsere Unterkunft, ein Zimmer in einer Wohnung, Bad und K\u00fcche geteilt. Wir zogen noch schnell ein paar Kronen, checkten ein und g\u00f6nnten uns einen Kaffee auf der Stra\u00dfe. Anschlie\u00dfend schlenderten wir Richtung Karlsbr\u00fccke, \u00fcber uns erhob sich das Schloss, unten wuselten Tourist:innen umher, die Moldau m\u00e4anderte ihres Wegs und wir \u00fcberquerten den Fluss, trieben kurz durch die belebte Altstadt und hatten kaum ein Auge f\u00fcr die Sch\u00f6nheit der Architektur, f\u00fcr die Pl\u00e4tze, da es einfach zu voll zum Entspannen war &#8211; obgleich der Peak noch nicht erreicht schrien. Gruppen von jugendichen Klassenausfl\u00fcglern machten die Stra\u00dfen unsicher, Touristen lie\u00dfen sich in Fake-Oldtimern durch die Gassen kutschieren, kurz: es war mords was los, so dass wir erneut \u00fcber die Karlsbr\u00fccke die Moldau \u00fcberquerten und uns am Fluss entlang in ruhigere Gefilde begaben.<\/p>\n<p>Wir waren westlich der Altstadt im Stadtteil Mal\u00e1 Strana zuhause. Kurz hinter unserer Unterkunft beginnt der Hausberg Prags, der Pet\u0159\u00edn &#8211; eine Standseilbahn ratterte den H\u00fcgel nach oben, und brachte uns in wenigen Minuten in die H\u00f6he &#8211; und der Ausblick ist gleich null. \u00dcberall B\u00e4ume, machmal ist Natur schon l\u00e4stig. Aber Seilbahnfahren macht Laune, egal wo. Ob in Kiew von der Unterstadt nach oben, den Tibidabo in Barcelona hinauf oder in Lissabon hoch ins Bairro Alto. Auch hier oben ist es ruhig und sch\u00f6n &#8211; und hier steht auch der Prager Eiffelturm der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aussichtsturm_Pet%C5%99%C3%ADn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aussichtsturm Pet\u0159\u00edn<\/a>, der zwar nur knappe 60 Meter hoch ist, durch seine Lage auf dem Berg jedoch in der Spitze genau so weit \u00fcber dem Meeresspiegel liegt wie der gro\u00dfe Bruder in Frankreich. Der Eintritt ist zwar verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig teuer und du musst die knapp 300 Stufen bis hin zur zweiten Plattform laufen, aber es lohnt sich. Auf der ersten Etage genie\u00dft man einen Ausblick im Freien, die Umrundung des Turms ist weder vergittert, noch verglast. Anders als oben, aber dort kannst du immerhin durch ge\u00f6ffnete Fenster bis in den B\u00f6hmerwald gucken &#8211; so die Wolken es zulassen. Wir identifizierten die Geb\u00e4ude, die wir kennen &#8211; wie man es aus der H\u00f6he so macht &#8211; und freuten uns, dass nur wenige Menschen auf die gleiche Idee kamen. Durchatmen.<\/p>\n<p>Einiges schneller als auf dem Hinweg spazierten wir nach unten, passierten ein Jahrhunderte altes Karussell und wanderten an der Au\u00dfenmauer entlang in Richtung der \u00fcber 1000 Jahre alten Burg, der Pra\u017esk\u00fd hrad. Erstaunlicherweise war auf dem weitr\u00e4umigen Gel\u00e4nde nur wenig Betrieb &#8211; auch der sonst recht pr\u00e4sente Franz Kafka lief uns nur in Form eines H\u00e4uschens, in dem er eine Zeitlang lebte und schrieb \u00fcber den Weg. Ordnungsgem\u00e4\u00df erstand Pia vor Ort ein Werk seiner genau hier geschriebenen Geschichten und bekam sogar einen Stempel ins B\u00fcchlein. Die junge Verk\u00e4uferin war \u00e4u\u00dferst belesen und referierte pr\u00e4zise \u00fcber Kafkas Leben. Wenn ihr mal vor Ort seid, gr\u00fc\u00dft sie von mir. Ich bin der mit dem Stempel im Buch. Auf der anderen Seite gibt es einige Werke, die der ber\u00fchmteste Prager Autor nicht vollendete &#8211; ich kann es verstehen, zu m\u00fchsam, zu kafkaesk gehen die Dinge in der Dichtung und zuweilen im Leben zu, ich h\u00e4tte auch die Segel