{"id":16343,"date":"2024-01-19T17:37:45","date_gmt":"2024-01-19T16:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=16343"},"modified":"2024-01-19T22:04:39","modified_gmt":"2024-01-19T21:04:39","slug":"the-sisters-of-mercy-in-wiesbaden-ein-abgesang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=16343","title":{"rendered":"The Sisters of Mercy in Wiesbaden. Ein Abgesang."},"content":{"rendered":"<p><em>And the devil in the black dress watches over<\/em><br \/>\n<em>My guardian angel walks away&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><em>Life is short and love is always over in the morning<\/em><br \/>\n<em>Black wind come carry me far away <\/em>&#8230;<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>The Sisters of Mercy<\/strong>. Drei Alben, einige Singles, die zusammen mit der Neuauflage von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xK7QM5C7pBU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Temple of Love<\/a> (gesungen gemeinsam mit der 2000 verstorbenen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ofra_Haza\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ofra Haza) <\/a>auf dem Doppelabum <em>Some girls wander by mistake <\/em>ver\u00f6ffentlicht wurden, dazu einige Songs, die nur auf dubiosen Bootlegs erh\u00e4ltlich sind, das war&#8217;s. Das Oevre der barmherzigen Schwestern ist wahrlich \u00fcberschaubar.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Letztlich bestehen The Sisters of Mercy seit jeher ohnehin nur aus Mastermind Andrew Eldritch, der es mit wechselnden Musiker\/innen und Drumcomputer Doktor Avalanche &#8211; man kann es nicht anders sagen -, zur Legende gebracht hat. Auf jeder besseren Fete lief <em>Temple of Love<\/em>, die Singles, sp\u00e4ter die Alben wurden seinerzeit mit gro\u00dfen Augen und offenen Ohren erwartet. Die Sisters waren Ende der 80er cool. Keine Frage. Und The Mission kamen nie an sie heran. Einmal habe ich im Dreik\u00f6nigskeller aufgelegt, mein halbes Set bestand aus Songs der Sisters of Mercy. Damals habe ich \u00fcbrigens meine Single <em>This house is a house of trouble<\/em>&nbsp; von Sally Timms und Marc Almond liegen lassen. Sollte sie jemand gefunden haben, meldet euch bitte.<\/p>\n<p>Ich habe die <em>Sisters<\/em> einmal live gesehen, 1993 in der Festhalle &#8211; und meine Erinnerungen sind, sagen wir: vernebelt. Was auch daran liegen mag, dass die B\u00fchne in rotes Licht getaucht war und die Nebelmaschine unabl\u00e4ssig Rauch in die Halle blies. Damals spielte sie meines Wissens weder <em>Marian<\/em> noch <em>Temple of love<\/em>, was ich den Schwestern durchaus \u00fcbel nahm. Davor traten die <strong>Ramones<\/strong> auf. Die Festhalle aber war bei Weitem nicht ausverkauft, kaum zu glauben, da auch noch <em>Monster Magnet<\/em> sowie<em> La Costa Ras<\/em>a das Line Up vervollst\u00e4ndigten. <em>Type-O-Negative<\/em> wurden zwar angek\u00fcndigt, blieben dem Spektakel aber fern.<\/p>\n<p>Ziemlich genau 30 Jahre sp\u00e4ter, von den urspr\u00fcnglichen Ramones, die sich 1996 aufl\u00f6sten, lebt heute niemand mehr, traten die Sisters of Mercy im Wiesbadener Schlachthof auf. Es war der Tag des Schneewetters, kleinere Katastrophen wurden angek\u00fcndigt &#8211; blieben aber weitestgehend aus. Sieht man einmal vom Auftritt der Sisters ab.<\/p>\n<p>Wie schon 1993 die Festhalle, so war auch 2024 der Schlachthof l\u00e4ngst nicht ausverkauft &#8211; oder die G\u00e4ste blieben irgendwo in Deutschland im Schnee h\u00e4ngen. Wie auch immer, die Halle bot gen\u00fcgend Platz, auch f\u00fcr die Vorband, die <a href=\"https:\/\/www.thevirginmarys.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Virginmarys. <\/a>Zwei Jungs, die mit Gitarre, Schlagzeug und rauem Gesang Spa\u00df hatten, L\u00e4rm zu produzieren und dies durchaus gef\u00e4llig darboten.