gestrichen und mich anderen Dingen gewidmet, vielleicht sogar einmal gelacht. Aber wir wollen ihm nicht unrecht tun, immerhin hatte Kafka einst angeordnet, dass nach seinem Ableben alle Werke vernichtet werden. Sein Kumpel Brod hat sich nicht dran gehalten &#8211; und nun haben wir den Salat. Wir m\u00fcssen uns in den Oberstufen durch die zwar schlauen aber freudlosen Texte qu\u00e4len &#8211; und der Poet hat nichts davon. Quasi der van Gogh der Dichter nur ohne Sonnenblumen. Aber Kafka hatte noch beide Ohren als er starb. Soweit ich wei\u00df.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich <em>schloss<\/em> die von uns erw\u00e4hlte Gastst\u00e4tte just in dem Moment ihre Pforten als wir ausgehungert gegen 21 Uhr und weit \u00fcber 20.000 Schritten auf die Idee kamen, endlich einzukehren &#8211; und etliche andere taten ihr gleich. Wohl dem, der\/die eine Tageskarte in der App besitzt, wir nahmen schnurstracks die Bahn Richtung And\u011bl, fanden eine Wirtschaft und bekamen binnen Sekunden Pivo. Fast genau so schnell kam auch das Essen, f\u00fcr Pia Burger, f\u00fcr mich Sv\u00ed\u010dkov\u00e1. Der Kellner hob anerkennend die Augenbraue, als ich orderte. Wahrscheinlich spricht sowieso kaum ein <span lang=\"cs-CZ\">N\u011bmec das Wort so sch\u00f6n aus wie ich. Daran ist Klara dran schuld, die es mir vor \u00fcber 20 Jahren beigebracht hatte. Leider lebt sie nicht in Prag, sondern in Brno &#8211; und das lag nicht auf unserer Tour. \u00dcbrigens war es mein erstes Bier seit \u00fcber anderthalb Jahren und wo sonst sollte ich es trinken als ich Tschechien? Aber Lust auf ein zweites hatte ich nicht. Sowas h\u00e4tte es fr\u00fcher nicht gegeben. M\u00fcde fielen wir nur wenig sp\u00e4ter in die Koje.<\/span><\/p>\n<p>Am folgenden Morgen drang der Verkehrsl\u00e4rm von der Stra\u00dfe durchs ge\u00f6ffnete Fenster ins Zimmer, die Bahnen rollten in dichten Abst\u00e4nden von Haltestelle zu Haltestelle, Autos plockerten \u00fcber die Pflastersteine und wir machten uns gegen neun auf den Weg zum Fr\u00fchst\u00fcck. Im Mezi \u0159\u00e1dky wurden wir f\u00fcndig. Du findest in Prag wirklich alles, v\u00f6lliger Schrott zu \u00fcberteuerten Preisen f\u00fcr tumbe Reisende und richtig gute Sachen, die sich auch Einheimische leisten k\u00f6nnen. Das Mezi \u0159\u00e1dky war gem\u00fctlich, die Auswahl nett wie die Menschen die hier arbeiteten &#8211; blo\u00df eine Bedienung erinnerte von ihrem schweigsamen, nahezu w\u00e4chsernen und keine Mine verziehendem Auftreten an einen ber\u00fchmten tschechischen Autor. Aber sie war keineswegs unfreundlich &#8211; und das ist mehr, als man in diesen Zeiten verlangen kann.<\/p>\n<p>Heute stand ja das eigentlich Highlight unserer Reise an, der Auftritt der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AbJ_qdMGYb4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interrupters<\/a> bei einem Open-Air-Konzert. Der Festivalsommer steht vor der T\u00fcr (Kafka) und die Interrupters er\u00f6ffnen in Prag in Bran\u00edk, einem Prager Stadtteil, einen Steinwurf von der Autobahn entfernt. Zuvor warfen wir ein Blick auf die bemerkenswerte Skulptur, die an die Opfer des Kommunismus erinnert. Anschlie\u00dfend brachen wir in Richtung des Festivalgel\u00e4ndes, Led\u00e1rny Br\u00e1n\u00edk, auf, um uns die Location bei Tageslicht anzusehen. Die Stra\u00dfenbahn Nummer 9 brachte uns quasi von zuhause an den Park. Wir passierten einen Skaterpark und keine f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter standen wir am Einlass, das Tor stand sperrangelweit offen. Equipment wurde hin und her geschleppt, St\u00e4nde aufgebaut &#8211; alles in allem ein munteres Treiben, in das wir selbstbewusst hinein spazierten. In einem hinteren Eckchen parkte der Tourbus der Interrupters &#8211; aber unsere Hoffnung, wie alte Bekannte einen Kaffee mit der Band zu trinken erf\u00fcllte sich nicht. Leider. Naja, vielleicht n\u00e4chstes Mal.<\/p>\n<p>Wir inspizierten die Lage auch von oben, nahmen dann das B\u00e4hnchen zur\u00fcck und stiegen in ausreichender Entfernung zur Autobahn aus. Und wir blieben nicht unt\u00e4tig, sondern spazierten hinauf zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vy%C5%A1ehrad\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vy\u0161ehrad<\/a>, in deren Gel\u00e4nde sich die m\u00e4chtige Peter und Paul Kirche befindet. Und der Vy\u0161ehrader Friedhof. Hier liegen, recht idyllisch, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anton%C3%ADn_Dvo%C5%99%C3%A1k\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bed%C5%99ich_Smetana\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bed\u0159ich Smetana<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Josef_Bican\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Josef Bican<\/a>. Die ersten beiden komponierten, Letzterer kickte &#8211; und das ziemlich gut. Er trug heute noch einen Fanschal, obgleich er schon 1934 bei der WM ziemlich weit kam. Als \u00d6sterreicher! Auch auf dem Burggel\u00e4nde war es von \u00fcberschaubaren Gewusel. Irgendeine tschechische Schulklasse war immer unterwegs, ein Selfie wurde immer geknipst &#8211; aber man konnte sich unaufgeregt treiben lassen und die Ausblicke genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter trieben wir runter an die Moldau, die auf tschechisch \u00fcbrigens Vltava hei\u00dft, vorbei am tanzenden Haus und g\u00f6nnten uns ein Mittagessen in einem Gew\u00f6lbekeller. Die Tageskarte wurde uns zwar nicht vorgelegt, da wir eindeutig als Touris zu erkennen waren, aber da hier auch Einheimische speisten, konnten wir so falsch nicht liegen &#8211; und ja, es war okay. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Unterkunft machten wir uns zum zweiten Mal auf Richtung Led\u00e1rny Br\u00e1n\u00edk, guckten uns die Inselchen inmitten der Moldau an, Touristen paddelten mit Tretbootchen \u00fcber den Fluss, die Sonne schien mild und in einer lauschigen Wirtschaft tranken wir noch einen Aperol (Pia) und eine Kofola (Beve). Kofola ist eine tschechische Cola und schmeckt wahrscheinlich nur hier &#8211; unserer Bedienung aber scheinbar \u00fcberhaupt nicht. Aber zum Schluss hat sie doch gelacht. Wir waren nicht die einzigen Konzertbesucher vor Ort, T-Shirts, Schuhe und Optik sprachen eine deutliche Sprache.<\/p>\n<p>F\u00fcr die letzten Meter nahmen wir wieder die Bahn, die wir wie heute morgen an der Station Pob\u0159e\u017en\u00ed cesta verlie\u00dfen. Nach wenigen Schritten erreichten wir den Eingang, der Trubel war \u00fcberschaubar, unsere Tickets g\u00fcltig und eine Kontrolle fand nicht statt. Ach wie herrlich normal. Im Laufe des Tages hatte mich noch eine mail mit dem Ablauf des Tagesprogramms erreicht. Um 17 Uhr \u00f6ffnete der Einlass, um 19:10 Uhr sollte die Vorband beginnen, <a href=\"https:\/\/thefialky.cz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Fialky<\/a>, und um 20:30 Uhr die Interrupters. Das Endes des Abends wurde f\u00fcr 22:00 angek\u00fcndigt, wahrscheinlich den Anwohnern geschuldet. Wir drehten eine Runde ums Gel\u00e4nde und hockten uns dann an den Rand auf ein St\u00fcckchen Kunstrasen &#8211; und blieben im Grunde dort bis Abpfiff. Die Zeiten, mitten im Get\u00fcmmel zu rocken, sind auch schon l\u00e4nger vorbei. Aber wir waren ja nicht weit weg von der B\u00fchne, die kurz nach 19 Uhr von den &#8222;Veilchen&#8220; geentert wurde. Tschechische Cock Sparrer w\u00fcrde ich sagen, die Leute gingen und sangen mit, es war der perfekte Auftakt, der von Zuschauern auch mit Rauch supportet wurde.