<\/p>\n<p>Nach 45 Minuten war Schluss, dann folgte der Umbau, ein ellenlanges Intro und ein Taschenlampenstrahl, der den Sisters of Mercy den Weg wies. Nebel blieb diesmal aus, drei Musiker, zwei Gitarristen und Eldritch mit Glatze und Sonnenbrille betraten die B\u00fchne, dazu ein Mann welcher die Technik bedienen sollte, wozu neben den Drums auch der Bass geh\u00f6rte, den man auf der B\u00fchne vergeblich suchte. Einer der Gitarristen, Ben Christo, unterst\u00fctzt Eldritch seit 2006, der andere, Kai, ist seit vergangenem Jahr dabei.<\/p>\n<p>Sie hatte sichtlich Spa\u00df an ihrem Auftritt &#8211; und musikalisch erkannte man die Songs sogar, zun\u00e4chst <em>Dr. Jeep<\/em>, dann <em>Detonation Boulevard<\/em>. Und wom\u00f6glich w\u00e4re es besser gewesen, einer von ihnen h\u00e4tte auch gesungen. Denn die Auff\u00fchrung Eldritchs, die T\u00f6ne und der Habitus waren, milde gesagt, gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, anders formuliert: Eine Frechheit. Zumindest f\u00fcr diejenigen, die \u00fcber 40 Euro Eintritt hingelegt hatten. Gekr\u00e4chzte T\u00f6ne, mit gro\u00dfer Geste herausgew\u00fcrgt &#8211; es war ein Fest f\u00fcr jeden Comictexter &#8211; und auch f\u00fcr einen Comiczeichner, der aus dem B\u00fchnenlicht, der Glatze und der Sonnenbrille durchaus Inspiration h\u00e4tte ziehen k\u00f6nnen. Auf Ansprache und Kommunikation mit dem Publikum wurde nahezu g\u00e4nzlich verzichtet &#8211; kurz, es war die Karikatur eines Auftritts. Die Fans, zwischen&nbsp; Gothic-Outfit und Iron-Maiden-Metalkutten, viele leicht bis mittelschwer angegraut &#8211; manch einer durchaus in der biederen Mittelm\u00e4\u00dfigkeit der B\u00fcrgerlichkeit angekommen -, wippten mehr oder minder lustlos vor sich hin, nur wer den unbedingten Willen zum Tanzen aufbrachte, schwofte hie und da &#8211; wenn er oder auch sie nicht vorher schon jegliche Hoffnung aufgegeben hatte. Sobald Eldritch das Mikro hob, gab es auch allen Grund sich der Hoffnungslosigkeit ohne wenn und aber hinzugeben. Sie spielten <em>Marian<\/em>, sie spielten <em>Temple of love<\/em> &#8211; aber da sprang kein Funke \u00fcber, da war nur ein gequ\u00e4ltes Lachen nicht nur meinerseits. Ich war noch nicht mal sauer, ich bewunderte sogar die Chuzpe, mit dieser auch g\u00e4nzlich humorbefreiteb Darbietung auf eine B\u00fchne zu gehen und den zahlenden Fans gef\u00fchlt den Mittelfinger entgegen zu strecken und sich daf\u00fcr feiern zu lassen &#8211; und konnte mir final ein Grinsen nicht verkneifen.<\/p>\n<p>Eines war klar, wir werden unsere S-Bahn von Wiesbaden nach Frankfurt auf jeden Fall p\u00fcnktlich erreichen &#8211; wahrscheinlich sogar fr\u00fcher als geplant. Die Setlist enthielt einige Klassiker wie <em>More<\/em> oder <em>Alice<\/em>; <em>Dominion<\/em> oder<em> I was wrong<\/em>, einige der gespielten Songs sind aber auch nie auf regul\u00e4ren Alben erschienen &#8211; was aber letztlich auch v\u00f6llig egal war. Nach einer guten Stunde war Schluss &#8211; bis auf die unvermeidliche Zugabe, die tats\u00e4chlich zaghaft gefordert wurde. <em>Lucretia<\/em> und <em>This Corrosion.<\/em> Eigentlich zwei Gr\u00fcnde zur Freude, doch es blieb karikaturesk. Kein einziger Song stach aus der Menge heraus, oder mit anderen Worten: Ich hatte soeben das schlechteste Konzert meines Lebens gesehen. Und ich habe viele Bands erlebt. Sogar Chris de Burgh.<\/p>\n<p>Mit einer durchaus heiteren Fassungslosigkeit wanderten wir zur\u00fcck zum Wiesbadener Hauptbahnhof und rollten durch die eisige Dunkelheit zur\u00fcck nach Frankfurt. Nat\u00fcrlich verpassten wir die Stra\u00dfenbahn an der Konsti um eine Minute. Es kam aber eine n\u00e4chste, es geht ja immer weiter. Nur f\u00fcr ein Konzert von The Sisters of Mercy werde ich mir keine Karte mehr kaufen, soviel ist sicher.<\/p>\n<p><em>In illusion comfort lies &#8211; The safest way the straight and narrow &#8211; No confusion no surprise (Alice)<\/em><\/p>\n<p>Das Beitragsbild machte \u00fcbrigens Pia. Mir fehlte der Nerv.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>And the devil in the black dress watches over My guardian angel walks away&nbsp; Life is short and love is always over in the morning Black wind come carry me far away &#8230; The Sisters of Mercy. 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