<\/p>\n<p>Ebenfalls einige Minuten vor der Zeit betraten die Interrupters die B\u00fchne, erst die drei Br\u00fcder Bivona, ein paar Sekunden sp\u00e4ter auch Aimee Allen, seit ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zur Band Aimee Interrupter. Die Frau ist ein Ph\u00e4nomen, bringt Power und gute Laune, obgleich nicht alles glatt lief und sie davon auch singt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><iframe title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wgZF9x8vrrg?si=i0wvFyzMJvUm31Ye\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Wir hatten das gro\u00dfe Gl\u00fcck, die Band schon im vergangenen Jahr in Saarbr\u00fccken zu sehen, jetzt also Prag. P\u00fcnktlich nach dem ersten Song begann es dann tats\u00e4chlich zu regnen, ein Regenbogen erblickte das Licht der Welt <em>&#8230; Anything was better, than where I was from &#8230; <\/em>Die N\u00e4sse legte sich wie ein hauchd\u00fcnnes Deckchen \u00fcber uns, die relative K\u00e4lte dazu, vorne tobte die Band, der Regen lie\u00df nach &#8211; aber die Ungem\u00fctlichkeit kraulte langsam in mir hoch, was ich schlicht ignorierte und fr\u00f6hlich mitsang: <em>Fight like a title holder, Stand like a champion, Live like a warrior, And never let &#8218;em break you down &#8230; <\/em>Es war gro\u00dfartig, ein Song folgte auf den n\u00e4chsten, Freundschaft, Niederschl\u00e4ge, Aufstehen. Hie und da ein paar Stories, bad guy von Billie Eilish dazu, Spielfreude &#8211; bei den letzten Liedern bin ich dann doch nach vorne, es nutzte ja alles nichts. Ich lieb die Band. Neben <em>And also the trees<\/em> und <em>Springsteen<\/em> und den <em>Pogues<\/em> vielleicht der Soundtrack meines Lebens.<\/p>\n<p align=\"center\"><em>What&#8217;s your plan for tomorrow?<\/em><br \/>\n<em>Are you a leader, or will you follow?<\/em><br \/>\n<em>Are you a fighter, or will you cower?<\/em><br \/>\n<em>It&#8217;s our time to take back the power!<\/em><\/p>\n<p>Kurz vor 22 Uhr war Feierabend und ich merkte die Erk\u00e4ltung in mir hochziehen. Wir marschierten zur Haltestelle, erwischten die erste ankommende Bahn und rollten dennoch f\u00fcr einen n\u00e4chtlichen Blick auf die Karlsbr\u00fccke und die Burg noch einmal in die City. Der folgende Tag war schon der Abreisetag und wer wei\u00df schon, ob oder wann wir wieder einmal hierherkommen werden. Nat\u00fcrlich waren wir nicht alleine, aber die Nachtkraft von Br\u00fccke und Schloss waren greifbar. Und dann schleppten wir uns die letzten Meter nach Hause und fielen todm\u00fcde ins Bett. Ich merkte, ich war angeschlagen.<\/p>\n<p>Morgens nach dem Fr\u00fchst\u00fcck z\u00f6ckelten wir mit der Standseilbahn noch einmal hoch auf den Pet\u0159\u00edn und marschierten an Blumen- und Streuobstwiesen in die Ebene, bewunderten unten noch einmal die macaronfarbenen Altbauten, packten unsere Siebensachen und rollten langsam Richtung Hauptbahnhof. Auch hier war das Elend zuhause, die Armut, der Suff. Elendsgestalten hockten auf den B\u00e4nken im Gr\u00fcnstreifen, ein anderer p\u00f6belte vor dem Geb\u00e4ude. Da wir noch ein wenig Zeit hatten, trieben wir uns in der Ecke rum, staunten \u00fcber die m\u00e4chtige Synagoge und als es an der Zeit war, stiegen wir in die Bahn ein. Es war wieder der tschechische Regionalzug nach Regensburg, der p\u00fcnktlich abfahren sollte &#8211; und mit unwesentlicher Versp\u00e4tung Regensburg auch erreichte. Ab dann sollte es spannend werden. Schon gestern Mittag hatte die Deutsche Bahn signalisiert, dass die gebuchte Fahrt so nicht m\u00f6glich sei und quasi ausf\u00e4llt. Es brauchte ein Weilchen der Recherche, bis wir herausfanden, dass eigentlich alles funktioniert und nur der Halt am Frankfurter Hauptbahnhof entfiele &#8211; daf\u00fcr aber ein Halt in Frankfurt S\u00fcd eingeplant sei. Ah, das klang doch gut. Sp\u00e4ter hie\u00df es, der Zug von Regensburg nach Frankfurt sei hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt, da ein gro\u00dfer Wagen fehlen w\u00fcrde. Aber er k\u00e4me halbwegs p\u00fcnktlich. Dann hie\u00df es, der Zug habe zwei Stunden Versp\u00e4tung. Dann hie\u00df es, er h\u00e4lt doch am Hauptbahnhof. Wir erfuhren unterdessen, von einem umtriebigen Schalterbeamten in Regensburg, dass es eine schnellere Alternative g\u00e4be. Mit dem Regionalzug, der nur eine knappe halbe Stunde Versp\u00e4tung hat, nach N\u00fcrnberg &#8211; dann, so wir ihn erwischen, mit einem anderen ICE Richtung Dortmund &#8211; diser w\u00fcrde eine Stunde eher in Frankfurt halten als der gebuchte.<\/p>\n<p>Soweit so gut. Der Regionalzug nach N\u00fcrnberg kam irgendwann, die Durchsagen im Bahnhof glichen Slapstickeinlagen, alle Z\u00fcge hatten irrwitzige Versp\u00e4tungen, die Gr\u00fcnde so mannigfaltig wie die Tiere auf der Arche Noah. In N\u00fcrnberg erwischten wir den Zug Richtung Dortmund locker, konnten auch zwei Sitzpl\u00e4tze belegen &#8211; und standen erst einmal. Die Stimme im Zug entschuldigte sich lakonisch bis wir irgendwann doch losrollten. Und so ging es die n\u00e4chsten 4,5 Stunden! Wir standen, wir schlichen &#8211; und hatten am End mit dem ICE 524 2,5 Stunden Versp\u00e4tung in Frankfurt,&nbsp; ich war schlagkaputt. Der urspr\u00fcngliche Zug kam 15 Minuten sp\u00e4ter. <em>Geringe Auslastung erwartet<\/em>. Es war absurd. Als h\u00e4tte Kafka \u00fcber die Bahn geschieben. Wir schleppten uns auf der letzten Rille Richtung Nordend, und noch w\u00e4hrend des Z\u00e4hneputzens fiel ich in einen unruhigen, traumlosen Schlaf. Am n\u00e4chsten Morgen kr\u00e4nkelte ich. Aber es hat sich gelohnt, die Reise, die Eindr\u00fccke, das Konzert &#8211; und vor allem die Freude, mit Pia unterwegs zu sein. <em>I don&#8217;t wanna die, I don&#8217;t wanna die, I don&#8217;t wanna die, But if I do die, do die, I know you&#8217;ll be by my side.<\/em> Die Zeit, sie geht so schnell vorbei, nutzt sie, produziert Erinnerungen, seid unterwegs. Vielleicht klappt es ja eines Tages auch, mit der Band einen Ca<em>f\u00e9 zu trinken <\/em><\/p>\n<p><em>&#8230; I know, you won\u00b4t find a friend like me &#8230;<\/em><\/p>\n<div id=\"metaslider-id-16462\" style=\"width: 100%;\" class=\"ml-slider-3-110-0 metaslider metaslider-flex metaslider-16462 ml-slider has-dots-nav ml-slider-lightbox-2-32-3 metaslider-gallery-2-32-3 ms-theme-default\" role=\"region\" aria-label=\"Prag\" data-height=\"560\" data-width=\"750\">\n    <div id=\"metaslider_container_16462\">\n        <div id=\"metaslider_16462\" class=\"flexslider\">\n            <ul class='slides'>\n                <li style=\"display: block; width: 100%;\" class=\"slide-16483 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2024-06-14 16:58:26\" data-filename=\"P_01-750x560.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/P_01-750x560.jpg\" height=\"560\" width=\"750\" alt=\"\" class=\"slider-16462 slide-16483 msDefaultImage\" title=\"P_01\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; 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